Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Befehlsverweigerungen bei ethnischen Säuberungen

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AutorBeitrag

Marc


10.6.03 16:29:04
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Hallo,
Ich habe mit meinem Geschichtslehrer eine Diskussion angefangen, er behauptet es gibt niemanden der erschossen wurde, weil er an einer Säuberung nicht teilnehmen wollte bzw einfach niemanden erschiessen wollte???
Also, es wär wirklich nett wenn einer von euch wüsste wo man zu dem Thgema informationen erlangen könnte; Am Besten wär es natürlich wenn einer von euch die antwort kennt,
Schonmal vorab Danke,
Marc.

Erich


10.6.03 20:33:36
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Da war mal ein Bericht im TV, aber wo ? History/ZDF ???

waldi44


10.6.03 22:01:02
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Also, es war tatsächlich so! So unglaublich es klingt! Beweise- ja, da bin ich nun aber echt zu faul aufzustehen und zu suchen. Gelesen hab ich mehrfach darüber!
Das Einzigste waren Versetzungen, nicht in Strafbattalione oder an die Front, sondern eben woandershin! Allerdings lag das eventuell auch daren, dass es sich wirklich um Einzelfälle handelte, in denen sich Soldaten trauten nicht mitzumachen!
Das waren keine Befehlsverweigerungen, sondern man meldete sich eben NICHT freiwillig oder bat direkt seinen Vorgesetzten um Freistellung! Ging und gab es!!

Kaiser Hannes


14.6.03 15:20:55
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also ich weiß nur das bei denn erschießungen der SA von der SS, im jahr 1934
nachher auch SS angehörige erschossen wurden,
weil sie nervlich durchgedreht sind!
nach dn ganzen Erschießungen.
ansonsten denke ich schon das einigen mit der erschießung gedroht wurde wenn sie nicht den anderen erschossen hätten.
aber wissen tue ich es nicht

Gast


30.7.03 11:00:54
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In der Tat - es gab keinen Befehlsnotstand für Nazi-Mörder. Empfehle die Bücher von Christopher Browning, Ganz normale Männer, Roowhlt 1996 und Daniel Jonah Goldhagen, Hitlers willige Vollstrecker.

Axel43


30.7.03 18:10:43
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Ich habe mal meinen Vater (Lt., Luftwaffe) danach gefragt. Laut ihm konnte niemanden einen Offizier dazu zwingen, etwas prinzipiell illegales zu tun. Eine Versetzung war das einzige Risiko.

waldi44


2.8.03 23:30:29
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Es gab auch einen ähnlichen Passus in der NVA...ich weiss jetzt nicht genau wo... der es den Soldaten verbot, eindeutig völkerrechtswidrige Befehle auszuführen! Diesen gab es auch in der Wehrmacht- daraus resultierte ein gewisses Verweigerungsrecht.
Allerdings wurde dieser Artikel wieder relativiert, weil es anderswo hiess: Ein Befehl ist erst einmal auszuführen(Befehl ist Befehl)! Hinterher, könne/dürfe man sich darüber beschweren:tzzzz:!
Das Gewissen war auch in der Wehrmacht nicht abgeschafft!
Womöglich aber gab es dehalb keine weitereichenderen Kosequenzen, weil solche Fälle einfach zu unbedeutend, weil zu wenige waren!

Westwall


3.8.03 12:23:43
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Hallo Waldi, trifft das auch auf den Kommissarbefehl zu ?
Auch hier wurde der Befehl an einigen Stellen befolgt, ja sogar überbefolgt (Bespiel: GFM von Reichenau) und an manchen Stellen völlig ignoriert, wie zum Beispiel 6.Panzer-Division, wo es in keinen Papieren noch Befehlen überhaupt das Wort „Kommissarbefehl“ gab.
Oder musste man hier bei Befehlsverweigerung mit Konsequenzen rechnen, mir ist auch in dieser Sache kein Fall bekannt.
Gruß .... Westwall

The Real Blaze


3.8.03 12:39:24
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Wichtig zu diesem Thema ist was Manstein dazu gesagt hat.Unter seinem Befehl wurde an der Front dieser Befehl nicht durchgeführt.Auch dort nicht wo er nur Gast war wie bei Divisionen der HG Mitte.Er räumte nur ein,daß Kommisare bei den Partisanen erschoßen wurden,was aber dann eben unter einen anderen Blickwinkel gesehen werden muß.
mfg The Real Blaze

Westwall


3.8.03 12:44:35
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Hätte Manstein aber diesen Befehl geduldet und weiter gegeben, was wäre dann wohl mit dem Gefreiten Meyer bei Befehlsverweigerung passiert ????
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