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Stalin

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AutorBeitrag

wal


30.10.2007 23:05:23
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Iosif Stalin wurde fuer fast alle Verbrechen in der Soviet Union in seine Zeit verantwortlich genannt. Aber ist das wirklich so?

Stalin war ein Mitglied der ZK der Kommunistische Partei nach der Oktober Revolution. Aber spielte dort keine wichtige Rolle. Was machte er?
Offiziell war er fuer die Politik der inneren ethnischen Beziehungen verantwortlich. Aber sein Sekretaer, Boris Bazhenow schrieb, Stalin sei die Telefongespraeche zwischen ZK-Mitglieder abgehoert hatte und jeder Telefon  eine Verbindung mit Abhoergeraet im Stalin Kabinett hatte.
Wer installierte das Abhoergeraet und befahl (oder bat) Stalin ueber seine Genossen zu spionieren? Allein konnte er das nicht machen.

In Jahre 1923 war Lenin schon  fatal krank. Was machte der zweite Mann in der ZK Leo Trotzki? Fuhr nach dem Kaukazus um sich dort um seine Gesundheit zu kummern. Wahrscheinlich, hat er das nicht  freiwillig gemacht. Wer “empfahl” ihm?
Jemand hat Stalin bei der Promotion energisch geholfen. Wer?

Jetzt kurze Geschichte von TschK (NKWD);
Erste Leiter Felix Dzerzhinski, von 1917 bis 1926. In Juli 1926 “unerwartet” in Alter 49 J. gestorben.
Zweite, Wjatscheslaw Menzhinski von 1926 bis 1934. In 1934 wurde in Alter 60 J. getoetet (?).
Dritte, Heinrich Jagoda, von 1934 bis 1936. In 1936 wurde verhaftet und in 1937 in Alter 46 J. erschossen.
Vierte, Nikolay Ezhow, von 1936 bis 1938. In 1939 wurde verhaftet und in 1940 in Alter 45 J. erschossen.
Nicht nur die NKWD Leiter wurden erschossen, aber auch tausende ihre unterstehenden Mitglieder.

Konnte Stalin das organisieren? Wie? Wofuer?
Es war ein Krieg zwischen Geheimdiensten (auch in Deutschland). Welche Rolle spielte Stalin? Es gibt kein Beweis, das er wirklich regierte.

waldi44


2.11.2007 13:44:38
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Vermutlich geht es den anderen so wie mir: ich kann mit dem Beitrag nicht so richtig etwas anfangen? Was willst du uns damit sagen? Wenn nicht Stalin, wer sonst? Ich kenne mich in der russischen Geschichte zu wenig aus, um darauf auch nur ansatzweise antworten zu können und komm bitte nicht mit "Weltjudentum", Freimaurer oder ähnlichem.
Warum sollte Stalin das nicht organisieren können? Hitler konnte es doch auch und ich sehe keinen Beweis, dass Stalin nicht regierte und Rasputinn war auch schon lange tot, aber dafür konnte Stalin nichts;)!

wal


3.11.2007 00:54:05
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waldi44 schrieb:
Vermutlich geht es den anderen so wie mir: ich kann mit dem Beitrag nicht so richtig etwas anfangen? Was willst du uns damit sagen? Wenn nicht Stalin, wer sonst?
Ich vermute, von 1938 bis 1953 war Lawrenti Beria mit Hilfe von auslaendischen  Geheimdiensten.
Unter anderem, Ermoerdung von Grigori Rasputin in December 1916 war eine Operation von Britischen Geheimdiensten.

waldi44


3.11.2007 13:01:50
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Beweise dafür gibt es aber nicht. Richtig ist, dass die Zarin von ihm abhängig war und er sich versuchte gegen den Willen des Zaren und der Minister in die Politi und die Kriegsführung einzumischen. Richtig ist auch, dass er viele Feinde und Neider hatte und ständig für neue Unruhe und Skandale am Zarenhof sorgte und richtig ist auch, dass die Entente ein durchaus berechtigtes Interesse an sein Verschwinden hatte. Er- oder Bewiesen ist aber nichts und wenn die ausländischen Geheimdienste so starken Einfluss auf die Sowjetpolitik hatten, so frage ich mich, warum sie so eine Politk betrieben haben, wie sie betrieben wurde?

