Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Lw.-Sonderbekleidung und -ausrüstung

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AutorBeitrag

Walstro


31.12.02 16:09:50
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Ich wende mich wieder einmal an die Experten dieses Forums. Zur Zeit beschäftige ich mich mit den Sonderbekleidungen und -ausrüstungsgegenständen eines Lw.-Soldaten.
(Hinweis: Lw.-Bau-Batl., Herbst 1943, rückw. Heeresgebiet Heeresgruppe Mitte)
Meine Fragen:
1.) Mückenschleier; war dieser vergleichbar wie der der Bundeswehr ? Wo wurde er am Mann untergebracht ? Im Tornister/Rucksack ?
2.) Pekzweste; handelte es sich hierbei um eine Weste zum "Untertragen" ? Oder war sie vergleichbar eines Parkas ?
3.) Überziehjacke/Überziehhose; um was für eine Kombination handelte es sich hierbei ? Aus welchem Material bestanden sie ? War dies vergleichbar eines "Regenkombis" bei Kradfahrer ?
4.) Leibbinde; handelte es sich hierbei um eine wollene Binde, vergleichbar eines Nierenschutzes für Kradfahrer ?
5.) Knieschützer (ist unter "Fallschirmjägerdienst" aufgeführt); wie sahen solche Knieschützer aus ? Aus welchem Material bestanden sie ?
6.) Wollkappe (ist unter "Fliegersonderbekleidung" aufgeführt); wie sah eine solche Wollkappe aus ? Wofür war sie ursprünglich gedacht (für Flieger meine ich) ?
7.) Watteweste; handelte es sich hierbei um eine Weste zum Untertragen oder vergleichbar eines Anoracks ?
8.) Filzstiefel; waren diese Filzstiefel für die gesamte Wehrmacht gleich oder hatte die Luftwaffe ihre eigenen ?
Ich hoffe auf rege Beteiligung.
Allen Lesern einen gutschen Rutsch ins Neue Jahr.
walstro

Balsi


12.2.03 09:56:17
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hab mir jetzt ein buch besorgt zum thema. Werde mich also demnächst dazu mal melden hier...

Balsi


12.2.03 20:44:53
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so also hier das was ich finden konnte:
zu 1.) ein feingewebtes, grünliches Netz, das über den Kpf gezogen wurde, ein Unterschied zu den in bestimmten gebieten Russlands ausgegebenen Mückenschleiern bestand nicht
zu 2.)habe da etwas zu Schupfjacken 36 und 42, sowie etwas zu unterjacken (Pullover)
zu 3.)Fliegerhose???
zu 4.)LB war aus weissem Zephirgarn in 4 Größen nahtlos gestickt, Breite je nach Grösse zwischen etwa 37 und 42 cm, mit einer dehnweite von 120 - 150 cm. Die ÖLB saß über der Hüfte und schützte Bauch und Rücken. Die Ausstattung war so geregelt, daß je nach Stärke der Einheit eine bestimmte Anzahl vorrätig gehalten wurde, so daß nicht jeder Mann eine Leibbinde erhalten konnte.
zu 5.)Fallschirmschützen-Knieschützer
Es gab zwei Muster von Knieschützern, deren erstes unter der Hose, das zweite aber über der Hose getragen wurde, was sicherlich praktischer war.
Erstes Muster:
Die im Paar hergestellten Knieschützer waren durch einen seitlich außen liegenden Verschluß teilbar. Nach der Landung konnten durch die seitlichen Eingriffe der Hose der Schlaufenösenverschluß durch Herausziehen des Senkels mittels dessen Rings geteilt und die Knieschützer entfernt werden. Die nach unten leicht verjüngte Kniebandage war oben etwa 30 cm und unten 27 cm breit und 22 - 25,5 cm hoch. Sie bestand zwei aneinandergenähten Stücken gummierten Baumwolltrikots, die am Oberrand mit Nähseide etwa 5 mm breit gesäumt waren. Die Polsterung in Form eines 15 xl 8 cm großen Nesselstücks mit Wattierwollefüllung waren innen am Trikot neben dem auf der Außenseite liegenden Verschluß festgenäht und dreimal von oben nach unten durchgesteppt, so daß vier gepolsterte Wülste entstanden. Über der Polsterung und nahe dem Oberrand war eine etwa 8 cm lange, schmale Lederschlaufe außen waagerecht aufgenäht, wodurch das Herausnehmen des geöffneten Knieschützers erleichtert wurde.
Beide Schmalseiten waren mit doppelt gelegtem blaugrauem Hosentuch eingefaßt. Der Tuchstreifen war 3,5 - 4 cm breit und 3,5 cm nach unten verlängert. Die nach vorn liegende Kante war so geschnitten, daß 13 Schlaufen von je 8 mm Breite und im Abstand von 12 mm entstanden, wobei die beiden untersten Schlaufen 7 mm voneinander entfernt waren. Die Hinterkante war entsprechend mit metallverstärkten Langlochösen versehen, durch welche die Schlaufen gesteckt wurden. Durch diese lief ein an einen Metallring geknüpfter Schnürsenkel, der von oben nach unten mit Hilfe einer Einziehnadel durch die Schlaufen gezogen wurde. Die 25 cm lange und 3 mm starke Einziehnadel aus Stahl hatte an einem Ende eine Öse zum Durchziehen des Senkels, am anderen Ende einen kurzen Holzgriff.
Mit Vfg.v. 15.3.1938 (BLB 38, Nr.140) wurde eine geringfügig geänderte Zeichnung des »teilbaren Knieschutzes für Fallschirrnschützen« bekanntgegeben.
Zweites Muster:
1940 wurden Knieschützer aus dunkelbraunem Leder eingeführt, die zweckmäßigerweise über der Hose angebracht wurden. Sie wiesen fünf oder sechs waagerechte oder senkrechte, gepolsterte Wulste auf und bedeckten die Knie von Seite zu Seite. Sie wurden hinten mit zwei gekreuzten Gummibändern befestigt, die auf einer Seite angenäht waren und auf der anderen Seite eingehakt wurden. Schieber dienten zur Längenverstellung. Später hergestellte Knieschützer waren aus blaugrauem Stoff oder, selten, aus Tarnstoff.
zu 6.) gibts verschiedene
zu 7.)???
zu 8.)auch verschiedenes enthalten..
über die strittigen Punkte müssen wir uns wohl nochmal unterhalten... :-)

