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Die Wiedereingliederung des Saarlandes

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AutorBeitrag

Illuminatus


17.3.05 12:50:34
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Hallo Leute,

wie vollzog sich die Wiedereingliederung des Saarlandes ins Deutsche Reich? Bekannt ist mir eine Abstimmung darüber. Wann war das genau? Wurden Truppen ins Saargebiet geschickt, obwohl diese Seite des Rheines als entmilitarisierte Zone galt? Wenn ja, welche? Möglicherweise SS-Truppen. Bin dankbar für eure Hilfe.

Richtschuetze


17.3.05 13:05:09
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Meinst Du nach dem 1 oder 2 Weltkrieg?

Gruss

Illuminatus


17.3.05 13:17:00
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Gepostet von Richtschuetze
Meinst Du nach dem 1 oder 2 Weltkrieg?

Gruss


Na, wenn ich schon von Deutschem Reich und SS schreibe, dürfte die Zeit nach dem 2.WK wohl als Möglichkeit ausscheiden.

waldi44


17.3.05 13:28:31
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Nach dem 1. Wk

Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet durch den Versailler Friedensvertrag vom Deutschen Reich abgetrennt und einer Regierungskommission des Völkerbundes unterstellt. Erstmals bildete das Saargebiet eine eigene Verwaltungseinheit. Frankreich hatte eine Annexion angestrebt; aber es erhielt nur das Eigentum der Steinkohlengruben und damit einen starken wirtschaftlichen Einfluss. Bei der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 stimmten trotz der nationalsozialistischen Herrschaft über 90% der Stimmberechtigten für die Rückkehr ins Deutsche Reich.
Am 1. März 1935 wurde das Saargebiet in das Deutsche Reich rückgegliedert. Die in Versailles geschaffene Verwaltungseinheit Saargebiet wurde dabei nicht aufgelöst, sondern am 30. Januar 1935 im "Gesetz über die vorläufige Verwaltung des Saarlandes" unter der Bezeichnung Saarland einem Reichskommissar unterstellt.


SPD war dagegen

Sascha Zenk: "Er handelte über nationale und ideologische Grenzen hinweg."
"Wir sind dafür, eine Straße oder einen Platz in der Innenstadt Saarbrückens, nach Max Braun zu benennen." Diesen Vorschlag macht Sascha Zenk vom Vorstand der AKTION 3.WELT SAAR anlässlich des 70. Jahrestages der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935. Der Sozialdemokrat Max Braun trat gemeinsam mit Kommunisten und einem Teil der Christen in der Abstimmung gegen den Anschluss des Saargebietes an Nazi-Deutschland ein. "Damit war er seiner Zeit voraus und handelte in beispielhafter Weise über nationale und ideologische Grenzen hinweg." Braun widersetzte sich mit seiner Bündnispolitik auch dem Prager Exilvorstand der SPD. "Ich bedauere es, dass sich die SPD -Saar bis heute mit dem Sozialdemokrat Max Braun so schwer tut.", so Zenk.

Der Zweite Weltkrieg führte zu einer erneuten Annexion des Moseldepartements innerhalb des Gaues Westmark, der auch die Pfalz umfasste.

DAS hatten die Franzosen nach dem 2. WK mit dem Saarland vor.

Französisches Programm für das Saarland
In ihrem Programm für den wirtschaftlichen Anschluss des Saarlandes vom 12. Februar 1946 sah die französische Militärregierung unter anderem folgende Punkte vor:
- Übertragung des deutschen Eigentums an den Saarbergwerken an Frankreich
- Anschluss an das französische Zoll- und Währungssystem
- Entziehung des Saargebietes aus der Einflusssphäre des alliierten Kontrollrates
- Erklärung, das saarländische Industriegebiet nie wieder unter die Aufsicht einer deutschen Zentralbehörde kommen zu lassen
- ständige Präsenz französischer Truppen im Saargebiet
- Kontrolle der saarländischen Verwaltung
- Trennung des öffentlichen Dienstes des Saarlandes von denen des ehemaligen Reiches
- Wahrnehmung der saarländischen Interessen des Saarlandes durch Frankreich.

[ Editiert von Administrator waldi44 am 17.03.05 13:30 ]

[ Editiert von Administrator waldi44 am 17.03.05 13:31 ]

Richtschuetze


17.3.05 13:35:36
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Na, wenn ich schon von Deutschem Reich und SS schreibe, dürfte die Zeit nach dem 2.WK wohl als Möglichkeit ausscheiden.


Haste recht!sorry!Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley


Gruss

Westwall


20.3.05 22:56:06
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Hallo Illuminatus, die SS-Leibstandarte „Adolf Hitler“ überschreitet um 00.00 Uhr des 01.03.1935 ( Stichtag der Heimkehr ) in einem Transportzug die Grenze des Saarlandes bei Bruchmühlbach und erreichte gegen 03.00 Uhr den Hauptbahnhof in Saarbrücken.
Um 12.00 Uhr stellte die 2. Kompanie ( Stoppel ) eine Ehrenkompanie beim Eintreffen Adolf Hitlers, nach der Übergabe der Regierungsgeschäfte an Gauleiter Bürckel fand unter dem Jubel der Saarländer einen Vorbeimarsch der gesamten SS-Leibstandarte „AH“ unter Obergruppenführer Sepp Dietrich vor Adolf Hitler am Saarbrücker Rathaus statt.
Die LAH blieb bis Mitte März 1935 in Saarbrücken in Garnison.

Quelle:
Die Leibstandarte ( Band I )
Rudolf Lehmann
Munin Verlag

Illuminatus


20.3.05 23:06:57
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@ Westwall

Weißt du wieviel Kompanien und welche genau an diesem Einsatz teilnahmen?

Westwall


20.3.05 23:32:49
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Wenn ich Lehmann in seinem Buch richtig verstehe nahm an diesem Einsatz das erste und zweite Bataillon der SS-Leibstandarte teil, zu diesem Zeitpunkt bestand die LAH erst aus drei Bataillone mit 13. Kompanien.
Die 1. Kompanie ( Wisch ) stellte eine Ehrenkompanie am Kreis-Ständehaus des Völkerbundes, die 5. Kp. ( Mohnke ) und 6. Kp. ( Lange ) eine Ehrenformation Bahnhof und Rathaus, sowie die 2. Kp. ( Stoppel ) Ehrenformation Hitler.
Laut Lehmann gab es die Parade, Zitat: „Vorbeimarsch beider Bataillone unter Sepp Dietrich vor Adolf Hitler“..., das heißt also dass nur das I. und II. Btl. an diesem Einsatz teilgenommen haben mussten.
Da in diesem Buch eine Stärkemeldung der Leibstandarte vom 21.03.1935 von 2918 Mann angibt, muss es im Großraum Saarbrücken in den ersten Märztagen von SS nur so gewimmelt haben.
Weitere Angaben zu Aufgaben und Einsätzen insbesondere einzelner Kompanien werden leider nicht erwähnt, auch nicht der genaue Abzugtag, doch muss spätestens am 17. März Schluss mit Saarbrücken gewesen sein, an diesem Tag ( Heldengedenktag ) stand die komplette „LAH“ wieder Unter den Linden in Berlin.

Illuminatus


21.3.05 11:14:41
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Danke, das hilft mir weiter.
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