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Tschetschenischer Präsident/Rebellenführer Abdulchamid Saidullajew getötet...

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AutorBeitrag

Ronny22


18.6.2006 20:43:01
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Meiner Meinung nach beraubt sich der Kreml selbst einer mögliche Lösung des Kaukasus-Problems, militärisch ist dieser Konflikt kaum zu lösen und eine politische Lösung kann nur stattfinden wenn man auf der anderen Seite Gesprächspartner hat.

Die Tötung Maschadows war der erste Fehler, nun mit der Tötung Saidullajews der 2 Fehler. Damit spielt der Kreml den Radikalen um Bassajew in die Hände. Sie werden die Macht in den Reihen der Tschetschenen übernehmen und dann gibt es keine potentiellen Verhandlungspartner mehr auf tschetschenischer Seite.

Also geht das Schlachten und der Terror weiter.... 





Abdulchamid Saidullajew

Gut ein Jahr nach seiner Ernennung ist der tschetschenische Rebellenführer Abdulchamid Saidullajew bei einem Sondereinsatz des russischen Geheimdienstes getötet worden. Er sei in der Stadt Argun östlich von Grosny ums Leben gekommen, sagte der Minister ohne Geschäftsbereich in der Moskau-treuen tschetschenischen Regierung, Muslim Chuschijew, am Samstag.

Regierungschef Ramsan Kadyrow  sprach von einem "entscheidenden Schlag" gegen die Rebellen, "von dem sie sich niemals erholen werden". Die Rebellen-Website Kawkascenter bestätigte die Berichte hingegen vorerst nicht. Saidullajew hatte im März 2005 die Nachfolge des ebenfalls vom russischen Geheimdienst getöteten Rebellenchefs Aslan Maschadow angetreten, als dessen enger Vertrauter er galt.

Der russische Nachrichtensender NTW berichtete, ein Einsatzkommando des russischen Geheimdienstes FSB habe Saidullajew bei einer Razzia in Argun aufgespürt. Mehrere Rebellen hätten das Feuer auf die Gruppe eröffnet, darunter sei auch eine Frau gewesen. In dem Schusswechsel seien Saidullajew und ein weiterer Kämpfer sowie ein Geheimdienstler und ein Polizist getötet worden. Zwei Rebellen seien vermutlich entkommen. Der Verwaltungschef der Stadt, Ibragim Temirbajew, sagte, der Leichnam des Rebellenchefs sei identifiziert und anschließend nach Zentoroi gebracht worden, Kadyrows Hochburg.

   
Die Rebellenseite Kawkascenter erklärte lediglich, Russland und die prorussische Regierung hätten Saidullajews Tod vermeldet. Die Rebellen selbst bestätigten dies vorerst nicht und enthielten sich jeden Kommentars.

Kadyrow sagte der Nachrichtenagentur Interfax, mit Saidullajews Tod seien die tschetschenischen Rebellen nun "praktisch ohne Kopf". Seine Gruppe habe in Argun einen "großen Terroranschlag" geplant, der zeitgleich mit dem G8-Gipfeltreffen im Juli habe stattfinden sollen. In tschetschenischen Kreisen galt Saidullajew allerdings als gemäßigt. Seine Nachfolge wird nun voraussichtlich sein Stellvertreter Doka Umarow antreten. Der Rebellenführer hatte diesen in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der bulgarischen Zeitschrift "Politika" selbst ins Spiel gebracht.

Saidullajew war am 10. März von den Rebellen zu deren neuen Präsidenten ernannt worden. Ex-Präsident Maschadow selbst, der wenige Tage zuvor vom russischen Geheimdienst getötet worden war, soll ihn als seinen potenziellen Nachfolger benannt haben. Nach Angaben enger Gefolgsleute des tschetschenischen Ex-Präsidenten verfolgte der junge Rebellenchef eine ebenso gemäßigte Linie wie Maschadow. Zum Zeitpunkt seiner Ernennung war er in Tschetschenien weit gehend unbekannt. Auch danach stand er im Schatten des radikalen Milizenchefs Schamil Bassajew.

