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SS-Jagdkommando Ungarn

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AutorBeitrag

BettinaM


15.5.03 21:49:28
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Hallo,
ich suche Infos über das SS-Jagdkommando "Ungarn". Es hatte Bataillonsstärke und gehörte zum SS-Jagdverband "Südost".
Die 1. Kompanie dieses Ungarn-Kommandos wurde von einem SS-Obersturmführer geführt.
Zweck des SS-Jagdverbandes "Südost" war die Bildung von Werwolf-Organisationen, die sich in kleinen Truppen von der heranrückenden Roten Armee überrollen lassen sollte, um dann im Rücken dieser Armee zu operieren.
Als absoluter Laiin in diesen Dingen hätte ich folgende Fragen:
- was genau hat man unter einem SS-Jagdkommando zu verstehen?
- Was heißt Bataillongsstärke? Wie groß ist das?
- welche Kompetenzen hatte ein SS-Obersturmführer? Also: Wie "wichtig" war er?
Tut mir leid, wenn das "dumme" Fragen sind, aber ich habe da Unterlagen und kann sie in ihrer Bedeutung nur begrenzt einordnen. Danke!
Bettina

Erich


15.5.03 23:41:22
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Das sind sicher keine dummen Fragen. Über die SS-Jagdverbände gibt es kaum Infos (oder doch ?). Die meisten Diskussionen drehen sich nur um Skorzeny - Gran Sasso - Ardennen, das war's. Könnten wir hier im Forum etwas mehr erfahren ? Was steht da genau in den Unterlagen ?
(PS: Wie kommt eine Frau auf so ein Thema ? :eek: )

indy


17.5.03 01:35:08
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Hi, bei den SS-Jagdverbänden handelt es sich um Kommandotrupps, die "regional"geordnet waren (SÜD, SÜD-OST, WEST,usw.). Das hatte hauptsächlich mit den ausländischen Freiwilligen zu tun, die bei den Jagdverbänden dienten.
So setzte sich der Jagdverband 'Südost' hauptsächlich aus rumänischen, bulgarischen, sebischen und ungarischen Freiwilligen zusammen.
Aufgestellt wurden die Verbände als ersatz für die 'Streifkorps' (hier Streifkorps 'Karpaten')der Brandenburger (dt. Kommandotruppe bis Herbst´44-->siehe Beiträge hier im Forum!). So gelangte quasi das gesamte fremdsprchig-sprechende Personal der Brandenburger zur SS.
Die aufgaben waren relativ vielfältig:
Fernspäheinsätze, Handstreicheinsätze, Partisaneneinsätze, Bandenbekäpfung usw.
Die 'Jäger' wurden für diese Einsätze beforzugt mit kampfstarken Waffen ausgerüstet; so z.B. der Jagdverband Nord unter StuBaf Adrian v. Foelkersam, dessen Einheit gänzlich mit Sturmgewehren beaffnet war, um Hohensalza kämpfte.

Der Jagdverband Südost stand 44-45 unter dem Kommando von Sturmbannführer Alexander Auch, ein ehemaliger Brandenbürger, früher Kmdr. Leginärsbattalion 'Alexander'.
Zu Ihm gehörten im Herbst ´44:
-Jagdeinsatz Serben-Kroatien
-Jagdeinsatz Rumänien
-Jagdeinsatz Ungarn, u.a. mit Jagdkommando 'Donau', dessen Personal sich auch aus Kampfschwimmern der Kriegmarine zusammensetzte.
Die Einheit 'Süd-Ost' hatte insgesamt ca. 300 Mann.
Ein Battalion (Btl.)(Jagdverband) besteht aus mehreren Kompanien(Jagdeinsatz), welche sich wiederum aus meherern Zügen(Jagdkommando) und diese aus mehreren Gruppen zusammensetzt.
Die Stärke von unten nach oben:
Gr.5-10Mann
Z. 20-60 Mann
Kp. 90-160 Mann
Btl. 200-1000Mann
Ein Obersturmführer ist mit dem heerse Oberleutnant vergleichbar, d.h. kompanieführer.

So das fürs erste.

Gruß Phillip

BettinaM


17.5.03 15:42:50
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Hallo Erich,
Die Unterlagen stammen aus dem Ludwigsburger Bundesarchiv und drehen sich um Ermittlungsverfahren eines damaligen Obersturmführers wegen Mordes (NS-Gewaltverbrechen). Hintergrund ist Ahnenforschung. (Wie sagt der dt. Philospoh Schumacher so schön: "Es müßte einen gangbaren Mittelweg geben zwischen lückenloser Informiertheit und glücklicher Ahnungslosigkeit")
Mir geht es darum mehr darüber zu erfahren, wie ein einfacher, nicht besonders gebildeter Postbotenjunge aus einem winzigen Ort in der Nähe von Quedlinburg als Obersturmführer bei einem Kommando der SS landet.
Leider haben wir bisher keine Heeresunterlagen über ihn gefunden, so ist die Zeit von dem Beginn seiner Lehre bis zu dem Gerichtsurteil für uns ein schwarzer Fleck.
Eine ganz andere Frage - auf die wir auch noch eine Antwort suchen - ist, wie er es nach dem Krieg geschafft hat, mehrere Jahre unter falschem Namen in der BRD zu leben.
Außerdem gibt es Informationen darüber, dass etwa im Jahre 1952 eine Gruppe von Männern eines Abends in der Wohnung seiner Familie auftauchte und mit dem Mann ein Gespräch darüber führten, dass man ihn außer Landes bringen wollte, angeblich nach Chile. Vermutlich mit Hilfe einer Schleusergruppe. Für mich stellt sich die Frage, ob ein einfacher Obersturmführer wichtig genug gewesen sein kann, um so eine Aktion in Gang zu bringen.
Und so weiter .... :-)
Gepostet von Erich [Gast]
Das sind sicher keine dummen Fragen. Über die SS-Jagdverbände gibt es kaum Infos (oder doch ?). Die meisten Diskussionen drehen sich nur um Skorzeny - Gran Sasso - Ardennen, das war's. Könnten wir hier im Forum etwas mehr erfahren ? Was steht da genau in den Unterlagen ?
(PS: Wie kommt eine Frau auf so ein Thema ? :eek: )

