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Schamil Bassajew - Rebell in 3.Generation... Biografie

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AutorBeitrag

Ronny22


11.7.2006 03:21:14
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Nun ist er tot, aber wer war dieser Mann....




Schamil Salmanowitsch Bassajew


Schamil Salmanowitsch Bassajew (russisch Шамиль Салманович Басаев;

geb.:  * 1965 in Wedeno, Tschetschenien,
gef.:  10. Juli 2006 in Inguschetien


Frühe Aktivitäten:

Er stammt aus einer Familie tschetschenischer Rebellen. Sein Großvater kämpfte nach der Oktoberrevolution für die Errichtung eines unabhängigen Kaukasus-Emirats. Nach seinem Schulabschluss 1982 leistete er seinen Grundwehrdienst in der sowjetischen Luftwaffe. In dieser Zeit, so wird vermutet, wurde er auch vom Geheimdienst des Generalstabes für spezielle Sabotageeinsätze ausgebildet.
Später arbeitete er auf der Aksaiiskij Kolchose im Gebiet Wolgograd. Vergeblich bemühte er sich um ein Jurastudium an der Moskauer Lomonossow Universität. 1987 nahm er ein Agraringenieursstudium auf, das er jedoch 1988 wegen schlechter Noten abbrechen musste.

Zurück in Moskau, erkannte er im August 1991 die richtige Seite der Barrikade. Er gehörte während des Putsches gegen Gorbatschow, mit einigen Handgranaten bewaffnet, zu den Verteidigern des Weißen Hauses, in dem sich der spätere russische Präsident Boris Jelzin verschanzt hatte. Damals sahen sich beide nicht einmal, später wurden sie erbitterte Feinde.

Im November 1991 entführte Bassajew ein sowjetisches Flugzeug mit 178 Passagieren nach Ankara. Die Geiseln wurden schließlich in Tschetscheniens Hauptstadt Grosny freigelassen. 1991 bis 1992 wurde er in Pakistan von islamistischen Extremisten ausgebildet. Er ging nach Abchasien und kämpfte von 1992 bis 1993 als Kommandeur eines tschetschenischen Bataillons für die Abspaltung der autonomen Republik von Georgien, wurde dort stellvertretender Verteidigungsminister. Bassajews Einheit war verantwortlich für die Tötung tausender georgischer Zivilisten in Sochumi und im abchasischen Dorf Leselidse. 1994 verließ er Abchasien und nahm ein dreimonatiges Partisanentraining in Afghanistan auf.

Während des 1.Tschetschenien-Krieges tötete die russische Armee gezielt die Familien verschiedener Feldkommandeure, dabei starben Bassajews 1.Frau und die 6 Kinder, sowei weitere Verwandete..



Aufstieg zur tschetschenischen Leitfigur:

Während des Ersten Tschetschenien-Kriegs von 1994 bis 1996 wurde er zusammen mit Aslan Alijewitsch Maschadow zu einer Leitfigur der Rebellenbebewegung. Im Juni 1995 organisierte er im Krankenhaus der südrussischen Stadt Budjonnowsk eine Geiselnahme, bei der über 150 Menschen getötet wurden. Bassajew und seine Mittäter erhielten freies Geleit. 1996 wurde er Kommandeur der tschetschenischen Streitkräfte. Im August leitete er den erfolgreichen Angriff zur Einnahme der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. (Bei der die russ. Streitkräfte in offener Feldschlacht geschlagen wurden, wobei die Rebellen auch erstmals Panzer, SPW und gepanzerte Fahrzeuge einsetzten.)

Als Tschetschenien de facto (aber nicht de jure) unabhängig wurde, wechselte Bassajew für kurze Zeit in die Politik. Zu den tschetschenischen Präsidentschaftswahlen im Januar 1997 trat er gegen Maschadow als Präsidentschaftskandidat an, unterlag jedoch. Ein Jahr später ernannte ihn Maschadow zum Premierminister, befristete diese Position aber auf sechs Monate.


