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Helmform Fallschirmjäger

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AutorBeitrag

Pat


30.1.2008 15:43:43
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Guten Tag,

vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, folgendes :

Ich suche Informationen zur besonderen Helmform der Fallschirmjager.
Die evtl. aerodynamischen Vorteile sehe ich ja, aber wie ist diese Helmform letztendlich entstanden, d.h.,
wer hat sie eingeführt, getestet, erlassen , wie auch immer.

Gruß Pat!

IM


30.1.2008 16:27:05
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Ob die Aerodynamik da eine solche Rolle spielte ? Das Verletzungsrisiko war mit dem Standarthelm einfach größer.

Richtschuetze


31.1.2008 06:35:37
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Auch war eine bessere Sicht durch diesen Helm gegeben!(nach rechts und links sehen beim Sprung)
Man hat bei der Gründung der Fallschrimjäger und  bei den ersten Test festgestellt das der normale Helm nicht ausreichend war!

Gruss

P.S Auch haben Besatzungen der Sturmgeschütze  diese Helme schonmal benutzt, weil sie 1. beim Rundumblick geschützt waren(als mit der Mütze  ) 2. konnten sie Ihre Sprecheinrichtung um diesen Helm besser anbringen als an dem normalen Wehrmachtshelm!

Nightwish


31.1.2008 12:38:49
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Hast du dazu eine Quelle? Und wieso nur Sturmgeschützbesatzungen? Okay, die waren was Winkelspiegel angeht schlechter ausgerüstet als PzKw, aber deren Besatzungen müssten doch diesen Vorteil auch gesehen und, wenn möglich, genutzt haben!? Kann es sein, dass du das evtl. aus Bildern irgendwelcher Fallschirm Sturmgeschütz Einheiten ableitest, die evtl. offiziell mit dem Helm ausgerüstet waren. Denn schon bei den Fallis waren, als es kaum noch Luftlande Operationen gab, kaum noch alle mit diesen Helmen ausgerüstet. Also die Helme an sich waren schon schwer zu bekommen. Deswegen wundert es mich.

Aber zurück zur ursprünglichen Frage.

Die Form des 'normalen' Helms war ungünstiger. Durch die abstehenden Teile im unteren Bereich entstand wohl tatsächlich eine Art 'Auftrieb' und der tiefe Nackenschutz stellten bei Sprung (v.a. Auftrieb) und vor allem (harter) Landung eine gewisse Gefahr für die Halswirbelsäule dar. Das habe ich allerdings aus einem Artikel über die Entwicklung der Bundeswehr-Falli Helme, die anfangs auch WK II ähnliche Helme testeten.

Richtschuetze


31.1.2008 17:55:09
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Hallo Nightwish,

ich meine in dem Buch" Ich kam durch" die Erlebnisse eines Panzerfahrers im 2 Weltkrieg.
Er ist bevor er zu den Panzern gekommen ist erst Sturmgeschütz gefahren.Bin aber nicht 100% sicher das es diese Buch war(ich habe es im Augenblick verleihen)

Auf jedenfall war die Aussage viele Verluste durch Kopftreffer deshalb sind die Besatzungen hingegangen und haben Helme der Fallis aufgesetzt weil bei dem Wehrmachtshelm der Kopfhörer mit Kabel  nicht zu befestigen war.
Da waren auch Fotos wo Sturmgeschütze eine Parade vorführen und die Besatzung(die oben raussehen) Falli Helme tragen.
Daruf hin haben viele gedacht die Fallschirmjäger hätten Sturmgeschützen.

Gruss

P.S Wie Du schon geschrieben hast die Winkelspiegel waren viel schlechter als in den Panzern(obwohl die deutschen Panzer
gute Winkelspiegel hatten)

Nightwish


31.1.2008 18:08:41
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Ahso! Danke für die Erläuterung und den Buchtip!

waldi44


31.1.2008 22:39:09
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Das wichtigste an einem Helm für Leute, die aus Flugzeugen aussteigen müssen, ist ihre Dichtheit! Um das mal zu erklären: Bei der Armee wurde grösster Wert darauf gelegt, dass der aus einer gewissen Höhe (1- 5) Höhe springende Soldat, seinen normalen Stahlhelm mit der Hand fest auf den Kopf presste.
Dabei ging es natürlich um Sprünge ins Wasser! Warum? Weil sich die Luft unter dem Helm staute und die Gefahr der Wirbelverletzung bestand.
Um wieviel höher war das Verletzungsrisiko, wenn man aus 1000 m Höhe absprang und die Luft sich unter dem Helm verfing?

IM


31.1.2008 23:10:33
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Die Absprunghöhe der deutschen Fallschirmjäger betrug meist zwischen 100 und 120 m Höhe.

Pat


11.2.2008 14:24:19
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Bis dahin vielen Dank,

wenn auch die Quellenangaben etwas rar sind.
Vielleicht frage ich mal beim militärgeschichtlichen Forschungsamt nach ?
Die müßten das doch wissen ?

