Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

General-Major "Werthoff" ?

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AutorBeitrag

Stefan 25528


14.2.05 20:10:16
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Kann jemand Angaben machen zu einem Gerneral-Major "Werthoff", er müßte eine Funktion beim Wehrkreis XII, Wiesbaden gehabt haben?

hec801


15.2.05 12:21:44
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Hallo,

meines Wissens gab es nur einen Generalmajor Westhoff!

Der Vorname war Adolf.

geb.: 21. Februar 1899

DKiG am 23. Oktober 1942 als Oberst und Kommandeur IR 410 der 122. ID.

Hat den 1. Divisionsführerlehrgang vom 18. Januar 1943 - 12. Februar 1943 besucht.

Vom 1. April 1944 bis Mai 1945 war er Chef der Amtsgruppe Kriegsgefangenenwesen im OKW Kriegsgefangenenwesen...

Generalmajor am 1. Januar 1945

Gruss

Hannes

Stefan 25528


15.2.05 14:59:09
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Recht herzlichen Dank für diese Auskunft.
Diese Person könnte der von mir gesuchte sein, denn er hat was mit dem Kriegsgefanenenwesen zu tun.
Ist über diese Person etwas bekannt, ob er von einem alliierten Militärgericht angeklagt wurde, wegen der Behandlung von sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam?

Gruss
Stefan

hec801


15.2.05 16:49:33
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Von meiner Seite aus:

Leider nein!

Gruss

Hannes

Niwre


15.2.05 17:14:19
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Du kannst ja mal die google-Ergebnisse durchforsten...

Stefan 25528


15.2.05 22:36:05
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Danke für den Hinweis. Gen.-maj. Westhoff wird dort offenbar aber nur in dem Zusammenhang mit dem Massenausbruch westalliierter Offiziere aus dem Stalag Luft III behandelt.
Von einer persönlichen Schuld an diesem Massaker wurde er offenbar freigesprochen. Es scheint so, als würde man ihn bei den Westalliierten als einen ehrbaren Offizier der Wehrmacht betrachten. Von einer Anklage wegen der Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener in deutschem Gewahrsam konnte ich nichts finden. Das Nürnberger Tribunal hatte die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Verbrechen eingestuft und daher glaubte ich, dass Generalmajor Westhoff als letzter Chef der Amtsgruppe Kriegsgefangenenwesen dafür mitverantwortlich gemacht wurde.
Aber wie der Lauf der Geschichte so ist, auch die heutige Bundesregierung verweigert den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, welche Zwangsarbeit leisteten mußten eine Entschädigung mit dem Hinweis auf die Genfer Konvention, als wäre sie tatsächlich für die sowjetischen Gefangenen eingehalten worden.

Merlin61


15.2.05 22:52:09
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Aber wie der Lauf der Geschichte so ist, auch die heutige Bundesregierung verweigert den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, welche Zwangsarbeit leisteten mußten eine Entschädigung mit dem Hinweis auf die Genfer Konvention, als wäre sie tatsächlich für die sowjetischen Gefangenen eingehalten worden.

Vielleicht auch die Verweigerung einer Entschädigung in Bezug auf die Genfer Konvention deshalb, da:

1. Wenn die Sowjetunion die GK o.ä. jemals ratifiziert HÄTTE und auch Wehrmachtsangehörige
- wenn dann nur in Ausnahmefälle - jene nach dieser entsprechend be- / gehandelt hat.

2. Weil die West-Alliierten der Wehrmacht den Kriegsgefangenstatus nach(!) Kriegsende
aberkannten und jene dadurch als "entwaffnete Feindkräfte" deren Willkür ausgesetzt waren ?


Einer der beiden Gründe würde für mich schon völlig ausreichen
- vor allem Punkt 1 - hier keinerlei Entschädigung zu bezahlen.

Wäre deine Frage damit beantwortet ? Smiley mit verdrehten Augen

Stefan 25528


16.2.05 13:58:29
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Danke für Deine Antwort.
Es erscheint mir nur merkwürdig, dass gerade die Regierung Schröder, die sonst bereit ist alles zu entschädigen, sich dem hier vehement verweigert und sogar entgegen ihrer Überzeugung handelt. Jedem Schulkind in Deutschland bringt man bei, dass die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener ein Verbrechen war und die Deutsche Wehrmacht nach dem Motto "keine Kameraden" handelte. Aber wenn es um das Bezahlen geht, dann vertritt man eine andere Meinung.
Ich glaube dass unsere Regierung nur auf Druck gewisser Länder z.B. Russland und Frankreich, gegen ihre Überzeugung handelte. Diese Länder möchten vermutlich von einer Klageflut aus Deutschland oder anderen Ländern nicht überschwemmt werden und so ist es im finanziellen Interesse derer, dass Deutschland nicht zahlt. Hätten wir die Zahlung abgelehnt entgegen dem Wunsch der ehemaligen Alliierten, hätte dies die internationale Presse aufgegriffen und uns aufs schlimmste diffamiert und beleidigt. So aber ist es schon fast ein Insiterwissen und kaum jemand weis bescheit darüber. Ich möchte noch bemerken, dass ich der Auffassung bin, dass selbst wenn ein Land die Genfer Konvention nicht unterschrieben hat, damit die Menschenrechte der Kriegsgefangenen aus diesem Lande nicht automatisch gelöscht sind. Eine zivilisierte Nation behandelt diese Gefangen dann trotzdem nach den Richtlinien der Genfer Konvention, auch wenn ich weis dass meine Gefangenen dort nicht danach behandelt werden.Wenn dem nicht so geschieht, dann kämpft nicht eine zivilisierte Nation gegen einen Barbaren, sondern Barbaren gegeneinander.

Gruss
Stefan
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