Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Was haben bloß alle gegen Ferdinand?

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AutorBeitrag

Poorboy


16.4.04 22:45:57
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Der Feldmarschall Schörner erfreut sich ja nicht so großer Beliebtheit. Da fragt man sich doch warum eigentlich? Soldaten, die den Irrsinn nicht mehr mitmachen wollten, wurden überall erschossen oder gehenkt. Da ist Schörners Gnadenlosigkeit nichts besonderes. Er scheint aber den Befehl „bis zum letzten Mann“ ernst genommen zu haben. Sonst wurde er ja immer in „bis zum letzten Regimentsstab“ umgedeutet. Alles darüber durfte ungestraft „feige vor dem Feind“ sein und sich absetzen. Gibt es sichere Zahlen, wie viele höhere Offizieren, sagen wir mal ab Oberst, der „blutige Ferdinand“, dem heiß ersehnten Heldentod für Führer und Vaterland zugeführt hat?

Ich habe den Eindruck, der ist nur verfehmt, weil er auch die eigene Kaste rangenommen hat. Lassen wir mal beiseite, dass er am Ende auch in Zivil Fersengeld gegeben hat.

Poorboy

Axel43


17.4.04 04:12:34
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Poorboy, es wäre gar interessant mit Ihnen zu diskutieren, wenn Ihre Ansichten und Absichten nicht so penetrant und überdeutlich sichtbar wären. Ihre Fragen sind in Wirklichkeit Behauptungen, und hinter allem scheint ein recht primitives soziales Gedankenschema zu liegen.
Schade !

Poorboy


17.4.04 14:57:43
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Mein Vortrag mag gar provokant sein. Entspricht aber bedauerlicherweise den Tatsachen.

Meine Frage war doch ganz eindeutig: Wie viele höhere Offiziere hat Schörner an die Wand stellen lassen?

Und ich gebe zu, mein Mitleid mit diesen Offizieren, die es für ihre "soldatische Pflicht" hielten, heil gröhlend fast ganz Europa in Schutt und Asche zu legen, hält sich in sehr engen Grenzen!

Tatsache bleibt auch: Es wurden etwa 30.000 Todesurteile gegen Deserteure ausgesprochen und etwa die Hälfte davon vollstreckt. Nach diesen Opfern kräht kein Hahn.
Im ersten Weltkrieg traf dieses Schicksal nur 58 deutsche Soldaten!!

Schörner hat meines Wissens auch keine Zivilisten killen lassen wie so viele andere dieser "ritterlichen" Soldaten.

Dennoch wurde er zur Unperson. Ich kann bislang wirklich keinen anderen Grund dafür finden, als dass er auch gegen seine "Standeskollegen" mit Kriegsgerichten wüten ließ.

Weiß jemand einen anderen Grund?

Poorboy

PS: @ axel 43: Ich bitte doch höflichst darum, nicht persönlich zu werden und weder mich, noch meine Gedanken "primitiv" zu nennen. Ich verkneife mir sogar dann jeden Kommentar, wenn Sie hier an anderer Stelle lateinische Grammatikregeln auf deutsche Abkürzungen (Stuka) anwenden.

[ Editiert von Poorboy am: 17.04.2004 15:01 ]

Tobias


17.4.04 20:20:50
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Schönerer wurde ja von den mannschaften verehrt. Und von höheren offizieren gehaßt, da er ihre falsche einstellungen verurteilte. Nach dem krieg wollten die russen ihn ja für ihre propaganda gewinnen, da er dies strikt abgelehnt hatte, liegt es wohl nahe, daß die russen lügen über ihn verbreitet haben!
In russischer gefangenschaft, hat er laut günther frasche "mit schwertern und brillianten" folgendes vor seiner barracke zu offizieren, die dem komitee freiem deutschland angehörten, gesagt(sinngemäß): Wenn sie damals bei der front auch soviel engagement gezeigt hätten, wären wir gar nicht hier!

Bei der verhandlung vor deutschem gericht in der nachkriegszeit wurde er nur wegen zweier fälle angeklagt, selbst dort konnte ihn eine schuld nicht nachgewiesen werden. Aber eine freisprechung konnte man sich anscheinend damals nicht leisten und so wurde er trotz erwiesener unschuld zu einer gefängnisstrafe verurteilt! Sein problem war eben, daß er ein aufrichtiger nationalsozialist war. So einen kann man auf dem freiesten staat auf deutschem boden laufen lassen.

Poorboy


18.4.04 01:04:20
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Schörner bekam 1957 wegen eines Totschlags und zweier versuchter Totschläge viereinhalb Jahre Gefängnis. Zwei davon musste er absitzen.

