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Re: Tarnkleidung

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AutorBeitrag

Michael 60


1.4.2006 17:15:43
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Die Soldaten der Kampfeinheiten hatten eine Schlupfjacke oder einen Erbstarnanzug.
Wenn Du mal Bilder siehst mit der winterbekleidung, war die Trageweise der Tarnmuster nicht immer bei allen einheitlich. Ich meine hier Weiss oder-Herbsttarnung.

Gruß Michael 60

Mastercloser


1.4.2006 13:50:55
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Inspiriert von diesem Thema mal die Frage, es gab ja die verschiedensten Tarnmuster - Eichenlaub, Erbsentarn usw. in unterschiedlichen Farbausführungen.
Gab es eigentlich Verwendungsvorschriften, wann und wo welches Muster zu tragen war?
Eigentlich logisch, da es ja viele verschiedene Landschaften gab. Allerdings glaube ich nicht, das jeder einige derartige Uniformen mit sich schleppte (bzw. Tross).

Wie sahs aus?

Mario


1.4.2006 19:30:00
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nur mal so auf die Schnelle:
Also, es gab zwar Vorschriften, aber: es war Krieg.
Die Waffen-SS Verbände erhielten die Tarnuniformen meistens als erste geliefert, sie hatten auch den größten Anteil an der Entwicklung dieser Sachen. Wer was bekam, bis jetzt bin ich noch nicht hintergestiegen. Aber es gab die Sommerausführung sowie eine Winterausführung. Die winterliche war wendbar, also eine Seiote weiss, die andere im gelieferten Muster. Meistens war der Landser selbst so schlau, bei Schnee die weisse Seite zu nehmen. Im Übergang wurde gewendet, wie das Wetter kam. Die Sommerausführung war meines Wissens nach einseitig bedruckt, egal ob Palm-Erbs- oder Eichentarnung.
Die Tarnbekleidung war zweiteilig, Hose und Jacke, also entweder Wendejacke für arschkalt oder die Schlupfjacke, evtl. mit normaler Uniform drunter.
Literatur:
Mollo: Uniformen der Waffen-SS, Trageweise und Ausrüstung
Europa Militaria:  No. 2   Infanteristen des 2.WK
                           No. 16  Tarnuniformen der Wehrmacht und Nachkriegsvarianten
                           No. 18  Waffen-SS Camouflage Uniforms & Post-War Derivatives
Jean de Lagarde: Deutsche Uniformen 1939 - 1945

Das gute an den Büchern: alles in Farbe und erklärt

In diesem Sinne
Tschaudi

bani


1.4.2006 19:44:34
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Der Mollo ist gut gemacht, sehr ausführlich UND in deutsch!

Hoover


1.4.2006 19:52:12
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Und eine Menge Kopien...


Zu den Tarnungen. Es wurden im 2. Wk nie die Tarnungsvarianten unterschieden. Ebenso gab es im Krieg die ganzen Bezeichnungen (Platanenmuster, Erbsenmuster, Leibeister etc) nicht, das sind alles Erfindungen der Nachkriegszeit, damit die Sammler wissne, wovon sie reden.

es wurde ausgeben und getragen, was verfügbar war, daher kann man auf Bildern auch diverse Muster in einer Einheit sehen.

Michael 60


1.4.2006 22:06:15
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Also die Schlupftarnjacken waren beidseitig bedruckt und wurden über der normalen Uniform getragen. Sie waren beidseitig getarnt. Eine grüne Sommerseite und eine braun gehaltene Herbstseite.
Nur die sogenannten Erbstarn-Anzüge waren einseitig bedruckt.
Dann gab es noch das in Italien erbeutete Material, das war auch zweiseitig bedruckt.
Aber das ganze ist ein sehr komplexes Thema, da gibt es viel Literatur dazu, wie schon oben ausgeführt. Die Bücher aus den Motorbuchverlag sind preisgünstig. Es gibt auch teure englisch- sprachige Werke, die aber fast den Rahmen des bezahlbaren sprengen.

