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Guderian ?

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AutorBeitrag

schaefchen1971


5.2.03 16:33:16
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Hat jemand von euch eine Erklärung dafür,wieso
der schnelle Heinz nie zum Generalfeldmarschall befördert wurde ?
Ich meine, er hat die Panzerwaffe mit aufgebaut,
tatkräftig zum Gelingen des Frankreichfeldzuges und
zu den Anfangserfolgen in Russland beigetragen ?

waldi44


5.2.03 18:38:06
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1941
Juni: Mit Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion befehligt er die Panzergruppe 2, mit der er sich an der ersten Kesselschlacht des Kriegs bei Bialystok und Minsk beteiligt. 17. Juli: Als einem der erfolgreichsten Frontgenerale seit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Guderian während der Schlacht bei Smolensk das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. 23. August: Vergeblich versucht Guderian im Auftrag der Generale an der Ostfront Hitler davon zu überzeugen, den Angriff auf Moskau der vorgesehenen Eroberung der Ukraine vorzuziehen. Oktober: Mit seinen zur 2. Panzerarmee erweiterten Verbänden entscheidet er die Kesselschlacht von Brjansk für sich. Henning von Tresckow bemüht sich vergeblich, Guderian zu einer Beteiligung an Putschplänen gegen Hitler zu bewegen. 21. Dezember: Um nach Beginn der sowjetischen Winteroffensive von 1941/42 nicht den Tod seiner erschöpften und unterlegenen Truppen verantworten zu müssen, ordnet er fünf Tage nach Hitlers fanatischem "Halte-Befehl" einen taktischen Rückzug an. 25. Dezember: Guderian wird aufgrund seiner eigenmächtigen Frontbegradigung von Hitler abgesetzt und zur Führerreserve versetzt.
Deswegen wohl

schaefchen1971


6.2.03 12:15:44
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Trotzdem hat er ja auch danach noch einiges für das deutsche Ostheer getan, bzw.versucht zu machen.
Und ein Manstein hat ja auch nicht immer gemacht, was der
größte Feldheer aller Zeiten ihm aufgetragen hatte...
Allerdings frage ich mich auch immer, wie Generäle
(Rommel,Guderian,Manstein...)
an der Front Befehle Ihres Vorgesetzen
ablehnen oder gänzlich anders handeln konnten, gleichzeitig mit dem Hinweis auf den Führereid weigerten, sich am Widerstand zu beteiligen.
Mir kann keiner glaubhaft machen, dass ein Rommel
nicht mitbekommen hat, wie Hitler mit den Polen umgesprungen ist.
Und Manstein hat m. W. nach sogar eigenen Anweisungegen
herausgegeben, wie man die sowjetischen Gefangegen zu behandeln habe.
Folglich muss Ihm durchaus bewusst gewesen sein,
wie die SS-Schergen im Hinterland wüteten.
Aber sag mal Waldi, glaubst Du Guderian hatte Recht mit dem
Plan direkt auf Moskau vorzustossen ?
Immerhin befanden sich ja im Raum Kiew einige russiche Armeen und Panzerkorps, die der südlichen Heeresgruppe einige Unanehmlichkeiten hätten bereiten können.
Andererseits war Moskau sicherlich DAS Schaltzentrum
und die Einnahme der Hauptstadt hätte sicherlich
auch einen psychologischen Effekt gehabt.

Balsi


6.2.03 13:40:27
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das Thema Kiev oder Moskau müsste hier irgendwo im Forum schon ausführlich behandelt worden sein... habe ja Guderians Buch gelesen bzw. das über ihn "Meine Erinnerungen"... erstaunlich ist, das Guderian im Grunde genommen nie im Zusammenhang mit Verbrechen erwähnt wird.. obwohl er ja letztendlich ein garant dafür war. Hitler hat es ihm wohl nie verziehen, das er vor Moskau scheiterte und Guderian hat dort ja eigenmächtig den Angriff einstellen lassen (Tula) und ist zurückgegangen...

schaefchen1971


6.2.03 16:12:58
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Trotz aller Kritik muss ich Guderian und Rommel zu Gute halten, dass Sie sich Hitlers Befehlen widersetzen,
um Ihre Soldaten nicht zu verheizen...
hätte Paulus ebenso gedacht ...

Freidenker


15.2.03 09:35:24
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Guderian ist der "Gott" der modernen Panzerwaffe - als solcher anerkannt und gewürdigt in der ganen Welt.

Quintus


17.2.03 04:50:53
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Gepostet von Freidenker
Guderian ist der "Gott" der modernen Panzerwaffe - als solcher anerkannt und gewürdigt in der ganen Welt.

Aber nur deshalb, weil de Gaulle bei seinen Chefs auf taube Ohren traf. Hitler hingegen konnte sich immer begeistern, für sensationelle technische oder taktische Raffinessen...

schaefchen1971


17.2.03 12:32:20
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Na ja es reicht eben nicht gute Idden zu haben, man muss sie auch "verkaufen" können.
Ich behaupte aber mal, dass die Bündelung von Panzern in eigenständigen Verbänden eigentlich nur für eine offensiv ausgerichtete Armee Sinn macht,aber die Franzosen waren ja (leider) generell defensiv eingestellt und versteckten sich hinter der Maginot-Linie.
P. S.: Wieso bist Denn Du so früh schon auf :-))) ?

Balsi


17.2.03 13:04:19
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quintus schreibt doch aus Südamerika, oder? Und dort ist ja eine andere Zeit...
das eigentlich revolutionäre waren ja nciht allein die Panzer, die gab es ja schon 1918. Allein die hätten nichts geschafft, die Deutschen hatten im 1. Weltkrieg einmal einen feindlichen Panzerangriff durchlaufen lassen und die Infanterie niedergehalten, die Panzer wurden hinter der Front dann fast alle vernichtet (Cambrai). Entscheidend für den erfolg im 2. WK war die Zusammenfassung von eigenständigen Divisionen (Panzerdivisionen) die auch alle Unterstützungskräfte enthielten... Artillerie, Aufklärung und Abwehr, das wichtigste war die Infanterie.. die den Durchbruch der Panzer absicherte und durch deren Motorisierung den Erfolg ausbaute und schnell ins Hinterland vorstiess. Dieses Konzept kommt gut im Buch "Grenadiere" von Panzermeyer rüber. Schnelligkeit, das wra das A und O der deutschen Einheiten...auf einen Abnutzungskrieg ala Russland war man nicht vorbereitet und auch nicht im Stande. Lief der Feind musste man ihn nicht zur Ruhe kommen lassen. Bestes Beispiel 7. PD unter Rommel in Frankreich...

Quintus


18.2.03 04:34:37
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Gepostet von Balsi
quintus schreibt doch aus Südamerika, oder? Und dort ist ja eine andere Zeit...

Genau !!! Wenn es in Deutschland 5 Uhr morgens ist, ist es bei mir in Kolumbien gerade erst 23 Uhr (im Sommer beträgt der Zeitunterschied 7 Stunden).
Übrigens: Wenn die Temperaturen in Deutschland in den Minus-Bereichen liegen, habe ich hier 38 Grad :D .
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