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Hiroshima, Nagasaki und dann...?

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AutorBeitrag

Stahlgewitter


21.2.2010 15:29:27
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Lese gerade ein Buch (Hiroshima - The world's bomb / Making of the modern world) über den Einsatz der ersten Atombomben auf Japan.

In der offiziellen Geschichtsschreibung wird bis dato davon ausgegangen, dass beide Bombenabwürfe den Krieg im Pazifik beendeten, da Japan mit weiteren Zerstörungen von Städten rechnen mußte. Beide Abwürfe werden mit der dringenden militärischen Notwendigkeit begründet, eigene Verluste zu minimieren.
In den letzten Jahren sind immer wieder Dokumente aufgetaucht, die belegen dass das Japanische Kaiserreich bereits im Juni/Juli 1945 ernsthaft über die Beendigung der Kreigshandlungen nachdachte und auch entsprechende Verhandlungen geführt wurden, die seitens der Allierten abgelehnt wurden, da Japan nicht bedingungslos kapitulieren wollte. Für mich stellt sich die Frage, wie die USA reagiert hätten, wenn Japan nicht am 15. August 1945 die Beendigung des Krieges verkündet hätte (die Kapitulationsurkunde wurde bekanntlich erst am 2. September 1945 unterzeichnet)?
Soweit man es aus der Literatur entnehmen kann, hatten die USA keine weitere einsatzbereite A-Bombe mehr im Arsenal, der nächste Test fand erst am 30. Juni 1946 statt(Crossroads).

Hätten die Amerikaner eine Landung auf dem japanischen Festland gewagt, vor allem nach den Erfahrungen auf Okinawa, oder hätte Japan durch die Fortsetzung des Krieges bessere Friedenskonditionen für sich aushandeln können?
Hätte sich die UdSSR nach ihrem Kriegseintritt am 8. August 1945 auch an einer Invasion des Festlandes beteiligt? Interessanterweise erfolgte die russische Kriegserklärung an Japan einen Tag vor dem Abwurf auf Nagasaki, Geheimdiensten war zu diesem Zeitpunkt schon klar dass Japan kapitulieren würde. Was wäre passiert wenn Japan keine Bereitschaft zum Friedensschluss signalisiert hätte, wäre die Sowjetunion trotzdem in den Konflikt eingestiegen?

Diente der Abwurf der A-Bomben wirklich der Beendigung des Krieges im Pazifischen Raum und war es bereits eine makabre Drohgebärde in Richtung der UdSSR? Waren die Gründe für den Einsatz der Bomben gar reine Revanchegelüste für Pearl Harbor?

Sind viele Fragen, wie seht ihr das ganze?

Nomen Nescio


21.2.2010 16:18:53
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Stahlgewitter schrieb:
In der offiziellen Geschichtsschreibung wird bis dato davon ausgegangen, dass beide Bombenabwürfe den Krieg im Pazifik beendeten, da Japan mit weiteren Zerstörungen von Städten rechnen mußte. Beide Abwürfe werden mit der dringenden militärischen Notwendigkeit begründet, eigene Verluste zu minimieren.
Truman gab den Auftrag und begründete den mit «Wir haben bereits eine Unmenge an Geld darin investiert. Das soll nicht vergeudet sein!!
Der Krieg beenden, war eine Nebengedanke. Nicht primär. Man wußte überhaupt nicht, welche Auswirkung die Bomben hatten.

Stahlgewitter schrieb:
In den letzten Jahren sind immer wieder Dokumente aufgetaucht, die belegen dass das Japanische Kaiserreich bereits im Juni/Juli 1945 ernsthaft über die Beendigung der Kreigshandlungen nachdachte und auch entsprechende Verhandlungen geführt wurden, die seitens der Allierten abgelehnt wurden, da Japan nicht bedingungslos kapitulieren wollte.
Die Japaner hatten tatsächlich sondiert, aber nicht unterhandelt. Denn das Militär lehnte das aufs Entschiedenste ab. Wollte wirklich, daß ggfs die ganze Japanische Bevölkerung sich tot kämpfen würde.
Wer nicht damit einverstanden war, wurde einfach ermordet.

