Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Ritterkreuzträger Franz Staudegger

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AutorBeitrag

Martin 222


9.1.05 07:50:47
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Hallo

hat jemand Infos zu Franz Staudegger?
Als Uscha stellte er sich allein mit einem einzigen Tiger einem Rudel von 60 T 34 entgegen und schoß aus diesem 22 heraus.Dafür wurde ihm am 10 Juli 1943 das Ritterkreuz verliehen.Später wurde er zum Standartenjunker ernannt.
Laut einer Aufstellungsliste der 1.Kompanie SS.Panzerabteilung 501 vom 16.12.1944 führte den Königstiger 123 besagter Standartenjunker Staudegger
Nun meine Frage,warum wurde er in diesem Zeitraum nicht weiter befördert,gab es dafür einen Grund?

Viele Grüße Martin

Tobias


9.1.05 15:12:25
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Geboren am 12. Feber 1923 in Bleiburg/Kärnten
Gestorben am 16. März 1991 in Frankfurt am Main

Krätschmer wies seinen höhsten Rang als Oberscharfüher aus, zu dem er wohl in Folge seines Rk am 10 Juli 1943 befördert worden ist.
Im Netz gibt es eine Seite über die schweren Kompanien der LSSAH und über die SS-Panzerjagdabteilung, dort wird geschrieben dass er nicht sonderlich beliebt war bei seinen Kameraden. Möglicherweise war er deswegen nicht zum Führer geeignet.

Ich bin gerade noch am Lesen über die Junkerschulen der Waffen-ss (geschrieben vom letzen Kommandeur der Tölzer Schule) und deswegen bin ich noch nicht ganz sattelfest aber im ungefähren war es so: Vor der Zwischenprüfung waren die Junker Führer-Bewerber, nach der Zwischenprüfung erfolgte die Beförderung zum Standartenjunker (nicht vollgenügende Führer-Bewerber blieben and der Schule, wurden aber nicht befördert, bis zur Ausmerzung ihrer Schwächen) und nach Ablegung der Schlußprüfung war man Standartenoberjunker, der nach kurzer Bewährung bei der Truppe die Beförderung zum Unterstrumführer folgte.

Falls es also stimmen sollte, daß Staudegger Standartenjunker war, muß es irgendwas mit der Junkerschule zu tun haben. Den normalerweise (so weit es ich halt weiß) gab es diese Bezeichnung nur an der Kriegschule (wie eben beim Heer, der Fähnich/Oberfähnrich). Also nach meiner Meinung war Staudeggers höchster Rang der Oberscharführer. Möglich wäre es halt noch, daß seine Beförderung zum Ustuf. als Tapferkeitsoffizier nicht erfolgte aufgrund der von mir zu Beginn angegebenen Problemen mit den Kompaniekameraden und dadurch auch mit seinen Vorgesetzten.

Vielleicht wurde Staudegger aber in einen der letzten Lehrgänger der Junkerschule eingezogen, so daß sich nur mehr eine Beförderung zum Standartenjunker vor Kriegsende ausging.

Gaius Julius Maximus


9.1.05 15:30:27
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Laut Internetseite: www.das-ritterkreuz.de war Staudegger bei Kriegsende SS-Oberscharführer.

Laut Landserband Nr. 1886 absolvierte Staudegger einen Führeranwärterlehrgang und wurde im Frühjahr 1944 zum SS-Standartenjunker befördert. Danach kehrte er wieder zu seiner Einheit zurück. Bis Kriegsende erfolgte keine weitere Beförderung.

Westwall


9.1.05 15:45:26
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SS-Standartenjunker ist vergleichsweise in der Hierarchie der SS-Dienstgrade der selbe wie der SS-Oberscharführer, das würde bei einer nicht Offiziersbeförderung die Schreibweise in der Literatur erklären.
Bei einem „normalen“ SS-Standartenjunker könnte vielleicht die Zeit ( Dez. 1944 ) zur Beförderung zu knapp gewesen sein, schließlich kam ja noch ein SS-Standartenoberjunker vor dem SS-Offizier.
Nur bei einem RKT als Führeranwärter ging das in der Regel etwas schneller, deshalb glaube ich da auch an einen Dürftischen Grund in dieser Angelegenheit.