Gruß Michael 60

Hoover


2.4.2006 13:10:25
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nun, die besten sind die teuersten Bücher. Mein Teuerstes hatte 180 € gekostet, dafür steht aber fast alles drin. Mittlerweile gibt es im Schiffer-Verlag roßartige Bücher, die um die 80 € kosten, aber absolute standardwerke sind.

Nightwish


30.5.2006 12:50:07
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Hoover schrieb:
Und eine Menge Kopien...


Wie meinst du das? Genannte Kopien oder Stücke, die nicht als Kopien erkannt wurden?

Trennung

Gab es Schlupfjacken im Luftwaffen-Splittermuster?

Nightwish

Hoover


30.5.2006 13:45:27
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Moinsen!

In den genanntenn Büchern sind leider viele Stücke als Original bezeichnet, die es nicht sind.

Sogar im neuen und echt tollen vom Schiffer-Verlag über die Unifromen und Ausrüstung des Afrika-Korps sind kopien abgebildet. Das liegt aber daran, dass zum Einen die Kopien immer besser werden und zum Anderen  die Vielfalt an Varianten so elendig groß ist, dass nur wenige Fachleute sich trauen, absolute Garantien zu geben.

Außerdem kenne ich zumindest einen Sammler, der bereits in den 70er Jahren begonnen hat, Kopien aus Originalstoffen herzustellen. Die sind heute alle als Originale im Umlauf.

Nightwish


30.5.2006 14:43:49
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Ahso. Stimmt schon, viele Kopien kann man kaum von Originalen unterscheiden. Gerade wenn original Materialien, oder sehr ähnliche verwendet wurden. Wobei ich sagen muss, dass mir da ohnehin die Referenzstücke fehlen. Ich 'merke' das 'nur' wenn unübliche Knöpfe, Reißverschlüsse oder komische/ zu frische Farben verwendet wurden. Bei den Stoffen ist's schon schwieriger.
Was heißt 'ich merke', besser: mir kommen Zweifel.

Aber woher weißt du, dass die Stücke in den Büchern Kopien sind?

Gerade nachgeschlagen: Schlupfjacken in Luftwaffen-Splittertarn sind nicht nachgewiesen.

hec801


30.5.2006 21:50:28
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Kurze Frage zu dem Thema:

Welcher Art war diese Jacke!?

Hoover


31.5.2006 08:57:23
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Es ist eine selbstgeschneiderte Feldbluse aus Zeltbahnstoff. Es gab hunderte solcher Jacken, wo sich die meisten im Schnitt unterschieden. Offiziell wurden diese nie hergestellt.

hec801


31.5.2006 21:25:08
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Mir wurde jetzt gesagt, dass diese Jacke offizieller Natur war und sich "Heeres-Tarnungsfelddienstjacke" nannte...

Gruss

Hannes

Hoover


31.5.2006 22:41:57
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Nein, dafür hätte ich gerne Beweise. Zudem diese Bezeichnung absolut entgegen aller anderen Bezeichnungen wäre.

Die für mich maßgebenden Werke (Camouflaged Uniforms of the Wehrmacht von Palinckx, Die deutsche Wehrmacht - Heer von Angolia/Schlicht sowie German Uniforms of the Wehrmacht von Davis) sagen einstimmig aus, dass diese Feldblusen privatbeschafft wurden es nirgends Belege für eine offizielle Einführung gab.

hec801


31.5.2006 22:44:53
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Hallo,

Dir ist doch sicher klar, dass ich keine Beweise bringen kann, deshalb frage ich ja nach! "German Uniforms of the Wehrmacht" von Davis hat er aber erwähnt und meinte dort etwas von der Bildunterschrift 311 oder so...

Mehr kann ich leider nicht "beweisen"!

Hoover


31.5.2006 23:20:05
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Hm, ich werde morgen noch mal das Buch rauskramen und das Bild 311 suchen.

den Angolia/schlicht habe ich gerade hier, und da wird eindeutig gesagt: Privat beschafft. Bei Palinckx ebenfalls.

