Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Ich möchte mehr über meinen Vater wissen...

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AutorBeitrag

bibbes


5.5.05 19:07:56
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Ich möchte mehr über meinen Vater erfahren,
der am 17.3.1945 vermisst wurde.
Bekannt ist:zum o.g.Datum Panzerfahrer PR 15,11.PD,15.Armee.
Name Friedrich Schmitt,Unteroffizier (Uzname:Bibbes)
Wohnort:Heidelberg
Vermisst vermutlich im Bereich Wiedtal beim Ort Niederhoppen,wo nach Aussage von Einwohnern eine Panzereinheit zu o.g. Datum von amerikanischer Übermacht "aufgerieben" wurde.

Vorher war er im PR 25(oder 23) 7.PD.
Der letzte Brief stammt vom 7.3.1945,geschrieben aus Wuppertal-Nächstebreck.
Weiss jemand ewas über ihn oder über die Zeit vom 7.3 bis 17.3.1945 hinsichtlich PR 15?
Danke im voraus.

Illuminatus


5.5.05 19:12:50
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Hast du schon bei der Wast eine Anfrage gestellt?

Zum PR 15:

Aufgestellt am 12. Oktober 1937 im schlesischen Wahlkreis VIII, Garnisonsstadt war Sagan. Ausgerüstet wurde das Regiment mit Panzern I und II, nach der Besetzung der Tschechoslowakei im März 1939 erfolgte die Umstellung auf den Panzer 38t.

Bei Kriegsbeginn gegen Polen unterstand das Regiment der 14. Armee und marschierte in Südpolen ein. Die 3. und 4. Kompnie waren in Sagan zurückgeblieben, um die Panzer-Ersatz-Abteilung 15 aufzustellen.

Bei Beginn des Westfeldzuges kämpfte das Regiment im Rahmen der 5. Panzerdivision und stieß durch Südbelgien bis nach Flandern vor. Von dort ging es in der zweiten Phase des Westfeldzuges an der Kanalküste entlang, wobei das Regiment den Kriegshafen Brest nahm.

Nach dem Frankreichfeldzug in die Garnison zurückbeordert, gehörte das Regiment ab dem 4. September 1940 zur neu geschaffenen 11.Panzerdivision. Diese verlegte im Frühjahr 1941 nach Ostpolen. Beim Überfall auf Rußland bildete das Regiment die Spitzengruppe der 1.Panzerarmee. Das Regiment stieß über Schitomir auf Uman vor, nahm an der Kesselschlacht um Kiew teil und griff ab Oktober 1941 frontal gegen Moskau an.

Nach dem mißlungenen Angriff auf Moskau war das zusammeengeschmolzene Regiment im Mittelabschnitt der Ostfront im Raum Gshatsk eingesetzt. Hier wurde es neuer schwerer Kämpfe neu formiert. Außerdem erhielt es die II./PR 35 zugeführt, wwelche zur neuen 3. Abteilung des Regiments wurde. Im Mai 1942 verlegte das Regiment in den Süddabschnitt und nahm von hier aus bei der Sommeroffensive gegen den Don teil. Bei Woronesh stand es im Sommer 1942 in schweren Angriffs- und Abwehrkämpfen, die das Regiment bis Februar 1943 in den Raum Charkow brachte.

Nach einer erneuten Auffrischung im Juni 1943 in der Ukraine verlegte die I. Abteilung zur Umschulung auf den Panzer 5 in die Heimat. Es kehrte erst am 1. September zurück. Zu dieser Zeit stand das Regiment bei Belgorod und Poltawa. Im Oktober stand das Regiment bei Krementschug, ab Dezember bei Tscherkassy. Hier mußte das Regiment die III. Abteilung an das PR 35 abgeben. Von hier aus ging das Regiment im Zuge der 11. Panzerdivision zur Neuauffrischung nach Südwestfrankreich. Der neue Standort war Bordeaux.

Bei Beginn der alliierten Offensive in Südfrankreich wurde das Regiment Anfang 1944 zur Abwehr ins Rhônetal verlegt. Von hier aus kämpfte sich das Regiment bis Belfort zurück. Von dort verlegte es in die Saarpfalz und stand im Januar 1945 im Kampfraum Trier. Danach ging es bei Remagen üger den Rhein, wo es zerschlagen wurde. Reste gelangten nach Hessen und Thüringen.

bibbes


5.5.05 19:58:08
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Danke für die Antwort.
Die Daten,die ich als bekannt gepostet habe,hat meine Mutter über verschiedene Suchdienste erhalten.Letztendlich wurde mein Vater dadurch für tot erklärt.

Ich habe gepostet,weil ich die Hoffnung habe,dass über die
ofiziellen Daten(WAST,DRK) hinaus evtl. jemand mehr weiss.
Leider ist die Zeit schon 60 Jahre fortgeschritten...

Illuminatus


5.5.05 20:07:30
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Zur 11.PD:

1945

Ab Mitte Januar Verteidigung im Raum Saar - Mosel - Orscholz und bei Königshoven - Grevenbroich - Düsseldorf Verlegung nach Süden und Kämpfe bei Remagen. Marsch nach Vogelsberg - Fulda - westlich Eisenach - um Greiz. Ausbruch aus Einschließung zum Erzgebirge. Letzte Kämpfe nördlich Passau. Am 2. Mai Kapitulation gegen US-Truppen.


Zur 11.PD gibt es auch ein Buch:

"Die 11.Panzerdivision - Die Gespensterdivision" von Gustav Schrodek vom Nebel-Verlag. Gibt es bei Amazon für 19,95€

vielleicht kannst du daraus noch irgendwelche Informationen beziehen.

Balsi


6.5.05 12:56:19
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ich schau gleich mal indie Geschichte des PR 15.. hab ich grad da...

Balsi


6.5.05 17:32:45
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also ich hab mal reingeschaut in das PR 15 und die 11. PD. Für den 17.03.1945 sind keine genauen Angaben zu erhalten.. allerdings wird erwähnt, das es schwere Probleme an der Wiedbachtalbrücke gab. Unmittelbar hinter der vordersten Linie gab. Die Division hielt diese Brücke immer geöffnet. Laut Führerbefehl sollte die Brücke aber gesprengt werden (Drohung eines Standgerichts) Die Division gab an, das diese Autobahnbrpcke dem Feind nicht von Belang sein würde. Dennoch wurde auf eine Sprengung bestanden, bei Abzug.. wurde dann der Mittelpfeiler gesprengt.

Ich schau aber weiter...

bibbes


7.5.05 00:20:24
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@ balsi:
Vorerst vielen Dank.
Besonderen Dank,wenn Du weiter schaust...

Zu Deinen Recherchen:Ich glaube nicht,dass ein Panzerfahrer
an Brückensprengungen beteiligt war,zu einer PD gehörte doch sicher auch eine Pionierabteilung.Aber was war zu diesem Zeitpunkt des Krieges noch normal?

Balsi


7.5.05 08:42:33
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wollt ich damit nciht sagen...es ging dabei lediglich um die bestätigung der Örtlichkeit... Kämpfe wird es um diese Brücke nciht gegeben haben...
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