Martin 222


9.1.05 16:51:49
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Hallo

..ja,das Unbeliebte kam von seiner vornehmen,leicht überzogenen Art.Dennoch wurde er in der Kompanie jedoch nicht abgelehnt,denn alleine einem Rudel von 60 T-34 entgegenfahren ist auch sehr mutig denke ich.
Das was mich verwunderte,er ist laut Liste vom 06.Juni 1944 schon als St.Jk geführt,also wäre es noch lange hin bis zum Kriegsende und zu einer Beförderung.
Sein ehemaliger Richtschütze ging nach ihm auf einen Füherlehrgang und kehrte später zurück und wurde sein Zugführer.

Leutnant


9.1.05 21:47:38
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Ein ähnliches Phänomen existiert beim RK-Träger Kaminski seit 1940 Feldwebel und hat es in den 5 Kriegsjahren trotz RK und DKiG (bereits 1942?!) nur bis zum OFw geschafft! Kann es sein, dass einige RK-Träger trotz guter Leistungen im Kampf einfach nicht zum Führer/Offizier befähigt waren (Intelligenz/Bildungsniveau)oder stehen vielleicht eher dunkle Geheimnisse dahinter???

Gaius Julius Maximus


9.1.05 21:59:33
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Hast recht bei manchen kann man nur den Kopf schütteln und fragt sich was dahinter steckt, dass sie nicht mehr befördert wurden.

Balsi


9.1.05 22:33:22
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na viell. war er nur in der Unteroffizierslaufbahn...?
Es ist aber richtig.. ich kenne viele Fälle wo Auszeichnungen oder Beförderungen aufgrunf von Mißfallen oder pers. Abneigung nicht erteilt wurden...

Hoover


9.1.05 22:38:32
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Es ist doch nur gut, dass auch bei hochausgezeichneten Soldaten auch die persönliche Befähigung berücksichtigt wurde. Warum soll man einen guten Uffz mit RK zum Lt machen, wenn er als Uffz super ist und das zeug zum Lt nicht hat? Ich finde es nur zu verständlich.

Balsi


9.1.05 22:47:00
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es gab ja auch die Tapferkeitsbeförderungen.. quasi als Auszeichnung zum Leutnant befördert oder so.. es gab sicher auch Fä#lle wo jemand eben nciht Offizier werden wollte, weil er mglw. die Offizierkaste nicht mochte oder dergleichen...ähnliches sagte ja Steiner auch im Film "Steiner das Eiserne Kreuz 1" zum Obersten..)))

Westwall


9.1.05 22:57:57
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Eine gewisse Abneigung zu ihren Offizieren hatten mache alte Haudegen schon, „die Steigerung von Idiotenglück ist Offiziersglück“ war ein typischer Landserspruch.
Aber bei Staudegger muss die Lage etwas anders gewesen sein, schließlich wollte er als RKT diese Laufbahn einschlagen.

Leutnant


12.1.05 22:56:41
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Auch Kaminski hat sich in meiner Gegenwart nie negativ über ehem. Vorgesetzte geäußert, im Gegenteil meistens war er sogar begeistert von ihnen!
In Anlehnung an die Tapferkeitsbeförderung kenne ich einige Beispiele von Toni Müller bis zu Max Georg Bose, wobei letzterer auch nur Leutnant geworden ist...hat ihm aber völlig gereicht. Das es einige bewußt ablehnten Offz. zu werden glaub ich kaum...und wenn es nur wegen des Geldes ist! Der Hinweis auf Steiner ist glaube ich eher ungewöhnlich!

Balsi


12.1.05 23:49:13
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ja klar.. natürlich ist ein Film keine Quelle für fundiertes Wissen.. also ich weiss z.Bsp. von der Traditionsgemeinschaft.. wo sich die Offiziere bis in den 70er`n hinein alleine trafen ohne ihre Soldaten...