In Tschetschenien, wo die russische Armee erstmals 1994 einmarschiert war, kämpfen Rebellen bis heute für die Unabhängigkeit von Moskau. In dem Konflikt starben schätzungsweise 100.000 Zivilisten. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder das Klima der Rechtlosigkeit in dem Land an: Nach Schätzungen von Human Rights Watch verschwanden seit Herbst 1999 bis zu 5000 Menschen. In den meisten Fällen seien russische Soldaten oder pro-russische, tschetschenische Truppen die Täter gewesen.

In Tschetschenien, wo die russische Armee erstmals 1994 einmarschiert war, kämpfen Rebellen bis heute für die Unabhängigkeit von Moskau. In dem Konflikt starben schätzungsweise 100.000 Zivilisten. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder das Klima der Rechtlosigkeit in dem Land an: Nach Schätzungen von Human Rights Watch verschwanden seit Herbst 1999 bis zu 5000 Menschen. In den meisten Fällen seien russische Soldaten oder pro-russische, tschetschenische Milizen die Täter gewesen. 



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Doku Umarow


Nach dem Tod des Rebellenführers Abdulchamid Saidullajew tritt der bisherige Vize-Präsident der tschetschenischen Rebellenregierung, Doku Umarow, seine Nachfolge an.

Sakajew sagte dem Moskauer Rundfunksender Echo aus seinem Londoner Exil, "ab heute ist Doku Umarow der Präsident der tschetschenischen Republik". Er bestätigte damit indirekt Saidullajews Tod. Der 1964 im Westen Tschetscheniens geborene Umarow gilt als Gegner von Verhandlungen mit Moskau. Er soll an mehreren Anschlägen im Kaukasus beteiligt gewesen sein. Der getötete Rebellenführer hatte Umarow in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der bulgarischen Zeitschrift "Politika" selbst als seinen möglichen Nachfolger ins Spiel gebracht.



Quelle: http://russlandonline.ru

wal


8.7.2006 13:39:52
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Es ist nicht so einfach in Tschetschnja. Jeden Krieg hat mindestens zwei Seiten. Mit wem kriegen Russen?
Wer finanziert die Rebellen, und was wollen sie? Mit wem sollen Russen eine friedlieche Loesung suchen?
Was bekommen Russen nach eine moegliche Kapitulation, Frieden oder einen anderen Krieg (z.B. in Dagestan)?
Wenn man Geld hat, das ist sehr einfach Kriegen ueberall einpflanzen.

Ronny22


8.7.2006 14:09:31
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wal schrieb:
Es ist nicht so einfach in Tschetschnja. Jeden Krieg hat mindestens zwei Seiten. Mit wem kriegen Russen?
Wer finanziert die Rebellen, und was wollen sie? Mit wem sollen Russen eine friedlieche Loesung suchen?
Was bekommen Russen nach eine moegliche Kapitulation, Frieden oder einen anderen Krieg (z.B. in Dagestan)?
Wenn man Geld hat, das ist sehr einfach Kriegen ueberall einpflanzen.


Das stimmt schon so alles was du sagst wal.

Aber ich denke wenn Putin nicht einlenkt wird er bald kaum noch einen finden der überhaupt bereit wäre mit ihm in irgendeiner Form zu verhandeln.

Er hat ja kaum seine eigenen Truppen im Griff und die eingesetzte Marionetten-Regierung arbeitet auch nur in die eigene Tasche. 

Und mit fortschreiten des Konflikts bekommen die Radikalen Oberwasser...die gemäßigten verlieren immer mehr ihren Einfluss und es wird nur noch die Sprache der Waffe gesprochen.

wal


9.7.2006 07:52:10
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Wer hat eigentlich Siudullajew getoetet, Russen oder Tschetschenen? Die Beziehungen zwischen tschetschenischen  Teipen (Stammen) waren niemals einfach. Sie waren niemals vereinigt. Russen unterstutzen Kadyrov. Ohne externe Hilfe, wahrscheinlich, keine Regierung in Tschetschenien kann stabil sein. Die Menschen haben dort ganz besondere Mentalitaet.
Und wenn Russen Kaukasus verlassen, wer wird dort Frieden und Ordnung gewahrleisten?

