Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.
| Autor | Beitrag |
|---|---|
Spirit Wake3.1.04 11:20:35 Direktverweis | Hallo, ich habe einige Fragen zu militärischen Dingen. Vorab ich bin w und 36 Jahre alt, also als Antwort bitte nicht sowas wie: Wenn Du es wissen willst geh doch selbst zur Bundeswehr. Also: - Exerziert die Bundeswehr heute noch, welche Exerzier-Übungen macht sie genau und wo? - Zu welchen Gelegenheiten/Anlässen zeigt sich eine Bundeswehr - Einheit marschierend oder exerzierend in der Öffentlichkeit? - Gibt es Möglichkeiten für Zivilisten, Marschier- und Exerzierübungen der Bundeswehr (falls es diese noch gibt) zu beobachten? Ich brauche diese Informationen für die Vorbereitung einer Forschungsarbeit. Grüße Spirit Wake |
waldi443.1.04 11:50:53 Direktverweis | Eine Armee, die nicht marschiert ist wohl eher ein Wanderverein und ausserdem ist nach Joggen das Marschieren des deutschen zweitliebste Art sich von Punkt "A" nach "Punkt "B" zu bewegen! Kein Verein, der was auf sich hält, verzichtet auf diese Art der Fortbewegung(Karnevallsverein, Schützenverein, Schallmeienverein, Reservistenverein....)! Gelegenheiten im gleichen Schritt und Tritt zu marschieren gibt es auch heute noch, wenn auch nicht mehr so oft wie damals. Staatsbesuche oder Zapfestreich sind beliebte und hochwillkommene Anlässe, ebenso Vereidigungen und nach Übungen bzw Manövern, sogenannte Feldparaden. Alle diese Übungen werden machmal kombiniert mit anderen Waffen, zb Autos und Panzern durchgeführt, wobei diese natürlich nicht marschieren, sondern eher rollen bzw auf Ketten gleiten! Flugzeuge hingegen ziehen es vor sich fliegenderweise fortzubewegen, es sei denn die Piloten sind vorher ausgestiegen ;) bzw erst garnicht ein ! Beim Gefechtsexerzieren wird auf einem imaginären Kampffeld das zusammenspiel der Truppe exerziert, zB das Geradeausfahren eines Panzerverbandes mit gleichen Abständen, also Bewegen im Gelände oder wo auch immer unter möglicht kriegsnahen Bedingungen. Wobei das "Geradeausfahren" wohl eine der eher leichteren Übungen ist , in schwierigem Gelände aber durchaus Probleme bereiten kann! Allerdings können manche Zeitgenossen besser geradeaus fahren als Laufen, auch vollbetankt ;)! In der Regel findet das Exerzieren in den Kasernen statt und steht auf dem Dienstplan. Exerzieren bedeutet aber nicht zwangsläufig im Gleichschritt zu marschieren. Es gibt auch ein Exerzieren an und mit Waffen. Dabei sollte man aber den Gleichschritt tunlichst vermeiden. Beim Exerzieren an den Waffen werden die zur effenktiven Benutzung selbiger notwendigen Handgriffe bis zum "Erbrechen" geübt und wenn man beim "Erbrechen" das Konönchen oder was auch immer, verdreckt hat oder der Chef es viel besser gekonnt hätte ;), kommt das Straferxerzieren! Da haben wir aber noch kompetentere Zeitgenossen, die Dir sicher nähere Auskunft zu Deiner Frage geben können! Ansonsten aber ein allgemeines "JA" zu allen Fragen :D! |
Hoover3.1.04 11:56:33 Direktverweis | Um die Bundeswehr beim "Exerzieren" (in meinen Augen ist hier der Formaldienst gemeint, oder?) zu beobachten muss man sich eine Vereidigung oder Öfftnetliches Gelöbnis ansehen, noch besser natürlich einen Großen Zapfenstreich. Da ist dann eigentlich alles zu sehen, was Gleichschritt usw. bedeutet. Termine bekommt man bei den Pressestellen der Bundeswehr, auch bei den Kreiswehrersatzämtern. Zur Not nachfragen bei www.bundeswehr.de. Viel Spaß Frank |
Leutnant3.1.04 12:11:16 Direktverweis | Ich muss Hoover recht geben, den alten Exerzierdienst von Wehrmacht oder NVA gibt es in der heutigen BW nicht mehr. Die Rekruten lernen nur noch, wie man sich im Gleichschritt (evtl. zu Musik/Gesang) bewegt. Außerdem enthält der Formaldienst, grundsätzliche Bewegungen wie das Drehen um 90 bzw 180 Grad oder das korrekte militärische Grüßen. Beim Marsch im Gleichschritt kommt außerdem noch das Kurztreten hinzu, um Kurven gleichmäßig zu passieren. Für deine Forschungsarbeit würde ich dir eine Kaserne des Wachbatailons empfehlen, diese Soldaten lernen für Staatsempfänge u.a. etwas mehr Formaldienst. |
