Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Der beste General..

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AutorBeitrag

Indy


5.1.03 15:54:19
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Wer glaubt ihr war der 'beste' dt. General?
Zur Auswahl stehen:
Schörner
Model (Abwehr u. 'Feuerwehr' Experte
Nehring
Hube (Kesselspezi)
V. Manstein
Kluge
Guderian
Rommel
Dietl
Student
Kesselring
Rundstedt
...

Gruß Phillip

Quintus


12.2.03 06:48:00
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Ist zwar schon ein paar Tage alt - und Keiner hat hierzu etwas gesagt (bin auch nur beim Stöbern im Forum hier gelandet)...
Aber zum Thema:
Gerd von Rundstedt (1875 bis 1953) war wohl einer der fähigsten militärischen Befehlshaber, den es in einer deutschen Armee je gegeben hat! Er blieb einer der wenigen hohen deutschen Befehlshaber, die sich nicht vor einem alliierten Tribunal verantworten mußten, obwohl er selbst darum nachgesucht hatte, nachdem er erfahren hatte, dass seinem ehemaligen Stabschef, Generalfeldmarschall von Manstein, der Prozess gemacht werden sollte.
Statt dessen entließen ihn die Engländer im Mai 1949 aus der Kriegsgefangenschaft. (Er erlag am 24.2.1953 in einem Altersheim bei Celle seinem langjährigen Herzleiden).
Übrigens: Als Keitel am 29.6.1944 Rundstedt telefonisch fragte: "Was können wir machen?", antwortete Rundstedt barsch: "Was ihr tun sollt? Schluß machen, ihr Idioten! Was wollt ihr denn sonst noch machen?"*

Aber der wohl strategisch begabteste Kopf war: Erich von Manstein (1887 bis 1973).
Manstein war es, der den neuen Feldzugplan gegen Frankreich entworfen hatte, den ein bekannter Historiker "einen der genialsten Siegespläne, der je von Strategen ersonnen worden ist", bezeichnet hatte. Manstein verwarf den alten, vorausberechenbaren Plan eines durch Belgien führenden Hauptstoßes. Wie er Hitler am 17. Februar 1940 bei einem Abendessen auseinander setzte, sollte der deutsche Angriffsschwerpunkt statt dessen in den Ardennen liegen - dem bewaldeten Bergland im Grenzgebiet zwischen Belgien, Frankreich und Luxemburg. Nach herkömmlicher militärischer Auffassung stellte dieses Gebiet ein für Panzer unüberwindbares Hindernis dar, Manstein war jedoch anderer Überzeugung. Durch die unerwartete Angriffsrichtung hatten die Deutschen nicht nur den Vorteil des Überraschungsmoments auf ihrer Seite, sie standen dann auch vor dem verteidigungsschwächsten Abschnitt der französischen Grenze. Die deutschen Panzer würden die französischen Stellungen bei Sedan durchstoßen, einen Keil bis zum Ärmelkanal vortreiben und die anglo-französischen Armeen aufspalten.
Die deutsche Luftwaffe sollte die Panzer- und Fahrzeugkolonnen auf dem Marsch über die engen Ardennenstrassen schützen und dann einen Bombenteppich vor die Panzer legen, wenn sie nach Frankreich vorstießen. Solange die fliegende Artillerie in den feindlichen Reihen Verwirrung stiftete, ohne den Gegner zur Ruhe kommen zu lassen, musste dieser Vorstoß erfolgreich sein.
Der Angriff nach Nordbelgien und Holland hinein sollte nach Mansteins Vorstellungen wie geplant durchgeführt werden, aber vor allem als Ablenkungsmanöver dienen, um die Truppen der Alliierten von den Ardennen abzuziehen. Generaloberst von Bocks im Norden eingesetzte Heeresgruppe B würde ihre Panzerdivisionen bis auf eine an Rundstedts Heeresgruppe A abgeben, die den Panzervorstoß bei Sedan führen sollte.
Das war ein kühner, beinahe tollkühner Plan von der Art, für die Hitler sich so begeisterte. Mansteins Vorschlag wurde am 24. Februar 1940 offiziell als Grundlage der deutschen Angriffsplanung akzeptiert und erhielt den Decknamen "Sichelschnitt".
Übrigens: Während der durch die Umgruppierung der beiden Heeresgruppen entstehenden Zwangspause wandte sich Hitler nach Norden, um Dänemark und Norwegen zu besetzen.