Balsi


17.5.03 15:50:05
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wie war sein Vorname?
Es gibnt da ja Gerichtsakten... habe schon einmal einen solchen fall gehabt und so die gesamte Lebensgeshcichte erfahren...siehe http://www.deutsche-geschichte-1919-1945.de/Soldaten-Waffen-SS/S-Fritz-Karl.htm

BettinaM


17.5.03 15:56:57
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Hallo Indy,
danke schon mal für die ausführlichen Infos!!
Gepostet von indy
Hi, bei den SS-Jagdverbänden handelt es sich um Kommandotrupps, die "regional"geordnet waren (SÜD, SÜD-OST, WEST,usw.). Das hatte hauptsächlich mit den ausländischen Freiwilligen zu tun, die bei den Jagdverbänden dienten.
So setzte sich der Jagdverband 'Südost' hauptsächlich aus rumänischen, bulgarischen, sebischen und ungarischen Freiwilligen zusammen.
Aufgestellt wurden die Verbände als ersatz für die 'Streifkorps' (hier Streifkorps 'Karpaten')der Brandenburger (dt. Kommandotruppe bis Herbst´44-->siehe Beiträge hier im Forum!). So gelangte quasi das gesamte fremdsprchig-sprechende Personal der Brandenburger zur SS.


Ja, soweit wir wissen, war er bei den Brandenburgern, und zwar irgendwas in Verbindung mit einem Musikcorps und Kradmeldern. Er soll angeblich bei der Durchquerung des Plattensees dabei gewesen sein ... viel wissen wir nicht - bis auf die Infos aus dem Ermittlungsverfahren eben.

Der Jagdverband Südost stand 44-45 unter dem Kommando von Sturmbannführer Alexander Auch, ein ehemaliger Brandenbürger, früher Kmdr. Leginärsbattalion 'Alexander'.
Zu Ihm gehörten im Herbst ´44:
-Jagdeinsatz Serben-Kroatien
-Jagdeinsatz Rumänien
-Jagdeinsatz Ungarn, u.a. mit Jagdkommando 'Donau', dessen Personal sich auch aus Kampfschwimmern der Kriegmarine zusammensetzte.
Die Einheit 'Süd-Ost' hatte insgesamt ca. 300 Mann.

Wie kann man denn mehr über die Aktivitäten dieses Jagdkommandos Ungarn herausfinden? Die Infos, die ich finde, sind mir zu allgemein um mir ein Bild zu verschaffen, was da passiert ist.

Ein Battalion (Btl.)(Jagdverband) besteht aus mehreren Kompanien(Jagdeinsatz), welche sich wiederum aus meherern Zügen(Jagdkommando) und diese aus mehreren Gruppen zusammensetzt.
Die Stärke von unten nach oben:
Gr.5-10Mann
Z. 20-60 Mann
Kp. 90-160 Mann
Btl. 200-1000Mann
Ein Obersturmführer ist mit dem heerse Oberleutnant vergleichbar, d.h. kompanieführer.

Das bedeutet also, dass ein Obersturmführer über 90-160 Mann befohlen hat?
Danke für eure Infos.
Gruß,
Bettina

BettinaM


17.5.03 16:02:50
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Hallo Balsi,
die Gerichtsakten haben wir. Sie beziehen sich allerdings "nur" auf den "Vorfall" mit dieser einen Exekution und beschreiben nicht seinen Weg dahin. Wir haben schon Kontakt mit WaSt aufgenommen, die können aber angeblich in ihren Unterlagen nichts finden. Ich muss da Mo mal anrufen und nachfragen. Rentenunterlagen und so gibt es keine
Gruß,
Bettina

Balsi


17.5.03 16:16:22
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nun dann ist es wichtig zu wissen wann er gestorben ist, wenn er es denn ist... daher empfehle ich eine Anfrage an das BA in Berlin....dort ist sicher etwas vorhanden.
In dem genannten Fall von mir fand sich alles in den Veröffentlichungen (24 Bände) 50 Seiten lang alleine der fall...WASt ist im Bezug zu Waffen-SS meistens schlecht...

BettinaM


18.5.03 12:13:37
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Hallo Balsi,
beim BA in Berlin waren wir schon. Die hatten nichts gefunden und die Anfrage dann nach Ludwigsburg weiter geleitet. Von dort kam dann auch das Schreiben bzgl. des Gerichtsverfahrens.
Ja, er ist gestorben. Sein Name, Geburts- und Todesdatum ist uns bekannt.
Hm... dann sieht es wohl so aus als gäbe es wirklich nichts über ihn. Kann das sein, dass an beiden Stellen nichts über ihn zu finden ist? Wenn ich das recht verstehe, war er doch kein "einfacher Soldat".
Danke und Gruß,
Bettina
Gepostet von Balsi
nun dann ist es wichtig zu wissen wann er gestorben ist, wenn er es denn ist... daher empfehle ich eine Anfrage an das BA in Berlin....dort ist sicher etwas vorhanden.
In dem genannten Fall von mir fand sich alles in den Veröffentlichungen (24 Bände) 50 Seiten lang alleine der fall...WASt ist im Bezug zu Waffen-SS meistens schlecht...