Alle "Kriegshistoriker" behaupten, er sei unschuldig gewesen. Keiner gibt Informationen zu den Fällen.

Ich würde mir gern selber ein Urteil bilden und möchte die Fälle kennen lernen, wegen derer er verurteilt wurde.

Die deutsche Justiz hat Naziverbrechen in dieser Zeit nur äußerst widerwillig verfolgt. Denn es war ja noch immer die Nazi-Justiz!

Wenn Schörner also (und jetzt werde ich wieder provokant) sogar von Freislers "Gerichtsdienern" verurteilt worden ist, könnte da tatsächlich ein Vergehen vorliegen!

Aber welches???

Poorboy

Poorboy


25.4.04 00:22:50
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Nach sechs Tagen kann mir also keiner von euch "Geschichtskennern" sagen, für welche Taten der "Ritterkreuzkrieger" Schörner verknackt worden ist??

Aber vermutlich wisst ihr alle, dass das "ungerecht" war!!!

Poorboy

[ Editiert von Poorboy am: 29.04.2004 14:21 ]

The Real Blaze


25.4.04 12:24:05
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Aber vermutlich wisst ihr alle, das das "ungerecht" war!!!
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Willst du hier mit Vermutungen, ein Thema auswalzen, was vielleicht keinen interessiert? Nur weil niemand sich dafür interessiert alle in deiner "braunen Suppe" zu werfen ist wohl hier eine ziemlich dumme Anmache!

The Real Blaze

Westwall


25.4.04 12:50:07
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Nur ein Beispiel von einer zweifelhaften „Schörner-Exekution“ von einem deutschen Leutnant dessen Familie später im München als Kläger aufgetreten ist.

Im Mai 1944 während des allgemeinen Rückzuges der Heeresgruppe Südukraine aus Bessarabien hatte sich ein Fahrzeug der 3.Gebirgsdivision mit einem Fahrzeug der 4.rumänischen Division auf einer Straßenkreuzung ineinander verkeilt, darauf hin gab es einen lauten Wortwechsel zwischen Rumänischen und Deutschen Soldaten der in eine Schlägerei ausartete.
Ein herbei gerufener Leutnant mit einer hand voll bewaffneter Soldaten bemerkte wie ein weiter rückwärts stehender rumänischer Soldat eine Handgranate aus der Tasche zog und den Arm zum Wurf heben wollte.
Darauf gab der Leutnant der eigentlich den Streit schlichten wollte Feuerbefehl auf die Rumänen, nach den ersten Schüssen lagen zwei Rumänen Tod auf dem Boden und die anderen waren geflohen.
Dieser Vorfall hatte in der damals angespannten Bündnisfrage zu Rumänien großen Staub aufgewirbelt, so dass es zwischen dem rumänische Armeeführer und dem deutschen Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Generaloberst Schörner zur Aussprache kam.
Die Waffenbruderschaft unter den rumänischen Soldaten und Deutschland war 1944 mehr als angespannt, ein solcher Fall konnte damals leicht eskalieren und eine Katastrophe für das Bündnis mit Rumänien bedeuten.
Der deutsche Leutnant wurde darauf auf Befehl von Schörner vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen, obwohl alle andere Dienststellen ( Division und Korps ) das entschieden ablehnten.

Poorboy


3.5.04 23:59:36
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Danke,


habe jetzt fast alles über seine Flucht gefunden! Das erklärt so einiges!

Poorboy

Indy


4.5.04 23:33:26
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bitte um veröffentlichungSmiley mit dafür-SchildSmiley mit Danke-Schild

Poorboy


5.5.04 00:09:07
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Nachdem Schörner in aussichtsloser Lage seine Männer brutal nach vorne getrieben hat, und dabei auch eine ganze Reihe von Todesurteilen fällte, hat er sich am Ende im Alleingang abgesetzt.

Juristisch hat er das glatt gemacht, in dem er den Befehl "Rette sich wer kann" gab. Während sich die Soldaten seiner Heeresgruppe nun aber hunderte von Kilometern von den Russen absetzen und sich durch partisanenverseuchtes Gebiet zu Fuß kämpfen mussten (die wenigsten kamen durch), hatte er für sich den letzten Fieseler Storch reserviert. Den bestieg er dann im bayerischen Trachtenanzug und mit einer Aktentasche voller Geld, um Richtung Österreich zu entschwinden.

Quelle: Jürgen Thorwald "Das Ende an der Elbe".

Das sticht sogar aus dem, was man an Schäbigkeit bei höheren Offizieren gewohnt ist, deutlich heraus.

Poorboy

[ Editiert von Poorboy am: 05.05.2004 0:10 ]
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