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Die Waffen- SS ....Europäische Armee?

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AutorBeitrag

waldi44


28.5.03 22:34:55
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Lese zur Zeit gerade in drei Büchern über die Waffen SS. Eines von Mabire, eines von Maeger und eines, naja, vom Schönhuber!
In allen wird über die Waffen- SS in den höchsten Tönen gesprochen und bei Mabire erscheinen mir diese zT auch recht bedenklich(Bin aber noch beim Vorwort ;))!
Maeger hingegen schein mir der Kritischste zu sein, währen Schönhuber eher seine "Unschuld" darstellen möchte und sich gegen Verleumdungskampagnen wehrt!
Gerade Mabire (Franzose) schwärmt streckenweise sogar von der Waffen- SS und ihren hohen Idealen und einem voweggenommenen neuen Europa- durch die Waffen- SS.
Die französischen Freiwilligen avancieren bei ihm sogar zu Patrioten, die SS zum Kriegerorden...
Ich weiss nicht so recht. Schliesslich wurde die Waffen SS als deutsche Elite gegründet, dann zur nordischen erweitert und schliesslich jeder Ausländer aufgenommen. Deshalb aber von einem Vorreiter der europäischen Idee zu reden, finde ich doch sehr weit hergeholt! Oder?

Indy


28.5.03 22:46:14
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Die Europäische ähh Germanische Idee hatte aber nix mit einem Osttürkischen Waffen Grenadier Verband zu tun...die Aufnahme der Hiwis usw. hatte wohl mehr mit Himmlers Machtstreben zu tun!
In diesem Sinne:
Nicht Europa in seinen Geographischen Grenzen sondern ein Großgermanisches Dt.(Europa)Reich

waldi44


28.5.03 23:34:26
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Nun, meine Frage/Zweifel, zielten genau in diese Richtung!
Ausserdem, hatte Himmler nicht vielleicht auch ähnliche Abitionen wie Röhm? Neue Armee und so!

Axel43


29.5.03 21:22:24
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Man muß sich immer dessen bewußt sein, daß das 3. Reich in andauernder Bewegung und Veränderung war. Das trifft auch für die Waffen SS zu, d h die ursprüngliche Konzeption wurde an Hand der Erfahrungen immer weiter modifiziert. Am Ende kam dann tatsächlich so etwas wie eine europäische Armee zustande.

The Real Blaze


29.5.03 22:23:22
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Das die Waffen SS "europäisiert" wurde,unterlag der Kräftenot gegen Ende des Krieges.Propagandistisch wurde dann eben der europäische Gemeinschaftsgedanke dort verankert um "europäisch" die "rote" Flut zu stoppen.Aber wie hätte es den mit der Waffen SS ausgesehen,wenn es diese Not nicht gegeben hätte?
Sie wäre eben mindestens deutsch und höchstens großgermanisch geblieben.Die Waffen SS hätte schrittweise die Wehrmacht im Herr übernohmen.Angefangen bei den gepanzerten und mechanisierten Divisionen.Einheiten wie die 12.Hitlerjugend hätten den Kern einer späteren Waffen SS Berufsarmee gebildet.Und sie waren nur Großdeutschland verschworen und nicht dem restlichen Europa.Der Elitegedanke wäre auch nur so gewahrt geblieben.Und den wollte ehrlich gesagt niemand verwässern.Die ZDF Doku über die Waffen SS war insofern gut,daß es da Zeitzeugen gegeben hat,die frei von der Leber weg sprachen.Mit unter war da moderate Einleitungsstimme die jene Zeugen ,als "Unbelehrbare" abstempelten.(bei anderen wirkten ihre angehängten "Einsichten" so gläsern,daß man ihnen das als eigene Meinung nicht abnahm.
Die propagandistische Schulung der Waffen SS hatte damals ganze Jahrgänge geprägt.Und an den noch heute Lebenden Spuren hinter lassen.Man kann diesen Zeitzeugen deshalb nicht den Vorwurf machen "unbelehrbar" geblieben zu sein.Sie haben sich nur ihre eigenen Ideale bewahrt,die sie eben für sich als richtig empfanden.Weltpolizei USA wäre froh solch eine idealistische Armee(natürlich andere Ausrichtung-g-)zu haben.Man kann das eben ganz klar definieren: Eine Armee,die für eine "sache" sich opfert ist eben militärisch effektifer,als eine die Angst vor Verluste hat.
mfg The Real Blaze