Balsi


18.5.03 12:41:23
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hmm.. komisch.. aber auch logisch.. denn wenn man was hätte, hätte es sicher in der Akte gestanden...was anderes fällt mir nun auch nicht mehr ein.
Es gäbe dann nur noch die Möglichkeit nach ehem. Kameraden zu suchen.. aber ich sag mal das dies fast aussichtslos ist...

BettinaM


18.5.03 13:15:00
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*grins* ... ja, ich finds auch komisch. Aber was solls ...
ich habe mir ein altes Fotoalbum gerade nochmal vorgenommen, das ich bisher mehr übrfliegend durchgeblättert habe. Das scheint einige interessante Infos zu enthalten.
Sagt mal ... noch eine dumme Frage :-)
Kann es sein, dass die teilweise unter falschem Namen beim Heer waren?
Er hat ganz offensichtlich nach dem Krieg (ich vermute ab 1945) für mehrere Jahre unter falschem Namen gelebt. Es gibt auch die üblichen Gerüchte über Spitzeltätigkeit erst für die Deutschen und danach für die Amerikaner.
Und da ist noch der mysteriöse Besuch eines Nachts von diesen Männern. Sie sprachen davon, ihn unter falschem Namen nach Chile zu bringen. Es war auch von einer Organisation die Rede, aber den Namen wissen wir nicht mehr.
Danke,
Bettina

Balsi


18.5.03 13:49:19
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der Mann ist Dein Grossvater? Ich denke die Verbände werden nur helfen können wenn es ein Verwandter ist.. wenn Sie denn wollen.
Vielleicht schickst Du mir mal den Namen per Mail. Zu den Bildern, würden mich schon interessieren... da lässt sich für den Kenner bestimmt noch mehr feststellen...
Überlegs Dir.. wird selbstverst. vertraulich behandelt....
Im Herr und später SS haben die mit Sicherheit die richtigen Namen gehabt... nur halt die Unterlagen die nicht da sind.. ist schon komisch irgendwie in der Tat...
Organisation mglw. Odeesa?? Ohne jetzt wieder einen Mythos heraufzubeschwören...

indy


18.5.03 14:07:14
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Jooo, hört sich nach Odessa an...

Gruß Phillip

Gast


18.5.03 14:56:06
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Hi Balsi,
Gepostet von Balsi
der Mann ist Dein Grossvater? Ich denke die Verbände werden nur helfen können wenn es ein Verwandter ist.. wenn Sie denn wollen.

Er ist der Vater meines Freundes. Da ich die Ahnenforscherin bei uns bin, übernehme ich die Arbeit.

Vielleicht schickst Du mir mal den Namen per Mail. Zu den Bildern, würden mich schon interessieren... da lässt sich für den Kenner bestimmt noch mehr feststellen...

Ich setze mich gleich mal hin und fange an ein bisschen was zu scannen.

Im Herr und später SS haben die mit Sicherheit die richtigen Namen gehabt... nur halt die Unterlagen die nicht da sind.. ist schon komisch irgendwie in der Tat...

In dem Standardschreiben von WaST ist angekreuzt: "Die Personalunterlagen (...) sind in unserem Haus nicht überliefert. usw. Das BA hatte nichts direkt - aus Ludwigshafen kamen dann die Gerichtsunterlagen.

Organisation mglw. Odeesa?? Ohne jetzt wieder einen Mythos heraufzubeschwören...

Ich bilde mir ein, es war ein Name - Frauenname?? Kann aber auch Odessa gewesen sein. Problem: Der Bruder meines Freundes, von dem die Info stammt, hatte einen Schlaganfall und lebt in den USA. Ich werde gleich nachfragen.
Danke für eure Hilfe. Balsi, ich melde mich!
Bettina

Balsi


18.5.03 20:13:54
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Also die Jagdverbände Südost kamen direkt von den Brandenburgern im September 1944, zuvor hiessen sie bei den Brandenburgern "Streifkorps Karpaten"...
SS-Jagdverband Südost was formed from the Brandenburg unit Streifkorps Karpaten when it was transferred to the Waffen-SS Sep 1944.
Jagdkommando Donau was a subunit of SS-Jagdeinsatz Ungarn made up of Waffen-SS and Kriegsmarine personnel. It was used in a failed attempt to float several barges of supplies through soviet held territory to the german troops in Budapest.
The subunits of SS-Jagdverband Südost that were stationed in Yugoslavia was transferred to Austria were they joined the rest of of the unit in fighting the Red Army.

indy


19.5.03 01:23:46
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N´Abend, die 'Donau'-Einheit war später auch am Versuch beteiligt die Remagen-Brücke zu sprengen...Einsätze in Ungarn mit zu Kanonenbooten umgebauten yachten...insgesamt sollen 12000t schiffsraum (oder Nachschub?) zerstört worden sein!
24.12.44 "unit attempts to sneak past the sowjets and float down the danube river on rafts to reach the german troops besieged at budapest.Sowjet troops repulse the attempt."
Jan/Februar´45 "training at Zagreb"
März´45 "rearguard action during the retreat into austria."
April´45 "unit disntegrates, Pressburg area"

@Balsi
Hast Du net das Buch von Skorzeny (Meine Kdo.Unternehmen)...da müsste doch was drinstehen!?
Ansonsten hier vielleicht:
W. Brockdorff:"Die Geheimkommandos des 2. Weltkrieges"
Antonio Munoz:"Forgotten Legion: Obscure Combat Formations of the wafen ss"

Gruß Phillip

Balsi


19.5.03 08:21:40
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hab das Buch richtig.. aber Skorzeny schreibt da eher über das was er mitgemacht hat.. leider. Vielleciht erwähnt er mal kurz die Einheit aber Infos gibt er kaum... sondern halt nur Sachen wo er mitgemacht hat... hab mir das Dingens ja schon zu Rate gezogen...

