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enttäuscht, verwirrt....

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AutorBeitrag

Susanne58


18.2.05 13:10:02
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vor einiger Zeit habe ich hier Hinweise bekommen, wie ich zu Informatinoen über die Geschichte meines Vaters komme - er hatte oft und oft über seine "Karriere" als Leutnant der Luftwaffe erzählt, mit Details über Afuklkärungsflüge, Abschüsse.... udn auch über seine Gefangenschaft in NoviSad

Nun kam von der WAST ( danke für den Hinweis!) Folgendes:

*************

Erkennungsmarke: -9-8./A.R.557 (8.Batterie Artillerie-Regimient 557)

Truppenteile:
laut Meldung von
03.04.1940 88. Batterie Artillerie-Regiment 557 aufgestellt am 29.2.1940 für den Oberrhein, unterstand der 557. Infanterie-Division

ab 02.09.1940 I. Abteilung Gebirgs-Artillerie-Ersatz-Regiment 111,, Standort: Solbad Hall

am 21.01.1941 6. Batterie (schwere) Artillerie-Regiment 112. Das Gebirgsartillerie-Regiment 112 unterstand der 3. Gebirgs-Division. Einsatzraum: Januar 1941: Norwegen, Finnland

am 25.01.1943 Aufklärungs-Fliegerschule 1 Standort: Großenhain bei Dresden

am 04.02.1944, ab 29.02.1944: III, schwere Abteilung (motorisiert) Artillerie-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment 112. Standort Villach

Lazarettaufenthalte:
21.1.1941 Reservelazarett III Graz Teillazarett 3a - Erkrankung - Zugang: von Truppe Abgang: 14.03.1941 zur Truppe

25.01.1943 Luftwaffenlazarett Halle Dölau - Luftkrankheit - Zugang: von Truppe Abgang: 29.01.1943 dienstfähig zur Truppe - wegen Luftkrankhiet für die Luftwaffe antauglich -

04.02.1944 Reservelazarett Graz - Erkrankung - Zugang: von Truppe Abgang: 29.02.1944 dienstfähig zur Truppe

*********************

so. Das heisst aber doch, dass er gleich am 1. Tag in der Fliegerschule ausschied wegen "Luftkrankheit" - und somit GAR NINE geflogen ist? Und bei uns zuhause war ihm das Wichtigste ein Foto von sich selbst vor einem "seiner" Flugzeuge, ich erinner mich an viele Bezeichnungen von Flugzeugtypen, Einsätzen...

Kein Wort hat er davon erzählt, dass er mehrmals im Lazarett in seiner Heimatstadt Graz war.

Versteht bitte, ich mache ihm keinen Vorwurf dass er untauglich war zum Fliegen, Luftkrankheit kann sicher jeden treffen, aber nach diesem Bericht war so ziemlich alles was er über seine (erfolgreichen...) Kriegsjahre erzählt hat, einfach nicht wahr....

oder was entnehmt Ihr dem Obigen?

Was kann man denn überhaupt anhand dieser Angeben noch sagen?

Und - kann ich irgendwie draufkommen, ob die lange, fast 5jährige, harte Gefangenschaft in Novi Sad den Tatsachen entsprochen hat?

Ich hatte nicht erwartet so etwas berichten zu müssen, bin derzeit enttäuscht und sehr verwirrt, hoffe meinem Vater nun nicht unrecht zu tun und bin dankbar für jeden Kommentar

Sussanne

Niwre


18.2.05 13:24:53
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Bei Luftkrankheit wird er wohl nicht geflogen sein, denke ich. Aber das kannst Du dem alten Herrn nicht uebel nehmen. Die ganze Generation war im Krieg und unter Freunden wollte man eben nicht ganz ohne "ruhmreiche Taten" dastehen. Er war gluecklich, seine Zuhoerer sicherlich auch - konnte ja niemand ahnen, dass mal jmd. nachforscht.