Stahlgewitter schrieb:
Für mich stellt sich die Frage, wie die USA reagiert hätten, wenn Japan nicht am 15. August 1945 die Beendigung des Krieges verkündet hätte (die Kapitulationsurkunde wurde bekanntlich erst am 2. September 1945 unterzeichnet)?
Soweit man es aus der Literatur entnehmen kann, hatten die USA keine weitere einsatzbereite A-Bombe mehr im Arsenal, der nächste Test fand erst am 30. Juni 1946 statt(Crossroads).
Sie hatten die nicht sofort bereit, und es hätte noch einige Monaten gedauert, bevor es wieder neue gegeben hätte.

Stahlgewitter schrieb:
Hätten die Amerikaner eine Landung auf dem japanischen Festland gewagt, vor allem nach den Erfahrungen auf Okinawa, oder hätte Japan durch die Fortsetzung des Krieges bessere Friedenskonditionen für sich aushandeln können?
Du hast offensichtlich keine Ahnung, wie tief die Amerikaner diese «yellow bastards» haßten. Zuerst Pearl Harbor, und danach die schwere Kämpfe, um schließlich mit Kamikazes zu kulminieren.
Ja, auf dem Festland Japans wäre garantiert gelandet. Außerdem kamen da Soldaten aus Europa, weil Deutschland kapituliert hatte. Die Engländer wollten auch schon Truppen schicken (hatten es sogar schon teils getan).

Stahlgewitter schrieb:
Hätte sich die UdSSR nach ihrem Kriegseintritt am 8. August 1945 auch an einer Invasion des Festlandes beteiligt? Interessanterweise erfolgte die russische Kriegserklärung an Japan einen Tag vor dem Abwurf auf Nagasaki, Geheimdiensten war zu diesem Zeitpunkt schon klar dass Japan kapitulieren würde. Was wäre passiert wenn Japan keine Bereitschaft zum Friedensschluss signalisiert hätte, wäre die Sowjetunion trotzdem in den Konflikt eingestiegen?
Ob die Amerikaner die Russen in Japan zugelassen hätten... Ich weiß es nicht. Denn fürs Truppentransport brauchten sie doch die Amerikaner.
In erster Instanz ging es Stalin aber um das zurückerobern der Gebiete, die im Krieg 1904-1905 verloren waren. Und weiter wollte er auf dem Festland Einfluß haben (z.B. Korea).

Stahlgewitter schrieb:
Diente der Abwurf der A-Bomben wirklich der Beendigung des Krieges im Pazifischen Raum und war es bereits eine makabre Drohgebärde in Richtung der UdSSR?
Indirekt wurde der Krieg dadurch beendet. Das war das wichtigste. Und ob, wann und wieviel Japan leiden würde, interessierte die Amerikaner keinen Deut. Sie hatten die Unverschämtheit gehabt die VS auf grobe Weise herauszufordern. Das haben die Amerikaner nicht vergessen.
Nicht umsonst gab es soviel Freiwilligen für die US Marines. Denn die kämpften im Pazifik gegen Japan.

Stahlgewitter schrieb:
Waren die Gründe für den Einsatz der Bomben gar reine Revanchegelüste für Pearl Harbor?
Weder Truman noch seine Berater, noch die Experten konnten vorhersagen, wie die Auswirkung der Bomben war.
Das interessierte sie aber auch nicht. Sie gönnten Japan alles Schlechte.

Ich darf erinnern am Kapitulationsangebot von Hirohito. Er hatte im Palast seine Ansprache gehalten. Die war auf Schellackplatten aufgenommen. In Duplo.
Die militärische Fanatiker hatten davon vernommen, und fingen eine Serie Schellacks ab. Die andere Serie wurde via einen anderen Weg zum Rundfunksender gebracht, erreichte sein Ziel, und darum wurde die Kapitulation doch gesendet.

