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Leni Riefenstahl

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AutorBeitrag

The Real Blaze


10.9.03 18:45:06
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Professor Dr G.Konopps Beitrag zu Leni Riefenstahl Tod war wieder bezeichnend für seine "staatliche" Geschichtssicht.
Ich hab da gleichmal einen Leser Brief an Bild abgeschickt,auch wenn ich wiedermal glaube aussortiert zu werden.Hier die Kopie:
Zu Leni Riefenstahl
Lieber Professor Dr .G.Knopp
Ist es nicht verwunderlich,das Frau Riefenstahl sie frostig empfing?Diese Frau hat mit ihren Filmen künstlerisch weltweit überzeugt.Den Vorwurf,daß sie den Führerkult erzeugte, finde ich falsch,den das hat man auch schon Dr.Geobbels nachgesagt.Und dort mit Recht!Sie hat propagandistisch wohl einen Verherrlichungseffekt ausgelöst,aber erstens nicht allein und zweitens gab es diesen Kult schon vor ihren Filmen!
Als Professor Dr sollten sie doch wissen,daß man nicht ihr Wirken im Dritten Reich mit nachweißlichen Wissen bewerten kann.Das ist oberlehrerhaft!


:P mfg The Real Blaze

Niwre


10.9.03 19:42:51
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Gepostet von The Real Blaze
Den Vorwurf,daß sie den Führerkult erzeugte, finde ich falsch,den das hat man auch schon Dr.Geobbels nachgesagt.Und dort mit Recht!

Ich hoffe Dein Brief hatte weniger Rechtschreibfehler, sonst haette ich ihn auch aussortiert. Und was soll uns der obige Satz sagen!? Kann nur einer den Fuehrerkult erzeugen oder ist Leni weniger schlimm als Goebbels? Man weiss es nicht.

Balsi


10.9.03 20:05:27
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hmm..ist schon eine interessante Frage.. Riefenstahl gilt im Ausland als Kult.. und ist anerkannt wie kam jemand anderes in Welt. Bei uns ist sie verschrieen als Hitlerfreundin und Glorifizierende Regisseurin...
Ich bin mir nun nicht sicher ob das reicht sie so dazustellenden. Müsste denn dann nicht auch Rühmann als Nazifreund gelten? Oder Zsa Zsa Garbor, usw.? Was hat Riefenstahl gemacht? Sicherlch macht sie keinen Hehl draus in Hitlers-Bann gestanden zu ahben.. ja aber wer war das damals nicht? Selbst der Vater von Knoop dürfte sympathisiert haben.. also kann das ja wohl nicht als Kriterium gelten. Man macht ihr zum Vorwurf, das das was sie konnte für den falschen Mann eingesetzt hat...

The Real Blaze


10.9.03 20:18:47
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Das bei Knopp noch ein O reingerutscht ist ... sorry.Ich bin untröstlich:D Und das war kein Briefbestandteil.
Wieso soll Leni schlimm gewesen sein?Mit meinen Brief will ich eben damit ausdrücken,daß so eine Nachkriegsbewertung wie Knopp das macht, einfach falsch ist.Ich erklär es dir was ich meine.
G.Knopp hat sehnlichst auf ein Wort der Reue von Leni Riefenstahl gewartet und keins bekommen.Zu Recht!Man keinen Menschen verurteilen nur weil er damals für den Staat gearbeitet hat.In keiner Zeitung stand damals was von Wannseekonferenz und anderen Verbrechen.Dazu entstanden ihre Hauptwerke auch vor dem Krieg und auch noch in einer Zeit,wo es in Deutschland aufwärts ging.Wer glaubte den,als überall die Euphoriewelle losbrach,das ausgerechnet jene Regierung die Deutschland aus der Krise holte auch ihre dunkle Seite hatte??
Leni Riefenstahl war auch nicht "verblendet" sondern ritt auf dieser Welle,von der sie meinte sie ist zum Wohle der Deutschen,mit und verwirklichte hier ihr künstlerisches Talent.Jetzt nach dem Krieg sie so zu kritisieren,als hätte sie quasi durch ihre Filme die NS vergöttert ist idiotisch.Man (besonders G.Knopp)vergißt zu leicht,daß diese Kritik nur ein Produkt der Deutschen Niederlage ist.
mfg The Real Blaze

Gast


10.9.03 23:16:03
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Gepostet von The Real Blaze
Das bei Knopp noch ein O reingerutscht ist ... sorry.Ich bin untröstlich:D Und das war kein Briefbestandteil.

Hihi. Mir fallen noch mindestens fuenf andere Fehler auf. Ist aber nicht so wichtig. Mir scheint es manchmal so, als ob Frau Riefenstahl auch nach dem Krieg etwas "blauaeugig" war. Schliesslich behauptete sie (u.a.), alle Zigeuner aus "Tiefland" nach dem Krief wiedergesehen zu haben, obwohl viele von ihnen in Birkenau umgekommen sind. Sie war ganz "erschuettert", als sie dies erfuhr.
Aber sie hat ja alle getroffen... klingt irgendwie nach Rechtfertigung oder Nichtwissen(-wollen).