Ronny22


9.7.2006 14:56:04
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wal schrieb:
Wer hat eigentlich Siudullajew getoetet, Russen oder Tschetschenen?

Der russische Geheimdienst....ist ja seine Spezialität... 


wal schrieb:
Die Beziehungen zwischen tschetschenischen  Teipen (Stammen) waren niemals einfach. Sie waren niemals vereinigt.

Schon aber ich denke diese Spannungen würde erst nach Abzug der Russen wieder zunehmen...momentan teilen sich die Rebellen eher in die nationalistischen Seperatisten und die radikalen Fundamentalisten. 

Aber sie arbeiten noch zusammen, die Spannungen betreffen offenbar eher die Führung zerstritten ist, wer das Oberkommando hat und in welche Richtung die Operationen gehen sollen.

Die Seperatisten wollen die militärische Entscheidung im Kampf mit den Russen, die Fundamentalisten versuchen mit Terrorangriffen wie in Beslan, Aufmerksamkeit zu bekommen und Druck auf Putin auszulösen.


wal schrieb:
Russen unterstutzen Kadyrov. Ohne externe Hilfe, wahrscheinlich, keine Regierung in Tschetschenien kann stabil sein.


Ramzan Kadyrov hat sich doch eine knapp 6000 Mann starke Miliz aufgebaut und sein Terror beherrscht das Land...Jeder zittert vor ihm. Man schreibt ihm sehr viele kriminellen Aktivitäten zu, Menschenraub, Drogenhandel, illegaler Öl-/Benzinhandel.... usw. usw.

Er schreckt auch vor Morden nicht zurück... vielleicht ereilt ihn eines Tages das Schicksal seines Vaters... Rückhalt in der Bevölkerung hat er so gut wie keinen.   


wal schrieb:
Die Menschen haben dort ganz besondere Mentalitaet.

Das ist wohl war, aber die Menschen sollten die Freiheit haben zu wählen wie sie leben. Nach dem ersten Krieg feierten die Menschen auf den Strassen, die Scharia war die neue Rechtsordnung...aber es kam auch zu Gesetzlosigkeiten.
Wobei es Stimmen gibt, das Russland von außen da auch seine Finger im Spiel hatte...es gibt Menschen die gut an Kriegen verdienen und denen am Herzen liegt, dass das Feuer weiter lodert.

Die Tschetschenen sind es gewohnt um ihre Freiheit zu kämpfen und es wird wohl nie Ruhe in die Region einziehen solange eine fremde Macht versucht das Land zu regieren.

wal schrieb:
Und wenn Russen Kaukasus verlassen, wer wird dort Frieden und Ordnung gewahrleisten?

Nach dem ersten Krieg etablierte sich eine relative Ordnung wobei die Rebellen die Ordnungsmacht stellten. Wie gesagt die Sharia im Einklang mit alten Stammesritten stellte die Rechtssprechung dar.

Vergewaltiger wurden von Familienangehörigen des Opfers erschossen, Enthauptungen fanden nicht statt. Diese Grausamkeiten brachten erst die Wahabbiten aus dem Kreise der Al-Qaeda mit ins Land, aber die hatten in den offiziellen Staatsangelegenheiten nichts zu melden.

Sie tobten sich im 2. Krieg an Kriegsgefangenen aus, im 1.Krieg wurden Gefangene noch versorgt und ausgetauscht, sogar die Leichen gefallener Kämpfer beider Seiten wurden noch ausgetauscht.
Aber auf die Brutalität der Russen im 2.Krieg reagierten diese Kämpfer mit steigender Grausamkeit... 

wal


9.7.2006 21:59:44
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Entsprechend offiziellen Berichten, tschetschenische Miliz und russische FSB prueften eine Information ueber die "verdächtigen Personen". Wer waren sie, wusten sie nicht. Es gibt Opfer von beiden Seiten. Wer Saidullajew getoetet hat, ist noch nicht klar.
Den Krieg ist nicht fuer Unabhängigkeit. Die ist schon gesichert. Die Tschetschenen sind dort ueber 90%. Andere sind Tschetschenien schon vor langem verlassen. Diesen Krieg ist gegen Russland und Tschetschenen werden als Soldaten gebraucht.
Ueber "schlechten" Russen und Kadyrov kann ich nur sagen dass,
die Feinde immer patologisch brutal sind. Das ist ein Propagandagesetz.