Ich möchte noch etwas in Erinnerung bringen: es ist öfter passiert, daß die Japaner, als sie keinen Ausweg mehr sahen, Selbstmord begangen. Soldaten, aber auch Bürger.
So fremd wäre es also nicht, daß das Militär einen Suizid des ganzen japanischen Volkes für möglich hielt.

Stahlgewitter


21.2.2010 17:29:36
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Nomen Nescio schrieb:
Truman gab den Auftrag und begründete den mit «Wir haben bereits eine Unmenge an Geld darin investiert. Das soll nicht vergeudet sein!! Der Krieg beenden, war eine Nebengedanke. Nicht primär. Man wußte überhaupt nicht, welche Auswirkung die Bomben hatten.
So ähnlich wurde es vor einigen Wochen auch in einer Sendung auf ARTE dargestellt. Ich glaube die Zerstörungskraft der Bombe konnten die Amerikaner aber ziemlich gut einschätzen, über die Langzeitfolgen konnten man sicherlich vorerst nicht all zu viel sagen.

Nomen Nescio schrieb:
Die Japaner hatten tatsächlich sondiert, aber nicht unterhandelt. Denn das Militär lehnte das aufs Entschiedenste ab. Wollte wirklich, daß ggfs die ganze Japanische Bevölkerung sich tot kämpfen würde. Wer nicht damit einverstanden war, wurde einfach ermordet.
Man könnte den Amerikanern aber durchaus unterstellen den Krieg absichtlich nicht zu Ende gehen zu lassen, bis die A-Bombe einsatzbereit war. Dadurch bot sich ihnen schließlich immerhin die Gelegenheit die Waffe am lebenden Objekt zu testen.

Nomen Nescio schrieb:
Sie hatten die nicht sofort bereit, und es hätte noch einige Monaten gedauert, bevor es wieder neue gegeben hätte.
Eventuell wäre die nächste Bombe unter Kriegsbedingungen früher einsatzbereit gewesen, als vor dem ersten Nachkriegstest am 30. Juni 1946. Es stellt sich aber die Frage welche Wirkung hätte ein weiterer Abwurf auf Japan gehabt, nachdem man schon zwei Atombombenangriffe erdulden musste. Hätte ein weiterer Abwurf nicht gar die japanische Moral gestärkt. Hier sollte man nicht die japanische Ehrenauffassung außer Acht lassen. 

Nomen Nescio schrieb:
Du hast offensichtlich keine Ahnung, wie tief die Amerikaner diese «yellow bastards» haßten. Zuerst Pearl Harbor, und danach die schwere Kämpfe, um schließlich mit Kamikazes zu kulminieren.
Oh doch, das Bild des Japaners in der amerikanischen Öffentlichkeit während des Krieges und kurz danach ist mir durchaus geläufig, hatte mal ein amerikanisches Buch aus den späten 40gern gelesen (‚Honorable fight’ oder so ähnlich). Es war wohlgemerkt ein Nachkriegswerk, in dem recht menschenverachtend über den Kampf geschrieben wurde. Auch einige Time-Magazin-Artikel aus der Kriegszeit glänzen nicht gerade vor Nächstenliebe. Die Einstellung mag man angesichts der japanischen Kriegsverbrechen durchaus nachvollziehen, aber eine Nation der ‚Freien und Gerechten’ sollte meiner Meinung nach etwas differenzierter vorgehen. Naja am Umgang der Amerikaner mit ihren Gegnern hat sich im Laufe der Jahre leider nur wenig geändert, siehe My Lai oder Abu Ghraib.

