Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Waffen-SS in Arnheim 1944

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Westwall


5.10.03 16:46:05
Direktverweis
Der aussichtslose Kampf um Arnheim der britischen Fallschirmjägerdivision ist wohl eines von vieler Beispiele eines ritterlichen Kampfes wie es sie auf deutscher Seite auch gegeben hat.
Am 24.09.1944 wurde von der 9.SS-Panzerdivision „Hohenstaufen“ mit Zustimmung des Kom.Gen. des II.SS-Pz.Korps SS-Obergruppenführer Wilhelm Bittrich mit den eingeschlossenen britischen Verbänden Kontakt aufgenommen, es wurden Feuerpausen vereinbart um ihre Verwundeten zu bergen.
Deutsche Sanitätsfahrzeuge mit deutschen Sanitätern besetzt, brachten die vielen Verwundeten, in der Mehrzahl Engländer und Polen, aus dem Kessel in die Arnheimer und Apeldoorner Krankenhäuser.
Fast täglich während der Kämpfe besprechen der Divisionsarzt der „Hohenstaufen“, SS-Hauptsturmführer Dr. Skalka, und der Arzt der 1.britischen Airborne-Division, Colonel Dr.Warrack, die Übernahme der Verwundeten und ihre bestmögliche Versorgung.
Soldaten der Waffen-SS helfen mit Sanitätsmaterial und geben alle erdenkliche Hilfe zur Rettung des Lebens der zahlreichen schwerverwundeten Engländer und Polen.
Das wird ihnen das britische Volk niemals vergessen, versicherte man dem Divisionsarzt SS-Hauptsturmführer Dr. Egon Skalka von englischer Seite zu.
Doch die Ironie der Geschichte war, das der SS-Arzt 1945 in britische Gefangenschaft kam und bis ende der 40er Jahre als Kriegsgefangener in England interniert wurde.

Siebi


6.10.03 15:40:57
Direktverweis
Die Verbände der Frundsberg und der Hohenstaufen waren nur noch Reste beider Divisionen , die sich aus der Normandie zu-
rück kämpfen konnten, das AR 10 der Frundsberg hatte zb. nur
noch 8 feldhaubitzen die sie an einen Bahnhof in Frankreich
oder Holland herrenlos fanden. Der Wiederstand wurde den englischen Fallschirmjägern von kleinsten Gruppen 16 - 17
jähriger Soldaten entgegengebracht. Die Gruppe um Colonel
Frost kapitulierte gegnüber Resten der 1. Komp. der Nachrich
tenabteilung 10, unter Führung von Ustuf. Trute. Der Film
täuscht über die Stärke der deutschen Verbände gewaltig
Laola-Smileys

Westwall


6.10.03 21:16:22
Direktverweis
Es ist richtig dass es sich hierbei nur um Kampftruppen der abgekämpften 9. und 10.SS-Division handelte.
Herausgelöste Fronteinheiten die in den Raum südlich von Arnheim zur Auffrichung des II.SS-Panzerkorps sammelten.
Es muss aber in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass kurz vor Beginn des Unternehmens "Market Garden" die britische Luftaufklärung völlig versagte.
Meine Infos sind übrigens nicht aus dem Film, sondern aus W.Tieke "Im Feuersturm letzter Kriegsjahre" und von Maurice Tugwell "Arnheim".

Indy


6.10.03 23:06:34
Direktverweis
Div. Stärke war wohl so von 3000-5000 Mann.

Siebi


7.10.03 18:04:00
Direktverweis
Eher 3000 Mann, ein großer teil lag zur Wiederauffrischung und Neuaufstellung schon im Reich, im südlichen Bereich wur-
de der Wiederstand größtenteils durch Fallschirmjäger und
Fahnenjunker einer VGD getragen , ein großer Teil geriet noch in Belgien in Gefangenschaft, im Raum um Brüssel, die
Kampfgruppe des AR 10 mit ihren 8 Feldhaubitzen unter Führung von Ostuf. Karl Godau ließ sich von den Alliierten
überrollen und ging langsam hinter den Amis zurück auf deutsche Linien . Panzer gab es bei der Frundsberg in Arnheim gar keine mehr, bei der Hohenstaufen sah es etwas besser aus, Unterstützung gab es durch 3 Tiger einer schweren Heerespanzerabtlg. von denen 2 durch Schäden wieder
ausfielen. Das diese Truppen dennoch gegen alliierte Elite
einheiten siegreich waren kennzeichnet den hohen Ausbildungsstand und den Einsatzwillen der jungen Soldaten
Laola-Smileys