BettinaM


20.5.03 17:27:19
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Gepostet von Balsi
Also die Jagdverbände Südost kamen direkt von den Brandenburgern im September 1944, zuvor hiessen sie bei den Brandenburgern "Streifkorps Karpaten"...
SS-Jagdverband Südost was formed from the Brandenburg unit Streifkorps Karpaten when it was transferred to the Waffen-SS Sep 1944.
Jagdkommando Donau was a subunit of SS-Jagdeinsatz Ungarn made up of Waffen-SS and Kriegsmarine personnel. It was used in a failed attempt to float several barges of supplies through soviet held territory to the german troops in Budapest.
The subunits of SS-Jagdverband Südost that were stationed in Yugoslavia was transferred to Austria were they joined the rest of of the unit in fighting the Red Army.

BettinaM


20.5.03 17:30:28
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Verstehe ich das richtig, dass eine "einfache" Infanterie-Einheit wie die Brandenburger zu einer Einheit der Waffen-SS wurde?? Heißt das nicht, dass man "normale" Soldaten zu "Soldaten für Spezialaufträge" machte?
Wenn das so war - war das normal? Oder waren die Brandenburger an sich schon eine besondere Truppe.
Danke,
Bettina

Gepostet von Balsi
Also die Jagdverbände Südost kamen direkt von den Brandenburgern im September 1944, zuvor hiessen sie bei den Brandenburgern "Streifkorps Karpaten"...
SS-Jagdverband Südost was formed from the Brandenburg unit Streifkorps Karpaten when it was transferred to the Waffen-SS Sep 1944.
Jagdkommando Donau was a subunit of SS-Jagdeinsatz Ungarn made up of Waffen-SS and Kriegsmarine personnel. It was used in a failed attempt to float several barges of supplies through soviet held territory to the german troops in Budapest.
The subunits of SS-Jagdverband Südost that were stationed in Yugoslavia was transferred to Austria were they joined the rest of of the unit in fighting the Red Army.

BettinaM


20.5.03 17:48:27
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Ich habe gerade im anderen Forum die Infos über die Brandenburger gelesen. Das heißt also schon, dass es eine Art "Sondereinheit" war. Wie kam man da rein? Konnte man einfach sagen, dass man ein Brandenburger werden wollte?
Konnte man in dieses Jagdkommando auch kommen ohne Brandenburger zu sein?
Was ich aus den Fotos und so ersehe ist eigentlich nicht, dass er zu den Brandenburgern gehörte - auch wenn die Familie immer wieder davon erzählt.
Er muss wohl zum Infanterie-Regiment 66, 9. Kompanie, Burg gehört haben und dann bei einem Spielmannszug III/66. Auf späteren Fotos trägt er dann nicht mehr diese (Spielmannszug)Schalen auf den Schultern. Das sind doch aber nicht die Brandenburger, oder?
*mit rauchendem Kopf* *so langsam etwas die Orientierung verlier*,
Bettina

Gepostet von BettinaM [Gast]
Verstehe ich das richtig, dass eine "einfache" Infanterie-Einheit wie die Brandenburger zu einer Einheit der Waffen-SS wurde?? Heißt das nicht, dass man "normale" Soldaten zu "Soldaten für Spezialaufträge" machte?
Wenn das so war - war das normal? Oder waren die Brandenburger an sich schon eine besondere Truppe.
Danke,
Bettina

Gepostet von Balsi
Also die Jagdverbände Südost kamen direkt von den Brandenburgern im September 1944, zuvor hiessen sie bei den Brandenburgern "Streifkorps Karpaten"...
SS-Jagdverband Südost was formed from the Brandenburg unit Streifkorps Karpaten when it was transferred to the Waffen-SS Sep 1944.
Jagdkommando Donau was a subunit of SS-Jagdeinsatz Ungarn made up of Waffen-SS and Kriegsmarine personnel. It was used in a failed attempt to float several barges of supplies through soviet held territory to the german troops in Budapest.
The subunits of SS-Jagdverband Südost that were stationed in Yugoslavia was transferred to Austria were they joined the rest of of the unit in fighting the Red Army.

Balsi


20.5.03 18:03:56
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also folgendes.. die Brandenburger waren eine Spezialeinheit des heeres, die Truppe zur Abwehrorganisation. Hier waren Soldaten vereinigt die bestimmte Fähigkeiten besaßen. Bspw. russisch, englisch oder frz. perfekt beherrschten (Für Einsätze im Hinterland) Sprengfachleute, Nachrichtenmänner Überlebenskünstler usw.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Truppe zu einem Regiment und schliesslich zu einer Division. Doch spätestens hier war der Elite-Charakter der Truppe weg, da man sie fast nur noch als normale Frontsoldaten einsetzte und so verheizte.
Hier kam Otto Skorzeny auf den Plan, er schuf innerhalb der Waffen-SS die SS-Jagdverbände, im Grunde genommen die Weiterführung des Spezialaufgabenverbandes durch die SS. Die Elitesoldaten der Heeres-Brandenburger hatten die Möglichkeit zu diesen SS-Jagdverbänden überzuwechseln und wurden so SS-Männer. Scheinbar gingen auch ganze Einheiten zu den SS-Jagdverbänden über.