Balsi


29.5.03 22:54:21
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was ich mich frage ist folgendes: Soldatentechnisch hatte ja auch das Heer unter "Nachschub" zu leiden.. warum stieg dort aber nicht der Ausländeranteil an?
Kann man dann hinter der "Europa-Armee" der waffen-SS eine Strategie vermuten?

indy


31.5.03 00:02:50
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Nein denke nicht...ein gewichtiger Grund für die hohe Ausländerquote waren die eurpäischen Satelitenstaaten wie Niederlande, Belgien usw.
Man brauchte halt etwas 'verbindendes'; der Nationalsozialismus war ja schon stark verbreitet (was man aber nicht zugibt!), als Art Belohnung darf man dann in der 'elitär-germanischen' SS mit kämpfen.
Das auch Russen, Italiener, Inder und was weiß ich net noch alles in die Waffen SS kamen liegt an dem Kompetenz-und Machtstreben von Himmler und Co..
Im End-effekt sollte das ganze nie über ein Germanisches SS Korps (bzw. Armee) hinauskommen.

waldi44


31.5.03 18:36:29
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In der entsprechenden Literatur wird die Waffen SS ja immer grundsätzlich als "nicht mit den anderen zu verwechselnde" Eliteeinheit dargestellt, deren ausländische Freiwillige sich lediglich deshalb freiwillig zu ihr meldeten, weil sie 1. Den Bolschewismus bekämpfen wollten. 2. Sich der europäischen Idee verbunden fühlten. 3. Nach dem deutschen Sieg aus der SS heraus Einfluss auf das Geschen in ihrem eigenen Land nehmen wollten.
Naja, so will man das wohl in bestimmten Kreisen sehen oder war es wirklich so?
Übrigens, klingt es zwar imposant, wenn man die Nationalitäten aufzählt, die in der Waffen SS dienten, aber die Mannschaftsstärke war doch eher mickrig ;)!

Indy


31.5.03 20:47:34
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Insbesondere die 89 Briten:D

Axel43


1.6.03 03:39:37
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Die Stärke u besondere Attraktion der WaffenSS war, daß sie unkonventionell und offen für neue Ideen war, sehr im Gegensatz zur Wehrmacht, wo - vielleicht mit Ausnahme der Luftwaffe - die "Rauschebärte" den Ton angaben. In dieser Hinsicht ähnelt die WaffenSS der New Model Army des englischen Bürgerkrieges.
In dieser Hinsicht wird übrigens auch heute noch, zumindest hier in den USA, die WaffenSS als vorbildlich betrachtet und eifrig studiert.
Das Konzept der "europäischen Armee" gehört hierzu.

The Real Blaze


1.6.03 12:27:29
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Tja Axel,dem muß ich dir voll und ganz Recht geben.In der Generalität der Wehrmacht gab es tatsächlich zu viele altkonservative Generäle die viel Mist verzockt haben in der deutschen Kriegsgeschichte.Viele Fehlentscheidungen Hitlers wurden mitgetragen und mitabgesegnte,während die Frontmeinung außen vor blieb.(ich denk da nur an August 41,als Guderian bei Hitler vorsprach).Da fehlte oft der Weitblick oder das Selbstbewußtsein(wie etwa das von Manstein oder Hausser)um Hitler zu widersprechen.
mfg The Real Blaze

waldi44


1.6.03 19:33:05
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Nun ja, aber die SS- Führung widersprach erst recht nicht!
Richtig hingegen, dass bei der Waffen SS jeder den "Marshallstab im Tornister" trug und eine "Tellerwäscherkarriere" möglich war- so man lange genug überlebte!
In der Wehrmacht gab es auch ettliche freiwillige Ausländer, die wurden aber, so glaube ich, ende 44 aus ihren Einheiten herausgelöst und der Waffen SS überstellt.
Was flog bekam Görig, die Ausländer Himmler ;)!