*Quelle: Dr. Gerd F. Heuer "Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1933-1945" VPM Verlagsunion Pabel Moewig KG

vaueffzeh


13.2.03 22:38:57
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Ich frag mich wo in deiner Frage General Paulus bleibt...ohne Hitlers Befehl die Stadt zu halten und einen Rückzug zu vermeiden hätten wir die Schlacht um Stalingrad gewonnen. Für mich ist Paulus der größte Feldherr!

DER Alte


13.2.03 23:07:53
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Naja Paulus war eher der Typ Schreibtisch aber kein besonderst guter Mann zum führen von Leuten.
Wenn er Rückrad gehabt hätte währe er auch ohne den Befehl vom Führer ausgebrochen.
Auserdem hat er nach seiner gefangennahme mit den Russen kooperiert und war auch bei seinen Leuten net so toll angesehen.

Quintus


14.2.03 06:12:15
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Gepostet von vaueffzeh
Ich frag mich wo in deiner Frage General Paulus bleibt...ohne Hitlers Befehl die Stadt zu halten und einen Rückzug zu vermeiden hätten wir die Schlacht um Stalingrad gewonnen.

Das ist, gelinde gesagt, Usinn!!! Was Stalingrad betrifft, stehe ich gern zur Auskünften zur Verfügung!
Denn die Frage - und damit das vorgegebene Thema! - lautete nach dem besten General.
Weiteres über Stalingrad meinerseits kann man hier im Forum nachlesen - oder mich kontaktieren, oder mich verbal hier und jetzt angreifen!

Balsi


14.2.03 07:34:18
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*räusper*... Paulus war einfach nicht der Mann für eine Armee... ound ganz gewiss kein großer General.. theoretisch möglicherweise ein genie, praktisch aber leider nicht und genau das brauch aber ein Armeeführer. Im Zeitalter der operativen Kriegsführung ist das wichtigste schnelle Befehle zu erteilen (Führung von vorn) und Pualus war nachweislich ein Zögerer... der erst nach vielem Abwägen Entscheidungen traf... Im Vormarsch auf Stalingrad glückte das vielleicht... bei der Verteidigung war es der Tod.
IN seiner biographie heisst es das er es liebte Planspiele im Sandkasten abzuhalten... und selbst dort brauchte er Zeit... er hatte nie ein Truppenkommando inne gehabt und führte auf einmal eine ganze Armee... in den Tod... nein ein bedeutener Heerführer war er auf gar keinen fall

Indy


14.2.03 19:34:09
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Schukov hatte wohl vor Schörner gehörigen Respekt"...wenn Schörner nicht gewesen wäre, ständ die Rote armee im Bayrischem Wald..."

floschi2003


14.2.03 22:08:12
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Ihr liegt alle Falsch !!!!!:D
Der Wüstenfuchs Rommel ist der am meissten respektierteste (gefürchteste?!)General gewesen. Denkt doch nur an El Alamein nicht umsonst hätte der Gröfaz ihn in die Normandie geschickt!!!!

