Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Recherche 711. Infanteriedivision

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AutorBeitrag

Balsi


31.10.01 14:23:43
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Hallöchen,
also nun meiner erste Rechercheanfrage hier im Board,
es geht um folgendes...
Heinz K. war zuletzt in der Gegend von brünn/tschechien in der Verwaltungs-Kompanie der 711.ID eingesetzt.
Nach mündlichen Angaben eines Kameraden soll er Anfang Mai 1945 in einem Lazarett bei Sebranice gesehen worden sein.
Eure Meinungen und Vorschläge????
Gruss

Balsi


31.10.01 15:25:21
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so ok was haben wir dazu alles...
die 711. ID... war eingesetzt im Landungsraum der Alliierten 1944 in der Normandie
die Einsatzräume sahen folgendermaßen aus
Aufgestellt am 1. Mai 1941 als bodenständige Division der 15. Welle im WK XI.
Die in der Normandie schwer angeschlagene Division wurde in den Niederlanden südlich von Rotterdam zwischen September und Dezember 1944 voll aufgefrischt.
Die Division wurde nach Ungarn verlegt und kam im Raum Deutsch-Brod in russische Gefangenschaft.
1941
Mai in Aufstellung
Juni XXXXII 15. Armee D Kanalküste
Juli z. Vfg. 15. Armee D Kanalküste
1942
Januar LX 15. Armee D Kanalküste
Februar XXXII 15. Armee D Kanalküste
Juni LXXXI 15. Armee D Kanalküste
1943
Januar LXXXI 15. Armee D Kanalküste
1944
Januar LXXXI 15. Armee D Kanalküste
Mai LXXXI 15. Armee B Normandie
Juli LXXXI Panzergruppe West B Normandie
August LXXXVI 5. Panzerarmee B Niederlande
September LXXXVI 15. Armee B Niederlande
Dezember LXXXVIII 15. Armee H Ungarn

1945

Januar in Zuführung Süd Ungarn
Februar I. Kavallerie 6. Armee Süd Plattensee
April (Kgr.) LXXII 8. Armee Süd Gran
Mai (Kgr.) XXIV 1. Panzerarmee Mitte Mähren

2. Divisionskommandeure:
1. Mai 1941 Generalmajor Dietrich von Reinersdorff-Paczensky und Tenczin
1. April 1942 Generalmajor Wilhelm Haverkamp
15. Juli 1942 Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Deutsch
15. März 1943 Generalleutnant Josef Reichert

3. Gliederung:
711. Infanterie-Division 1941:
Infanterie-Regiment 731
Infanterie-Regiment 744
Artillerie-Abteilung 651
Divisionseinheiten 711

711. Infanterie-Division 1945:
Grenadier-Regiment 731
Grenadier-Regiment 744
Grenadier-Regiment 763
Divisions-Füsilier-Bataillon 1711
Artillerie-Regiment 1711
Divisionseinheiten 711

Balsi


31.10.01 15:26:52
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Heinz K. diente in der dieser Division in der Verwaltungskompanie.... Was war deren Aufgabengebiet???
Meinungen???