Nomen Nescio schrieb:
Indirekt wurde der Krieg dadurch beendet. Das war das wichtigste. Und ob, wann und wieviel Japan leiden würde, interessierte die Amerikaner keinen Deut…..
Weder Truman noch seine Berater, noch die Experten konnten vorhersagen, wie die Auswirkung der Bomben war.
Das interessierte sie aber auch nicht. Sie gönnten Japan alles Schlechte.
Hier glaube ich dass die Amerikaner bereits strategisch dachten und den aufziehenden Konflikt mit der UdSSR im Fokus hatten. Man wollte Japan nicht von der Landkarte tilgen genauso wenig wie Japan jemals vor hatte die USA zu vernichten, es spielten vielmehr bereits wirtschaftliche Aspekte ein Rolle.


Nomen Nescio schrieb:
Ich darf erinnern am Kapitulationsangebot von Hirohito. Er hatte im Palast seine Ansprache gehalten. Die war auf Schellackplatten aufgenommen. In Duplo.
Die militärische Fanatiker hatten davon vernommen, und fingen eine Serie Schellacks ab. Die andere Serie wurde via einen anderen Weg zum Rundfunksender gebracht, erreichte sein Ziel, und darum wurde die Kapitulation doch gesendet.
Das ist eine Fußnote der Geschichte, fanatische Anhänger eines Systems gab es trotz Kapitulation auf allen Seiten, siehe Résistance oder andere Widerstandsgruppen in den besetzten Ländern. Auch diese Gruppen waren nicht bereit die Waffen zu strecken.

Nomen Nescio schrieb:
Ich möchte noch etwas in Erinnerung bringen: es ist öfter passiert, daß die Japaner, als sie keinen Ausweg mehr sahen, Selbstmord begangen. Soldaten, aber auch Bürger.
So fremd wäre es also nicht, daß das Militär einen Suizid des ganzen japanischen Volkes für möglich hielt.

Die Massensuizide waren nicht unbedingt auf den Ehrenkodex zurückzuführen, vielmehr hatte hier die japanische Propaganda gewirkt. Man hatte die Bevölkerung überzeugt, von den Amerikanern nicht gutes erwaren zu können.

Die Entwicklung in der Endphase des Krieges mit Japan sollte man auch unter dem Gesichtspunkt der Veränderungen im gesamtasiatischen Raum, speziell in China betrachten. Konnten die USA es sich leisten, durch einen schnellen Sieg über Japan, ein Machtvakuum in China entstehen zu lassen, vor allem unter dem Aspekt (noch) nicht selbst dieses Vakuum füllen zu können. Die kommunistische Gefahr für Asien war der Amerikanern durchaus bewusst.
Meiner Meinung nach waren beide Abwürfe eine indirekte Warnung an die UdSSR.

Nomen Nescio


21.2.2010 18:02:31
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Stahlgewitter schrieb:
Man könnte den Amerikanern aber durchaus unterstellen den Krieg absichtlich nicht zu Ende gehen zu lassen, bis die A-Bombe einsatzbereit war. Dadurch bot sich ihnen schließlich immerhin die Gelegenheit die Waffe am lebenden Objekt zu testen.
Das ist wirklich etwas, daß man sogar von seinen ärgsten Feinde nicht erwartet. Und bestimmt nicht von Amerika. Vergiß nicht: der Krieg kostete jeden Tag ein Vermögen. Je eher beendet, je besser.
UND... auch nicht unwichtig: um so weniger Amerikaner starben dann.

Stahlgewitter schrieb:
Die Entwicklung in der Endphase des Krieges mit Japan sollte man auch unter dem Gesichtspunkt der Veränderungen im gesamtasiatischen Raum, speziell in China betrachten. Konnten die USA es sich leisten, durch einen schnellen Sieg über Japan, ein Machtvakuum in China entstehen zu lassen, vor allem unter dem Aspekt (noch) nicht selbst dieses Vakuum füllen zu können. Die kommunistische Gefahr für Asien war der Amerikanern durchaus bewusst.
Meiner Meinung nach waren beide Abwürfe eine indirekte Warnung an die UdSSR.
Hast Du auch daran gedacht, daß Truman überhaupt keine Ahnung von Außenpolitik hatte. Es war das erste Mal, daß er Vice-Präsident geworden war. Und Roosevelt hatte ihm nichts gesagt.
Erst nach dem Tode Roosevelts hörte er über die A-Bombe. Und wieviel Geld sie bereits gekostet hatte.