indy


20.5.03 18:18:13
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Die Brandenburger waren net eine, sondern die Spezialtruppe!
Zu deiner Frage: Ja, man konnte auch Mitglied der jagdverbände werden ohne Mitglied der Brandenburger zu sein.
Die SS-jagdverbände setzten sich zusammen aus:
Ehemaligen Offz. und manschaften (Jäger, Oberjäger,...) der Division Brandenburg (>Sondertruppe, dem OKH unterstellt, später Panzergrenadier Division Brandenburg, unterstellt den armeen usw (hier Panzerkorps Großdeutschland), berühmtestes Beispiel Adrian v. Foelkersam der später skorzenies Adjütand wurde.
-Personal aus SS, WH, Kriegsmarine und Luftwaffe (meist wegen besonderen Leistungen ausgewählt) und Freiwillige Kriegsgefangene und ausländer allgemein, weiter Gestapo, Abwehr usw.
-straffällig gewordenes personal, das sich 'bewähren' konnte (u.a. beim SS FjBtl 500/600)
Die Streifkorps gingen im Herbst ´44 komplett in die jagdverbände über, von den 'Kerntruppen der Div. Brandenburg mindestens 1000 .
Die SS jagdverbände hatten somit ende ´44 die Brandenburger abgelöst und fungierten von nun an als kommandotruppe.
@Balsi
Wo hat skorzeny denn noch mitgemacht (ausser Gran sasso, Panzerfaust und Schwedt?
Erwähnt er auch (seinen besten freund Foelkersam?
Oder schick mir einfach die ISBNSmiley mit Danke-Schild:gutidee:

Gruß Phillip

indy


20.5.03 18:24:23
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*da war der balsi schneller*
Aber die Brandenburger wurden als komm.Truppe net mehr an der front verheitzt als die jäger unter skorzeny (z.B. Hohensalza usw.).

Balsi


20.5.03 18:25:55
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Also ISBN ist 3-8090-2100-8, Edition Albin Michel 1975, kriegste für 20 Euro bei sfb

Erich


20.5.03 18:32:48
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@Skorzeny
In Oberösterreich war er der Kommandant des "SS-Sicherheitspolizei-Grenadier-Bataillons 2". Aufgabe war Fahnenflüchtige aufzustöbern und entsprechend zu behandeln.

Balsi


20.5.03 18:44:37
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also in diesem Buch sag ich mal gelinde "spinnt" er schon etwas rum... kenne mich ja nun ziemlich gut beim Gran Sasso Unternehmen aus, angeblich war es alles nur sein verdienst, ebenso wie die Niederschlagung des 20. Juli in Berlin.. war alles er...:tzzzz:

indy


20.5.03 20:26:15
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Neue Aufgaben-Neue Formationen-Neue Angriffsverbände
Ortsunterkunft, den 27.5.1944
Der Kommandeur:
...
Der Vorschlag Zweiteilung der Division Barndenburg in
a)Streifkorps
b)Jäger-Regimenter un Spezial-abteilungen
Zu a)Die Streifkorps werden auf allen vorhandenen und einmal möglichen Kriegsschauplätzen als bodenständige Verbände mit kampfdolmetschern der Div. aus geworbenen Einheimischen aufgestellt.
Ihre aufgabe ist es, Kleinkriegseinsätze in Verbindung mit der Div. durchzuführen (Partisanenkrieg usw.)
Zu b): Die Jäger Rgt. der Div., die Küstenjäger-Abteilung und das Fallschirmjäger Btl. sind von den kriegsschauplätzen unabhängige, überall zu verwendende schnell-beweegliche Einheiten mit grballter Stoßkraft.
Das Streifkorps Karpathen bestand aus den Einsatzgruppen Rumänien/Siebenbürgen und Slowakei.

BettinaM


22.5.03 11:49:43
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Hallo Indy,
du schreibst, dass man als einfacher Soldat Mitglied der Jagdverbände werden konnte.
Wenn ich mir anschaue, was ich über die Aufträge dieses Kommandos Ungarn weiß, dann klingt das für mich nicht unbedingt wie eine "Aufgabe" für einfache Soldaten. Ich muss gestehen, dass ich mir auch die "Aufgabe" eines einfachen Soldaten nur in der Theorie vorstellen kann - und dabei wirds mir schon ganz anders ... aber das nur am Rande.
Was musste ein Soldat denn "drauf" haben, wenn er in einem dieser Jagdverbände SS-Obersturmführer war? Erforderte das besondere Fähigkeiten? Oder reichte es aus, wenn man angemessen linientreu war und Befehle nicht in Frage stellte? Kann man in etwa sagen wie lange eine "Karriere" vom einfachen Soldaten bis Obersturmführer dauerte? Soweit wir wissen, war er 36/37 beim RAD und ist dann eingezogen worden. Welche Stationen kann man bei einem normalen Soldaten denn so annehmen? Oder gibts da keine klassische Karriereleiter?
*sich wieder mal als absolute Nichtswisserin outend*,
Danke,
Bettina
P.S @ Balsi ... danke dir für die Hilfe :-)

Gepostet von indy
Zu deiner Frage: Ja, man konnte auch Mitglied der jagdverbände werden ohne Mitglied der Brandenburger zu sein.
Die SS-jagdverbände setzten sich zusammen aus (...)

indy


22.5.03 16:12:46
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Hi, ich hab nicht gesagt das jeder ixbeliebige Landers da antanzen konnte!
Ich denke ist wie beim KSK heute auch; der eine Teil bewirbt sich und der andere wird gezielt angeworben.
Für die Ardennenoffensive wurden u.a. aus normalen WH-einheiten Soldaten rausgezogen die Englischsprachkenntnisse hatten (u.a. Lehrer).
Die Leistungen der sich bewerbenden Rekruten werden warscheinlich überdurchschnittlich gewesen (Ausdauer, usw.),dann bekommt der jenige eine gute Ausbildung...und schon wieselt der Typ in feinduniform 1000km hinter der Front der Russen rum:D

Zum werdegang des OStuF:
Mannscháftsrang in einer SS-Div.; nach ein paar Wochen Gruppenführer, dann befördert und Zugführer nach einem Jahr...später wieder befördert zum Kompanieführer...oder so ähnlich...
Der Prozess vom Sturmmann (Gefreiter) zum OStuF kann ein paar Monate aber auch ein paar Jahre dauern...hängt halt davon ab was der Mann so an der Front gemacht hat.