Pat

Sturm


11.2.2008 16:25:17
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  Hallo Richtschuetze ,

 Dein Buch "Ich kam durch" kann man das weiter empfehlen, ist das gut ?

 Gruß  Wolfgang.

Richtschuetze


12.2.2008 06:37:06
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Hallo Sturm,

wenn Du dich für die Erzählungen eines ehemaligen Panzersoldaten interessierts dann ist es mit Sicherheit was für Dich!
Ist ca 2 Jahre auf dem Markt und kostet unter 20Euro!(so meine ich jedenfalls)

Gruss

P.S Auch sind ein paar gute Fotos mit dabei!(Ich als Modellbauer finde das gut )

Andreas


12.2.2008 17:22:46
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Hallo Zusammen,

könnte der folgende Helm auch ein Fallschirmjäger-Helm sein???
Bisher dachte ich daß es ein Tschechischer oder ungarischer Helm wäre,
dabei eben beim Vergrössern entdeckt, daß am Helm seitlich das Relief eines Adlers schwach zu sehen ist.
Sehe nur ich das oder kann mir das jemand bestätigen??? (Auch vorne Buchstaben zu sehen???)

Was meint Ihr: Ist das ein Fallschirmjäger Helm oder nicht?

http://www.hostpix.de/file.php?dat=blq9gb2K.jpg

Richtschuetze


13.2.2008 06:38:36
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Hallo Andreas,

ich kann nur das erste Bild sehen ist das eine Statue? Wenn ja wo steht diese? Also ein Ami Helm ist es nicht oder?

Ob es ein Falli Helm ist schwer zu sagen! 

Gruss

IM


13.2.2008 11:51:56
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Hallo Sturm,

wenn Du dich für die Erzählungen eines ehemaligen Panzersoldaten interessierts dann ist es mit Sicherheit was für Dich!
Ist ca 2 Jahre auf dem Markt und kostet unter 20Euro!(so meine ich jedenfalls)

Das Buch gibt es schon länger, ist vor ca. 2 Jahren nur neu aufgelegt worden.

Andreas


13.2.2008 12:50:40
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Richtschuetze schrieb:
...ich kann nur das erste Bild sehen ist das eine Statue?
Wenn ja wo steht diese? Also ein Ami Helm ist es nicht oder?

Nee, ein Ami-Helm kann es nicht sein, weil das Denkmal eine deutsche Inschrift trägt.
Das Denkmal steht (oder stand???) irgendwo - keine Ahnung - das versuche ich ja herauszufinden.

Ja wo isses denn?  ...ich suche es schon seit ein paar Jahren...

Richtschuetze


13.2.2008 14:07:56
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Ahja jetzt sehe ich es! Da sieht man es besser!

Also wenn Du mich fragst ist das ein ganz normaler deutscher Helm wo nur die Stirnkante und die Seiten etwas flacher sind als sonst!
Das kann ja auch am Künstler gelegen haben!!

Gruss

P.S waren nicht auch die letzten Helme(ausser DDR Helm) etwas flacher an der Seite und Stirn?

Sturm


14.2.2008 18:02:01
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 Hallo Richtschütze ,

 erstmal Danke für Deine Antwort.

 Zum Denkmal : eventuell hier -  http://www.deutsche-ehrenmale.de/info.html .

 Gruß  Wolfgang.

Sturm


14.2.2008 18:11:10
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 Oder hier :   http://www.denkmalprojekt.org/inschriften.htm


 Da brauchst Du aber jede Menge Zeit - wer sucht,der findet    .

Richtschuetze


15.2.2008 08:27:21
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@Sturm

interessante Seite! 

Gruss

Andreas


15.2.2008 11:50:49
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Sturm schrieb:
Zum Denkmal : eventuell hier -  http://www.deutsche-ehrenmale.de/info.html .
Hallo Wolfgang,

danke für den Hinweis, diese Seite kannte ich noch nicht.
Die "denkmalprojekt.org-Seite" ist sehr umfangreich,
da braucht man wirklich eine Menge Zeit um alles zu sichten.

Kann auch sein, daß das Denkmal dem alliierten Kontrollrat nicht gefiel und "geschliffen" wurde,
oder infolge des "Bildersturms" nach dem Krieg abgebaut wurde.
Gut möglich, wenn es in Polen oder Tschechien stand, daß es dort vernichtet wurde.

Alles ist möglich... 

Pat


21.2.2008 10:31:45
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Hallo Zusammen,

da Ich diese Anfrage hier gestartet habe, möchte ich ein wenig über den weiteren Verlauf der
Nachforschung berichten. Man hat schließlich nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.