Mal sehen, was der gute Davis dazu in den Quellen angibt.

hec801


31.5.2006 23:42:50
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Super,

würde mich freuen, wenn wir da was herausbekommen!

Gruss und Danke

Hannes

Michael 60


31.5.2006 23:47:45
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Hast du das Foto von hier?

Wprowadzony pod koniec wojny nowy mundur maskujący: Heeres-Tarnfelddienstjacke, był wzorowany na wcześniejszych mundurach służbowych M-37, M-40. Bluza posiadała cztery kieszenie i wykładany kołnierz z patkami Kragenspiegel. Wszystkie oznaczenia służby i stopni noszono identycznie jak w mundurach Dienstrock i Felddienstjacke.

http://wilk.wpk.p.lodz.pl/~whatfor/aa2/tarndienstanzug.jpgxxx
Ohne xxx

Da habe ich genau das von Dir gezeigte Bild gefunden.

Gruß Michael 60

hec801


31.5.2006 23:48:49
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Nee,

habe ich vor Jahren mal in einem Forum gefunden...

Gruss

Hannes

Hoover


1.6.2006 00:44:44
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Müsste mal jemand übersetzen..

Zur Feldbluse: Palinckx hat auf den seiten 244 bis 255 mehrere solcher Blusen abgebildet. Auch hier der vermerk, dass es privatbeschaffte Blusen waren.

Irgendwo habe ich das Bild in einem Buch gesehen, mal sehen, ob ich es finde.

Erichx


5.6.2006 13:07:58
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Hoover schrieb:
Müsste mal jemand übersetzen..
Neue Tarnuniform, am Ende des Krieges eingeführt. Angelehnt an den früheren Dienstuniformen M-37, M-40. Die Bluse hatte 4 Taschen mit Außenkragen mit Kragenspiegeln. Alle Rang- und Dienstabzeichen wurden genauso angebracht wie beim Dienstrock oder an der Felddienstjacke.

hec801


5.6.2006 14:45:02
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Also Hoover,

bei Davis ist zu lesen, dass die von mir angesprochene Jacke nicht mehr in großer Stückzahl produziert werden konnte, aber soweit vorhanden doch offiziel an die Truppe ausgegeben wurde...

Gruss

Hannes

Hoover


6.6.2006 09:57:09
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Sorry, das Davis Buch habe ich vor mir liegen und ist grottenschlecht und auf dem Stand von 1971.

In allen neueren Büchern (Angolia/Schlicht zu Anfang zu nennen) steht, dass es privatbeschaffte Blusen sind. Solange niemand ein Einführungsdatum oder -Verfpgung zeigt (die komischerweise für alle anderen Bekleidungsstücke vorliegen) sind es privatbeschaffte Kleidungsstücke.

Davis sagt sogar, dass die Tarnbluse vom Bild 295 (zeigt eindeutig eine eigentlich verbotene Feldbluse im Platanenmuster bei einem Heeres-OTL) eine solche Feldbluse ist. Zumal die Bezeichnung "Heeres-Tarnungsfelddienstjacke"Humbug ist und absolut gegen die sonstige Bezeichnung ist. Ich denke, der Übersetzer hat da einen Fehler gemacht (wie an so manchen Stellen im Buch auch). An anderer Stelle nennt er die Jacke denn auch "Heeres-Tarn-Felddienstjacke", was ein Widerspruch in sich ist, denn es gan Feldbekleidung und Dienstbekleidung.

Davis schreibt denn auch auf Seite 183:


"Nicht klar ist, ob diese Tarnfelddienstjacke in größeren Stückzahlenausgegeben wurde, aber es gab sie, wie Abb. 311 und 295 beweisen."

Super, die Abb 295 zeigt die erwähnt Platanenfeldbluse, und die ist zu 100% privatbeschafft.
Dass es sie gab stimm, aber sie wurde nie offiziell ausgegeben, und da ist der Knackpunkt.

hec801


6.6.2006 13:46:52
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Hoover schrieb:
Die für mich maßgebenden Werke (Camouflaged Uniforms of the Wehrmacht von Palinckx, Die deutsche Wehrmacht - Heer von Angolia/Schlicht sowie German Uniforms of the Wehrmacht von Davis) sagen einstimmig aus, dass diese Feldblusen privatbeschafft wurden es nirgends Belege für eine offizielle Einführung gab.