Balsi


22.5.03 16:38:30
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zwischendurch muss er doch noch einen Führerehrgang absolviert haben um überhaupt Offizier werden zu können.
Ich würde sagen... Gefreiter 1940 ... bis 1944 SS-Obersturmführer... naja ich glaube da muss er schon was geleistet haben oder?

BettinaM


22.5.03 19:58:51
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Hi Indy,
wie gesagt ... ich bin da totale Laiin ... stell dir einfach vor, ich fahre mit einem ortsfremden Kennzeichen vor dir durch die Innenstadt und bremse immer wieder ab weil ich denke "ui, super ... da ist ja diese dumme Straße ... neeeee ... doch nicht" ;)
Gepostet von indy
Zum werdegang des OStuF:
Mannscháftsrang in einer SS-Div.; nach ein paar Wochen Gruppenführer, dann befördert und Zugführer nach einem Jahr...später wieder befördert zum Kompanieführer...oder so ähnlich...
Der Prozess vom Sturmmann (Gefreiter) zum OStuF kann ein paar Monate aber auch ein paar Jahre dauern...hängt halt davon ab was der Mann so an der Front gemacht hat.

Ich stelle jetzt gleich die nächste Frage ... der Unterschied zwischen einer normalen Einheit und einer SS-Einheit ... war der tatsächlich - wie man so landläufig denkt - die einen waren die einfachen Soldaten und die anderen die "fürs Grobe", die also im Wesentlichen die Säuberungsaktion durchgeführt haben und so weiter? Sicher gibt es massenweise Threads und Seiten dazu, aber in Kürze: Was genau unterscheidet eine SS von einer Nicht-SS-Einheit?
Bettina (*Indy um Verständnis heischend anschau*

Balsi


22.5.03 20:20:53
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:kiffkuff:.. hehe im grunde genommen gab es nun keine grossen Unterschiede.. beide Soldaten sind gefallen, haben geblutet wie der andere auch... der Unterschied bestand wohl darin, das SS-Einheiten meistens mehr motorisiert waren und eine stärkere kampfkraft hatten, weiterhin war das Gefüge Soldat Vorgesetzter intensiver und persönlicher.
Durch die Ausbildung soll angeblich eine Stimmung aufgekommen sein, die einen Rekruten veranlasst zu denken, hoffentlich komme ich bald an die Front damit das hier aufhört.
SS-Verbände kämpften meisten entschlossen, verbissen und bis zum letzten mann.. hatten aufgrund ihrer Ausbildung aber auch entsprechend höhere Verluste.
In der Waffen-SS war es üblich das die Offiziere die Rekrutenzeit mitgemacht haben und von dort aus aufstiegen.. so kannten sie genau was "unten" los war (Thema Gefüge)

BettinaMe


26.5.03 22:19:55
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Hallo,
erstmal danke für alle Tipps und Hinweise. Balsi hat sich dazu bereit erklärt weiter zu wühlen und ich werde es verm doch nochmal über das WaSt probieren.
Danke,
Bettina

Balsi


28.5.03 19:35:48
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hab noch mal im Skorzeny nachgelesen udn was zum JV Süd-Ost gefunden:
Am Morgen des io. Aprils erfuhr ich beim Stab von Schörner, daß Wien schon bedroht sei, genauer gesagt, daß die Reste des jagdverbandes Süd-Ost und die Kampfgruppe Donau die Stadt hatten verlassen müssen, um die sogenannte Alpenfestung zu verteidigen. Wien war jedoch meine Geburtsstadt, meine Mutter, meine Frau und meine Tochter mußten sich noch dort befinden, und vielleicht konnte ich ihnen helfen, aus der Kampfzone herauszukommen.

Wo waren bloß unsere Truppen? Wer verteidigte jetzt, und wer würde Wien verteidigen? Am Schwedenplatz mußte ich wenden: die Trümmer des Hauses, in dem mein zum Wehrdienst eingezogener Bruder gewohnt hatte, versperrten den Weg zum Donaukai. Schließlich kam ich zur Dienststelle des jagdverbandes Süd-Ost. Der Rest der Einheit hatte sich nachmittags in die Gegend nördlich von Krems zurückgezogen; der jagdeinsatz Donau hatte ebenfalls sein Trainingsquartier im Dianabad geräumt. Diese Soldaten fand ich in den nächsten Tagen auf meinem Weg zur Alpenfestung und befahl sie nach Salzburg.
Vielleicht als Buchempfehlung laut Skorzeny : "Ich glaubte an Hitler" Baldur von Schirach

Indy


28.5.03 21:49:43
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Stimmt, die JVs wurden Ende April zur Verteidigung der Alpenfestung eingesetzt, wurden sogar nochmal umbenannt in 'Schutzkorps Alpen'...hört sich ja nett an...waren aber nur 250 Mann:D
Sag mal, kennst Du das Buch von Markus Schmitzberger und seine Theorien zur Alpenfestung??

Balsi


28.5.03 21:55:52
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was die US-Armee dort wirklich suchte?.. nee hab ich ncoh nicht gelesen.. will aber mal...

