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Kämpfe der 15.ID im Stadtgebiet Mogilew

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AutorBeitrag

ralph


1.2.03 19:43:27
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hallo zusammen,
brauche informationen für einen angehörigen, wer weiß etwas über die Kämpfe der 15.ID im Stadtgebiet Mogilew im Sommer 1941, außerdem wird berichtet es gäbe oder gab dort evt. einen helden- bzw. soldatenfriedhof wo angehörige der 15.ID begraben liegen !
OG Longbeach und alle anderen, wälzt doch mal bitte die schwarten ;-)

ralph


1.2.03 19:47:59
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ach ja, wem´s vielleicht weiterhilft, die 15.ID gehörte zu dieser zeit zum XXXV. Armeekorps der Heeresgruppe Mitte und kämfte im Raum Minsk-Mogilew !

ralph


2.2.03 10:46:29
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wer kann zur oberen recherche folgende feldpostnummer zuordnen : 16319 und kann mir über die nähere einheit infos geben.

Balsi


2.2.03 10:49:43
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ist 1./Pi.Btl 15 wurde am 16.01.1945 gestrichen (die Nummer)

OGLongbeach


2.2.03 13:57:35
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Ich wälze !!!
MfG OG Longbeach

OGLongbeach


16.2.03 13:05:58
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So, ich zitiere jetzt das Kapitel aus der Div.- Geschichte !
Die Einnahme von Mogilew 23.07.- 26.07.1941
Die "Große Lage" bei der Hgr. Mitte am 21.07. ergab folgendes Bild:
Die schnellen Panzergruppen 2 und 3 kämpften im Raum von Smolensk und ostwärts. Die Infanteriedivisionen hatten die allgemeine Linie Rogachew-Krichow-westlich Smolensk erreicht. weit hinter diesen vorderen Treffen behauptete sich eine feindliche Kräftegruppe im Brückenkopf Mogilew. Sie stand im Zusammenhang mit einer weiteren Kräftegruppe ostwärts der Stadt. Die Panzerdivisionen und die ihnen folgenden Infanterieverbände hatten diesen Raum ausgespart. Die beiden russischen Kräftegruppen waren bereits von ihren Verbindungen abgeschnitten und befanden sich in einer aussichtslosen Lage. das hinderte sie nicht daran erbittereten Widerstand zu leisten wie die Division bald erfahren sollte.
Das im zweiten Treffen nachgeführte VII.AK. (Gen. Fahrmbacher) hatte die Aufgabe, mit der 7. und 23. ID Mogilew zu nehmen. Es hatte den Angriff zangenförmig von Südwesten (23. ID) und Nordwesten (7. ID) angesetzt.
Vom 21.- 23.7. waren auf den Flügeln gute Fortschritte gemacht worden.
Die 7. ID war mit dem IR 62 ostwärts Mogilew tief in den Dnjepr-Bogen hineingestoßen. IR 19 und 62 hatten Brückenkopfe auf dem Ostufer gebildet.
Die 23. ID war mit dem IR 9 auf das Ostufer des Dnjepr vorgegangen und hatte am 22.7. Lupolowo genommen, zusammen mit Teilen der 78. ID (XIII.AK.), die weiter ostwärts das Dnjepr-Knie erreicht hatte. Die 10./IR 67 hatte auf dem Westufer sich schon am 21.7. in den Besitz der unzerstörten Straßenbrücke am Südrand von Mogilew gesetzt.
Die Stadt war demnach von Süden, Osten und Nordosten eng umklammert. Dagegen hatte der Angriff gegen die Westfront bisher wenig erreicht. Beiderseits der Anmarschstraßen der 15. ID bestand eine breite Lücke, die ab 21.7. von einer Vorausabteilung überwacht wurde.
So fiel die Aufgabe, die Stadt zu nehmen, in der Hauptsache der 15. ID zu. Zudem erforderte es die Gesamtlage, daß die beiden anderen Divisionen des VII.AK. bereits am 24.7. mit dem Weitermarsch nach Osten begannen. Nur Teile der 23. ID sicherten weiter im Süden des Brückenkopfes, von der 7. ID beteiligten sich sich IR. 62 und die A.A. 7 weiter im Kampf um die Stadt.
Gegen Mittag des 23.7. erreichten die Marschkolonnen der der Division den Raum von Kniashitsche.
Gen. Hell setzte IR 106 rechts, IR 81 links zum Angriff aus der Breitstellung an. IR 88 wurde als Reserve zurückgehalten, der Angriff auf 15.30 Uhr festgesetzt.
Beide Regimenter gingen schwungvoll vor und brachen den Widerstand starker Gefechtsvorposten, beide Regimenter kämpften mit offenen äußeren Flügeln.
IR 106, rechts II. Batl., links I. Batl., trat um 18.00 Uhr erneut zum Angriff an und gewann gegen sich versteifenden Widerstand weiter Raum.