Truman stand am Anfang neutral die SU gegenüber. Als aber nach und nach sich zeigte, was Stalin unter Befreiung verstand, wurde er zum Hardliner. Darum denke ich, daß es nicht als Warnung gemeint war.

Stahlgewitter


21.2.2010 18:54:36
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Nomen Nescio schrieb:
Das ist wirklich etwas, daß man sogar von seinen ärgsten Feinde nicht erwartet. Und bestimmt nicht von Amerika. Vergiß nicht: der Krieg kostete jeden Tag ein Vermögen. Je eher beendet, je besser.
UND... auch nicht unwichtig: um so weniger Amerikaner starben dann.
Teilweise stimme ich mit Dir überein. Man darf aber nicht vergessen dass der Weltkrieg die USA aus der Depression holte. Die USA waren außerdem durch ihre Sanktionspolitik gegenüber Japan und die aktive Beteilung von pseudozivilen US-Bürgern auf Seiten der National-Chinesen am Japanisch-Chinesischen Krieg indirekt beteiligt, per se nicht wirklich neutral und pazifistische eingestellt. Der Krieg stand auch bei den Amerikanern 'auf dem Plan', man wartete nur auf den passenden Anlass.

Nomen Nescio schrieb:
Hast Du auch daran gedacht, daß Truman überhaupt keine Ahnung von Außenpolitik hatte. Es war das erste Mal, daß er Vice-Präsident geworden war.
Nun es ist ja nicht so, dass der US-Präsident die Politik allein beinflusst. Vielmehr sind es die Berater, auf deren Rat die Entscheidungen des Präsidenten beruhen. Auch hier hatten die Militärs eine gewichtige Rolle zu spielen.

Nomen Nescio schrieb:
Truman stand am Anfang neutral die SU gegenüber. Als aber nach und nach sich zeigte, was Stalin unter Befreiung verstand, wurde er zum Hardliner. Darum denke ich, daß es nicht als Warnung gemeint war.
Laut der 'Biografie' von David McCollough war Truman schon vor der sogenannten Truman Doktrin von 1947 kein Freund des Kommunismus, um nicht zu sagen einer von wenigen die die UdSSR schon seit Ende der 30er Jahre äußerst kritisch beäugten. Diese Einschätzung war es auch die das in den letzten Zügen liegende III. Reich hoffen ließ gemeinsam gegen die SU vorgehen zu können. In der amerikanischen Fachliteratur findet man ebenfalls Hinweise, wonach es lediglich an seinen Beratern lag, dass es dazu nicht gekommen ist.

Nomen Nescio


21.2.2010 19:41:37
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Stahlgewitter schrieb:
Nomen Nescio schrieb:
Truman stand am Anfang neutral die SU gegenüber. Als aber nach und nach sich zeigte, was Stalin unter Befreiung verstand, wurde er zum Hardliner. Darum denke ich, daß es nicht als Warnung gemeint war.
Laut der 'Biografie' von David McCollough war Truman schon vor der sogenannten Truman Doktrin von 1947 kein Freund des Kommunismus, um nicht zu sagen einer von wenigen die die UdSSR schon seit Ende der 30er Jahre äußerst kritisch beäugten. Diese Einschätzung war es auch die das in den letzten Zügen liegende III. Reich hoffen ließ gemeinsam gegen die SU vorgehen zu können. In der amerikanischen Fachliteratur findet man ebenfalls Hinweise, wonach es lediglich an seinen Beratern lag, dass es dazu nicht gekommen ist.