Gruss

Balsi


13.11.01 08:38:37
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so habe neu infos bekommen...
" Erkennungsmarke: -1525-schw.Art.Ers.Abt. 1/62
ab 15.11.1940 Aufstellung der 306.Infanterie-Division im Wehrkreis Münster
unter Generalleutnant Hans von Sommerfeld
Mai 1941 im 27.Armeekorps der 15.Armee, Heeresgr.D als bodenständige Division
in Belgien stationiert.
26.06.1942 laut Meldung in der 2.Batterie Artillerie Regiment 306.Zugang: von
1.Batterie Artillerie Ersatz, Abteilung (motorisiert)62
21.10.1942 Umgliederung in eine Angriffs-Division unter Gen.der Art.Georg
Pfeiffer
12.1942 Weihnachtsurlaub
01.1943 Verlegung in den Südabschnitt der Ostfront nach Millerowo am Don
in die Armee-Abt. Hollidt, Heeresgruppe Don Kommandeur Gen.lt
Theobald Lieb
13.03.1943 2.Batterie Artillerie Regiment 306 - unterst.der 306.ID
04.1943 Einsatz und Abwehrkämpfe im großen Donbogen, westlich von Stalingrad
als Bestand der 6.Armee,Heeresgr.Süd(unter von Manstein)und General
der Kav. Karl-Erik Köhler
05.1943 verlustreiche Abwehrkämpfe zwischen Donez und Mius,im Raum Astachowa
Krassnyij Lutsch
08.1943 Rückzug über den Mius in den Raum Stalino
10.1943 verlustreiche Rückzugskämpfe mit einigen Einkesselungen über
Alexandrowka hinter den Dnjepr bei Dnjeprpetrowsk und Saporoschje
mit der 1.Panzerarmee und weitere Stellungskämpfe ab dem 23.12.43
am unteren Dnjepr.Am 2.11. aufgefüllt durch Reste der 328.ID
02.1944 erneute Stellungskämpfe,später Einkesselung der 6. und 8.Armee und
Ausbruch und Rückzug über Nikopol(8.Februar)und Kriwoj Rog(22.Februar
den Ingul(Kessel bei Nowy Bug,März)Überquerung des Bug bei Nikolajew
03.1944 (21.März)und weiterer Rückzug über Odessa (28.März) und den Dnjestr
in den Raum Galatz.
04.1944 als 6.Armee der Heeresgruppe Südukraine ab April im Raum Kischinew
in schwere Stellungskämpfe verwickelt und am
20.08.1944 von den Ukrainischen Fronten 2 und 3 zwischen Dnjestr und Pruth
eingekesselt und vernichtet.

10.12.1944 laut Meldung in der 9.Kompanie Grenadier Regiment 744 der 711.
Infanterie-Division,neugebildete 6.Armee ,Heeresgruppe Süd (Wöhler),
Einsatz zwischen Plattensee und Budapest.
01.1945 ebenso laut Meldung. Am 11.2.fällt Budapest.
ab 03.1945 zunächst Gegenoffensive bei Stuhlweißenburg(Szekesfehervar)
dann am Gran-Brückenkopf Esztergom.Ende März zog sich die 711.
unter hohen Verlusten über Tat und Komoran auf die Nordseite des
Donauufers zurück, um einem erneuten Kessel zu entgehen.
05.04.1945 östlich von Pressburg (Bratislava) gingen die auf Kampfgruppenstärke
zusammengeschmolzenen Regimenter nach Lundenberg (Brezlav)zurück.
Zwischen dem 6. und 12.4. kam es im Raum Mährisch-Neudorf und Göding
ebenfalls nochmal zu heftigen Gefechten mit einem überlegenen Gegner.
12.04.1945 letzter Brief von Karl Bonke,Feldpostnr.46166.In diesem Brief, der
möglicherweise in der Nähe von Brünn (Brno),vielleicht sogar im Feld-
lazarett Sepranitz (Sebranice)geschrieben wurde, berichtet er von
bedrängenden Kämpfen,dem fluchtartigen Verlassen einer Stellung
(Esztergom ?),bei der man den Russen sehr viele Lebensmittel zurückla
ssen mußte.Nun sei es aber etwas ruhiger. Er hofft,die Familie
wiedersehen zu können,denn es geht "jetzt stetig der Heimat" zu.
Allerdings deutet er eventuell eine nicht unerhebliche Verletzung
an oder beschreibt so die allgemeine Angst vor den Russen mit dem
Wissen, das man noch nicht in Sicherheit sei.
26.04.1945 Die Division,die nur noch aus dem Stab des Gren.Reg. 731 und
Restgruppen besteht, und wieder der 8.Armee untersteht,wird noch-
mals nördlich der "Feste Brünn" von starken russischen Infanterie-
und Panzerkräften in sehr verlustvolle Kämpfe verwickelt.Bis zum

