Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Verschollenen Suche

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

rolfracing


4.1.05 17:50:00
Direktverweis
Hallo Listis,
ich möchte allen ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr wünschen.
Ich versuche das Schicksal meines Großvaters, welcher im ZwWkrg als verschollen gilt, zu klären. Suchanfragen bei der WASt, dem DRK, Volksbund u.a. waren erfolglos.
Einträge u.a. bei Herr Kunefke sowie Volksbund getätigt.
Zu den Daten:
Erich Otto Onasch, *29.11.1909 in Chotzlow/Mackensen/Pom.
leider warte ich schon seit ca. einem halben Jahr auf Nachricht von der WASt über den militärischen Werdegang.
er ist letzmalig mit einer Meldung vom 08.11.1944 als
Angehöriger der Einheit Armee Pionier Schule Panzer Armee Oberkommando 4, erfasst.
Er war Träger der Erkennungsmarke Nr:
- 8095 - Stammkp.Pz.Gren.E.Btl. 108.
Nun weiß ich durch den Besuch der Website des Herr Kunefke
http://www.kunefke.de/Verm-Soldaten45/verm-soldaten45.html
das die 4. Panzerarmee am 12.01.1945 im Raum Kielce stationiert war.
Wie ich weiter entnehmen konnte, flohen die Reste der 4. Panzerarmee, nach deren Zerschlagung, in Richtung CSR
um dann dort in amerikanische Kriegsgefangenschaft zu geraten.
Meine Frage:
Hat jemand Aufzeichnungen wo die Stammkompanie Panzer Grenadier Ersatz Batallion 108 stationiert war?
Kennt möglicherweise jemand sogar Überlebende? Wie verlief die Fluchtroute?
Meine Großmutter hat immer erzählt, das sie letztmalig 01/1945 von ihm gehört hatte.
Kann es sein, das er im Raum Kielce gefallen ist und jemand hat darüber Informationen?
Bin für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar.
MfG
Rolf

Niwre


4.1.05 18:18:31
Direktverweis
Gepostet von rolfracing
Hat jemand Aufzeichnungen wo die Stammkompanie Panzer Grenadier Ersatz Batallion 108 stationiert war?


Evtl. hilft das?

Für die Ersatzgestellung war das Schützen-Ersatz-Bataillon 108 in Dresden, Wehrkreis IV, zuständig. Dieses entstand durch Umbenennung und Verlegung des Schützen-Ersatz-Bataillons 86 aus Mühlhausen. Am 21. Juli 1942 erfolgte die Umbenennung in Panzergrenadier-Ersatz-Bataillon 108, der Befehl dazu war bereits am 2. Juli 1942 erteilt wurden. Am 30. September 1942 wurde es aufgeteilt in Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 108 und Panzer-Grenadier-Ausbildungs-Bataillon 108. Das Ersatz-Bataillon wurde nach Freiberg verlegt, das Ausbildungs-Bataillon verblieb in Dresden.


Quelle


1944 wurde das Ersatz-Bataillon zuerst nach Komotau, später nach Dresden verlegt. Das Ausbildungs-Bataillon wurde 1944 nach Leisnig, ebenfalls Wehrkreis IV, verlegt. Das Ausbildungs-Bataillon wurde im April 1945 im Panzer-Ausbildungs-Verband Böhmen mit der Feldpostnummer 66261 mobil gemacht.


Quelle

PzGrenRgt 103

Wobei die Stammkompanie wohl nicht mehr die letzte Einheit war. Die Erkennungsmarkennummer blieb ja gleich.

rolfracing


4.1.05 19:58:06
Direktverweis
Danke für die Antworten. Leider kannte ich diese schon. Lexikon der Wehrmacht sowie die Lageberichte des OKW hatte ich schon ausführlich studiert. Trotzdem Danke.
Gibt es irgendwo Aufzeichnungen welche Truppenteile Jan. 1945 um Kielce stationiert waren (Operation Baranow)?
War die Einheit meines Großvaters dort im Kampfeinsatz?
Wie kann ich herausfinden, wo die Einheit zwischen 1944 und 1945 eingesetzt war bzw. an Kampfhandlungen teilgenommen hatte?
Ich möchte alles über die Einheit, die Standorte, den Kameraden, welche mit meinem Großvater gedient und gefallen bzw. überlebt hatten, erfahren. Einfach alles.
Bei Volksbund.de unter Mitmachaktion, virtuelle Spurensuche, Projektergebnisse, Familienname Onasch werden alle von mir gesammelten Daten veröffentlicht. Leider sind es bisher nicht viele. Ich hoffe über dieses Forum mehr zu erfahren, da ich gemerkt habe, hier sitzten fachkundige Leute.
Rolf

rolfracing


5.1.05 21:18:01
Direktverweis
Hallo,
habe heute ne Mail bekommen:

>?? Bist Du denn noch an dem Pz.AOK 4 interessiert?