The Real Blaze


11.9.03 00:11:13
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Leni Riefenstahl hat es sicher nicht gewußt,weil sie auch nicht der Mensch war,etwas zu hinterfragen wovon es in ihrem Kreis keine Anhaltspunkte gab.Ja plötzlich war der weg,dann der andere...Was dem einen aufgefallen wäre,dafür hatte sie keinen Blick.Diesen hatte sie nur für ihre Arbeit.Ein Scheuklappenblick,fixiert auf ihre Aufgabe.Hätte sie etwas gewußt,es wären nicht solche bildgewaltigen Filme entstanden und wenn, dann mit einer anderen Qualität.
So wie Leni Riefenstahl haben noch andere deutsche Künstler und Schauspieler im Dritten Reich gewirkt.Man arangierte sich,um weiter arbeiten zu können.Kritiker ala' G.Knopp sagen dann wieder sie arbeiteten wegen ihrer Karriere mit "NS Verbrechern" zu sammen.
Das habe ich deshalb betont,weil niemand in der NS Zeit,von NS Verbrechern redete,im höchsten Fall von Versagern.Aber gleich mit dem Zusatz: "Wenn das der Führer wüßte..."(allgemein betrachtet)
Was wir heute als richtig und falsch empfinden für das Dritte Reich ist eben nicht aus dem gesunden Menschenverstand entstanden,sondern war die Folge der Niederlage.
Leni Riefenstahl hätte man ein Denkmal gesetzt,oder besser irgendeine Filmakademie nach ihr benannt--->bei keiner Niederlage!
mfg The Real Blaze

Axel43


11.9.03 03:27:51
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Zur Riefenstahl sind die Deutschen mal wieder hyperfeinfühlig, man vgl mal nur die Nachrufe in den ausländischen Zeitungen. Gewiß war sie Mitläufer, wie viele andere Künstler eben auch. Sie produzierte, wie andere, was dem Geschmack der Zeit entsprach. Das taten und tun die meisten Künstler. Sie konzentrieren sich auf ihre Kunst und versuchen den Rest der Wirklichkeit zu ignorieren. Wäre sie Heldin gewesen, wäre es schöner gewesen. Aber das war sie nun mal nicht, und 55 Jahre später sollte man schon darüberhinweg gekommen sein - vgl wie die Franzosen u Schweden ihre nazi-mitarbeitenden Künstler behandelt haben. Tatsächlich kann man sehen, daß auch die Deutschen mit der Zeit die Vergangenheit akzeptiert haben (ich habe sogar noch die Reichswasserleiche in München getroffen, mit viel Respekt behandelt) aber bei der Riefenstahl hat man eine Ausnahme gemacht.

bakerman


11.9.03 09:57:03
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Sicherlich ist auch interessant, welche Rolle ihre Heirat im Kriege mit dem Ritterkreuzträger Karl-Peter Jacob spielte, der zudem auch 7 Jahre jünger war. Weiss jemand, ob sie bis zu dessen Tod 1992 mit ihm verheiratet war? Leider wird über ihn in Zusammenhang mit Riefenstahl fast gar nicht berichtet.

Niwre


11.9.03 10:57:06
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Gepostet von bakerman
Weiss jemand, ob sie bis zu dessen Tod 1992 mit ihm verheiratet war? Leider wird über ihn in Zusammenhang mit Riefenstahl fast gar nicht berichtet.

1944: Heirat mit dem Major Peter Jacob. Drei Jahre später wird sie von ihm wieder geschieden.
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RiefenstahlLeni/

Niwre


13.7.05 13:59:46
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Von ihrer Karriere besessen


Kein Wort der Reue, kein Schuldeingeständnis. Was könne sie dafür, in dieser Zeit gelebt zu haben? Leni Riefenstahl, geboren 1902, schwieg bis zu ihrem Tod 2003. Ihre Legenden und Lebenslügen drohten die Wahrheit zu verdrängen. Jürgen Trimborn demaskiert in seiner Biographie "Hitlers Auge?" (Aufbau-Verlag) den Mythos Riefenstahl. Sein Vortrag im Braunschweiger LOT-Theater mit vielen Filmbeispielen war dicht und überzeugend.

Hoth


14.7.05 14:38:29
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Ist ja klar, daß ausgerechnet diese Frau immer wieder herhalten muß, auch nach ihrem Tod. Im Ausland hochverehrt, Wegbereiter moderner Filmkunst in vielen Bereichen und nach dem Krieg eben nicht bereit zu Kreuze zu kriechen und sich von den politisch korrekten Gesinnungsschnüfflern verbiegen zu lassen.

Kein Wort zu denvielen tausenden ehemaligen Beamten, Richtern, Polizisten usw. usf, die während der Nazizeit tatsächlich mehr oder weniger wichtige Rädchen im Räderwerk der Diktatur waren und nach dem Krieg in perfekter Wendehalsmanier nicht nur ganz plötzlich mit der Nazizeit überhaupt nichts mehr zu tun hatten, sondern auch noch sehr schnell zu Amt und Würden kamen.