Mit den Kriegsakten ist es etwas problematisch. Novi Sad ist ja heute Serbien, da muesste man mal genauer nachforschen. Balsi hat doch immer soviel Freizeit ;).

AndyW


18.2.05 13:41:12
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Ein besonders krasses Beispiel dafür, mit welcher Vorsicht man an "Zeitzeugenaussagen" herangehen sollte. Man sollte aber nicht verurteilen, Übertreibungen und Ausschmückungen sind nur allzumenschlich und vollkommen unabhängig von evtl. apologetischen Intentionen. Nur machen sie es eben der Zeitgeschichtsforschung schwer.

"Soldatenlatein" ist allerdings nicht das einzige "Latein": Wenn ich mich recht erinnere, wurden im "Auschwitz"-Prozess ehem. Opfer von den Anwälten der KZ-Wächter regelrecht auseinandergenommen, da diese Zeugen ihre an sich schon schlimme Geschichte zusätzlich "ausschmückten". Wer will diese Menschen ernsthaft verurteilen - womöglich waren sie selbst fest davon übezeugt, das es so passiert wäre?

Wer will den Soldaten verurteilen, der seine Rolle etwas heldenhafter darstellt als sie tatsächlich war um die ihm gebührend erscheinende Aufmerksamkeit zu erreichen?

Ich kann mich erinnern, das mir die Kriegserlebnisse meines Vaters, als ich ihm als Kind dannach fragte, ganz und gar unspektakulär vorkamen. OK, er wurde verwundet und nach dem Krieg beinahe an die Wand gestellt, aber sonst gab's von ihm keine spannenden Heldengeschichten wie sie ein Kind hören will. Da ist dann die Versuchung als Veter gross, die eigenen Rolle etwas auszuschmücken, damit das Kind zum Vater aufsieht.

Schwierig sowas.

Cheers,

Illuminatus


18.2.05 14:11:02
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Mein Großvater diente in der Waffen-SS und auch er hat mir nicht die ganze Wahrheit erzählt. Er hat viele unschöne Dinge weggelassen, Truppen nicht erwähnt in denen er gedient hat, etc. Einfach weil er sich dafür schämte. Erst nachdem ich nachgeforscht hatte und ihn damit konfrontiert hatte, kam er mit der ganzen Wahrheit heraus.

Ich verurteile ihn nicht dafür sondern verstehe es, dass er nicht wollte, dass sein Bild, das wir von ihm hatten, zerstört wird. Ich denke für viele ehemaligen Soldaten aus dieser Zeit ist es wichtig, dass ihre Familien ein gutes Bild von ihnen haben und deshalb werden auch mal Sachen hinzugedichtet oder weggelassen.

Susanne58


18.2.05 14:32:03
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Danke für Eure schnellen Antworten!

Es stimmt sicher, das ich hier selbst erlebe, wie problematisch Ausssagen von Zeitzeugen, egal zu welchem Thema, sind.

Nur war mein Vater kein alter Herr, als er dies alles erzählte, sondern 42, als ich 1958 geboren wurde.

Ich denke gar nicht an "Verurteilen" oder überhaupt nur "urteilen drüber". Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich 17 war. Und bis dahin war die Geschichte meines Vaters ein sehr beherrschendes Thema zuhause, auch Erklärung und Entschuldigung dafür, dass zB kaum Bekannte uns besuchen durften, dass es schlimme Depressionen gab, das er sehr sehr viel über die Kriegsjahre gelesen hat. Und irgendwie definiert man sich ja selbst auch als "Tochter dieses Vates".

Jetzt habe ich selbst einen Sohn und wollte ihm einfach mehr von usnerer Fammilie erzählen, wollte auch selbst mehr wissen als meine nicht sehr exakten Erinnerungen, deshalb die Recherche.

Irgendwie interessiert mich jetzt mehr,was die Angaben der WAST übrhaupt so aussagen - ich bin zwar zeitgeschichtlich interessiert, aber mit den ganzen militärischen Bezeichnungen fang ich nichts an.