Die Panzergruppen-Kommandos waren eigentlich zur Führung schneller
Verbände gedacht, durch die Zuteilung von Infanterieverbänden verloren
sie jedoch ihren bisherigen Charakter und unterschieden sich nicht mehr
von den übrigen AOKs. Das Pz.AOK 4 bestand am 5.11.1944 aus den LVI.,
XXXXII. u. XXXXVIII. Korps und dies auch unverändert am 26.11.1944. Die
in den Korps enthaltenen Divisionen geben keine Anhaltspunkt auf eine
Verbindung zum PzGren.Erstz.Btl 108. Dies unterstand allerdings ab
15.5.1942 dem Kdr. d. Schnellen Truppe IV bzw. ab 26.3.1943 dem Kdr. d.
Panzertruppe IV. Allerdings, und dies wird vermutl. die Verbindung zu
einer Schule gewesen sein, gehörte zum Pz.AOK 4 ab Mai 1944 die sog.
SturmRgt.Pz.AOK 4 bestehend u.a. aus dem LehrBtl. der Armee Waffenschule
mit Gliederung I. 1.-4., II. (5.-8.), 9., 10., 11.(Pi) und 12.(Wach)
Kompanie. Letzter bekannter Kommandeur der Waffenschule des
PanzerArmeeOberkommandos 4 war ein Oberst Rudolf Ulrich.

Pionierschulen gab es nach meiner Meinung nur:
Pi-Schule I am 26.8.1939 in Berlin-Karlshorst gegründet und 1.10.1942 in FestungsPi-Schule Rehagen-Klausdorf umbenannt;
Pi-Schule II am 26.8.1939 in Roßlau bei Dessau gegründet und am 1.10.1942 in Pi-Schule 1 umbenannt;
Pi-Schule III 1942 in Rosenheim begründet und am 1.10.1942 in Pi-Schule 2 umbenannt sowie die 1943 in Regensburg gegründete Pi-Schule 3. Des weiteren gab es noch eine Heeresunteroffiziersschule der Pioniere
und eben die FestungsPi-Schulen.

Das Pz.AOK 4 hatte folgenden Gefechtskalender:
8.44-11.1.45 Stellungskämpfe an Weichsel und Brückenkopf Baranow
12.1.45-2.45 Russ. Durchbruch bei Baranow und Rückzug auf
Niederschlesien
2.45 Oder Brückenkopf bei Steinau
3.45-16.4.45 Lausitzer Neiße zw. Görlitz und Guben sowie Verteidigung
der Festung Glogau
17.4.45-8.5.45 Rückzug ins Erzgebirge beiderseits der Elbe.

Hat jemand über die Pi Schule II nähere Informationen? Möglicherweise wurde dort mein Großvater ausgebildet, da er zu diesem Zeitpunkt in Zschornewitz, Krs Bitterfeld lebte.
Danke für die Antworten.
Rolf

rolfracing


17.3.05 18:01:31
Direktverweis
Hallo,
mir liegen zu meiner Suche jetzt neue Erkenntnisse der WASt vor (heute eingetroffen):
Diensteintrittsdatum: nicht verzeichnet

1.) Erkennungsmarke: -451- lei.Heimatflakbatterie 8/IV

Truppenteil lt. Meldung vom 01.10.1943:
leichte Heimatflak-Batterie 8/IV, Standort Zschornewitz

Entlassungs- sowie Wiederberufungsdatum: nicht angegeben

2.) Erkennungsmarke: -8095- St.Kp.Pz.Gren.Ers.Btl. 108

Truppenteile lt Meldung vom Dez. 1943 und vom 04.01.1944:
Stammkompanie Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 108 Standort: Dresden

ab 04.01.1944: 3. Kompanie Panzer-Grenadier-Lehrbataillon Leipzig

ab 05.02.1944: 2. Panzer-Grenadier-Lehrkompanie (motorisiert) Panzer-Truppen-Schule II Standort: Potsdam-Krampnitz

lt. Meldung vom 08.11.1944: Armee-Pionier-Schule-Panzer-Armee-Ober-Kommando 4 = Feldpostnummer 35040.

Verlustunterlagen liegen von der Armee-Pionier-Panzer-Schule/Panzer-Armee-Ober-Kommando 4 nicht vor, die Einheit meldet zeitlich aus Scholzhofen 10 km südöstlich Trachenberg.

Ne Menge Arbeit mit dem abtippen.
Meine Frage: Kann mir jemand das übersetzen?
Ich möchte dies in einer verständlichen Form bei meiner Suche unter dem VdK einbringen.
Was sagt mir die Feldpostnummer?
Ich hoffe wieder auf eure Fach spezifische Meinung.
Ich seh langsam nicht mehr durch.
Danke für jeden Hinweis.
MfG
Rolf
zurück zur Themenübersicht