Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Heinz Rühmann

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AutorBeitrag

Praetorianer


26.7.02 22:01:18
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Hallo,
mich würde mal interessieren was mit dem Heinz Rühmann nach dem Krieg passiert ist. Also ob er angeklagt wurde bei den Nazis mitgemacht zu haben, schließlich hat er auch Propagandafilme gemacht (z.B. Quacks, der Bruchpilot).

Balsi


26.7.02 22:04:29
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schade da kam mal ein langer beitrag bei Spiegel TV nur über rühmann, ich glaube er wurde nciht belangt, da er wiederum zu propagandazwecken eingesetzt wurde durch die Sieger, bzw. er hatte ein kleines verfahren, was eingestellt wurde. Bin mir da nciht sicher. War aber ein ä#usserst interessanter beitrag

Praetorianer


26.7.02 22:20:42
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denn Beitrag hab ich glaub ich auch gesehen, leider nicht ganz. Da wurde auch über Charly Chaplin und der "große Diktator" berichtet. Fand ich auch sehr interessant.

gast Kerstin T


26.7.02 22:31:23
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Max Hansen


18.1.05 11:16:14
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Also ich finde, Heinz Rühman hätte für "Quax- der Bruchpilot" lebenslänglich bekommen müssen, ja so ein Propagandafilm, ebenso wie für die "Feuerzangenbowle" wo überhaupt nicht auf die Nazi-Gräuel eingegangen wird. Da wurde doch bewußt vom Kriegsalltag abgelenkt. Warscheinlich wollte man mit der Weckung von Heimat-und Deutschland-Gefühlen die Wiederstandskraft erhöhen, somit ist Rühmann möglicherweise sogar anhand schon dessen ein Verbrecher. Daß die Filme heut noch im Fernsehen laufen, ist eigentlich Anlass für eine Bürgerinitiative.

Heidi


28.3.05 21:52:20
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Ein Problem ist sicherlich, daß man im nachhinein gut urteilen und verurteilen kann. Vor allem dann, wenn der eigene Hintern im Trockenen sitzt. Also: Rühmann hat unter den Nazis gearbeitet. Und wurde dafür nicht belangt. Schon mal darüber nachgedacht, wieviele Deutsche unter den Nazis arbeiteten und nicht belangt wurden? Okay! Er war eine Berühmtheit! Und klar war sein "Bruchpilot" ein Propagandaschinken. Aber angesichts dessen, was an sonstigen Propagandafilmen lief, konnte man diesem Film eher die Marke "harmlos" aufdrücken. Wenn man für politische Blödheit und Feigheit jeden Deutschen an die Wand gestellt hätte, dann wäre die Spezie "Deutscher" bereits ausgestorben. Und was mit Götz George abgedreht wurde, war ja wohl, ganz objektiv gesehen, ein Skandal und eine Riesensauerei.weinender Smiley

bani


28.3.05 22:23:50
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Gepostet von Max Hansen
..., ebenso wie für die "Feuerzangenbowle" wo überhaupt nicht auf die Nazi-Gräuel eingegangen wird. Da wurde doch bewußt vom Kriegsalltag abgelenkt. ...



WO bitte schön hätte man denn da WAS einbauen sollen!?

Idealerweise vielleicht der Lehrkörper in SA-Uniform und neben der Schule ein KL, dessen arme gepeinigte Insassen die "Bauarbeiten" an der Schule durchführen müssen?


Ne, ne, ne ... manchmal haben die Leute wirklich die seltsamsten Ideen ...


Abgesehen davon sehe ich mir die "Feuerzangenbowle" 10x lieber an wie den Blödsinn, der uns heute serviert wird!

[ Editiert von bani am 28.03.05 22:24 ]

Hoover


28.3.05 23:49:36
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nette Inronie, Max Hansen Smiley mit dafür-Schild

Heidi


28.3.05 23:55:44
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Hallo Bani!
Da muß ich dir Recht geben. Die Feuerzangenbowle ist einfach ein schöner Film. Und erstaunlicherweise lieben meine Kinder (zwischen 1989 bis 1993) auch diesen Film heiß und innig. Und mal so ganz nebenbei: Für den "kleinen Mann" gab Rühmann mit seinen Filmen nach 1945 auch Durchhalteparolen aus: du bist ein "kleiner Mann" und trotzdem was wert. Das war für den "kleinen Mann" etwas sehr wichtiges, als er nach dem Krieg erkennen mußte, wie die größten Kriegsverbrecher ungeschoren wegkamen und gleich wieder die dicken Posten bekamen. Hingegen viele "kleine Männer" die Rechnung zahlen mußten.
Smiley mit Hammer auf dem Kopf

[ Editiert von Heidi am 28.03.05 23:59 ]

AnDie


29.3.05 13:41:01
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Gepostet von bani
Gepostet von Max Hansen
..., ebenso wie für die "Feuerzangenbowle" wo überhaupt nicht auf die Nazi-Gräuel eingegangen wird. Da wurde doch bewußt vom Kriegsalltag abgelenkt. ...



WO bitte schön hätte man denn da WAS einbauen sollen!?

Idealerweise vielleicht der Lehrkörper in SA-Uniform und neben der Schule ein KL, dessen arme gepeinigte Insassen die "Bauarbeiten" an der Schule durchführen müssen?


Ne, ne, ne ... manchmal haben die Leute wirklich die seltsamsten Ideen ...


Abgesehen davon sehe ich mir die "Feuerzangenbowle" 10x lieber an wie den Blödsinn, der uns heute serviert wird!

[ Editiert von bani am 28.03.05 22:24 ]


Mit Sicherheit sollte der Film vom Kriegsalltag ablenken, so wie es jeder Unterhaltungsfilm der damaligen Zeit sollte.
Aber wie bitte schön hätte man denn auf die Kriegsgräuel eingehen sollen? (Bani hat ja ein paar Vorschläge gemacht). Davon mal abgesehen, dass allem Einschein nach (wenn man die Kostüme betrachtet) die Handlung gar nicht während der NS-Zeit spielt, sondern eher auf die Kaiserzeit hinweist. Zu beanstanden wäre allenfalls der Satz des einen Lehrers (ich glaube, es war ein Sportlehrer), man müsse die Jugend formen. Das war natürlich ganz klar NS-Propaganda. Ansonsten aber, denke ich, ist der Film einfach wunderbare Unterhaltung.
Übrigens, so habe ich es mal irgendwo gelesen, wurden die Dreharbeiten damals bewusst herausgezögert, da fast alle männlichen Darsteller nach nach Abschluss der Dreharbeiten zur Wehrmacht einrückten.
Über Rühmann in der NS-Zeit kann man streiten, so wie man über jeden Menschen streiten kann, der sich in einer Diktatur halbwegs anpasst. Er hat sich auf Druck der Nazis von seiner ersten (jüdischen) Frau getrennt, sie aber weiterhin (u.a. finanziell) unterstützt. Und auch seine zweite Frau Hertha Feiler erregte das Missfalen der NS-Führung, galt sie doch nach den damaligen perfiden Rassegesetzen als Halbjüdin.

AnDie
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