Dnake, Susanne

Niwre


18.2.05 14:52:10
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Gepostet von Susanne58
Erkennungsmarke: -9-8./A.R.557 (8.Batterie Artillerie-Regimient 557)

Das war sein erster Truppenteil (88. Batterie Artillerie-Regiment 557). Wie dort steht, der 557. InfDiv. unterstellt.

557. InfDiv:
Aufgestellt am 15. Februar 1940 als Stellungs-Division für den Oberrhein durch den WK IV.

Die Division wurde am 31. August 1940 im Raum Zeitz und Weißenfels aufgelöst.

Und so geht es geht's dann weiter...

Die versch. Art-Regimenter findest Du hier.

Balsi


18.2.05 17:37:56
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viell. war er ja Heeres-Aufklärer?

Niwre


18.2.05 17:57:49
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Vorher bei der 112, danach auch wieder? Wie kommst Du denn darauf?

@Susanne

Koenntest Du evtl. das Bild als Flieger einstellen?

Susanne58


19.2.05 20:47:28
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Das Foto könnte meine Mutter haben, ich melde mich wieder, wenn ich es bekomme!

Danke,Susanne

Balsi


19.2.05 21:05:12
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naja mglw. dem Regiment als Aufklärungsmann zugeteilt.. solls ja gegeben haben...auch wenn ich mich damit jetzt gaaaanz weit hinauslehne...Ein Foto würde da sicherlich mehr Klärung bringen...

Westwall


19.2.05 21:05:21
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Dein Vater war zweifelsfrei ein Soldat der Gebirgsartillerie, zumindest bis Februar 1944.
Nur du schreibst in deinem letzten Satz „29.02.1944 dienstfähig zur Truppe“, vielleicht ab hier dienstfähig für die Luftwaffe?
Jedenfalls wer im Februar 1944 dienstfähig geschrieben wurde der muss danach auch noch Dienst geschoben haben, nur wo..?
Die Angaben der WAST hören hier auf, der Krieg dauerte aber noch 15 Monate an, komisch oder?
Ich würde an deiner Stelle erneut einen Antrag bei der WAST einreichen, diesmal mit dem Bezug auf die Luftwaffe ab Febr. 1944, vielleicht ergibt sich ja da noch was.

Grüße Westwall

Balsi


19.2.05 21:10:37
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viell auch wegen den Lazarett-Aufenthalten im krankenbuchlager anfragen...

Balsi


19.2.05 21:11:27
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ist aber schon eigenartig wenn jemand zu einer LW-Schule versetzt wird und noch am gleichen Tag wegen Luftkrankheit ins Lazarett kommt oder? Ich meine.. er wird doch wohl vorher schon getestet worden sein oder?

Westwall


19.2.05 21:21:27
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Gepostet von Balsi
ist aber schon eigenartig wenn jemand zu einer LW-Schule versetzt wird und noch am gleichen Tag wegen Luftkrankheit ins Lazarett kommt oder? Ich meine.. er wird doch wohl vorher schon getestet worden sein oder?



Das muss nicht unbedingt sein Balsi, er kann ja in einer anderen Eingenschaft als ein LW-Schüler dort hin versetzt worden sein, zum Beispiel zum Wirtschafts-, Wach- oder Luftschutzpersonal ????

Balsi


19.2.05 21:27:21
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naja.. aber dann hätte er doch trotz Luftkrankheit dort bleiben können oder?

Westwall


19.2.05 21:37:42
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Stimmt auch wieder, was mich in dieser Sache etwas stutzig macht ist, wo war er ab 1944 ???
Wie geht die WAST in solchen Sachen vor, nur nach Namen mit persönlichen Daten, oder etwa separate Suche unter den Waffengattungen???
Was ist wenn eine gesuchte Person bis Kriegsbeginn dem Heer abgehörte, dann zur Luftwaffe versetzt wurde und die letzten Monate noch zur Waffen-SS rekrutierte???