Ronny22


10.7.2006 02:13:37
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wal schrieb:
Entsprechend offiziellen Berichten, tschetschenische Miliz und russische FSB prueften eine Information ueber die "verdächtigen Personen". Wer waren sie, wusten sie nicht. Es gibt Opfer von beiden Seiten. Wer Saidullajew getoetet hat, ist noch nicht klar.


Glaube eigentlich nicht das der FSB auf blauen Dunst eine Aktion durchgeführt hat...schon allein die Beteiligung des Geheimdienst spricht dafür dass die Russen wußten das ihre Ziel keine kleinen Fische sind.



wal schrieb:
Den Krieg ist nicht fuer Unabhängigkeit. Die ist schon gesichert. Die Tschetschenen sind dort ueber 90%.

Wo sind die Tschetschen unabhängig??? Massenhaft russische Truppen im Land und eine von Moskau gelenkte Marionetten-Regierung.

Die Regierung besteht zwar aus Tschetschenen aber diese Art der "Unabhängigkeit" wollten die Tschetschenen nicht, denn sie sind immer noch Teil des russischen Staatsapperats.


wal schrieb:
Diesen Krieg ist gegen Russland und Tschetschenen werden als Soldaten gebraucht.

Versteh nicht ganz was du meinst, das die Russen die Tschetschen (Miliz) als Handlager im Kampf gegen die Rebellen benutzen??? So wie die Amerikaner in Afghanistan die Nordallianz für ihre Drecksarbeit benutzten?



wal schrieb:
Ueber "schlechten" Russen und Kadyrov kann ich nur sagen dass, die Feinde immer patologisch brutal sind. Das ist ein Propagandagesetz.


Ich weiß das die Rebellen grausame Dinge getan haben und tuen...aber ich sehe das immer so....auf der einen Seite stehen fanatische Killer...ohne Skrupel....auf der anderen Seite eine reguläre Armee, die nicht in der Lage ist ihre Soldaten über die Offiziere zur Ordnung zu bringen.

Also keine Entschuldigung für tschetschenische Gräuel, aber die zugelose Gewalt der russischen Truppen kann auch nicht toleriert werden. Dadurch entsteht eine Spirale der Gewalt.... 

Und die Übergriffe der Russen und die Machenschaften vom Ramzan Kadyrov sind keine Geheimnisse oder Propaganda.....sie sind leider Realität.


Zu Ramzan Kadyrov:

"Zur Situation der Bürger Tschetscheniens in der Russischen Föderation",
Jahresbericht des russischen Menschenrechtszentrums MEMORIAL vom August 2005

Auf 104 Seiten in der Übersetzung von Bernhard Clasen dokumentiert der vierte Jahresbericht des Menschenrechtszentrums die weiterhin gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch russische und tschetschenische Sicherheitsorgane in Tschetschenien. Spurloses Verschwinden, Geiselhaft, Folter, willkürliche Gewalt gehören dort unvermindert zum Alltag und haben auf die angrenzenden Republiken Ingushetien und Dagestan übergegriffen. Von den von MEMORIAL von Januar 2004 bis Juni 2005 dokumentierten 556 Entführungsfällen verschwanden 281 Menschen spurlos. Diese Zahlen erfassen jedoch nur etwa 30% des tschetschenischen Gebiets. Aufgrund der völligen Handlungsfreiheit, die von russischer Seite den tschetschenischen Sicherheitskräften unter Ramzan Kadyrov gewährt wird, hat die Angst, sich an Organisationen und Staatsanwaltschaft zu wenden, zugenommen.
Nach Einschätzung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja gehen derzeit 85% der Entführungen auf das Konto der Einheiten von Ramzan Kadyrov* (vgl. S. 58).[/i]


Und wenn die Familien das Lösegeld nicht auftreiben können, stirbt der Entführte....und das Lösegeld steigt....dafür das die Familie die Leiche des Entführten zurückerhält...ein perverser Umgang mit den Sitten & Gebräuchen der Menschen, den es unheimlich wichtig ist ihren Angehörigen anständig zu begraben.