Meine Nachfrage beim militärgeschichtlichen Forschungsamt ergab folgendes ( ich zitiere aus der Mail ) :

Wir  haben  die  uns  zur  Verfügung  stehende Literatur entsprechend Ihrer
Anfrage  gesichtet  und  sind auf folgende Aussage gestoßen: Eine spezielle
Form   des  Stahlhelms  für  Fallschirmtruppen  wurde  mit  der  Besonderen
Luftwaffen Bestimmung 38 Nr. 239 vom 16.06.1938 (BLB) eingeführt.
Aus:   Schlicht,   Adolf   und   Angolia,  John.  Die  deutsche  Wehrmacht.
Uniformierung und Ausrüstung 1933-1945. Stuttgart 1999, Bd. 3, S. 210-213.
Des    weiteren    fanden    wir    mehrmals    den    Hinweis    auf   die
Luftwaffendienstvorschrift Nr. 422, die Anzugsordnung der Luftwaffe, in der
Sie möglicherweise weitere Informationen finden werden.
Da   uns   aber   weder   die   Besondere   Luftwaffenbestimmung  noch  die
Luftwaffendienstvorschrift vorliegen, empfehlen wir Ihnen eine Anfrage beim
Bundesarchiv  Militärarchiv  in  Freiburg.  Dort werden sicherlich auch die
Akten  der  Erprobungsstellen zu ermitteln sein, die an der Entwicklung des
Helmes beteiligt waren.


Im weiteren habe ich die empfohlene Anfrage abgeschickt und werde die Antwort ebenfalls hier kundtun.

Vielleicht hat ja bereits im Voraus einer der hier Anwesenden Hintergrundinformationen zu o.g. Verweisen und
möchte sich schon mal äußern. Würd mich schon interessieren.

Bis denn, Pat.

Richtschuetze


22.2.2008 10:52:29
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Im weiteren habe ich die empfohlene Anfrage abgeschickt und werde die Antwort ebenfalls hier kundtun.

Ja denk darn, das wird aber bestimmt ein paar Wochen dauern!
Mal sehen was da raus kommt!


Gruss

Pat


28.2.2008 14:23:10
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Hi,

aus dem Antwortschreiben :


"...Ihre Fragen bezüglich dere Fallschirmjägertruppen lassen sich 
vermutlich aus der einschlägigen Literatur beantworten. 
Selbstverständlich können Sie bei einem Besuch unseres Hauses nicht 
nur die Unterlagen der Luftwaffe für Ihre Belange auswerten, sondern 
auch die hier verfügbaren Publikationen zur Klärung Ihrer Fragen 
heranziehen. Den Termin für Ihren möglichen Archivbesuch bitte ich ca. 
drei Wochen vorher unmittelbar mit unserem Benutzersaal 
(0761/47817-911 oder benutzersaal.freiburg@barch.bund.de) abzustimmen...

...Bundesarchiv-Militärarchiv
   Wiesentalstraße 10, 79115 Freiburg i.Br....".


Tja, das werd ich wohl ohne weiteres nicht auf die Kette kriegen.
Aber falls einer in der Nähe wohnt...

Schade !

Hat denn hier jemand Einsicht in die Luftwaffendienstvorschrift Nr. 422 ?

Tom301


15.3.2008 09:21:31
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... bei der Einheit handelt es sich um die Sturmgeschütz-Brigade 276, dazu aus "Einsatz der Sturmgeschütz-Brigade 276 in Ost- und Westpreußen 1944/'45":

"Als mir in Deutsch-Eylau auffiel, dass bei den Batterieübungen der Sprechfunk von Geschütz zu Geschütz nur bei abgesetztem Stahlhelm möglich war, weil der breite, vorspringende Rand des Stahlhelms das Tragen des Kopfhörers unmöglich machte, und der Geschützführer ohne Stahlhelm im Turm besonders gefährdet war, schlug ich dem Kommandeur vor, Fallschirmjägerhelme ohne Rand zu beschaffen. Aber woher nehmen? Kam nur Berlin in Frage! Also erhielt ich den Auftrag, mit 5 Mann dorthin zu fahren. Beim Luftwaffenzeugamt in Berlin-Tempelhof klapperte ich alle Instanzen ab, vom Generalluftzeugmeister bis zum Generalintendanten, und es kostete mich alle Überredungs- und Überzeugungskraft, bei den Herren 100 Stahlhelme "loszureisen", denn die waren doch ein Privileg und der ganze Stolz der Luftwaffe! Endlich konnten wir mit Anweisung von "höchster Stelle" zu den Fallschirmjägern nach Brandenburg fahren, wo wir auf der Kleiderkammer 100 Stahlhelme der Größe 52-62 in Empfang nahmen und in unsere mitgebrachten sechs Säcke füllten, und ab ging die Post, die Säcke auf dem Buckel. Die Helme wurden von den Geschützbesatzungen der Brigade begeistert aufgenommen und haben sich im Einsatz hervorragend bewährt. Die Sturmgeschütz-Brigade 276 war dann eine der Heereseinheiten mit Fallschirmjägerstahlhelmen!"

Weitere Heereseinheiten:
Fallschirmjägerbataillon "Brandenburg"
1. Ski-Jäger-Division
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