Ich meine wenn ich jetzt nur den Namen und die erste Heereseinheit kenne, bekomme ich dann auch Informationen aller anderer Waffengattungen?

[ Editiert von Westwall am 19.02.05 21:41 ]

Balsi


19.2.05 21:42:57
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also ich muss sagen ich habe die ganze Zeit noch nie einen Bescheid über einen SS-Mann von der Wast bekommen.. in diesem Fall hier muss es ja augenscheinlich gehen Heer LW-Heer.. hmm die Frage ist nu wie wir etwas tun können.. ich werde erstmal die einzelnen Einheit auseinanderklamüsern...

Hat denn mal jemand was zu dieser Aufklärungs-Schule 1? Hab in meinen Büchern nix gefunden..(((

Balsi


19.2.05 21:56:45
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zur Aufklärungssschule:

die einzige die ich finden konnte war die Aufklärungsfliegerschule 1 F (H), diese wurde ab 1943 nicht mehr genannt...das Fernaufklärungsgeschwader 101 (I. Gruppe) wurde bspw. am 08.02.1943 aus Teilen dieser Schule gebildet...

Kommandeur war bis 03.043 - Oberstleutnant Richard Wälde

viell. steckt ja auch Geheimhaltung dahinter..??? Gerade wenn da Fernaufklärer mitspielen..

ich kenne den Autor des Buches über die Aufklärer (wird übrigens beworben auf der Forenstartseite ganz rechts) werde den mal fragen ob sowas üblich ist am 1. Tag

[ Editiert von Administrator Balsi am 19.02.05 22:01 ]

Niwre


19.2.05 23:55:54
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So komisch finde ich das alles nicht. Wenn jmd. zur Fahrschule ging, wurde er doch auch versetzt und am Ende der Ausbildung wieder zurueck. Wenn am ersten Tag die "Aufnahmepruefungen" waren... Luftkrank -> Lazarett -> Rueckversetzung (112).

Genauso bei "zurueck zur Truppe" ab 1944. Zurueck in seine alte Einheit wahrsch..

Und die WASt wird wohl meistens die Stammbuecher/-akten/Personalakten eines Soldaten durchsehen und die sind wohl bei Gattungswechsel mitgewechselt.

Niwre


20.2.05 00:17:55
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Aufklärungsschule 1 F (Heer)

Kommandeure:

* Maj Alfred Keller, 1.7.34 - 31.3.35
* Obstlt Walter Sommé, 1.4.35 - 31.3.36
* Obstlt Karl Drum, 1.4.36 - 30.9.37
* Oberst Karl von Gerlach, 1.4.38 - 31.1.39
* GenMaj Helmuth Mentzel, 1.2.39 - 1.10.40
* Oberst Otto Jordan, 1.10.40 - 14.4.42
* Oberst Ernst Krüger(?), 4.42 - 3.11.42
* Obstlt Richard Wälde, 3.11.42 - 3.3.43

Formed 1.7.34 in Braunschweig as Aufklärungsschule Braunschweig. On 1.9.39 moved to Grossenhain, and was renamed Aufklärungsschule Grossenhain.

On 16.1.40 renamed Aufklärungsschule 1, and in 10.42 Fernaufklärungsschule 1.

On 15.2.43 redesignated I./Fernaufklärungsgeschwader 101

Used the following aircraft: Ar 68, Bf 109, Bv 141, Do 17, Fw 44, Fw 58, He 45, He 46, He 111 and Ju 88.

Bases:

1.7.34 - 31.8.39 Braunschweig-Broitzern
1.9.39 - 15.2.43 Grossenhain

Quelle

Niwre


20.2.05 00:47:31
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Was mich ein wenig stutzig machte ist:


am 25.01.1943 Aufklärungs-Fliegerschule 1 Standort: Großenhain bei Dresden

Lazarettaufenthalte:
25.01.1943 Luftwaffenlazarett Halle Dölau - Luftkrankheit - Zugang: von Truppe Abgang: 29.01.1943 dienstfähig zur Truppe - wegen Luftkrankheit für die Luftwaffe untauglich -


Halle Dölau - das sind mal locker 150km von Großenhain. Die Tests wurden wahrsch. dort vorgenommen.