Walstro


13.2.03 14:42:45
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Lieber balsi,
erst einmal recht herzlichen Dank für Deine ausführlichen Ergebnisse zu meinen Fragen, hatte ja nicht mehr damit gerechnet, überhaupt eine Antwort zu bekommen.
Zu den "strittigen Fragen" kommen wir später, heißt da, daß Du auch hier noch einige Antworten in Deinen Büchern/Unterlagen finden wirst ?
Mittlerweile habe ich ein Foto über eine "Pelzweste für Lw.-Angehörige" erhalten.
Lieber balsi, im Soldbuch meines Opas ist die Rubrik: "Empfangene Dienstbekleidung" in mehrere Unterabschnitte geteilt, und zwar in
a) Bekleidung (u.a. Stiefel, Feldbluse, Klappkragen, Schuhe, etc.)
b) Ausrüstung (u.a. Stahlhelm, Karabiner, EK-Marke, Essbesteck, etc.)
c) Allgemeine Sonderbekleidung (u.a. Filzstiefel, Schal, Watteweste, Kopfhaube, etc.)
d) Fliegersonderbekleidung (u.a. Kopfhaube, Gamaschen, Fl.-Brille, Fl.-Schutzanzug, etc.)
e) Kf.-Dienst (u.a. Kf.-Schutzmantel, Kf.-Brille, etc.)
f) Fallschirmjägerdienst (u.a. Fj.-stiefel, Fj.-knieschützer, fj.-handgranatenbeutel, etc.)
g) Gebirgsdienst (u.a. Bergmütze, Bergschuhe, Schneeschuhe, etc.)
h) sonstiges (Eintrag zum Empfang und zum Tragen einer MPI 40)
In diesem Zusammenhang ist mir noch nicht klar geworden, wofür die Angehörigen eines Bau-Batl. (mein Opa als Schutzhundführer) Knieschützer benötigten. Die anderen Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände waren Vorsorge für die strengen Winter in Russland, dies kann ich mir denken.
Die in meiner Anfrage aufgeführten Teile wurden meinem Opa im Sommer 1943 zugeteilt/ausgehändigt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß er eine eigene Leibbinde besaß, da dies im Soldbuch dokumentiert ist.
Kannst Du mir den Titel des Buches mitteilen, aus dem Du die aufgeführten Erkenntnisse hast ?
Gruß

Balsi


13.2.03 14:59:54
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meine Herren.. da hatte er aber einiges... hatte dir das Buch schonmal empfohlen:
Adolf Schlicht/John R. Angolia
Die Deutsche Wehrmacht - Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945
Band 3 die Luftwaffe
Motorbuchverlag ISBN 3-613-02001-7
hat 634 Seiten und ist mit Sicherheit genau das was Du suchst...

Balsi


13.2.03 15:05:46
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DER Alte


14.2.03 13:22:43
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Bild Knieschützer is nur Gemalt aber ok.
Hab ich aus nem Osprey-Heft
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