08.05.1945 wird dadurch aber schnelles Vorgehen der sowjetischen Truppen ver-
hindert und ermöglicht einigen Gruppen die Absetzung über
Groß Meseritz (Velke Mezirici) in den Raum Deutsch Brod (Havlickuv
Brod).Hier kapituliert am
11.05.1945 die Heeresgruppe Mitte bei Pardubitz.Einzelne Gruppen werden aber
noch bis zum
13.05.1945 in Häuser-,Wald- und Partisanenkämpfe verwickelt.Hier finden aber-
mals noch viele Soldaten den Tod - oft unbemerkt von den überlebenden
Kameraden.Auch lagen Sanitätsfahrzeuge und Verbandsplätze häufig
unter Beschuss von Panzern und Artillerie.Wahrscheinlich auch das
Lazarett oder der Verbandsplatz bei Sepranitz,auf dem Karl Bonke am
02.05.1945 zuletzt lebend vom Kameraden August Schütze(7.Gren.Reg.731)gesehen
wurde.
Fragen:
1.Wo war Karl B vom 20.8.44 bis zum 10.12.44 ?
2. Hat er die Zerschlagung seiner Division gesund oder verwundet überlebt
und wie kam er möglicherweise in den Raum Ungarn ?
3.Das Rote Kreuz zählt in seinen Ermittlungen von 1975 den Verschollenen
in den letzten Kriegswochen zur Verwaltungs-Kompanie der 711.Infanterie-
Division.Wo bekommt man Informationen über die Tätigkeiten,bzws. was läßt
sich daraus ableiten ?
4.Es gibt 2 Orte mit dem Namen `Sebranice´,deutsche Schreibweise ´Sepranitz
´ oder Sebranitz.Einmal ca.30km nördlich von Brünn, bei Boskovice, sowie
ca.70 km nordwestlich von Brünn, bei Svitavy (Zwittau).Wer liefert verläß-
liche Angaben,in welchem Ort in den letzten Kriegswochen ein Lazarett oder
Verbandsplatz eingerichtet war, wie lange er bestand und was sein Schicksal
war?
5.Hat jemand Bücher oder oder andere Quellen,welche die einzelnen Divisions-
geschichten der 306.ID und 711.ID schildern und möglicherweise spezielle
Ereignisse wie Kesselschlachten benennen.Eventuell sogar die jeweilig
beteiligten Regimenter ?
Also ein brief an den Kameradschaftsverein werd eich amchen... als Anfang mal

OGLongbeach


28.7.02 18:51:43
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Hab hier was zur 306. Inf-Div. gefunden.
306. Inf.-Div.
Aufstellung: 15.11.1940 im Raum Hamm als bodenständige Division aus Teilen der 86. und der 291.ID.
Gliederung: GR 579,580,581; Einh. 306
Kommandeure: GL v. Sommerfeld (15.11.1940-01.11.1942); GL Pfeiffer,G. (29.01.1943-20.02.43); GM Lieb (21.02.1943-29.03.1943); GL Koehler,K.W. (30.03.1943-Dezember 1943); GM Baer,K.-i.V. (01.01.1944-13.01.1944) Oberst Weiss (August 1944)
Kriegseinsätze:
1940: Dezember in Aufstellung
1941: Mai Verlegung nach dem Westen. Besatzungstruppe in Belgien unter XXXVII.AK (15.Armee).
1942: Küstenschutz am Kanal unter XXXVII.AK und LXXXII.AK. Dezember zunächst zur Verfügung der HG D im Westen, dann Verlegung an die Ostfront. Dort Abwehrkämpfe im Verband des XVII.AK am Tschir und Don westlich von Stalingrad. Rückzugskämpfe in den Raum Mororowskaja.
1943: Januar Absetzkämpfe an die Bistraya und hinter den Donez. Rückzugskämpfe zum oberen Mius mit schweren Kämpfen im Raum Kujbyschewo. August/September Absetzkämpfe zum Dnjepr. Dort Abwehr bei Saporoshje. Dezember im Verband des XXX.AK Abwehrkämpfe bei Nikopol. Rückzug bis Kamenka.
1944: Februar/März Absetzkämpfe über Ingulez-Bug zum Dnjestr. Rückzug bis südlich von Tiraspol. August schwere Abwehrkämpfe im Verband des XXIX.AK (6.Armee) am Pruth. Dort wird die Division im Raum Kishinew eingeschlossen, vernichtet und am 09.10.1944 formell aufgelöst.
Quelle: Landser Sonderband,Deutsche Divisionen,Teil II
Bin heute im Schreibwahn, deswegen habe ich mir gedacht, schreib ich das auch noch hierhin. Wenn`s dir weiterhilft gut, wenn nicht auch gut !! ;) :D

MfG OG Longbeach
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