waldi44


7.10.03 19:30:11
Direktverweis
Nicht vergessen Leute- man war nicht, bzw schlecht aufgeklärt und wenn man nur alte Männer und unerfahrene Hitlerjungen erwartet und stattdessen auf alte erfahrene, wenn auch ausgezehrte Haudegen trifft, selber aber auch einen Haufen "Frischlinge" mitführt, ist das Desaster fast schon vorprogrammiert!
Wenn Strassen, die man entlangrollen wollte plötzlich verteidigt werden und somit der Nachschub an Menschen und Material nicht nachkommt und man selbst nur das Nötigste mitführt und wenn schliesslich noch ettliche Einheiten ganz woanders landen als sie sollten...
Hier denke ich spielte wieder einmal das "Kriegsglück" eine grosse Rolle, dass diesmal noch zugunsten der Deutschen ausschlug, aber nichts am Gesamtergebnis änderte!

Indy


7.10.03 21:53:37
Direktverweis
'Frundsberg' musste glaub ich alle Panzer an 'Hohenstaufen' abgeben, teilweise wurden nachdem Befehl die Panzer aber unbrauchbar gemacht um diese nicht abgeben zu müssen.

Siebi


7.10.03 22:40:16
Direktverweis
Die Frundsberg hatte seit dem Ausbruch aus der Normandie so gut wie keine Panzer mehr, das regiment hatte nur eine Abtlg
die II. Abtlg.sollte in Frankreich mit Panthern dazukommen,
diese wurden aber in Paris von Sylvester Stadler " geklaut "
und zur Hohenstaufen gebracht,die II Pantherabtlg. der " F "
kam erst bei den Kämpfen im Elsaß und Hagenauer Forst zum
Einsatz, die Soldaten für die Abtlg. kamen aus Nürnberg, und
ein großer Teil der Panther aus Magdeburg ( Königsborn ).
Durch Stadlers " Husarenstück " war natürlich Heinz Harmel
gekrängt, was bei den beiden erst nach den Krieg in den 60er
Jahren beigelegt wurde. Auch das AR 10 hatte zu diesen Zeitpunkt keine Hummeln und Wespen mehr.
Laola-Smileys

Westwall


8.10.03 11:05:19
Direktverweis
-Durch Stadlers " Husarenstück " war natürlich Heinz Harmel
gekrängt, was bei den beiden erst nach den Krieg in den 60er Jahren beigelegt wurde.-
Hallo Siebi, ist ja sehr interessant, hast du noch weitere Informationen darüber????

Westwall


8.10.03 12:22:17
Direktverweis
-'Frundsberg' musste glaub ich alle Panzer an 'Hohenstaufen' abgeben, teilweise wurden nachdem Befehl die Panzer aber unbrauchbar gemacht um diese nicht abgeben zu müssen.-
Hallo Indy, dass glaube ich kaum, intakte Panzer einer Einheit wurden immer in Zahlen noch oben gemeldet. Hätte man Panzer unbrauchbar gemacht um sie nicht einer anderen Einheit abgeben zu müssen, so käme dass den Kommandeuren der "Frundsberg" einem Todesurteil gleich.

Siebi


8.10.03 15:46:48
Direktverweis
Es wurde bei allen Teileinheiten bei Kräftemeldungen " gem-
ogelt ", da zunächst die aus Frankreich und Belgien eintreffenden Einheiten ihre Fahrzeuge abgeben sollten und
zur Auffrischung ins Reich weitervelegt werden sollten. Teil
weise wurden intakte Fahrzeuge als Verlust gemeldet oder stark beschädigt. Ich kannte Harmel noch persönlich und habe
von ihm einiges erfahren, bei Interesse kannst Du ja mal anrufen ( tel. 04263 - 982441 )
Laola-Smileys

FritzR


16.10.03 14:13:48
Direktverweis
Hallo Siebi,
hast Du diese Informationen direkt von Harmel?
Nach allem was man in der Literatur findet und ich gehört habe (mein Vater war in der Frundsberg), sollte die Hohenstaufen ihre Panzerfahrzeuge(fast ausschließlich nur noch Schützenpanzer und Sturmgeschütze) an die Frundsberg abgeben und nicht umgekehrt. Klingt auch logisch, da die Hohenstaufen teilweise schon zur Auffrischung ins Reich verlegt wurde und die Frundsberg an der Front bleiben sollte.
Und das mit der Pantherabteilung (die übrigens bei beiden Regimentern die I. Abteilung war) mußt Du noch mal genauer beschreiben. Was hat Stadler da gemacht? Beide Abteilungen (Frundsberg und Hohenstaufen) lagen noch in Mailly de Camp als die Divisionen aus Rußland kamen. Und nach allen Informationen, die ich finden konnte, war die I. Abt. Hohenstaufen mit Panthern ausgerüstet, während die I.Abt. Frundsberg ihre ersten Panther wieder abgeben mußte (an Panzerlehr).
Was also ist das Husarenstück Stadlers?