wal


3.11.2007 14:25:23
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In 2004 hat BBC einen Dokumentarfilm ueber die Rasputin's Ermordung gemacht.  Andrew Cook und Richard Cullen zeigten die "Heldentat" von Oswald Rayner, der sei alles in S.Petersburg organisiert habe. Die Information ist von John Scale Memoiren ( Rayner's Leiter).
Lavrenti Beria wurde nach dem Stalin's Tod erschossen. Sein Sonn Sergo hat die Erinnerungen veroffentlicht. Dort gibt es viele interessante Information ueber damalige Deutschland. Pavel Sudoplatov, einer von Beria Helfer hat auch das Memoir geschrieben (Es gibt auch englische Ueberzetzung)

AK 74 ZF


4.11.2007 10:17:22
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Gerade unsere englischen Verwandten neigen ja zum Teil zu sehr seltsamen "Memoiren". .. Und seltsamerweise gibts auch immer Leute welche diese manchmal seltsamen Verschwörungstheorien als echte Quelle anführen. ... Erinnert mich an "Operation James Bond" wo ein Engländer beschreibt wie er als Kdo-Führer angeblich Martin Borman aus Berlin rausgeholt hätte. "Das letzte Geheimnis des II. WKs" ... Allerdings gibts da im Buch ein paar kleine Schnitzer/Ungereimtheiten welche mir zumindest echt zu denken geben. ... Gut geschrieben, zum Teil logische Erklärungen ... und trotzdem ein paar kleine Schnitzer welche die Geschichte dann für mich doch unglaublich machen.

Rasputin fiel wohl einigen russischen adligen Offizieren zum Opfer, welche seinen Einfluß auf die Zarenfamilie und somit den Einfluß Rasputins auf das Schicksal Rußlands mittels Beseitigung dieses Irren Propheten beenden wollten. Und ob da der englische GD die Pfoten im Spiel hatte ist da schon fraglich. Das Ermorden unliebsamer Personen hatte am russischen Zarenhof sehr wohl auch eigene Traditionen. ... Was Berija betrifft, so gab es deutsche Desinformationskampagnen des dt. GD, welchen  Berija aufsaß und welche für große Teile des sowjetischen Militärs böse endeten. ... Das heißt nicht daß Berija vom dt. GD geführt wurde. Aber zumindest saß er einigen gezielten Fehl-Infos auf und handelte so wie man es voraussah. Der Mann war in seinem Vernichtungswahn und seiner Skrupellosigkeit eben berechenbar.

Solche Desinformationskampagnen gehören zum Handwerk von GD und es gibt in der Geschichte einige Fälle/Beispiele wo diese Methode sehr beispielhaft eingesetzt wurde.

Balsi


4.11.2007 10:50:31
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AK 74 ZF schrieb:
Was Berija betrifft, so gab es deutsche Desinformationskampagnen des dt. GD, welchen  Berija aufsaß und welche für große Teile des sowjetischen Militärs böse endeten. ... Das heißt nicht daß Berija vom dt. GD geführt wurde. Aber zumindest saß er einigen gezielten Fehl-Infos auf und handelte so wie man es voraussah. Der Mann war in seinem Vernichtungswahn und seiner Skrupellosigkeit eben berechenbar.

Solche Desinformationskampagnen gehören zum Handwerk von GD und es gibt in der Geschichte einige Fälle/Beispiele wo diese Methode sehr beispielhaft eingesetzt wurde.


meinst Du Schaposchnikov?

wal


4.11.2007 13:01:29
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Offiziel hatte Felix Jusupow die Ermordund von Rasputin organisiert. Aber lesen Sie seine Biographie.

http://en.wikipedia.org/wiki/Felix_Yussupov

Britische HMS "Marlborough" hat ihm von Krim am Ende des erste Weltkrieg abgeholt!!