Islamischer Fundamentalismus:

Das Verhältnis zwischen Maschadow und Bassajew galt als gespannt. Bassajew hielt Maschadow gegenüber Russland für zu nachgiebig. Sein Bündnispartner war der aus Saudi-Arabien stammende Terrorist Ibn al-Chattab. Bassajew und Chattab strebten die Herrschaft des Wahabismus, einer ultrakonservativen Richtung des Islams, in Tschetschenien an. In ihrem Herrschaftsbereich wurde das islamische Scharia-Gericht eingeführt. Seit 1996 sollen sie von Osama bin Laden finanziell unterstützt worden sein.

Im August 1998 begann Bassajew gemeinsam mit Chattab eine Rebellion in der russischen Republik Dagestan, die an Tschetschenien grenzt. Das tat er, ohne die Zustimmung von Aslan Maschadow, den er in seiner Funktion als tschetschenisches Staatsoberhaupt ignorierte. Die Eskalation zu einem bewaffneten Konflikt, die durch die wahabitischen Banden ab dem Juni 1999 herbeigeführt wurde, ist der wesentliche Auslöser des Zweiten Tschetschenien-Kriegs. Durch das Bestreben Bassajews, Teile Dagestans aus dem Einflussbereich der Russischen Föderation zu lösen, wurde eine Verteidigungsreaktion der russischen Streitkräfte provoziert. Damit wurde der Waffenstillstand, der seit 1996 geherrscht hatte, und der niemals wirklich stabil war, endgültig gebrochen. In der Folge gelang es den russischen Streitkräften, die nicht zuletzt durch die energische Politik von Wladimir Putin wesentlich besser ausgerüstet und zahlenmäßig weit überlegen waren, die tschetschenischen Separatisten im August 1999 zunächst aus Dagestan zu vertreiben. Der im Herbst folgenden russischen Offensive konnten die Rebellen nichts gleichwertiges entgegensetzen, obwohl die Tschetschenen nicht zuletzt durch Bassajew zu bedingungslosem Widerstand aufgestachelt wurden. Sie wurden von den russischen Streitkräften ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, die sich ebenfalls auf den Kampfplätzen befand, zusammengeschossen. Man testete dabei auf russischer Seite auch die Wirkung neuer Waffensysteme, wie zum Beispiel von Aerosolbomben oder einem neuen Raketenwerfertyp. In seiner Ignoranz der massiven Überlegenheit der russischen Streitkräfte und seinen sturen Verteidigungsbefehlen demonstrierte Bassajew seine Unfähigkeit, eine höhere militärische Kommandostelle auszufüllen. Im Gegensatz zu vielen seiner tschetschenischen Untergebenen, die bei der Verteidigung Grosnys ums Leben kamen, verlor Bassajew bei den Kämpfen nur ein Bein durch eine Antipersonenmine, als er sich im Januar 2000 aus Grosny zurückzog. Bassajew lebt seither im Untergrund. Aufgrund seiner Behinderung konnte er sich nach 1999 nicht mehr direkt an Anschlägen beteiligen.


Eskalation öffentlichkeitswirksamer Gewalt

Im Oktober 2002 organisierte er die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater, die Mowsar Barajew leitete. Bei der Erstürmung des Theaters starben 129 Geiseln und 41 Geiselnehmer. Später rühmte er sich, junge Frauen aus Tschetschenien zu Selbstmordattentäterinnen (russisch Smertnizy) ausgebildet zu haben.

Im Mai 2004 ließ Bassajew den tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow ermorden.

Im August bekennt er sich zu den Bombenanschlägen auf zwei russische Passagiermaschinen, bei denen 89 Menschen umkamen.

Er war auch Organisator der Geiselnahme von Beslan, bei der zwischen dem 1. und 3. September mindestens 335 Menschen ums Leben kamen, darunter viele Schulkinder. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat 300 Millionen Rubel (8,2 Millionen Euro) auf seinen Kopf ausgesetzt.

In der tschetschenischen Bevölkerung gilt Bassajew bei einigen als populär, wird aber von anderen für die Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht.