Erich


28.5.03 22:11:08
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Die Festung war aber bei Melk

BettinaMe


28.5.03 22:11:12
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Hallo Balsi,
Gepostet von Balsi
hab noch mal im Skorzeny nachgelesen udn was zum JV Süd-Ost gefunden:
Am Morgen des io. Aprils erfuhr ich beim Stab von Schörner, daß Wien schon bedroht sei, genauer gesagt, daß die Reste des jagdverbandes Süd-Ost und die Kampfgruppe Donau die Stadt hatten verlassen müssen, um die sogenannte Alpenfestung zu verteidigen. Wien war jedoch meine Geburtsstadt, meine Mutter, meine Frau und meine Tochter mußten sich noch dort befinden, und vielleicht konnte ich ihnen helfen, aus der Kampfzone herauszukommen.

Also nach meinen Infos (Gerichtsunterlagen) war das SS-Jagdkommando Ungarn zu der Zeit in Birkfeld, Bezirk Weis/Steiermark. (Ende März 45 und Ende April 45 in jedem Fall)
Bettina

indy


11.7.03 15:29:31
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Gepostet von Erich [Gast]
Die Festung war aber bei Melk


Doch nicht zufälligerweise in Roggendorf...Smiley mit verdrehten Augen Smiley mit verdrehten Augen Smiley mit verdrehten Augen
Könnte m.E. im zusammenhang mit der "Befreiung" von US-Truppen im Raum Linz stehen...
Hier noch was zu den SS JVJV

Siebi


16.7.03 19:31:30
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Vom Infantrieregiment 66 später Panzergrenadierreg. 66 Burg
- 13.Panzerdivision - gibt es noch eine relativ große Kamer-
adschaft, bis vor 3Jahren lebte auch noch der Kompaniechef
der 9. Komp. IR 66, mein Großvater diente in der 13.Komp.,
der meines Freundes in der 9.Komp., sein Großvater kam später zum DAK und fiel bei El Alamein, die 13.PD sollte
1944 komplett zur Waffen-SS übertreten, was aber auf Mißfal
len der größtenteils adligen Offiziere stieß. Man einigte
sich das die 13.PD die zweite Division des neu aufzubauenden
Panzerkorps Feldherrnhalle wurde. Kontakt zur Kameradschaft
der 66 über e-mail annettlehmann@arcor.de
Laola-Smileys

Ronny22


22.8.03 00:05:48
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Gepostet von BettinaM [Gast]
Was genau unterscheidet eine SS von einer Nicht-SS-Einheit?
Bettina

So dann will ich auch mal was dazu sagen... :)
Wie schon erwähnt waren die Einheiten der Waffen-SS gegenüber den Wehrmachtseinheiten besser ausgerüstet...
sie erhielten neueste Panzer,Infanteriewaffen,Tarnuniformen...etc.
Was aber mit der Höhe der Divisionsnummer abnahm...die Elite-Panzerdivisionen Leibstandarte, Das Reich, Wiking usw. betraf das noch nicht...aber die russischen oder lettischen oder auch die französischen SS-Divisionen mussten da schon auf Beuteausrüstung zurückgreifen.
Das Verhältnis zwischen Mannschaften und Offizieren war enger als bei der Wehrmacht...die Offiziere kämpften fast ausnahmslos in vorderster Front mit und fielen auch zusammen mit ihren Männern...
Und der gravierenste Unterschied war wohl der "Kampfeswille" der aber weniger aus Ideologie zustande kam sonder auch daraus das SS-Soldaten kaum auf Gnade ihrer Gegner hoffen konnten. An Ost- und Westfront wurden SS-Soldaten bei Gefangennahme meist umgehend exekutiert.
Es wurden offizielle Befehle herausgegeben keine SS-Soldaten gefangenzunehmen...

Und zu der "Karriere" dieses Obersturmführer würde ich auch sagen das er sich an der Front mit Tapferkeit hervorgetan haben muss...denn in 4 Jahren vom Sturmmann zum Obersturmführer ist sehr kurz...er muss dabei auch noch die Unterführerlaufbahn durchlaufen sein und dazu noch die verschiedenen Lehrgänge in einer Junkerschule (Bad Tölz z.b.)
Ich würde sagen man müsste herausbekommen was der an der Front getrieben hat, Fotos mit Orden wären hilfreich.
Wegen der fehlenden Unterlagen kann ich nur soviel sagen dass das SS-Hauptamt in denen die Personalunterlagen der gesamten SS-Angehörigen lagerten zerstört wurde. Somit sind die meisten Personalakten zerstört.

Balsi


22.10.04 11:40:17
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so hab noch was zum SS-Jagdverband "Südost"
gegen Ende 1944 wurden die klassischen brandeburg-Einheiten zur SS überführt..

der Jagdverband "Südost" entstand aus dem Brandenburger Streifkorps-Karpaten - es bestand aus 2 Kompanien

Aufbau: Korneuberg/Österreich
FP_Nummer - 66 177
im Jagdkommando Donau stand SS-Jagdeinsatz Ungarn unter dme Kommando des SS-Untersturmführers Schreiber, Bestand 30 Mann, Waffen-SS, Wlassow-Armee und Kriegsmarine

Verlassen am 31.12.1944 ihren Ausbildungsplatz in Dianabad/Ungarn und marschieren östlich der Donau 110km

muss dann mal noch übersetzen ist alles englisch...

AK 74 ZF


22.10.04 22:07:26
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Hallo Bettina,

hab mir die Antworten gerade durchgelesen. Vieles ist korrekt und stimmt auch. Einiges geht aber sicher etwas durcheinander und artet wieder in die "SS-Diskussion" aus.

Nur kurz.

Die "Brandenburger" waren eine Sondereinheit der Abwehr (Abwehr Abteilung II)der Wehrmacht. Ihre Aufgabe bestand vorwiegend in speziellen Aufklärungs- und Kommandoeinsätzen (Diversions- und Sabotageeinheit) im gegnerischen Hinterland.
-> Gibt es genug Threads zu, möchte nicht alles wiederholen.