IR 81, rechts III. Batl., links I. Batl., hatte hart um die Kasernen nördlich der großen Straße nach Mogilew zu kämpfen, sie wurden im Laufe des Nachmittages genommen. Feindfeuer in der linken Flanke veranlaßte das Regiment, sich etwas mehr nach Nordosten zu wenden, so daß zu IR 106 eine Lücke enstand.
Am 24.7. setzten beide Regimenter den Angriff fort, zwischen ihnen schob die Division die A.A. 15 ein.
IR 106 erreichte um 7.15 Uhr die westliche Bahnlinie.
Etwa um 14.00 uhr brachen die Bataillone im Kampf Mann gegen Mann in die hoch gelegenen westlichen Vororte von Mogilew ein. Da der feindliche Widerstand immer härter wurde und in dem ungewohnten Häuserkampf die Truppenteile etwas durcheinander kamen, stellte das Regiment den Angriff ein. Zwischen II. und I. wurde das III. Bataillon eingeschoben.
Auch die A.A. 15 drang in den Westteil von Mogilew ein.
IR 81 durchschritt den Wald westlich Karbanowka, stieß bis zum Nordbahnhof vor und nahm den nach Norden vorgeschobeben Stadtteil von Mogilew. Auch hier gab es erbitterte und verlustreiche Häuserkämpfe.
Am 25.7. sollte IR 106 verhalten, bis IR 81 von Norden her in die Innenstadt eingedrungen war. Hierzu kam es indessen nicht. IR 81 hatte sich heftiger Gegenangriffe zu erwehren, die zu örtlichen Krisen führten, vor allem auf dem linken Flügel. Das Regiment setzte dort das II. Batl. ein. Am Abend war es Herr der Lage.
Die russischen Gegenangriffe setzten sich am Abend und in der Nacht fort und dehnten sich auf die ganze Divisionsfront aus. An einigen Stellen sickerten in der Dunkelheit Feindteile zu eigenen Gefechtsständen, auch bis in die Nähe des Divisionsgefechtsstandes ein, die mehr Unruhe als Schäden anstifteten. Alle diese unzusammenhängenden und wenig kraftvollen Vorstöße wurden zerschlagen. Nur in der Lücke der 15. und den von der 23. ID zurückgelassenen schwachen Sicherungen brach der Feind mit stärkeren Kräften durch und erreichte mit Teilen den Wald 6 km südwestlich Mogilew. Die Division setzte hiergegen noch am Abend des 25.7. das IR 88 ein. Es gelang dem Regiment ohne allzuviel Mühe, die Lücke zu schließen und den Südwestrand der Stadt zu erreichen.gegen den genannten Wald ging das III./IR 88 vor. Es zerschlug eine kleine Feindgruppe.
Am 26.7. trat die Division mit allen drei Infanterieregimentern zum konzentrischen Angriff gegen den Stadtkern an. Der feindliche Widerstand hatte sichsich in den Gegenangriffen und dem Ausbruchsversuch am Vortag und in der Nacht geschwächt. Alle drei Regimenter kamen zügig vorwärts, wenn auch an manchen Stellen noch harter Widerstand zerschlagen werden mußte.
IR 88 ging am Westufer des Dnjepr vor und nahm an der inzwischen zerstörten Dnjepr-Brücke Verbindung mit der Sicherung der 23. ID auf.
Auch der rechte Flügel des IR 106 stieß zur Brücke vor. Im Zentrum der Stadt kämpfte sich das Regiment bis zur Hauptkirsche, 500m nördlich der Brücke vor und pflanzte dort die Regimentflagge auf.
IR 81 nahm das hart umkämpfte Rote Haus und erreichte mit dem rechten Flügel ebenfalls die Hauptkirsche. Der linke säuberte im Verein mit IR 62 den Osteil der Stadt. Bis zum Abend war der letzte Widerstand des Feines gebrochen.
Der Kampf um Mogilew war beendet. Ein großer Teil der Mannschaften hatte zum ersten Mal im Feuer gestanden. Dabei war es naturgemäß nicht ohne Friktionen abgegangen. So wurde am 23.7. der ruf "Panzerabwehr nach vorne" weitergegeben mit "Panzer von vorne", was Anlaß zu einiger Aufregung gab. Auch die feindlichen Gegenangriffe am 25.7. verursachten hier und da Unsicherheit. Ungeachtet dessen hatten sich alle Truppenteile der Division tapfer geschlagen.
Die Verluste waren beträchtlich. Gesamtzahlen können nicht angeben werden, doch hatte allein das I./IR 81 89 und I./IR 106 101 Ausfälle.
Mehrere Feinddivisionen waren vernichtet, 12575 Gefangene eingebracht. Oberst Behrens mußte im Rundfunk über die Eroberung der Stadt sprechen. Feldwebel Gallas, II./IR 106 wurde für besondere Tapferkeit beim Sturm auf einen hartnäckig verteidigten Häuserblock mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Quelle: Divisionsgeschichte 15. ID, Wilhelm Willemer.
P.S.: In diesem Kapitel sind noch drei Skizzen vorhanden, die ich nicht einscannen konnte, da ich immer noch keinen Scanner besitzte.

MfG OG Longbeach

ralph


17.2.03 20:16:33
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suuuper, danke, ich hoffe es hilft uns weiter !
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