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AutorBeitrag

Balsi


19.7.03 11:50:40
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Habe gerade ne Nachricht bekommen, und zwwar hat ein russ. Historiker Belege gefunden, die beweisen sollen, das Zarah Leander und Marika Rökk gegen Deutschalnd spioniert haben sollen.. versuche den Artikel mal zu bekommen...

waldi44


19.7.03 15:14:49
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Naja, die Russen haben halt viel Zeit jetztSmiley mit verdrehten Augen! Andererseits, warum denn nicht? Kommt vielleicht aber auch darauf an, was man unter Spionage versteht. Eine Mata Hari war wohl mit Sicherheit keine von beiden, oder aber sogar noch besser, weil sie nicht zu Lebzeiten aufgeflogen sind!

Quintus


20.7.03 07:11:05
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Mata Hari war mit Sicherheit keine Spionin, wurde allerdings als solche von den Franzosen 1917 erschossen.
Die Dame war Tänzerin - immerhin jedoch hatte sie sich 1915 verpflichtet, zunächst für Deutschland (Codename "H 21", 20.000 Mark kassierte sie in Mittelloser Not), später für Frankreich (Eine Million Francs Honorar) zu spionieren, setzte allerdings diese Verpflichtung nie wirklich in die Tat um: Sie geht zunächst nach Paris - aber nicht um zu spionieren. Die Franzosen schickten sie nach Belgien, dort kommt sie aber nie an, sondern landet stattdessen in Spanien, wo sie auf niemals eintreffende Anweisungen wartet. Während dessen amüsierte sie sich im Nachtleben - mit Franzosen, Belgier, Italiener, Engländer, Russen, Deutsche etc., woraus die Franzosen ihr nach ihrer Rückkehr nach Paris einen Strick drehten. Mehr oder weniger wurde sie in ihrer naiven Art nachrichtendienstlich Mißbraucht.
Bei Interesse kann ich ja mal 'ne Kurzbiografie posten.

The Real Blaze


20.7.03 17:51:03
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Oha ich hatte immer dieses 007 Bild von Mata hari im Kopf die im Nachtleben Offiziere der Allierten aushorchte.Hat sie den überhaupt keine Spionagetätigkeit aufgenommen ?Irgendwie bin ich jetzt enttäuscht,daß es nicht so war.
Smiley mit verdrehten Augen
mfg The Real Blaze

Quintus


21.7.03 06:21:45
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Mata Hari wurde am 7. August 1876 in Leeuwarden, Holland, als Margaretha Geertruida Zelle geboren - stammte also nicht aus Indien oder gar Java, wie sie Gerüchte um sich gerne mochte.
Bereits Neunzehnjährig heiratete sie John MacLeod, Offizier der niederländischen Kolonialmacht. Entsprechend lebte sie zunächst in Niederländisch-Indien. Erst hier kommt sie mit der exotischen Musik zusammen, von welcher sie sich inspirieren ließ, ihre Tanzkünste zu entwickeln.
Nach der Trennung von ihrem langweiligen Ehemann und der Scheidung 1902, geht sie nach Paris.
Zu indischer Ragga trat Margaretha 1905 im Pariser Museum für Fernöstliche Kunst auf - mit falschem Diadem, Seidentüchern um die Hüfte und metallenen Platten auf den Brüsten...und ließ die Hüllen fallen! Das Publikum war begeistert. Von nun an nannte sie sich Mata Hari - "Auge des Tages". Sie wurde die neue Medusa, die Femme fatale mit erotischer Macht über die Männerwelt.
Bald tanzt sie in Wien und an der Mailänder Scala. Der deutsche Großgrundbesitzer Alfred Kiepert bekniet sie, an seiner Seite nach Berlin zu gehen.
Im August 1914 notiert sie: "Krieg, Theater geschlossen, aus Berlin abgereist!". Die Deutschen halten sie für eine Französin und beschlagnahmen zehn Koffer mit Juwelen und Pelzmäntel - hier beginnt der unheilvolle Weg der Diva!
Sie flieht nach Holland - fast mittellos. Da kommt der deutsche Konsul gerade recht mit seinem Angebot: 20.000 Mark für Spionage in Paris! Sie nimmt an - nicht weil sie etwas auskunschaften will, sondern sie sah das Geld als Entschädigung für die verlorenen Juwelen und Pelze.
In Paris hat sie einen reichen Geliebten, den russischen Offizier Vadime de Massloff. Mit ihm will sie einige Tage in dem Ort Vittel verbringen, der in einer militärischen Sperrzone liegt. Für die Einreiseerlaubnis muss sie das Militärbüro für Ausländer aufsuchen. Dabei läuft sie in den falschen Gang und rennt Kapitän Ladoux in die Arme, dem Chef des französischen Nachrichtendienstes. Sie kommen ins Gespräch. Wenn sie Frankreich wirklich so sehr liebt, warum will sie dann nicht bei den Deutschen spionieren? Mata Hari sagt ja - für eine Millionen Francs.
Sie soll ins von den Deutschen besetzte Belgien eingeschleust werden. Während der Schiffsreise dorthin macht sie in England Station. Der britische Geheimdienst wird misstrauisch und schickt sie nach Spanien (ab hier hatte ich schon oben berichtet)...
Niemals auch nur zur irgendeiner Zeit hat Mata Hari tatsächlich irgendeinen Spionageauftrag ausgeführt! Sie dachte, sie kann mit den Mächten spielen - und nebenbei das Honorar kassieren.
Zudem fanden die Franzosen nach der Rückkehr der Diva nach Paris in ihrer Reisetasche unsichtbare Tinte. "Das ist eine Lotion, die man sich zuführt, um einer Schwangerschaft vorzubeugen...", behauptete sie.
Man glaubte ihr nicht - und verurteilte sie am 25. Juli 1917 zum Tode. Sie sagte dazu nur: "Das kann nicht sein, das kann nicht sein". Sie fühlte sich (zu recht) missverstanden.
Das Urteil wurde am 15. Oktober 1917 vollstreckt, wobei sie sich weigerte, sich festbinden zu lassen oder gar eine Augenbinde angelegt zu bekommen - Sie starb Auge im Auge mit dem zwei Reihen zu je sechs Soldaten bestehenden Exekutionskommando.
Quellen:
Kupfermann, Fred, "Mata Hari. Träume und Lügen" Aufbau TB 1575, 1999,
Apropos Band 8: Mata Hari, Verlag Neue Kritik, 1997,
"G-Geschichte. Mensch. Ergebnisse. Epochen." August 8/2002.

waldi44


21.7.03 16:45:23
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Nunja, hat nicht, aber wollte wohl doch! Schliesslich wartete sie ja auf Anweisungen und schlussendlich wusste nur sie, was sie wirklich warSmiley mit verdrehten Augen !
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