Das Personal stammte häufig aus verschiedenen Einheiten der Wehrmacht. Ist also durchaus möglich, daß sich besagter Herr freiwillig zu dieser Truppe verpflichtet hat. Die Motive können unterschiedlicher Natur sein.
Im Rahmen seiner Dienstzeit wird er sicher auch befördert worden sein, bzw. irgendwelche Lehrgänge besucht haben.
Gab durchaus mehrere Wege zum Offizier, bis hin zur Beförderung auf Grund besonderer Tapferkeit oder Leistungen.
Da die Brandenburger eine sehr häufig eingesetzte Truppe waren (von der Anzahl der Unternehmen/Kampftage) ist er sicher dort schon Offizier geworden und auch als solcher (mit entsprechenden Dienstgrad) dann 1944 von der SS übernommen worden.

Der größte Teil der für Sondereinsätze befähigte Personalbestand der Division "Brandenburg" wurde 1944 von der Wa-SS übernommen und in die Jagdverbände eingegliedert.
(der Rest der Div. Brbg wurde zur PzGren.Div "Brandenburg" und im Rahmen des Panzerkorps "Großdeutschland" an der Ostfront eingesetzt)

Die Einteilung der Jagdkommandos -> u.a. auch Süd-Ost -> basierte größtenteils auf einer Konzeption für den "Sonderkampf" des Kdrs der Brandenburger Gen.Ltn. Fritz Kühlwein vom 30.August 1944 als Vorschlag an das OKW/Wehrmachtsführungsstab.(Hab ich hier liegen)

Der größte Teil der zum Jagdkommando Süd-Ost überstellten Brandenburger war vorher meist in der Partisanenbekämpfung auf dem Balkan (Serbo-Kroatien/Jugoslawien) eingesetzt.
Diese Kämpfe wurden von beiden (!)Seiten mit äußerster Härte und Grausamkeit geführt.
(Über das Dilemma der Partisanenbekämpfung -> heute "Terroristenbekämpfung" haben wir hierschon mehrfach diskutiert.)

In diesem Bereich dürfte dann (so ich richtig gelesen habe) ja evtl. auch der Vorwurf bzw. Anklage/Tat gewesen sein ?

Ich denke der Werdegang war wie folgt.

1. Wehrmacht -> in dem genannten Truppenteil
2. Meldung/Versetzung zu den Brandenburgern (Wehrmacht/Abwehr II)
3. Übergang von den Brandenburgern zu den Jagdverbänden der Wa-SS
------------------------------------------
Das von ehemaligen Abwehrleuten (Brandenburg) welche noch dazu evtl. auch nach dem Krieg für die Allierten bzw. für die Org. Gehlen (Vorläufer des BND)gearbeitet haben keine Unterlagen existieren ist sehr wohl möglich und nicht verwunderlich.(Die Abwehrarchive wurden gesondert verbracht/gesichert-> s. Geschichte der Org. Gehlen)
Das auch ehemalige Angehörige der Jagdkommandos durch Hilfsorganisationen nach Lateinamerika evakuiert wurden war nicht selten. (Stichworte "Das Netz der Spinne", "Rattenlinie", "Der italienische Weg","HIAG", "ODESSA") Immerhin waren sie besonders geschultes und auch wertvolles Personal bzw. man fühlte sich ihnen besonders verpflichtet.
Häufig wird dabei auf HStuF Otto Skorzeny verwiesen -> in dem Falle muß man durchaus auch beachten daß er eine Zeit lang nach dem Krieg für die Amerikaner gearbeitet hat. Gen.Ltn. Gehlen übrigens ebenso. Sie boten im Rahmen des Kalten Krieges an Teile ihrer noch funktionierenden Netze bzw. Organisationsstrukturen im Kampf gegen den Kommunismus für die USA zu reaktivieren. Dazu gehörten natürlich auch viele ehemalige Kommandosoldaten der Abwehr und der Wa-SS.
Diese Männer wurden wieder gebraucht ! Man versah sie teilweise mit falschen Namen und Legenden und ermöglichte ihnen das Abtauchen in der Bevölkerung. Übrigens teilweise sogar mit Wissen und Billigung des US-Geheimdienstes.
Dies würde sicher auch die Gerüchte hinsichtlich Dienste für die Amerikaner erklären.

(Gab es im Osten auch ! Nur wird und wurde darüber fast nie berichtet!)Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Wie, Wann und Weshalb dann später doch Anzeige und Strafverfolgung erfolgte weiß ich ja nicht. Wäre evtl. interessant näheres zu erfahren.

Zu den Brandenburgern hab ich Stapelweise Material -> incl. Gliederungen/Strukturen, Befehle, Einsätze etc. pp.
Auch zu den Jagdkommandos hab ich einiges, da wird das Archiv allerdings etwas dünner.
Für bestimmte Antworten brauch ich allerdings konkrete Fragen -> will ja net ganze Bücher scannen oder neu schreiben.

Gruß AK 74 ZF

P.S.Über die Motivation hinsichtlich ihrer Einsätze hab ich vor längerer Zeit mal mit dem RKT der Brbg Hptm.a.D.(verstorben)Müller-Rochholz gesprochen. Auch wenn man gerade die "Brandenburger" lange Zeit gern als "Verbrecher" darstellte -> dies waren sie keinesfalls ! -> sie waren das was man heute als "Kommandosoldat" bezeichnet. Allerdings in einem harten und äußerst grausamen Krieg !

Ronny22


22.2.05 13:26:32
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Hab da jetzt noch was gefunden...muss ich nochmal nachschauen...

Hat einer BettinaM s eMail-Adresse???

Balsi


22.2.05 15:18:00
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ich glaube ja... also ich..))).. was haste denn? Interessiert mich auch...
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