waldi443.1.04 12:24:51 Direktverweis | Vielleicht wäre es ja ein interessantes Unterthema "Exerzieren im Wandel der Zeit"!? @Leutnant:"...kurztreten" ? Wir wollen hier doch keine politische Diskussion entfachen:D, wie "kurz" denn noch:totlach::totlach::totlach:! |
Leutnant3.1.04 12:27:52 Direktverweis | @ waldi Recht haste! Ich könnte fast lachen, wenns nicht so traurig wär!:tzzzz: ![]() |
Spirit Wake3.1.04 16:14:10 Direktverweis | erstmal vielen Dank für die Antworten. @Waldi: Die Vereine habe ich auf jeden Fall auch "auf dem Zettel", Schwerpunkt liegt aber beim Militär und solange ich nicht gezwungen sein sollte den Schwerpunkt zu verlagern soll er da auch bleiben. Die "Feldparaden", Du schreibst es sind Übungen nach oder bei Manövern, kann man so etwas beobachten? Es geht weniger um Fahrzeuge, mehr um marschierende Menschen. Beim Exerzieren mit Waffen, mit welchen Waffen genau wird da geübt und weshalb kann man dabei nicht im Gleichschritt bleiben? @Hoover Danke für die nützlichen Hinweise. Ich werde mich auf jeden Fall an die Pressestelle der Bundeswehr oder das Kreiswehrersatzamt wenden. Was ich mit Exerzieren meine: Hm ich glaube ich habe da nur so eine vage Vorstellung davon im Kopf, und die ist eher verbunden mit Dingen, die vor der "Stunde Null" waren .... als es noch öffentliche Paraden und Ehrenwachen und so etwas gab. @Leutnant: Wo ist dieses Wachbataillon stationiert? Ansonsten danke für die Infos. Ja die Frage nach dem "Wandel der Zeiten" die wird auch gestellt. Das wird jetzt aber für's erste viel zu umfangreich, ich muß erstmal anfangen zu recherchieren und dann weiter sehen. Grüße Spirit Wake |
Axel433.1.04 18:15:39 Direktverweis | Na. marschieren haben wir damals noch im Fach Leibesübung/Turnen auf der Oberrealschule in München gelernt, also Richt Euch ! Abstand ! Abzählen ! Rechts um ! Im Gleichschritt ! etc etc, sogar das Kurztreten, wenn ich mich recht erinnere. Das war Ende der 50iger Jahre. Ich nehme an, unser Turnlehrer hatte das noch aus seiner Zeit in der WH her. |
Leutnant3.1.04 18:43:19 Direktverweis | Das Wachbataillon besteht aus verschiedenen Formationen (Luftwaffe/Heer/Marine). Sie sind meines Wissens u.a. in Berlin stationiert, aber genaues weiss ich leider nicht dazu...ist halt nicht meine Truppengattung. Zum Formaldienst zählen genau die Sachen, die Axel43 auch in seinem Turnunterricht beschrieben hat. Normalerweise dürfte sich Formaldienst in jeder Kaserne finden lassen, besonders die Grundausbildungseinheiten haben diesen Dienst jede Woche. Wenn du dir das mal anschauen willst geh einfach in eine Kaserne, sprich mit einem KpChef (der AGA-Kompanie) oder dem Kasernenfeldwebel. Heutzutage ist es kein Problem mehr quasi als Tourist eine Kaserne zu besuchen und wenn das danoch der Forschung dient... ![]() |
waldi443.1.04 20:01:36 Direktverweis | Das "Exerzieren" nur auf das "Marschieren" zu begrenzen finde ich nicht richtig! Wird wohl aber so gefragt sein! Den Gipfel der Exerzierkunst kann man bei bestimmten Wettbewerben der Musikkapellen der verschiedenen Streitkräfte der Welt bewunden, wenn die Kerl's musizierend und ohne zusammen zu stossen in perfekter Ordung ducheinander marschieren! Echt super!! Perfektion in Vollendung!! Ja, DAS hatten wir in der DDR auch im Turn-/Sportunterricht und später bei der GST! |
Leutnant3.1.04 20:19:43 Direktverweis | @ waldi Meinst du die Militärmusikfestspiele Berlin? Genau da tretten nämlich auch immer Vertreter des Wachbataillons mit ihrem Kar98 auf. |
waldi443.1.04 20:27:51 Direktverweis | Jup! Ist doch "Saugail" die Vorführung und wie gesagt, die Krönung der Marschiererei überhaupt;)! |
Hoover22.1.04 20:15:53 Direktverweis | Ich habe kürzlich eine DVD geliehen bekommen, da waren NVA-Übungen usw drauf. U.a. war da das WachBtl der NVA (gabs sowas?) vor der Alten Wache oder so, die dort einen Feinen Formaldienst gezeigt haben. |