Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Die "Eliten" des "3. Reiches"

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AutorBeitrag

Schlumpfie


13.4.05 19:18:07
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Hallo!

Mich interessiert, welche 10 Personen des 3. Reiches ihr am mächtigsten nennen würdet? Neben Hitler, Himmler, Göring, Bormann, Goebbels oder auch Heydrich gab es ja noch andere einflussreiche Männer wie z.B. Ernst Kaltenbrunner, Rudolf Heß, Albert Speer und noch die vielen anderen nicht genannten Personen. Mal schaun welche Namen hier so genannt werden.

Edit: Merke gerade, das ich lieber Elite hätte schreiben sollen... Naja mein Deutsch ist schlecht, ich gebe es zu. weinender Smiley

mfG Schlumpf

[ Editiert von Schlumpfie am 13.04.05 19:19 ]

Belisar


13.4.05 20:09:29
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Ich glaube das kann man nicht allgemein sagen, da sich das Kräfteverhältniss doch sehr verändert hat im Laufe der Zeit. War Heß vor dem Krieg sehr einflussreich, so war er es nach Kriegsbeginn kaum noch....in umgekehrter Reihenfolge trifft das auch auf Bormann zu. Oder Alfred Rosenberg, der auch sehr mächtig war, aber später kaum noch eine Bedeutung hatte.

Schlumpfie


13.4.05 20:20:28
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Hallo!

Nunja.. im Grunde hast du Recht! Aber man kann sich doch eigentlich eine gewisse Meinung bilden, ob ein Bormann zu seinen höchsten Zeiten einflussreicher war als ein Heß zu seinen.
Wollte doch nur zu einer schönen Diskussion anregen.. Manno Smiley mit LoooL-Schild

mfG Schlumpf

Belisar


13.4.05 21:29:14
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Ok, dann sage ich mal folgendes:

1.Bormann
Da jeder der mit Hitler sprechen wollte an ihm vorbei musste und er auch gekonnt die Fäden gezogen hat. Nicht umsonst die braune Eminenz und Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg

2.Himmler
Hatte großen Einfluss, nicht nur weil ihm die SS unterstand. Das beweist auch einer der letzten Sätze von Hitler, der entzsetzt war das sein getreuer Heinrich Friedensverhandlungen aufnehmen wollte.

3.Goebbels
Er war dauerhaft in der Öffentlichkeit und das Sprachrohr der Partei.

4.Heß
Hatte sein hohes Amt wohl hauptsächlich inne weil er ein getreuer Weggefährte war und weniger wegen seiner Kompetenz.

5.Reinhard Heydrich
Chef des SD und deshalb wohl auch einer der gefährlichsten Männer des 3ten Reiches.

6.Göring
Meiner Meinung nach, wird seine Position viel zu hoch gesehen. Er konnte sich gut repräsentieren und war offiziell 2ter mann nach Hitler. Aber seine Macht schwand spätestens nach der verlorenen Luftschlacht.

7.Krupp
Geld bedeutet Macht. Und Familie Krupp hatte viel Geld...

8.Dönitz
Kam zwar erst 1945 an die Macht aber durch Hitlers vertrauen hat er bestimmt eine höhere Position im 3. Reich inne.

9.Ernst Kaltenbrunner
Chef der Sicherheitspolizei und des Reichssicherheitshauptamtes. Über seine Position wurde erst nach dem Krieg mehr bekannt.

10.Canaris
Chef der Abwehr hatte vor dem Krieg durch seine Spionagetätigkeiten und Verbindungen viel Einfluss.

Schlumpfie


13.4.05 21:58:29
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Hallo!

