Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 24.10.2005 bis zum 19.04.2010. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Wie verhielt sich die orthodoxe Kirche während des. 2.WK???

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AutorBeitrag

Ronny22


27.1.2009 23:48:40
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Heute kam mir eine Frage in den Sinn...

Wie verhielt sich die orthodoxe russische Kirche während des 2. WK?


Grade im Bezug auf den Holocaust.......


In einigen Teilen Europas beteiligten sich ja auch katholische Geistliche aktiv / passiv am Holocaust, bzw. begrüßten ihn.

Rasputin


28.1.2009 10:48:34
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Die russische kirche wurde von stalin als er sehr eng für ihn wurde unter der regie von GPU und NKWD ins leben gerufen um mit vaterland (vorher war die ganze welt das vaterland des proleten) und die heilige russische kriche die faschisten zu schlagen.
wie die sich von stalins Gnaden erweckte kirche verhielt kannst du dir ja vorstellen.
Es ist die selbe die heute auch noch am ruder ist. die bis 1917 russische kirche spalte sich in zwei teile die einen gingen ins ausland das ist bis heute die wahre russiche kirche die anderen ließen sich von stalin und den kommunisten einsetzen.
denn 1918 hatte der Patriarch Tikpor die bolschewiken verdammt was zu einer kirchen spaltung führte.

wal


7.2.2009 18:45:34
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Ich habe nicht gehoert, dass die russische Ortodox Kirche etwas ueber Politik (besonders in Ausland) sprach. Warum sollen sie sich darum kuemmern?
Es sieht seltsam aus, dass das Wort "Holocaust" in letzten Jahren so oft erwaehnt ist. Und diese Gerichten gegen Leugner...

steffen04


2.11.2009 11:12:07
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Overy erwähnt in „Russlands Krieg“ (S. 253f.) die orthodoxe Kirche kurz, allerdings nicht in Bezug auf den Holocaust.

Die Bolschewisten lösten die Orthodoxe Kirche fast gänzlich auf, die Zahl der Priester ging von über 50.000 vor der Revolution auf etwa 100 im Jahr 1941 zurück, die Zahl der Bischöfe von 163 auf 7.

Das änderte sich 1942. Kirchen und Priesterseminare wurden wiedereröffnet, das Amt des Patriarchen wurde 1943, nachdem es seit 1926 vakant war, wiederbesetzt. Die Kirche unterstützte den Kampf gegen die Aggressoren mit Appellen, alles für den Sieg zu tun, aber auch mit Aufrufen zu Geldspenden, etwa zur Gründung von Panzereinheiten (wie auch in der Partei üblich). Christlicher und sozialistischer Erlöserglaube führte dadurch zu seltsamen Vermischungen: „...war auf einem Moskauer Bahnhof ein älterer Sibirier zu beobachten.... Dabei bekreuzigte er sich und rief „Stalin!“.

In den besetzten Gebieten wurden von den deutschen Besatzungsbehörden ebenfalls orthodoxe Bischöfe eingesetzt, um die Bevölkerung in christlicher Demut gefügiger zu halten.

Sicher ein interessantes Thema, auch unter Holocaustaspekten.

Als Quelle führt er, neben Gesamtdarstellungen russischer Geschichte, an;
M. Spinka, The Church in Soviet Russia, Oxford 1956

waldi44


4.11.2009 15:59:31
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Das muss man alles im Rahmen des "Grossen Vaterländischen Krieges" sehen!
Erstens ging es darum, auch die letzten Reserven zu moblisieren und zweitens, der Opposition im In- und Ausland eine wichtige Plattform zu entziehen, nämlich die Religion. Sie wurde quasi "verstaatlicht".
Somit sollten auch jene motiviert werden, die mit dem Staat und der Partei nichts am Hut hatten. Die Priester liessen sich quasi als Kommissar misbrauchen und mit Kirchengeldern wurde wohl, so meine ich gelesen zu haben, ein Panzerregiment aufgestellt und auch gesegnet. Ob in der Weihrauchschleuder nun Weihrauch oder Wodka war, weiss ich nicht .
Zum Holocaust gibt es meines Wissens damals keine Stellungname, wohl aber heute. Die serbische orthodoxe Kirche zB. lehnt die Holocaustleugnung ab. Wie sich die russischen Orthodoxen dazu stellen müsste man nachlesen .

wal


4.11.2009 22:01:02
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"  Wie sich die russischen Orthodoxen dazu stellen müsste man nachlesen  "

Im Runet habe ich nicht viel gefunden. Nur ein Kommentar von Ortodox Kirche, (ueber ein Absicht die Holocaustunterricht in der Schule einfuehren um Kinder Toleranz zu lehren) :"Um Kinder Toleramz zu lehren brauchen wir nicht die auslendische Geschichte".
Die historische Leugner werden in Russland nicht verfolgt.Periodisch kann man die Artikel lesen, die in west Europa verboten sind.

waldi44


5.11.2009 23:31:30
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wal schrieb:
"  Wie sich die russischen Orthodoxen dazu stellen müsste man nachlesen  "

 :"Um Kinder Toleramz zu lehren brauchen wir nicht die auslendische Geschichte".

Genau DA liegt das Problem! "Ausländische Geschichte"! Für manche Deutsche ist der Holocaust "Ausländische Geschichte" (eigentlich ausländische Gechichtsschrteibung), für manche Türken der Holocaust der Armenier auch "Ausländische Geschichte" um nur zwei der bekanntesten Beispiele für "Ausländische Geschichte" (Geschichtsschreibung) zu nennen.
Der "Tellerrand" ist der Horizont und dahinter endet die Welt.

wal


6.11.2009 19:42:55
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Warun sollen Russen "fremde Waesche spuelen", wenn gibt es genug fuerchtbaren Beispiele in ihre eigene Geschichte?

Nomen Nescio


7.11.2009 01:22:45
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wal schrieb:
Warun sollen Russen "fremde Waesche spuelen", wenn gibt es genug fuerchtbaren Beispiele in ihre eigene Geschichte?
Die Bibel gab da bereits die Antwort

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?

steffen04


8.11.2009 21:29:20
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wie ging es dann nach dem Krieg mit der Kirche weiter? Wurde sie wieder auf Vorkriegsniveau zurückgestutzt?

Christian


17.11.2009 09:34:48
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wal schrieb:
Warun sollen Russen "fremde Waesche spuelen", wenn gibt es genug fuerchtbaren Beispiele in ihre eigene Geschichte?

In Russland beschäftigt man sich doch mit der Geschichte der Sowjetunion, oder nicht? Ein großer Teil der Opfer des NS-Genozids an den Juden kam aus der Sowjetunion, sie wurden zum Teil auf dem Gebiet der Sowjetunion ermordet, es gab zahlreiche sowjetische Kollaborateure, die sich als Mordhelfer betätigt haben. Von "fremder Wäsche" kann hier also keine Rede sein.
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