Ronny22


1.2.05 12:04:03
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Gepostet von Leutnant
Auch Kaminski hat sich in meiner Gegenwart nie negativ über ehem. Vorgesetzte geäußert, im Gegenteil meistens war er sogar begeistert von ihnen!
In Anlehnung an die Tapferkeitsbeförderung kenne ich einige Beispiele von Toni Müller bis zu Max Georg Bose, wobei letzterer auch nur Leutnant geworden ist...hat ihm aber völlig gereicht. Das es einige bewußt ablehnten Offz. zu werden glaub ich kaum...und wenn es nur wegen des Geldes ist! Der Hinweis auf Steiner ist glaube ich eher ungewöhnlich!


Kannst du mal ein paar von diesen Beispielen aufführen und ob bekannt is was der Grund gewesen sein kann???

Peinlich finde ich nur wenn man Soldaten sieht die Brust voller Orden hatten, Feldwebel und Obergefreite z.B. und ihre Vorgesetzen vielleicht grade mal das EK1 oder sogar nur EK2.
Also peinlich für einen Offizier der so "nackt" dasteht und einer seiner Männer hat alles was es so gab...RK, DK, Inf-Sturmabz., beide EKs, Verwund. Gold, etc. :)

Martin 222


2.2.05 12:32:55
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Hallo,

..na so kann man es aber auch nicht sehen,wer weiß wie lange der gefreite im Fronteinsatz stand und wann der Leutnant zur Einheit kam.
Ein Gefreiter mit dem RK erzählte mal,das es ihm eher peinlich war,denn es bestand Grußpflicht gegenüber RK Trägern,und als er auf Wachposten stand..nee nee*g*

Tobias


12.2.05 01:49:24
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Von welchem Kaminski ist hier eigentlich die Rede ?

Leutnant


12.2.05 10:30:50
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Ich meinte OFw August Kaminski!
Das nicht jeder Offizier das RK oder DKiG tragen konnte ist logisch und es gab auch sicher Offiziere die neidisch auf die Auszeichnungen von Unteroffizieren oder Mannschaften waren, aber ich glaube die direkten Vorgesetzten waren eher stolz, das ein Träger einer solch hohen Auszeichnung in seinen Reihen dient...so empfand ich zumindest, wenn einige meine Unteroffiziere Einsatzauszeichnungen trugen, die ich einfach aufgrund fehlender Gelegenheiten nicht erwerben konnte!

Dracula


12.2.05 10:50:40
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Hallo Leutnant,

Ist vielleicht auch bekannt wann August Kaminsky das DKG erhalten hat?

Smiley mit Danke-Schild

Leutnant


12.2.05 12:09:59
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Kann ich dir leider nicht genau sagen und ich habe auch Zweifel daran, dass dir Herr Kaminski da weiterhelfen kann - in seinem hohen Alter ist er leider etwas vergesslich geworden und bringt leider auch viele Daten durcheinander. Aber du kannst ihn ja trotzdem mal anschreiben...er freut sich über jede Post und jeden Besuch!

[ Editiert von Leutnant am 12.02.05 12:10 ]

Dracula


12.2.05 13:07:58
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Ich frage nur, weil in den mir zur Verfügung stehende Daten, kein DKG erwähnt wird.

Also, damit keine Mißverständnisse entstehen, ich sage nochmals nachdrücklich "in den mir zur Verfügung stehende Daten".

Er war doch bei der schweren Panzerjäger Abteilung 655?

[ Editiert von Dracula am 12.02.05 13:52 ]

Leutnant


12.2.05 13:55:45
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Ja, er war in der Schweren Panzerjägerabteilung. Zum Thema DKiG - ich habe 2 Fotos von ihm, wo er eindeutig das DKiG trägt (einmal in schwarzer Pzuniform und einmal in grauer Sturmgeschützuniform).
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