Und zum Thema "Bösen Russen"... :

http://hrw.org/german/docs/2005/03/21/russia10393.htm

Mastercloser


10.7.2006 14:54:25
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 meldet SPON



Moskau - Die Nachrichtenagentur Interfax meldete heute, Nikolai Patruschew, Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, habe den Tod Bassajews in Moskau bekanntgegeben. Er sei in der vergangenen Nacht bei einer "Spezialoperation" der Armee in Inguschetien getötet worden sein, sagte Patruschew bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin. Der tschetschenische Extremistenführer stand wegen seiner Beteiligung an Dutzenden Anschlägen auf den russischen Fahndungslisten an oberster Stelle.

Dann geht das muntere Treiben ja unverändert weiter ...   

Ronny22


10.7.2006 16:35:09
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Mastercloser schrieb:
 meldet SPON



Moskau - Die Nachrichtenagentur Interfax meldete heute, Nikolai Patruschew, Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, habe den Tod Bassajews in Moskau bekanntgegeben. Er sei in der vergangenen Nacht bei einer "Spezialoperation" der Armee in Inguschetien getötet worden sein, sagte Patruschew bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin. Der tschetschenische Extremistenführer stand wegen seiner Beteiligung an Dutzenden Anschlägen auf den russischen Fahndungslisten an oberster Stelle.

Dann geht das muntere Treiben ja unverändert weiter ...   

Scheint ja Schlag auf Schlag zu gehen...

Aber Bassajew wurde schon des öfteren für tot erklärt seitens der russischen Administraion....genau wie viele andere Kommandanten vor ihm.


Der tschetschenische Präsident Alu Alchanow erklärte, mit dem Tod Bassajews sei die Anti-Terror-Operation in Tschetschenien faktisch beendet.

Das ist Wunschdenken...die Organisation funktioniert wie eine Hydra, die Männer seiner Einheit werden in andere Einheiten übernommen oder es wird ein neuer Kommandant ernannt. Aber der Krieg wird kaum aufhören...

Wie schon erwähnt, sorgt die russische Politik in Tschetschenien selbst dafür das immer neue Kämpfer aus dem Volk hervorgehen. Dort vergewaltigen ein paar betrunkene Russen eine junge Tschetschenin....oder entführen einen Mann und der verschwindet spurlos. Solche Vorkommnisse sind an der Tagesordnung, leider. Und dann findet sich ein Bruder, Sohn, Neffe, Cousin, Onkel usw. der das Opfer mit der Waffe in der Hand rächen will.

So stirbt der Hass nie aus... 

wal


11.7.2006 08:43:26
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"... Dort vergewaltigen ein paar betrunkene Russen eine junge Tschetschenin...."

Warum sollen Russen sich so unvernuenftig benehemen? Etwas aenliches habe ich ueber Deutschen in Kriegszeitpropaganda gelesen.

Mastercloser


11.7.2006 10:07:54
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wal schrieb:
"... Dort vergewaltigen ein paar betrunkene Russen eine junge Tschetschenin...."

Warum sollen Russen sich so unvernuenftig benehemen? Etwas aenliches habe ich ueber Deutschen in Kriegszeitpropaganda gelesen.

Echt? Kann garnicht sein, sowas macht der Deutsche nicht. Genauso, wie es nicht stimmt, daß russische Soldaten 1945 zu Tausenden deutsche Frauen vergewaltigt haben.

Oder stimmt dies alles doch?

@wal, dein Rettungsversuch passt nicht. Die russischen Soldaten (und auch ihre pro-russischen Söldner) rächen sich nun mal an der tschetschenischen Zivilbevölkerung. Dafür werden ihnen dann im Fall der Gefangennahme durch Tschetschenen die Köpfe abgeschnitten.