waldi44


14.2.03 22:22:15
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Tja, aber El Alamein war eine Niederlage:P !
Schlacht bei El Alamein (30. Juni bis 2. November 1942)
Durch Verlegung deutscher Luft- und Seestreitkräfte von Südeuropa nach Nordafrika gelang es Erwin Rommel im Januar 1942, die zwei Monate zuvor begonnene britische Offensive Crusader mit einem überraschenden Gegenangriff zu stoppen. Massive Luftangriffe deutscher Sturzkampfbomber (Stukas) begünstigten den deutsch-italienischen Vormarsch nach Tobruk. Die britische Festung kapitulierte nach heftigen Kämpfen am 21. Juni. Unter Ausnutzung des psychologischen Vorteils nach dem Sieg befahl der inzwischen zum Generalfeldmarschall beförderte Rommel die Verfolgung des Gegners. Auch Adolf Hitler und Benito Mussolini zogen nunmehr den Vorstoß nach Ägypten der ursprünglich vorgesehenen Eroberung des britischen Versorgungsstützpunkts Malta vor.
Obwohl die in der Panzergruppe Afrika formierten deutsch-italienischen Verbände mit 60 zu 160 Panzern in Unterzahl waren, stießen sie am 30. Juni 1942 bei El Alamein an die letzte britische Verteidigungsstellung vor Alexandria. Ihrer beweglichen Kampfführung waren die schwerfälligen britischen Panzer unterlegen, die zudem durch die im Panzerabwehrkampf wirkungsvoll eingesetzten 8,8 cm-Flakgeschütze erhebliche Verluste erlitten. Die Achsenmächte, die beim Eintreffen vor El Alamein lediglich über 2.000 Infanteristen und 55 Panzer verfügten, scheiterten jedoch an einem Vorstoß durch die Verteidigungslinie aufgrund britischer Überlegenheit. Eine letzte, am 31. August begonnene deutsch-italienische Großoffensive mußte nach drei Tagen wegen Treibstoffmangels abgebrochen werden. Während die Briten auf eine nur 100 Kilometer lange Nachschublinie nach Alexandria zurückgreifen konnten, mußten die Versorgungsgüter für die Deutschen über 1.000 Kilometer durch die Wüste transportiert werden.
Als die 8. Armee unter Bernard L. Montgomery am 23. Oktober zum Angriff überging, standen knapp 100.000 deutsche und italienische Soldaten mit 550 Panzern etwa 230.000 britischen, südafrikanischen, indischen und neuseeländischen Soldaten mit über 1.200 Panzern gegenüber. Nach der für den Afrikafeldzug entscheidenden Materialschlacht war die Kampfstärke auf 30 bzw. 600 Panzer reduziert. 30.000 Mann gerieten in britische Gefangenschaft. Als die Briten am 2. November 1942 die deutschen Stellungen durchbrachen, verfügte Rommel gegen den Befehl Hitlers den Rückzug seiner fast völlig aufgeriebenen und erschöpften Truppen nach Libyen. Nachdem über 100.000 amerikanische und britische Soldaten nach der Landung in Marokko und Algerien am 8. November 1942 eine zweite Front im Rücken von Rommels Truppen eröffneten, wurde die militärische Situation für die Deutschen in Nordafrika aussichtslos.

Quintus


15.2.03 07:20:50
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"Wir hielten den verhaßten Erich von Mahnstein für unseren gefährlichsten Gegner. Seine technische Beherrschung aller, aber auch aller Situationen sucht ihresgleichen. Es wäre vielleicht schlecht um uns bestellt gewesen, wenn alle Generäle der deutschen Wehrmacht sein Format besessen hätten."
Rodion Malinowski, Marschall der Sowjetunion, prominter russischer Militär und einstiger Verteidigungsminister der UDSSR.
Quelle: Dr. Gerd F. Heuer "Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1933-1945" VPM Verlagsunion Pabel Moewig KG, Seite 87.

Gast


15.2.03 19:09:32
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Hallo,
was haltet ihr von dem Generalfeldmarschall Model?
In den Biografien über ihn, die man im Internet findet, wird er als der Defensivstratege der Wehrmacht bezeichnet.
Was haltet ihr denn von der Einschätzung? Ich sehe das so, ab 1943 hätte die Wehrmacht mehr Defensivstrategen wie Offensivstrategen benötigt.
Er hatte ja im September 1944 bei Market Garden sein HQ direkt in einer Absprungzone der Feinde und hat gedacht, sie wollten ihn festnehmen.
Ist Model der von allen Feldmarschällen der Unbekannteste oder werden seine Leistungen einfach nur unterschätzt?

OGLongbeach


15.2.03 22:50:47
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Model, denke ich, kann man sicherlich dazu zählen. ich erinnere nur an den Zusammenbruch der HG Mitte im Jahre 44.
Ansich ist die Frage allerdings nicht tiefgreifend genug gestellt.
Was ist denn mit den ganzen Korps,- Armee,- und Divisionsgenerälen, die nicht so im Rampenlicht standen wie die bekannten großen Strategen der deutschen Wehrmacht ??

MfG OG Longbeach

Indy


16.2.03 14:03:59
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Ist das nicht ein Hollywood-gerücht ,das Model Angst hatte die Fj`s würden wegen ihm kommen...

Gruß Phillip
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