Also dass Davis nun doch nicht so maßgeblich ist, wusste ich nicht! Ich hatte noch Deine obige Aussage im Kopf und daher dem Davis eine gewisse Bedeutung zugemessen. Dass er nun doch veraltet und grotten schlecht ist...

Na ja, privatbeschafft heisst in diesem Zusammenhang ja nicht unbedingt inoffiziell, sondern einfach nur nicht offiziell geliefert! Also sei es drum, es kann nachträglich wohl nicht richtig geklärt werden und die Tendenz geht zu einer nicht offiziellen Anfertigung...

Gruss und Danke

Hannes

Hoover


6.6.2006 13:51:47
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Davis hat einige Bücher geschrieben.
Sein Buch über die Uniformen und Abzeichen der deutschen Luftwaffe in 2 Bänden sind sehr gut (außerdem richtig übersetzt). Der deutschsprachige band über die Heeresuniformen ist enttäuschend, was aber an dem Alter (30 jahre) liegen kann.

Zum Thema Luftwaffe würde ich Davis gleich hinter Angolia/Schlicht einstufen, bei den Heeresbüchern aber nicht. Trotzdem hat Davis immer sehr interessante Bilder in seinen Büchern, was für mich ebenso wichtig ist.

Hoover


17.8.2006 10:24:39
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aber wie sieht es denn mit aufschlußreichen Bildern dieser ganzen Muster und deren Abarten aus??

Dann kommt nur ein Buch in Frage:

Werner Palinckx
"Camouflaged Uniforms of the German Wehrmacht"
Schiffer Books
ISBN 0-7643-1623-0
Gibts auch bei www.zinnfigur.com

Er hat in dem Werk neben den bekannten Standardtarnungen zusätzlich fast 50 Produktionsvarianten und Weiterentwicklungen unterscheiden und erklärt. Dazu alles mit Bildern in bester Qualität.

An Zeltbahnen hat er 6 unterschiedliche Muster unterschieden, an Splittertarn etwa 20 und an Sumpftarn etwa 10. Dazu Leibermuster und ein kurzer Vergleich mit den Nachrkeigsentwicklungen.
Für mich das absolute Grundwerk zu deutschen Heerestarnungen.
Ein ähnliches mit SS-Tarnungen ist 3-bändig (!) ebenfalls im Schifferverlag erschienen.

Petronelli


16.8.2006 15:10:50
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Sagt mal hier wird ja viel über das Thema und vor allem Bücher und Spezialklamotten geredet, aber wie sieht es denn mit aufschlußreichen Bildern dieser ganzen Muster und deren Abarten aus??
Ich weiß das ist nicht wirklich leicht, weil selbst in gerühmten Standardwerken oft nur Repliks zu sehen sind...aber irgendjemand wird doch mal Bilder haben? Oder einen Fetzen Echtmaterial, muss ja keine ganze Jacke sein...
So ne Zusammenstellung für Interessierte wäre doch nicht schlecht oder? Vor allem weil man im Netz nichts zusammenhängendes findet...
Gruß
peter