Das gleicht sich dann wieder aus.

wal


11.7.2006 17:17:58
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Diese Verbrechen gegen deutsche Bevolkerung werden auch in Russland verurteilt. Leider, noch nicht alle Russen ueber diese Verbrechen wissen.
Aber, das war eine andere Zeit. Ilya Ehrenburg ("Pravda" Chef-Redakteur in zweiten Weltkriegszeit) rief zur Vernichtung von Deutschen auf. (Wer war Ehrenburg, ist eine besondere Frage.) Und in der Sovietunion war eine Diktatur.
Jetzt, egal was Frau Politkovskaja  ueber Putin schreibt, lebt Sie trotzdem in Russland.
Die Vergewaltigung ist das hoehst bestrafbare Verberechen in Russland, von 8 bis 15 Jaren in Gefaengnis. Fruher war auch Todestrafe, ader die ist nicht mehr in Gebrauch in Russland.
Ich habe niemals gehoert, das russische Soldaten eine Frau in Tschetschenien vergewaltigt haben.

Ronny22


11.7.2006 19:19:08
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wal schrieb:
Ich habe niemals gehoert, das russische Soldaten eine Frau in Tschetschenien vergewaltigt haben.

Is mir klar dass das in Russland nicht gerade populär ist....aber recherchiere mal nach dem Fall des OBERST(!!!) Juri Budanow, der Kommandeur des 160. Panzerregiments muss 10 Jahre im Lager sitzen weil er die 18jährige Tschetschenin Elsa Kungajewa im Dorf Tengi-Tschu vergewaltigt dann aus ihrem Haus gezerrt und eigenhändigt erdrosselt hat.




Berliner Zeitung - Fall Budanov

Ein hochrangiger russ. Offizier...und was glaubst du wie sich die Kontraktniks benehmen....weitaus schlimmer...das resultiert aber auch aus den generellen Zuständen in der russ. Armee....wenig Sold, unregelmäßig gezahlt...jüngere Soldaten werden von den Älteren und den Kontraktniks drangsaliert und gequält. Da entlädt sich der Frust an den verhassten "Schwarzen"....

Aber es gibt auch genug Selbstmorde unter den russ. Truppen in Tschetschenien....das sollte man doch auch in Russland wissen... 

weitere Fälle..... klicken


Im Buch von Anna Politkovskaya wurden auch Fälle dokumentiert bei denen es zu Übergriffen von Russen auf tschetschenische Milizionäre der pro-russischen Administration kam, was öfters vorkommen soll. 

Die russische Armee begeht die selben Fehler wie die US-Armee im Irak....

wal


11.7.2006 21:10:04
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Herr Budanov wurde fuer den Mord, angeblich einer tschetschenische Heckenschütze, Frau Kungaeva verurteilt. Ob sie wirklich war, wurde nicht nachgewiesen. Die Information, dass er sie auch wergewaltigt hat, habe ich in der Fallbeschreibung nicht gefunden.
Woher ist diese Information?

Ronny22


11.7.2006 22:57:46
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wal schrieb:
Herr Budanov wurde fuer den Mord, angeblich einer tschetschenische Heckenschütze, Frau Kungaeva verurteilt. Ob sie wirklich war, wurde nicht nachgewiesen. Die Information, dass er sie auch wergewaltigt hat, habe ich in der Fallbeschreibung nicht gefunden.
Woher ist diese Information?

Budanov meinte in der jungen Tschetschenin die weibliche Heckenschützin erkannt zu haben die in einem verlustreichen Gefecht einen guten Kameraden getötet haben soll.

Die Frage stellt sich wie Budanov in der Lage war das Gesicht eines Heckschützen zu identifizieren....

Zudem soll er stark betrunken gewesen sein als er die Frau vergewaltigte und ermordete.

Auch fiel er durch Unbeherrschtheit und Gewalttätigkeit gegenüber seiner Familie in einem unmittelbar vorherigen Heimaturlaub  auf.