Tussen 1946 en 1950 bouwden Truman en zijn team de structuur op waarbinnen de wereldpolitiek de daaropvolgende vijftig jaar zou functioneren. Het eerste jaar zocht Truman naar de juiste benadering van de Sovjet-Unie, maar gedurende 1946 verhardden de verhoudingen en verloren ook de meest optimistische analisten het geloof in diplomatie.
Das erste Jahr suchte Truman die richtige Annährung zur SU, aber während 1946 verhärteten sich die Verhältnisse und verloren auch die optimistischsten Analysten die Glaube an Diplomatie.

Wie dem auch sei, Truman stand nicht vom Anfang an die SU wirklich feindlich gegenüber. Anders als Churchill.

Und nochmals über die Auswirkung der A-Bombe, ich erinnere mich, daß um die Siebziger Jahre viel Soldaten, die damals in der Nevadawüste bei der Probeexplosion der A-Bombe waren, Krebs bekamen. Es wurde sogar vorm Gericht gebracht.
So wenig hatte man damals eine Ahnung der Explosionskraft und der Folgen.

waldi44


21.2.2010 20:09:28
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In Japan gab es zwei politische Ströhmungen. Die Hartliner, die tatsächlich bis zum Schluss kämpfen wollten und denen Volk und Land egal waren. Nach dem Motto: Lieber tot als ehrlos und jene, die kapitulieren wollten. Die allerletzte Entscheidung lag beim Laiser und er tendierte zur Kapitulation.
Für die Militärs liess Bushido die (sieben Tugenden eines Kriegers) kaum eine andere Möglichkeit als zu Kämpfen. Darau resultiert auch die Kampfmoral des japanischen Militärs, die ihren Höhepunkt in der Verteidigung von Okinawa erreicht:
„Bushidō ist also der Kodex jener moralischen Grundsätze, welche die Ritter beobachten sollten. Es ist kein in erster Linie schriftlich fixierter Kodex; er besteht aus Grundsätzen, die mündlich überliefert wurden und nur zuweilen aus der Feder wohlbekannter Ritter oder Gelehrter flossen. Es ist ein Kodex, der wahrhafte Taten heilig spricht, ein Gesetz, das im Herzen geschrieben steht. Bushidō gründet sich nicht auf die schöpferische Tätigkeit eines fähigen Gehirnes oder auf das Leben einer berühmten Person. Es ist vielmehr das Produkt organischen Wachsens in Jahrhunderten militärischer Entwicklung.“
Die Amerikaner errechneten eben, bis zu einer millionen Toter bei der Invasion der Hauptinseln. Ob nun ein Zuwarten der japanischen Friedenfraktion die Chance zum Durchbruch gegeben hätte bleibt unbeantwortet aber scheint im Nachhinein möglich gewesen zu sein.
Andererseits spielen natürlich auch andere Faktoren eine Rolle. Wann, wenn nicht jetzt konnte man seine militärische Macht demonstrieren, vor allem den Russen gegenüber? Wann, wenn nicht jetzt bot sich die einzigartige Gelegenheit für einen riesigen Freilandversuch an lebenden Menschen mit all seinen Konsequenzen?
Ich sage immer: Die Nazis führten medizinische Versuche an Menschen in KZ's durch, die Amerikaner warfen ihre Atombomben zum gleichen Zweck (unter anderem). Später nahmen sie sogar ihre eigenen Soldaten dazu...

Stahlgewitter


21.2.2010 20:11:24
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Nomen Nescio schrieb:
Und nochmals über die Auswirkung der A-Bombe, ich erinnere mich, daß um die Siebziger Jahre viel Soldaten, die damals in der Nevadawüste bei der Probeexplosion der A-Bombe waren, Krebs bekamen. Es wurde sogar vorm Gericht gebracht.
So wenig hatte man damals eine Ahnung der Explosionskraft und der Folgen.
Nichts anderes habe ich geschrieben. Glaube Du verwechselst hier Explosionskraft mit Langzeitfolgen der radioaktiven Verstrahlung. Die Explosionskraft war seit Trinity den Amerikanern wohl bekannt, die radioaktive Verseuchung bzw. die Langzeitfolgen hatte man nicht näher untersucht.