Eine friedliche Lösung des Tschetschenien-Konflikts schließt Bassajew aus. Der Krieg werde 20 bis 25 Jahre dauern. Er werde erst beendet, wenn das "Gesetz Allahs in Jerusalem herrscht". Bassajew ist ein sehr gefährlicher Mensch und ihn kennzeichnet ein ausgeprägter Hang, anderen Menschen Leid zuzufügen. Er ist persönlich nicht durch Vorgesetzte kontrollierbar, wie sein Verhalten in den Jahren 1998 und 1999 gezeigt hat. Deshalb kann auch davon ausgegangen werden, das Bassajew nicht von Al Qaida Befehle entgegennimmt, sondern lediglich eine lockere Zusammenarbeit mit der Terrororganisation bestehen könnte. Weiterhin zeichnete er sich in der Vergangenheit durch politische und militärische Entscheidungen aus, die ihn als unfähigen Strategen und Politiker erscheinen lassen. Er stellt daher eine Gefahr nicht nur für den Zusammenhalt der Russischen Föderation als auch für das Fortbestehen des tschetschenischen Volkes dar, dass er durch seine Gewaltaktionen in krassen Gegensatz zur Meinung der Weltöffentlichkeit bringt.


Der schwarzbärtige Tschetschene liebt es, seine Gesprächspartner mit stechenden Augen zu fixieren. Mit leiser, heiserer Stimme sprechend, zwingt er sie zu absoluter Konzentration auf seine Person. Dazu haben sie auch allen Grund: Schamil Bassajew ist einer der erfolgreichsten und berüchtigtsten tschetschenischen Feldkommandeure.

Doch mehrfach entkam Bassajew auf wundersame Weise in schier ausweglosen Situationen seinen Verfolgern, womit er an sein Idol, den Imam Schamil, erinnert. Auch über diesen Rebellen aus dem 19. Jahrhundert kursieren Dutzende Histörchen von Mut und List. Bassajews Glück indes bringen seine Landsleute auch mit seinen angeblich guten Kontakten nach Moskau in Verbindung. Es ist schon erstaunlich, wie es Bassajew immer wieder gelingt, seinen Gegnern aus Geheimdiensten und dem Militär in einem Gebiet so groß wie Schleswig-Holstein zu entschlüpfen. Selbst der Verlust eines Unterschenkels, Tribut an ein Minenfeld bei seiner Flucht aus dem umzingelten Grosny im Jahr 2000, hat ihn bislang nicht stoppen können.




Russische Militärs überwachen den Abtransport von Autowracks. In einem Pkw soll sich Bassajew befunden haben, als ein Lastwagen mit Sprengstoff explodierte. Der gesuchte Rebellenchef und mehrere andere mutmaßliche Terroristen seien zerrissen worden, heißt es bei der Polizei


Quellen: wikipedia.de  &  welt.de ; "Der russ. Krieg in Tschetschenien (1994 - 1996)" von Hans Krech

Ronny22


13.8.2006 13:58:14
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http://www.youtube.com/watch?v=zSi0D--rJgg&mode=related&search=

Hier kommt er selbst kurz zu Wort...

Allgemein ein beeindruckendes Filmchen...

Ronny22


27.3.2007 14:32:59
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Kann das mal ein sprachkundiger bitte übersetzen???

http://www.mk.ru/numbers/2655/article94110.htm

wal


29.3.2007 23:05:42
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Gekurzte Ueberzetzung.

Fruhere Information, dass Schamil Basaew mit einer Rakete Klasse “Luft-Erde” vernichtet wurde, war falsch. Das Explosionsmittel wurde in LKW “Kamaz” mit Zeichen B319EY von  FSB  Agenten installiert. Sie haben auch den ganzen Inhalt herausgeholt, fotografiert (sehe Fotos), schriftlich niedergelegt und zurueckgebracht. (Fuer vier Stunden die LKW-Fahrer und sein Helfer wurden betaeubt). Dann warteten die Agenten wenn Basaew kommt.

   Den LKW wurde am 10 July letztes Jahr am Rande von Ekazhew explodiert
Basaew habe  in den LKW eingestiegen um selbst den Inhalt zu pruefen. Den LKW wurde nicht fuer eine Explosion, aber irgentwo fuer einen  Angriff mit Geiselnahme  geplant. Darueber sprechen die Waffentypen.