Der Vorfall fand am 26.03.2000 statt, nach einer Feier die Budanov anlässlich des 2.Geburtstags seiner Tochter gab...

"...Gegen abend waren alle betrunken und wild auf Heldentaten. Zuerst wollte sie Tangi-Tschu mit schweren Geschützen "kirre machen", doch der diensthabende Offizier des Regiments, Oberleutnant Roman Bagrejew, Kommandeur der Aufklärungskompanie, weigerte sich, den verbrecherischen Befehl auszuführen. Dafür wurde er gnadenlos verprügelt von Budanow, der sogar noch dem bereits am Boden Liegenden Stiefeltritte ins Gesicht versetzte, und von Regimentsstabchef Oberstleutnant Iwan Fjodorow, anschließend auf Budanows Befehl mit gefesselten Händen und Füßen in eine Grube geworfen, die auf dem Militärgelände für verhaftete Tschetschenen ausgehoben worden war.
Dann wurde Bagrejew von oben mit Kalk bestreut und schließlich urinierte Fjodorow noch auf den Offizier."

Mit verlaub scheint die Einheit ein Sauhaufen miesester Sorte zu sein....wenn Offiziere so mit ihren Kameraden umgehen weil diese bei ihren Saufabenteuern nicht mitmachen wollten bzw. verhindern wollen das Verbrechen begangen werden.


Nun zum eigentlichen Vorfall:

"...Gegen Mitternacht beschloss Budanow, nach Tangi-Tschu zu fahren...." 

Angeblich um nach Mitgliedern illegaler bewaffneter Formationen zu suchen.....ohne Befehl bzw. Auftrag dazu und sturzbesoffen.... 

"....nicht ohne zynisch die Geschichte von seinem treuen Freund Major Rasmachin einzuflechten, der angeblich durch die Kugel einer Heckenschützin starb, deren Foto er, Budanow, stets in der Brusttasche bei sich trage...." (woher hatte er das Foto???...)

"....Das Foto zeigte, so behautete Budanow, Elsa Kungajewa aus Tangi-Tschu. Deshalb sei er losgefahren, um sie "zu fassen" und später den Rechtsschutzorganen zu übergeben. Allerdings bekam niemand dieses Foto je zu Gesicht, weder die Ermittler noch die Richter. Es findet sich auch nicht in den Akten.

Was suchte der der betrunkene Budanow nachts im Dorft? "Weiber", schlichtweg gesagt.

Er holte den Schützenpanzerwagen Nr. 391 und nahm seine Meldegänger, die Soldaten Grigorjew, Jegorow und Li-en-schou, mit. Zu viert fuhren sie direkt zu den Kungajews. Am Tag zuvor hatte ein Informant - der jetzt eine Strafe wegen Entführung und Lösegelderpressung verbüßt - dem Oberst dieses Haus gezeigt mit dem Hinweis, dort wohne ein hübsches junges Mädchen.

Die Soldaten packten die 18-jährige  Elsa Kungajewa, die älteste Tochter der Familie, vor den Augen der vier jüngeren Geschwister, und wickelten sie in eine Decke, die sie von Elsas Bett gerissen hatten."

Das Mädchen wurde in den SPW verfrachtet und ins Lager gebracht, dorft luden die Soldaten das Mädchen aus und schafften sie in Budanows Wohncontainer.

Der Oberst gab Befehl das ihn niemand stören darf bis er einen anderen Befehl erteilt.

Als sich das Mädchen gegen die Vergewaltigung wehrte erwürgte Budanow sie auf seinem Bett.

Budanow rief dann nach seinen 3 Ordonanzen und befahl ihnen die Leiche in eine nahe Schonung zu fahren und dort zu begraben

Quelle: "Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg"  Anna Politkovskaja


Der "Herr" Budanow is ein gewalttätiger Psychopath, dem man ein Gefallen getan hat ihn für geisteskrank zu erklären....so kam er wohl um die Mordanklage herum.

wal


12.7.2006 21:21:09
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Alles klar. Vielen Dank fuer die Information.
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