Siebi


21.10.03 11:19:57
Direktverweis
Informationen stammen von Heinz Harmel,die Panter waren natürlich die I. Abtlg. sie kamen aber erst später zur Division,die Pantherwelche eigentlich zum PR 10 kommen
sollten wurden in Paris durch Sylvester Stadler für die
Hohenstaufen " konfisziert ". Bei den Kämpfen um Arnheim ist keine Überstellung von Kampffahrzeugen mehr erfolgt
Für Nachfragen habe ich einige Zeitzeugen falls Du Interesse
hast ( über Telefon )
Laola-Smileys

Hoover


10.12.03 21:45:42
Direktverweis
Moinsen!
Habe einige Infos gefunden:
Nach Fürbringers geniale DivGeschichte "9. SS-PzDiv" wurden die Ketten mehrerer Halbkettenfahrzeuge entfernt, um sie dann als defekt zu melden. Den Rest musste sie an die 10. SS abgeben. Die "Divisionskampfgruppe 9" hatte demzufolge am 17.09.44 eine Stärke von etwa 2500 Mann! An Fahrzeugen waren 4x Flak 2cm, 24 SPw und etwa 110 Fahrzeuge vorhanden. Es sollen keine Panzerkampfwagen zu dem Zeitpunkt vorhanden gewesen sein. Am 28.09.44 war die Stärke der Kampfgruppe auf 7039 Mann, 42 Flak 2cm, 32 Flak 8,8cm, 21 leFH 10,5cm, 15 SPw, 10 StuG III, 3 Panther und 15 Tiger II B angewachsen. Wobei zu sagen ist, dass die schweren Waffen aus dem ganzen Reichsgebiet nach Arnheim gekarrt wurden und der 9.SS unterstellt wurden. Aus Bielefeld ist sogar eine Fahrschulkompanie mit 4 Pz III hingeschickt worden, die aber alle verlorengingen.
Die beste Azfstellung leifert Robert Kershaw in seinem Buch "Im September fällt kein Schnee", was das derzeit beste Buch zum Thema Arnehim ist.
Die Zahlen ähneln sich bei ihm, zusätzlich hat er die Veruste der Deutschen in Arnheim und Oosterbeeck auf 2565 Mann minimum und 5175 maximum geschätzt. Die Differenz geht von dem Befehlswirrwarr aus, der am Anfang herrschte.
Auf deutscher Seite kamen u.a. Marinesoldaten, Polizei, diverse Flak-Einheten aus dem Heimatgebiet und zusammengewürfelte Kompanien zum Einsatz, deren Einsatz zu Beginn unkoordiniert und überhastet erfolgte.
Alles in Allem war es schon eine beachtliche Leistung, den alliierten Ansturm aufzuhalten.
Respekt-Smiley

panzerjaeger


11.12.03 20:42:30
Direktverweis
Ja um nur einige zu nen war auch eine Einheit der RAD dabei es soll sogar für die Kämpfe ein Ärmelband zur verleihung gekommen sein das die RAD Angehörigen bekommen haben?? Gesehen und gelesen im Museum Hotel Hartenstein(War 2mal schon dort) dort ist das ausgestellt.

Hoover


11.12.03 21:15:45
Direktverweis
Stimmt, das Hartenstein Museum ist genial (vor allem der Keller :)
Aber neben SS, Heer und Lw war dort auch die Marine (mit einer Kompanie der Schiffsstammabteilung Beverloo) vertreten. Am Ende der Kämpfe tobte dort auche eine Kompanie der Feuerlöschpolizei aus dem Ruhrgebiet herum, um die Brände zu bekämpfen.
Zum Gedenken sollte es ein Ärmelband oder ein Ärmelschild geben. Aber meines Wissens wurden diese nicht eingeführt.
Greez
Frank
Laola-Smileys

Balsi


12.12.03 00:13:55
Direktverweis
sag mal Hoovere.. Marineinfanterie... dein Steckenpferd?...