Hmm ja, kann dir in vielem zustimmen. Aber ich weiß nicht, ob ein Karl Dönitz einer solch hohen Position gerecht wird. Natürlich hatte Dönitz als OB d. KM seine mit Sicherheit nicht allzu kleine Machtsphäre, aber ich glaube das ein Albert Speer zu seinen "besten Zeiten" einen größeren Einfluß ausübte. Und das Speer bei Hitler eine sehr lange Zeit "geliebt" war, ist ja auch allgemein bekannt. Nunja... mal sehen was die anderen denn sagen.

mfG Schlumpf

Belisar


13.4.05 22:39:04
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Bin da etwas anderer Meinung. Das Speer eine sehr große Persönlichkeit im 3ten Reich war steht außer Diskussion. Aber er hatte keine allzu große Machtposition, auch wenn er bei Hitler ein äußerst gern gesehener Gast war.
Das liegt wohl auch daran, das er erst ziemlich spät (1942) den Platz von Todt eingenommen hat.
Also in der Zeit von 1933 - 45 würde ich Speer nicht unter den 10 mächtigsten Männern einstufen.

Sagen wir mal Platz 11, weil du es bist Smiley mit Erleuchtung

[ Editiert von Belisar am 13.04.05 22:49 ]

waldi44


14.4.05 13:42:17
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Was versteht man eigentlich unter: "Macht haben" oder "mächtig sein"?

Hitler hatte Macht, war der Machthaber schlechthin. Er entschied und man folgte ihm und seiner Entscheidung bzw realisierte, setzte sie um.
Wer konnte das im Reich noch?
Jeder in seinem Bereich.
Hitler sagte mal:"Generale habe ich viele. Da kann schon mal einer Abstürzen. Porsche habe ich nur einen!"(könnte auch auf Speer zutreffen).
Hatte Porsche(Speer) deswegen schon Macht? Ich glaube nicht!

Gibt es unter einer Diktatur überhaupt mächtige Männer ausser dem mächtigen an der Spitze?

Illuminatus


14.4.05 13:45:42
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Ich denke neben den im "Rampenlicht" stehenden "obersten Führern", gibt und gab es immer mächtige "Strippenzieher", die im Hintergrund agierten und teilweise mehr Macht besaßen als manch einer der "Führenden Clique".

Belisar


14.4.05 16:09:19
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Unter "Macht" verstehe ich:

1.das eine Person die Fähigkeit besitzt den eigenen Willen auch gegen Widerstand anderer durchzusetzen.

2.Das beeinflussen anderer durch rein rhetorische Fähigkeiten

3.Materielle Besitztümer zu benutzen um anderer Personen von seiner Position zu überzeugen.

Zu damaligen Zeit konnte man eine Machtposition über 3 verschiedene Möglichkeiten erreichen:

1.über das deutsche Volk
2.in der Partei
3.über das Militär

Jeder Diktator ist nur so gut wie seine Gefolgsleute und wenn diese keine Macht besitzen, dann wäre der Diktator nicht lange an der Macht...

Wintersdorf


14.4.05 19:00:16
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Eine Zeit lang war Hjalmar Schacht, als Wirtschaftsminister und Reichsbankchef, einer der Mächtigsten im Dritten Reich, obwohl er nicht Parteimitglied war. Ohne Schacht hätte es den starken wirtschaftlichen Aufschwung wahrscheinlich nicht gegeben.

Als es der Weimarer Republik ab 1924 scheinbar recht gut ging, sah er, dass der wirtschaftliche Aufschwung auf Sand gebaut war und einer Krise nicht standhalten würde. Aber er konnte nichts wirksames tun. Insofern hatte er etwas mit Hitler gemein, denn auch Hitlers Hauptthema war die Anfälligkeit der Lebensgrundlagen Deutschlands. Hitler befürwortete in Mein Kampf eine Erweiterung des Lebensraums. Schacht brachte ihn zunächst davon ab und schaffte es, Deutschland durch zweiseitige Abkommen Handelsmöglichkeiten zu verschaffen. Eine Zeitlang ging die Sache einigermaßen gut.

Offenbar war diese neue deutsche Handelspolitik aber ein Dorn im Auge vor allem für GB und USA. Deutschland entzog sich der Finanzkontrolle der Siegermächte. Hätte das deutsche Beispiel weiter Schule gemacht, hätte es ein völlig anderes Handelssystem in der Welt gegeben, mit mehr Unabhängigkeit schwächerer Staaten von Krediten fremder Mächte.

Ich denke, in den ersten Jahren war Schacht nach Hitler der zweitwichtigste Mann im Dritten Reich.
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