Im Kremlin wurden 26 Leuten (davon 2 Frauen) fuer die Basaew Vernichtung von Putin gekenzeichnet. Die Operation sieht unnoetig kompliziert aus. Wofuer wurden die Waffen protokolliert? Wahrscheinlich, haben die FSB Agenten schon fruher in den Waffenkauf beteiligt. Dann brauchten Sie Fotos fuer einen Finanzbericht in Lubjanka. Andere wahrscheinliche Ursache, auf manchen Waffen kann man Zeichen von Saudi Arabischen Luftwaffen merken. Kann sein, dass diesen Fotos wurden gemacht, um sie in Saudi Arabien zu zeigen? Naemlich Murat Zjazikow, President von Inguschetia, auch einen FSB –General hat mit einer Saudi Arabia Delegation getroffen, Trotz der kuerzliche Ermordung von Zelimcgan Jandarbiew in Katar, sagt man, dass diesen Besuch sehr erfolgreich war.
P.S. Im Herbst 2004 hat FSB 300 Mil. Rubel (ungefaehr 9 Mil. Euro) fuer die Information ueber Basaew versprochen. Die gefaehrlichste Arbeit hat einen Agent gemacht, der Basaew vor einigen Stunden bevor Explosion mit einem Handy fotografiert. Wahrscheinlich, hat er auch ein Signal nach FSB geschickt.

Weiter eine Liste von Waffen die sich in den LKW befanden, und Fotos von den LKW, (Foto 2 zeigt die Geheimplaetzen) und die Waffen

Vadim Retschkalow, “Moskowski komsomolets” 26.03.2007

Ronny22


30.3.2007 09:00:26
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@wal

Danke 

Also hat der FSB ihn durch versteckte Ladungen getötet.

Zuerst hiess es ja das er wirklich durch eine Luft-Boden-Rakete ausgeschaltet wurde aber diese Version is ja richtig hollywood-like. 

Naja haben die tschetschenischen Rebellen ihre Leitfigur verloren, aber ich glaube kaum das damit wirklich was gewonnen ist.
 
Die Rebellen werden in kleinen Gruppen weitermachen, ohne einen Befehlshaber der genug Macht hat die meisten hinter sich zu vereinen. Somit fällt eine politische Lösung so gut wie aus, da es keinen Ansprechpartner auf tschetschenischer Seite gibt der für den Großteil der Einheiten spricht und diese auch im Zaum halten könnte wenn eine Lösung in Sicht wäre. 

wal


30.3.2007 10:20:48
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Solche Kriegen sind nur "Spielerei" von Geheimdiensten. Vielleicht hat FSB schon eine "politische" Loesung gefunden? Ueber was hat Putin in Saudi Arabien gesprochen und verabredet? Bevor Saddam Fall waren die Saudi die besten Freunden von USA. Jetzt ist andere Zeit und Saudi wollen die Beziehungen mit Russen normalisieren.
Ohne Geld wird niemand etwas weitermachen.

wal


30.3.2007 20:13:16
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Ich denke, dass die veroeffentliche Geschichte auch falsch ist. Wahrscheinlich, Basaew wurde von jemandem getoetet, um seine Verhaftung zu vermeiden. Die FSB-Leute wuerden etwas schlauer als dumme Explosion gemacht.

Ronny22


30.3.2007 20:45:33
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Stimmt schon bestimmte Kreise der Saudis pumpen gut Geld und Logistik nach Tschetschenien.

Aber ich denke selbst wenn diese Quelle geschlossen werden sollte...geht den Rebellen nicht so schnell die Luft aus.

Sie erbeuten genug Waffen und bekommen auch genug durch schmutzige Geschäfte, teilweise sogar mit den russischen Truppen.


Und für die Art von Krieg den sie jetzt führen brauchen sie ja nicht viel....AK's, PK's, SVD's, RPG's sowie AT's und Sprengstoff oder Ari-Granaten für IED's. 

Ronny22


30.3.2007 20:48:13
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wal schrieb:
Ich denke, dass die veroeffentliche Geschichte auch falsch ist. Wahrscheinlich, Basaew wurde von jemandem getoetet, um seine Verhaftung zu vermeiden. Die FSB-Leute wuerden etwas schlauer als dumme Explosion gemacht.

Ich denke schon das es eine Bombe sein musste um genug Wind zu machen. Nicht nur einfach vergiften wie Khattab.

So konnte man dann auch gleich zeigen das man einen gefährlichen Terroristen ausgeschaltet hat der grade dabei war einen neuen Anschlag vorzubereiten.

Um zu verhindern das er ein gefallener Volksheld wird sondern "nur" ein ausgeschalteter Top-Terrorist. 
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