Stahlgewitter


21.2.2010 20:15:03
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waldi44 schrieb:
Andererseits spielen natürlich auch andere Faktoren eine Rolle. Wann, wenn nicht jetzt konnte man seine militärische Macht demonstrieren, vor allem den Russen gegenüber? Wann, wenn nicht jetzt bot sich die einzigartige Gelegenheit für einen riesigen Freilandversuch an lebenden Menschen mit all seinen Konsequenzen?
Ich sage immer: Die Nazis führten medizinische Versuche an Menschen in KZ's durch, die Amerikaner warfen ihre Atombomben zum gleichen Zweck (unter anderem). Später nahmen sie sogar ihre eigenen Soldaten dazu...

Hier sind wir vollkommen d'accord

Nomen Nescio


21.2.2010 21:26:39
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Stahlgewitter schrieb:
Nomen Nescio schrieb:
Und nochmals über die Auswirkung der A-Bombe, ich erinnere mich, daß um die Siebziger Jahre viel Soldaten, die damals in der Nevadawüste bei der Probeexplosion der A-Bombe waren, Krebs bekamen. Es wurde sogar vorm Gericht gebracht.
So wenig hatte man damals eine Ahnung der Explosionskraft und der Folgen.
Nichts anderes habe ich geschrieben. Glaube Du verwechselst hier Explosionskraft mit Langzeitfolgen der radioaktiven Verstrahlung. Die Explosionskraft war seit Trinity den Amerikanern wohl bekannt, die radioaktive Verseuchung bzw. die Langzeitfolgen hatte man nicht näher untersucht.
Dann hast Du meine Mitteilung nicht verstanden.
Ich wollte damit sagen, daß die Soldaten viel zu nahe bei der Bombe waren. Und das, weil man nicht wußte, wie stark die Wirkung der Bombe war. Meßinstrumenten wurden teils pulverisiert, weil sie zu dicht bei dem Bombegerüst  aufgestellt waren.

Natürlich wußte man, daß da Strahlung frei kam. Es gab sogar einen Mann (Name vergessen, aber jedenfalls Physiker), der an Strahlungsseuche verschied, als es die Bombe nur noch in Theorie gab. Von Röntgenstrahlung wußte man auch das nötige: Tesla). Aber auch von radioaktive Strahlung (Madame Curie hatte die vermutlich).
Trotzdem ließ man Amerikanische Soldaten durchs radioaktive Gelände marschieren. So wurde die Gefahr unterschätzt.

uwys


22.2.2010 11:36:41
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Oder aber bewusst in kauf genommen!

IM


22.2.2010 12:19:21
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Vorige Woche waren doch Berichte in der Presse über einige französische Atomtests aus den 60er Jahren, wo man eigene Truppen bewußt ins Testgebiet schickte, um deren Reaktionen in einem Atomkrieg zu testen.

Nomen Nescio


22.2.2010 13:15:37
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IM schrieb:
Vorige Woche waren doch Berichte in der Presse über einige französische Atomtests aus den 60er Jahren, wo man eigene Truppen bewußt ins Testgebiet schickte, um deren Reaktionen in einem Atomkrieg zu testen.
Ich habe es nicht gelesen. Wundern tut es mich nicht, denn ich weiß noch, daß in Frankreich mehrere Prozesse geführt wurden, weil auf Schadenersatz geklagt wurde.

IM


22.2.2010 13:23:38
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Hier mal auf die Schnelle irgendein Link:

http://www.focus.de/politik/ausland/atomtests-soldaten-waren-versuchskaninchen_aid_480723.html

SIEGMAR


1.3.2010 21:39:13
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ich sage nur
"Duck and Cover"

http://www.youtube.com/watch?v=C0K_LZDXp0I


Übrigens hatte in Japan bereits ein Regierungswechsel stattgefunden. Von Falken kann da wohl keine Rede mehr sein!!!


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