Petronelli


5.9.2006 09:47:22
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Nun noch was grundsätzliches zum Thema Waffen-SS Tarnmaterial, um an die Ursprungsfrage von Mastercloser wieder heranzukommen.
Anfangs existierte beim vielen Soldaten nurmehr die Tarnschlupfjacke, die Zeltbahn und ggf. ein Helmbezug, aber auch nicht immer komplett.
Es war nie im Krieg so, dass jeder Soldat komplett ausgestattet gewesen wäre, also Helmbezug, Hose und irgendeine Jacke.
Die Muster wurden alle parallel getragen und während des Krieges verändert und vereinfacht.
Die Farbvarianten sind gekommen weil man einfach gesagt, auch in Sachen Farbe nahm was da war, deswegen sollte man sich auch nicht lange bei den Farben aufhalten, sondern den Musterverlauf anschauen.
Das galt auch für die ab 43 langsam eingeführte Erbsentarnung (pea-pattern). Der Vorteil dabei war jedoch, dass diese über Endlos-Walzen gedruckt werden konnte . Die ganzen klassischen Muster vorher wurden per Siebdruck hersgestellt, (wobei die Farbe als Paste vorliegt)  also ein Intervall-Produktionsablauf (zwei Meter Drucken, weiterziehen, Farbe drauf 2m drucken, weiterziehen usw.) Bei der Erbse waren es viel flüssigere Farben und der Stoff wurde von einer Walze/Farbe mit eingeätztem Muster, zur nächsten automatisch weitergegeben.
Gegen Ende des Krieges gab es eigentlich alles was man sich vorstellen konnte auch in Tarnung!
Durch Kompanieschneider aus Resten hergestellt. Dabei wurden auch ursprünglichen Baumuster verändert (Kapuzen weg, Rockschöße und Taschen verändert, verschiedene Muster an einem Stück usw. je nach Lust und Laune und Lage der Verfügbarkeit.
(Ausnahme: aus dem Baumwollstoff der Erbse wurden keine Schlupfjacken und auch keine Zeltbahnen hergestellt, denn beide Stücke dienten auch als Nässeschutz, was bei Drillich ein Bärendienst gewesen wäre)
Die verbreitetsten Muster waren anfangs Eichenlaub, Platane und Palme, Rauch kam erst recht spät auf.
Wobei es müßig ist jetzt noch die schon bisher alleine in der Literatur existierenden 6 Platanenmuster zu analysieren in Menge und wie und wo.
Man lieferte eben an die Truppe die gerade für die Front ausgerüstet wurde, das was da war.
So mal nur ganz grob, es wurde getragen wie es kam, egal ob Herbsseite oder Sommerseite. Da gab es keine Vorschriften.
Gruß
Peter

Übrigens dienten die kleinen Kreuzchen, die man auf manchen Schlupfjacken sieht zur Herstellung von Zeltbahnen, also es waren Markierungen für die Herstellung von Zeltbahnen.

Hoover


5.9.2006 14:24:29
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Es war nie im Krieg so, dass jeder Soldat komplett ausgestattet gewesen wäre, also Helmbezug, Hose und irgendeine Jacke.

Naja, ich habe gerade eine Studie gelesen (wird bald veröffentlicht), in der die Ausrüstungsstände der Waffen-SS untersucht wird.

Als Beispiel: Wenn Einheiten zu betsimmten Zeiten aufgestellt wurde kann man darin eine gweisse Ausrüstungsregel ableiten. Als das SS-PzGrenRegt 26 aufgestellt wurde, bekamen die Grenadiere zu 80% Tarnkleidung aus italienischen Muster und dern Rest war Platanenstoff. Ganz wirr eigentlich, aber manche beschäftigen sich damit.

Was richtig ist: Nur zu betsimmten Zeiten wurden die SS-Grenadiere voll mit Tarnkleidung ausgestattet, und das bei der Erstaufstellung. Danach gab es oft keinen Ersatz für kaputtes oder verloren gegangenes Zeug.

Leider kenne ich selber einen Schneider, der schon in den frühen 80er Jahren aus Zeltbahnen Schnürhemden hergestellt hat. Daher isnd heute die Zeltbahnen eher selten und die Schnürhemden meistens falsch, weil das damals fast alle so machten.

Petronelli


6.9.2006 07:25:05
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Hi Hoover,
der Schneider war ja ein echter "Könner"!!! (hängt ihn höher.....)
Man braucht für eine Jacke ca. 2qm Roh-Stoff, mit Verschnitt gerechnet!!!
Der Typ brauchte also mindestens 2 Zeltbahnen um bei dem störenden Nahtverlauf derselben und den ganzen Knopflöchern aus den dreieckigen Lappen eine halbwegs authentisch wirkende Jacke zu schneidern. So ein Banause!!!