Gibt es Zweifeln dass, Yusupow auch mit britischen GD verbundet war?


wal


4.11.2007 13:23:20
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In 1905 auf der Jacht "Poljarnaja zwezda" wurde einnen Vertrag (militaerische Verband?) zwischen  Zar Nikolai und Kaiser Wilhelm untergeschrieben.
Aber kurz nach seine Rueckehr nach S.Petersburg, Nikolai schrieb einen Brief dem Kaiser mit Absage. Bis jetzt ist nicht klar warum? Wer wagte dem Zar Nein sagen? Ich vermute, es war damals auch  einen Beria Vorgänger.

IM


4.11.2007 15:05:36
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Wie lautet denn der Titel der "Memoiren" des Engländers ?

wal


4.11.2007 16:56:49
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IM schrieb:
Wie lautet denn der Titel der "Memoiren" des Engländers ?

http://www.amazon.co.uk/Papachka-Beria-1899-1953-Fathers-Stalin/dp/0715630628
gibt es auch ueber Berija: http://www.amazon.co.uk/Beria-Stalins-First-Lieutenant-Paper/dp/0691010935/ref=pd_sim_b_shvl_img_1/026-9756486-4452442


http://users.cyberone.com.au/myers/sudoplat.html

IM


4.11.2007 17:00:14
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Vielen Dank, aber ich meinte eher das von AK 74 ZF  erwähnte Buch. Hätte mich da verständlicher ausdrücken sollen.

Walter23


12.11.2007 20:54:20
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Hallo

@IM
Meinst Du "Operation James Bond" ? (So lautet der Titel im Deutschen)

=> Christopher Creighton (Autor)

Habe das Buch auch mal im Bücherregal bei uns gefunden. Ich habe es zwar recht interessiert gelesen, aber irgendwie kam mir die Geschichte doch auch ein wenig zu "phantastisch" vor...

Gruß

Walter

IM


12.11.2007 21:37:07
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Naja, ob ich das Buch meine, kann ich eben nicht sagen, da ich es nicht kenne und nach dem Titel gefragt habe.

Aber der von Dir genannte Titel hört sich schon irgendwie seltsam an, klingt recht abenteuerisch, ...

wal


4.12.2007 23:13:38
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Einen Absatz von Sergo Berija Buch.

“ Ungefähr, ein Monat bevor Kriegsanfang ,erschienen ich und mein Vater  in Kronschtadt. Über die Ziele von dieser Reise erfuhr ich später. In diesen Flottenstützpunkt erwartete ich alles außer ein Deutsches U-Boot zu sehen.
Ich war nicht auf dem Bord. Aber, ich erinnere mich gut, es stand auf dem Pier mit einer Bewachung. Die Minensuchbooten verdeckten das U-Boot, damit es weder von das Meer noch von der Ufer sehen konnte.
Zuerst führten mein Vater und Flottekommissar Nikolai Gerasimowitsch Kuznetsow ein Gespräch mit dem Bootskommandeur. Da war auch Lew Michailowitsch Geller, der Befehlshaber der Ostseeflotte, Stellvertreter des Flottekommissar und Flottestabschef.
Zweites Gespräch zwischen meinem Vater und Deutschen Offizier war unter vier Augen.
U-Boots Kommandeur teilte mit, dass auf dem Bord ein Paket war (ich weiß nicht ob es damals geöffnet wurde) das er nach der Kriegsanfang öffnen muss. Er erzählte, dass die Koordinaten bestimmt wurden, wo er nach den Kriegsanfang sein muss, und Gegner, die Russische Flotte, dem er torpedieren muss. Er berichtete auch, dass alle Deutsche Schiffen vor ein oder zwei Tagen bevor Kriegsanfang die Russische Haven verlassen sollen, und die Russische Schiffen in Deutsche Hafen verhaftet werden.
Wenn mein Vater, über diesen Gespräch Stalin berichtete, die Antwort war: keine Vorläufige Maßnamen vornehmen.
Nächsten Tag fuhren wir nach Moskau. Bis jetzt weiß ich nicht, was war das. Kuznetsov erwähnte nichts über das Deutsche U-Boot in seine Memoiren. Über das U-Boot, Kommandeur und seine Mannschaft hörte  ich niemals mehr. Seltsame Geschichte...“
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