Nette Bilder...

Balsi


20.2.05 09:42:28
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naja.. aber eine Meldung vom Heer zur LW erfolgte doch freiwillig wenn ich mich nicht irre oder?
Merkt man eigentlich selber ob man luftkrank ist?

Zumindest ist er nach seiner Luftkrankheit wieder zu den 112`ern gekommen.. zeigen ja die Daten..

[ Editiert von Administrator Balsi am 20.02.05 9:44 ]

Niwre


20.2.05 12:19:07
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Gepostet von Balsi
naja.. aber eine Meldung vom Heer zur LW erfolgte doch freiwillig wenn ich mich nicht irre oder?

Normalerweise schon.

Merkt man eigentlich selber ob man luftkrank ist?

Wenn Dir ploetzlich gaaanz uebel wird, Du schnell versuchst eine Tuete zu finden, ...

bani


20.2.05 12:24:17
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Gepostet von Balsi
... Merkt man eigentlich selber ob man luftkrank ist? ...



Ich schätze ma, daß wurde entweder in der Zentrifuge festgestellt oder in der Druckkammer, wo man die Leute auf eine entsprechende Höhe bringen kann.

Durch entsprechende Veränderungen des Luftdrucks gibt es dann Veränderungen ( u.a. mit dem Gleichgewichtssinn ) - und dann eben wie Niwre sagte, der Griff zur Tüte ...

Balsi


20.2.05 12:24:36
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ja klar.. aber man wird doch vorher schonmal geflogen sein oder?

bani


20.2.05 12:30:22
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nicht unbedingt ...

Ich wüßte nicht, daß es Vorraussetzung ist, schonmal in einem Flugzeug gesessen zu haben - um zu Luftwaffe zu kommen ...

Smiley mit Ironie-Schild
Dann hätte es ja die Pz.-Truppe gar nicht geben dürfen - wer saß denn vorher schon mal in 'nem Panzer?

Balsi


20.2.05 12:38:35
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Smiley mit Hammer auf dem Kopf...

Susanne58


20.2.05 13:18:07
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da gibts ja nun eine richtige Diskussion wegen meines Vaters!
Danke fürs mitdenken.

Ich kann nicht viel beitragen, ich selbst habe keine Fotos, meine Mutter ist für ca 2 Wochen in die Steiermark auf Urlaub gefahren, sie sagt sie habe auch "kaum was".

Ich bin mit meiner Mutter von zuhause ausgezogen, als ich 18 war. Ich habe nur meine persönlichen Sachen mitgenommen, hatte vorgegeben zum Schifahren zu fahren. Wir hatten Angst, wie meine Vater reagieren würde. Alte Fotos haben mich damals überhaupt nicht interessiert. Er hat dann nochmals gehieratet, Kontakt hatte ich dann zu ihm keinen mehr.

Mein Vater hat aber erzählt, dass das Fliegen schon immer ein Traum von ihm war, dass er von Anfang an beim Heer dahin wollte und dass er sich über die Einberufung in den Fliegerhorst sehr gefreut hat und mit viel Erwartung und Spannung mit einem Kameraden da hin gefahren ist.

Und dann, dass er auf "Stieglitz" fliegen gelernt hat, dann verschiedene "Ju..." (weiß nicht mehr welche Numemnr) geflogen sei und auch eine "kleine Messerschmidt". Ich weiß das klingt alles reichlich dürftig und für Euch sicher auch dumm, aber er hat so oft davon geredet und ich hab kaum zugehört. Das Bild, auf dem er vor "seiner" Maschine stand, hing bei uns zwischen 2 Fenstern im Wohnzimmer und das sehe ich vor mir. War eine kleinere Dpoppeldecker-Maschine.