Der italienische Stoff wurde übrigens erst nach dem Ausstieg der Italiener in die Truppe eingeführt.
Es gab, als bekannteste Stücke, den Panzeroverall, und den langen Karnickelfell-gefütterten Winterparka, der noch bis in die 50iger von den Tschechen benutzt und hergestellt wurde. Also das sind jedenfalls die "Originale" bei Ebay!!! zugegeben schauen nicht schlecht aus....kleiner Tipp...nicht mehr zahlen als für ne Kopie, also bis 250€.
Daneben wurden Zeltbahen, Feldmützen und Panzerjacken/Hosen und Viertaschenröcke (Panzermeyer hatte so ein Ding) hergestellt. Schlupfjacken sind nicht bekannt.
Gruß
Peter

Hoover


11.9.2006 12:08:52
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Schlupfjacken aus ital. Tarnstoff kenne ich auch nicht. den Hype um Bekleidung im ital. Tarnmuster kann ich mir gar nicht erklären.

Zu den Umschneidereien von Tarnzeltbahnen: Ich kenne zig Beispiele, wo man ehemalige Massenware zerschnitt, um andere, seltene Teile zu fertigen. Mir fallen da ein:

Luftwaffen-Rücksäcke zu Magazintaschen für StG und MP
Zeltbahnen zu Schlupfjakcne, Feldmützen und Helmbezüge sowie zu Panzeranzügen
Mäntel zu Sturmgeschützblusen
und so weiter

Ach ja, ich habe am letzten Wochenende in Belgien einen "Händler" getroffen, der stolz von seinen neuesten Geschäften schwärmte: Er lässt jetzt in Polen per Siebdruck SS-TZarnstoffe fertigten, der, so seine Aussage, nur und einzig durch eine Stoffanalyse im Labor als Neufertigung zu erkennen sein soll. Stof und Druck sollen absolut perfekt sein.

Sammler, viel Spaß...

Petronelli


11.9.2006 13:03:05
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Ja, hört sich ja toll an,
hat er die Muster genannt in denen das kommen soll?
Ich gehe davon aus, dass er z.B. die von SM-Wholesale nimmt und abkupfert (Platanenarten und Eiche). Erzählt vom Perfektionismus wird immer und wenn man sieht wieviele Fantasy-Muster ihren Mann finden, brauchts gar net soviel Werbung.
Wenn einer schon erzählt dass in Sachen Farben alles perfekt wird...oh je gerade das war beim gleichen Muster je nach Sachlage und Hersteller sehr unterschiedlich. Man kann sich höchstens an den wenigen erhaltenen Stücken orientieren. Die werden bestimmt gut, aber der kocht auch nur mit Wasser und orientiert sich an Literatur oder eben den wenigen Stücken die er vielleicht hat.
Wenn er ein einzelner ist, der das herstellen lässt, dann werdens auch nicht allzu viele werden und sind dementsprechend teuer, oder versacken auf Alt getrimmt gleich bei den nächsten Händlern, bevor da noch groß einer wie wir drankommt.
Es wird die gleiche "Heldenstory" sein wie damals als die Chinesen die ersten Stahlhelme vor zwei Jahren auf den Markt brachten, die man jetzt überall kaufen kann. Da haben mir mindestens drei verschiedene Anbieter unabhängig voneinander, großkotzig erzählt, dass sie die jetzt im Auftrag herstellen lassen...gnagnagna...Jetzt stolpert man haufenweise bei jeder Börse drüber.
Aber wenn der Preis stimmt....bin gespannt, kannst ja mal ein Foto reinhängen, falls Du eine ergatterst!
Gruß und Danke für die Info!
Peter

Hoover


11.9.2006 17:20:07
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und sind dementsprechend teuer, oder versacken auf Alt getrimmt gleich bei den nächsten Händlern, bevor da noch groß einer wie wir drankommt.

Ich hätte sagen sollen, dass dieses der einzige Zweck der Armeit ist.
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