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Globocnik

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AutorBeitrag

Buck


4.9.03 19:43:52
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Hallo!
Ich suche Infos über die Zeit,die Globocnik in Triest verbracht hat und bis zu Seinem angeblichen Selbstmord in Österreich 1945.Wer kann mir helfen?Etwas Literatur zu diesem Fall habe ich auch schon gelesen.
Gruß,Buck

Tobias


8.11.03 05:17:34
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Globocnik, Odilo, * 24. 4. 1904 Triest (Italien), † 31. 5. 1945 Paternion (Kärnten; Selbstmord), nationalsozialistischer Politiker und SS-Führer. Gaupropagandaleiter, 1933 stellvertretender Gauleiter von Kärnten. Im März 1938 als Mitglied der einflussreichen "Kärntner Gruppe" maßgeblich am Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich beteiligt. 1938-39 Gauleiter von Wien, 1939-42 SS- und Polizeiführer von Lublin; spielte eine führende Rolle bei der "Aktion Reinhard", der Vernichtung und Vermögensverwertung des polnischen Judentums. 1943-45 Höherer SS- und Polizeiführer für das adriatische Küstenland.

Literatur: S. J. Pucher, "... in der Bewegung führend tätig". O. Globocnik - Kämpfer für den "Anschluß", Vollstrecker des Holocaust, 1997.

Westwall


8.11.03 15:39:21
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Dipl.Ing. Odilo Globocnik wurde 1938 Gauleiter von Wien und wurde wegen Unterschlagung aus diesem Amt 1939 enthoben.
Seine zweite traurige Karriere startete er dann unter Himmlers Gnaden als SS Polizeiführer von Lublin ( Aktion Reinhard ), ab September 1943 Höherer SS- und Polizeiführer für das Adriatische Küstenland mit Sitz in Triest als SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.
Bei seiner Flucht zusammen mit dem Gauleiter von Kärnten Dr. Friedrich Reiner in den letzten Tage des Krieges bis zu seinem Tode sind die Angaben widersprüchlich und lückenhaft.
Sicher gilt als Todesdatum der 31.05.1945, ihr Versteck auf einer Alm im Weißenseegebiet wurde am genannten Tag von den Engländern ausgehoben, alle Anwesende wurden verhaftet und nach Paternion im Drautal gebracht.
Dort soll sich Globocnik im Hof des Schlosses mit einer Giftkapsel getötet haben, das scheint nach den Angaben der Bevölkerung deshalb zumindest zweifelhaft, weil man seinen Leichnam unter größter Geheimhaltung und bei weiträumiger Absperrung sofort auf einem entlegenen Feld verscharrte und unkenntlich machte.
Somit ist ungewiß, ob Globocink selbst Hand an sich gelegt hat oder aber die Briten bei seinem Tode nachgeholfen haben.
Deshalb wird auch in mancher Literatur kein Suizid angegeben, sondern eine Hinrichtung durch die Engländer.

Westwall


8.11.03 16:00:30
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Globocnik war eines der größten verbrecherischen Charakterschweinen die die SS jemals hatte.
Nach tausendfacher Ermordung von Juden hat er sich mit seinen Schergen selbst immer großzügig an den beschlagnahmten Geld und Wertobjekten bedient.
Seine „Straf“-Versetzung nach Triest durch seinen Gönner H. Himmler war mehr oder weniger eine erneute Rettung seines Kopfes, da diese Gelder dem Reich zufallen sollten.
Nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn, den Tod hatte ein solches Individuum auf alle Fälle verdient.
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