sniper 74


2.6.03 10:14:50
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Die SS-Einheiten waren ja auf vielen Kampfschauplätzen vertreten, die dann aber auch Seite an Seite mir der Wehrmacht kämpften.
Für mich ist es unsinnig, da einen Untschied zu machen, denn im Dreck sind die alle gerutscht.
Das die Waffen-SS besseres Kriegsmaterial hatte und auf die "brainwashed-Kids" (wie se heute von VIVA und MTV gezüchtet werden) aus den "Militärschulen mit nationalistischem Gedankengut" zurückgreifen konnten, macht sie noch lange nicht zu den erfolgreicheren Kriegern.
Es stimmt schon, daß einige "heldenhafte" Taten den Feind schwer getroffen haben, aber das war nicht die Masse.
Ich will jetzt den Verstorbenen ihre Erfolge nicht streitig machen, aber es gab so viele (para)militärische Organisationen, denen man die Schuld zuschieben konnte. Und als Elitekampftruppe hat die Waffen-SS ja viel abbekommen. Wobei heute ja die "Schuld" wieder verschoben wird.
Eine alte Frau erzählte mir mal diesen Witz:
Kind beim Essen: Mutti, wer holt die ganzen Juden und Zigeuner ab?
Mutter: EssEss und halt den Mund!

@Fürst Indy: es waren echt Inder in-der SS? (schönes Wortspiel)

Balsi


2.6.03 10:22:02
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jupp Inder gabs auch..ne ganze indische Legion sogar...ich kann mir durchaus vorstellen das der ein oder andere Wehrmachtssoldat nach Hause kam und so einiges der SS zuschob weil es grade passte.. was ja nicht abwertend klingen soll im Bezug auf die Taten der SS. Dennoch distanziert sich die Fronttruppe von dem was im Hinterland passierte. Viele von denen die gefallen sind sind bestimmt nciht dafür gefallen das durch ihren Tod tausende im eroberten Gebiet erschossen werden...Ich hab bis jetzt keinen getroffen der ernstlich meinte es wäre richtig gewesen.

sniper 74


2.6.03 10:32:19
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Meine Oma wohnte schon immer in der Nähe von Bergen-Belsen. Sie wussten mehr oder weniger, warum des Nachts Kolonnen von Menschen die Straßen entlang getrieben wurden. Meine Tanten meintes die Türen wurden verschlossen und die Kinder mußten im Zimmer bleiben. Erst Jahrzehnte später kam es dann so langsam raus, was genau vor sich ging.
Ein Großteil der Leute wussten nicht genau was mit den Untermenschen passierte, und wollten es bestimmt auch nicht. Es wurde ja "nur" von einer Art "Endlösung" gesprochen.

Balsi


2.6.03 10:44:48
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habe letztens auch mit einer alten Frau geredet.. die immerhin 1916 geboren wurde... ein bewegtes Leben würde ich sagen. Sie wohnt am Stadtrand von berlin.. sie sagte als ich sie zu den Juden befragte.. das sie das auch nicht wussten was passierte. einerseits gab es in ihrer Wohngegend wenig Juden, so das es kaum jemanden auffiel, desweiteren bekam man von den Deportationen in der Stadt (Bahnhof Börse, heute Hackescher Markt) auch nichts mit, da man dort nicht hinging, sagte sie. Dort gab es ständig Auseinandersetzungen, so das man sich kaum dorthin traute. Als dann die Bombenangriffe begannen wurde sie evakuiert erst nach Thüringen dann nach Exin im Warthegau. Es war schwer Vertrauen aufzubauen.. von daher arbeitete auch die Mundpropaganda kaum. Sie sagte man hatte schon Angst. Hab das ja schonmal gesagt.. es würde doch kein mensch glauben was wirklich passiert wenn man nicht selbst mitmacht.. es ist doch nicht im geringsten vorstellbar das bspw. mein nachbar 10.000 Mneschen umbringt. Kann mir schon vorstellen das man sich schwer tat das zu glauben...

Axel43


2.6.03 17:31:20
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Ein kleinwenig Psychologie hilft hier. Man muß unterscheiden zwischen dem, was man wissen kann oder könnte, und dem, was man vorzieht nicht zu wissen.
Im letzteren Falle sieht man nicht zu, hört man nicht hin, geht man nicht hin, usw. Ein ganz normaler Verteidigungsmechanismus. Funktioniert auch heute noch so.
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