Die von Euch empfohlenen weiteren Nachforschungen werde ich machen. Ich denk mir's halt jetzt so, dass er bei den Tests in der Fliegerschule erst draufgekommen ist, dass er für das Fliegen leider nicht geeignet war. Und dass er dann als "normaler Soldat" weitermachen musste, dass ihm das irgendwie zu unspektatkulär war und er deshalb die ganzen Geschichten, vielleicht auch nur so halbbewusst, aus Vielem, was er gehört hat, zusammengedichtet hat. Jedenfalls war er, solange ich ihn kannte, kein glücklicher Mensch.

Susanne

bani


20.2.05 13:35:42
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Gepostet von Susanne58
da gibts ja nun eine richtige Diskussion wegen meines Vaters!
Danke fürs mitdenken.

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...

Und dann, dass er auf "Stieglitz" fliegen gelernt hat, dann verschiedene "Ju..." (weiß nicht mehr welche Numemnr) geflogen sei und auch eine "kleine Messerschmidt". Ich weiß das klingt alles reichlich dürftig und für Euch sicher auch dumm, aber er hat so oft davon geredet und ich hab kaum zugehört. Das Bild, auf dem er vor "seiner" Maschine stand, hing bei uns zwischen 2 Fenstern im Wohnzimmer und das sehe ich vor mir. War eine kleinere Dpoppeldecker-Maschine.

...

Susanne


Nun ja, wenn man die Suche selbst schon einige Jahre ( bei mir leider erfolglos weinender Smiley ) betreibt, weis man wie schwierig das ist und versucht - wenn möglich - zu helfen.


Zu den Flugzeugen:
Der Stieglitz war eigentlich Standard an den Flugschulen.
Das dürfte auch der kleine Doppeldecker auf den Foto gewesen sein.

Was mich etwas irritiert ist, daß er auf Ju UND Messerschmitt gelernt hat / gelernt haben will.


Die "kleine Messerschmitt" ist die Bf 108 "Taifun".
Ein kleiner 2-Sitzer, der für Verbindungsflüge aber auch zur Schulung in den Verbänden eingesetzt wurde.
War aber meist bei den Jägern der Fall.

Die Ju spricht wiederrum für Transporter.
Wäre in dem Fall die Ju-52 und event. vereinzelt noch die Ju-34 ( die kleine Schwester der 52 ) gewesen.

Was unter Umständen ganz hilfreich wäre:
Mal bei den Traditionsverbänden der gennanten Einheiten nachfragen, ob ihn da noch jemand kennt!
Das könnte neue Informationen bringen!

[ Editiert von bani am 20.02.05 13:37 ]

Balsi


20.2.05 13:44:35
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hab hier mal was zur 557. ID zusammengetragen.. ist nicht viel.. da die Division nur ein paar Moante bestand.. Traditionsverein gabs damit auch nicht.. höchstens mal den RK-Träger nachverfolgen.. ob es da was gibt...

Balsi


20.2.05 13:47:10
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Susanne58


20.2.05 14:24:51
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Hallo Bani, Hallo Balsi

er sagte, er habe auf der Stieglitz gelernt und sei dann die Ju's udn dann die "kleine Messerschmidt" gefogen. Er hat sicher nicht von Transportflügen gesprochen, sondern von Aufklärungsflügen und auch von Jagdfliegern.

Danke für den Link zu Fotos der Stieglitz, ich habe selbst schon Fotos gefunden und das könnte sehr gut die Mashcine von dem Foto gewesen sein - vor allem das eine Foto auf der von Dir angegebenen HP, wo die Maschine nach links schaut, schaut sehr "richtig" aus. Das ganze in schwarz-weiß und mein Vater in Uniform davor, das passt schon.

Meine Mutter hat ja inzwischen auch einen neuen Partner, sie ist 78 und mag nicht gerne über früher reden, aber ich werde sie bei nächster Gelgenheit doch ein wenig ausfragen.

Grüße
Susanne
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