Hoover


12.12.03 12:20:52
Direktverweis
Marineinfanterie?? JAAAAAAAAAAAAAAAAAA!
Die 2. MarInfDiv hat unseren Raum (Verden) eifrig verteidigt und ich hatte das Glück, bei einem Jahrestreffen mit einigen Veteranen zu sprechen.
Unglaublich, was ehemalige U-Boot-Leute, MarArt-Männer und Hafenpersonal so bewältigt haben. Nach der Schlacht um Rethem (für die 53. brit. InfDiv die härtesten Kämpfe seit der Normandie!!) nannten die Tommies die Mariner die "Blaue SS", weil sie schwer beeindruckt waren. Und je mehr man erfährt, desto verrückter wird es.
Ahoi
Frank
Laola-SmileysLaola-SmileysLaola-Smileys

Balsi


12.12.03 12:31:51
Direktverweis

Siebi


14.12.03 10:28:24
Direktverweis
Bei den heutigen existierenden Büchern um Arheim wird immer
wieder von einer zuhohen Zahl auf deutscher Seite ausgegangen, die Kampfgruppe die zb. den Engländer an der
Brücke gegenüber lag bestand während der Kämpfe aus nicht
mehr wie 150 Mann.Bestehend aus Teilen der 1./ NA 10 und
anderer Resteinheiten der "F". Auch waren andere Reste noch auf dem Marsch und trafen erst später oder garnicht ein.
Die Berichte deutscher Offiziere für die US Historikel Div.
sind teilweise 5mal umgeschrieben worden bis diese für die
Amerikaner " korrekt " erschienen
Laola-Smileys

Hoover


14.12.03 13:41:47
Direktverweis
Stimmt leider. Die ersten Deutschen "am Feind" waren ja auch Truppen, die sich vom Rückzug erholten oder noch mitten im Rückzug waren. Eben deshalb ist es eine unglaubliche Leistung, was damals vollbracht wurde.
Das schönste habe ich im Internet gelesen (US-Seite). Da wird geschrieben, dass ja eine komplette Ari-Abtl westlich Arnheim war. Stimmt! Das ErsatzBat ArtRegt 184 war übersoll mit Soldaten bestückt, hatte aber keine Geschütze oder Fahrzeuge! Sowas wird sicher öfter der Fall gewesen sein. Und die ersten Angriffe gegen den Tommy haben denn auch Luftwaffe (vom Fliegerhorst Deelen aufgestellt), Amrine, Polizei und SS-Restverbände geführt.
Also: Respekt-SmileyRespekt-SmileyRespekt-Smiley

Westwall


14.12.03 16:13:08
Direktverweis
Gepostet von Siebi
Bei den heutigen existierenden Büchern um Arheim wird immer
wieder von einer zuhohen Zahl auf deutscher Seite ausgegangen

Fakt ist nun mal dass die Deutschen von Tag zu Tag stärker wurden und die Alliierten von Tag zu Tag schwächer, das schreibt auch Herbert Fürbinger in seiner Divisionsgeschichte der 9.SS „Hohenstaufen“.
Wenn man also von einer Zahl auf deutscher Seite ausgehen will, so müsste man das an einem Zeitpunkt binden um in diesem Fall korrekte Angaben zu machen.
Wie auch immer, der Hauptgrund des Scheiterns des Unternehmen „Market Garden“ war nun mal der Zufall dass in diesem Gebiet die kampferfahrenen Reste des II.SS-Panzerkorps lagen und nicht die von der englischen Abwehr erwarteten HJ oder schwache Reserveeinheiten.

Maverick


29.12.03 14:45:02
Direktverweis
Fuer die jenigen die Niederlaendisch ein bisschen beherrschen gibt es ein sehr interessantes buch. Ich habe es selber (bin ja Hollaender) und es handelt sich um die Deutsche seite in Arnhem. Wenn jemand die ISBN nummer haben moechte schreib mir mal an. Vielleicht gibt es eine Deutsche uebersetzung!!!
Gruss,
Arnoud:)

Maverick


29.12.03 14:45:56
Direktverweis
meine emailadresse: spawndark@hotmail.com
klatschender Smiley

Gast


31.12.03 00:24:17
Direktverweis
Noch ne kurze bemerkung von einem Gast zu den "defekt" gemeldeten Fahrzeugen der 9.

Die SS Panzeraufklärungsabteilung 9 (Hauptsturmführer Viktor Eberhard Gräbner) War noch im Besitz gepanzerter KFZ, bei denen die Ketten abgezogen waren um sie nicht abgeben zu müßen.
Die Abteilung war dann auch die erste die mit Ihren gepanzerten Fahrzeugen über die Brücke rollte zur Aufklärung. Was auf dem Rückweg, auf der inzwischen besetzten Brücke mit der Aufkl Abt passierte wird im Film ja etwas drastisch dargestellt.
Fazit: Gräbner ist gefallen und in Arnheim beerdigt worden. Bei einer Umbettungsaktion, wo sein Grab geöffnet wurde, konnte er jedoch nicht mehr identifiziert werden und ist seitdem als Vermißt gemeldet.
zurück zur Themenübersicht