Da schießt man sich natürlich viel lieber auf Menschen ein, die unbeugsam sind und zu ihrem bisherigen Leben stehen.

Niwre


14.7.05 14:48:39
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Naja, sie ist aber auch selbst schuld. Ihre "scheinheiligen" Aussagen kennen wir ja zu Genuege. Die Beamten etc. standen dafuer auch nicht im Rampenlicht...

Hoth


14.7.05 15:12:42
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Das ändert aber an der Sache nichts, Niwre. Wenn sich zig Leute immer wieder auf Dich stürzen, um Dir angebliche Hitlerverehrung, Nazigesinnung oder zunmindest Nähe dazu zu "beweisen" und wer weiß was sonst noch alles, und im gleichen Atemzug von Dir Reue und Buße einfordern, dann werden aus den Antworten die verschiedensten Versionen gebastelt.

Ich habe jedenfalls 2 Interviews zu unterschiedlichen Zeiten gesehen, die auch von der Fragestellung zwar durchaus direkt, aber sachlich und nicht marktschreierisch oder vorverurteilend waren und die Antworten waren es ebenso.

Die Hetzkampagnen der üblichen Verdächtigen der schreibenden Zunft sind da wohl eher nicht ernstzunehmen, auch das neueste Machwerk nicht. Für mich jedenfalls.

Niwre


14.7.05 15:14:36
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Irgendwie muss man doch seine Buecher unters Volk bringen.

Hoth


14.7.05 15:16:33
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Naja, da hast Du wohl Recht! Schlimm genug, daß so was dann immer noch eine Bühne findet.

The Real Blaze


17.7.05 21:28:11
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Es ist doch unbestritten, daß die Riefenstahlfilme "Triumph des Willens" und der preisgekrönte Olympiafilm in jener Phase des Dritten Reiches entstanden, wo es in aller Welt Symphatien erwarb durch seinen Neuanfang.Leute die heute L.Riefenstahl als bloße NS Verherrlicherin darstellen, sind nur schmierige Trittbrettfahrer unserer Schuldkultzeit.Historiker die zu unterscheiden wissen und alles detailiert darlegen, sind deswegen in der sogenannten "rechten" Ecke.

The Real Blaze
http://www.nexusboard.net/index.php?siteid=6365

[ Editiert von The Real Blaze am 17.07.05 21:28 ]

uwys


9.9.05 10:28:43
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Irgendwie doch komisch: Leni Riefenstahl bekommt für den Film Triumph des Willens und den Film zu den Olympischen Spielen viele ausländische Preise, z.b. aus Frankreich und auch England!
Super Filme und so, überall im Ausland wird sie gerne gesehen und für eben diese Filme verehrt.

Plötzlich nach dem Krieg ist alles anders, die Leute die sie einige Jahre zuvor noch gelobt haben und die froh und glücklich waren wenn sie eine ihrer Veranstaltungen besucht hat, bewerfen sie nun mit Dreck!
Respekt vor dieser Frau!!!!!

Leni Riefenstahl war in den 60er oder 70er Jahren mit einm Massai Krieger verheiratet!

cu
uwys

[ Editiert von uwys am 09.09.05 10:30 ]

Hauptmann Fuchs


9.9.05 15:13:38
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Gepostet von uwys
... Plötzlich nach dem Krieg ist alles anders, die Leute die sie einige Jahre zuvor noch gelobt haben und die froh und glücklich waren wenn sie eine ihrer Veranstaltungen besucht hat, bewerfen sie nun mit Dreck! ...

Nicht ganz!
Nur die Deutschen.

The Real Blaze


1.10.05 15:54:13
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Nur die Deutschen

aber nicht alle Deutsche...

hier die m.E. genialste Riefenstahl Seite im Netz:



http://www.riefenstahl.org/actress/

Hauptmann Fuchs


1.10.05 17:18:59
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Ich habe vor dieser Frau allergrößte Hochachtung. Und ich habe einige ihrer Filme gesehen. Als ich letzten Sonntag den Berlin-Marathon lief, kamen mir gleich die entsprechenden Szenen in den Sinn aus ihrem großartigen Olympia-Film.
Ihre Aufrichtigkeit bei ihren letzten Interviews hat mir sehr imponiert.

waldi44


1.10.05 20:30:52
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Ehrlich war die Frau und Profie in ihrem Geschäft. Ich weiss garnicht, was man ihr vorwerfen könnte? Dass sie Hitler und seine Bewegung "verherrlichte"? Wieso verherrlichte? Sie stellte ihre Zeit mit künstlerischen Mitteln so dar, wie sie ihre Auftraggeber dargestellt haben wollten oder sie sie vielleicht selbst so sah!
Das taten nach ihr weltweit auch andere und die bekamen Preise für ihre Arbeit!
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