Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

SS-Charlemagneeinheiten verteidigen Reichstag

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AutorBeitrag

Hagen von Tronje


10.2.04 15:37:19
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Hallo!
Stimmt es, dass es französische SS Soldaten (200-300) der Grenadier-Division Charlemagne waren, die bis zuletzt den Reichstag in Berlin gegen die Sowjets verteidigten oder ist das nur ein Gerücht???
Gruß Hagen

Siebi


10.2.04 16:51:53
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Es stimmt, unter der Führung von Dr. Krukenberg.
Laola-Smileys

Hoover


10.2.04 16:55:02
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Ja, die Geschichte ist sehr gut beschrieben in Kuby´s "Die Russen in Berlin".
Krukenberg tauchte nach der Kapitulation unter und stellte sich dann den Russen.

Sturm


10.2.04 16:55:33
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Die Reichskanzlei wurde Verteidigt unter den Namen :Zitatdelle.Chef war Brigadeführer Mohnke. Er hatte ca. 1000 Soldaten zur Verfügung, die aus Franzosen, Belgier ,Flamen, Holländer,Skadinavier,Engländer und Spanier
bestanden.Das Sturmbattalion Charlemagne vernichtete in 8 Tagen ,über 60. Feindpanzer. Es waren ca. 300 Franzosen die am 24. 4. 45 die Stadt verteidigten.30 davon lebten noch ,am 2. Mai .Nach dem Krieg ist man mit ihnen auch nicht zimperlich umgegangen.Insgesamt sind 9 von 10. Franzosen ,Gefallen oder Verwundet worden . Insgesamt haben ca. 12,000 Franzosen in der Waffen-SS gedient.Ausschlieslich
an der Ostfront.
Tschüss Wolle.Respekt-Smiley

Axel43


10.2.04 20:12:01
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Ich glaube, die letzten Ritterkreuzträger vor der Kapitulation waren Franzosen. Das recht bekannte Photo mit dem erledigten SS-Schützenpanzer zeigt einen schwedischen Toten.

Siebi


11.2.04 16:37:31
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Henri Fenet wurde am 29. April das RK verliehen,sowie Ostuf.
wilhelm Weber von der Divisionskampfschule der Charlemagne,
henri Fenet ist leider letztes Jahr verstorben.
Laola-Smileys

waldi44


11.2.04 19:44:09
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ICH empfehle das Buch: "Berlin im Todeskampf 1945" von Jean Mabire. Das lässt eigentlich keine Wünsche offen und wenn man beim Lesen bestimmter Passagen weiss, dass es ein Franzose geschrieben hatSmiley mit verdrehten Augen...
Sehr interessant in diesem Zusammenhang finde ich, dass sich die Sowjets an die Abmachungen hielten und ALLE Ausländer an die jeweiligen Heimatländer der Gefangenen auslieferten.
Der Mord Leclarks an seinen Lansleuten war aber die grosse Ausnahme. Die meisten wurden eigentlich zu recht "zivilen" Strafen verurteilt und bei den unter 18 jährigen galt Jugendrecht und sie kamen mit einem Jahr weg.
Andere meldeten sich freiwillig zur BILOM - Bataillon d'infanterie legere d'Outre-Mer = Überseeisches leichtes Infanterie- Battaillon und taten Dienst in Indochina, wo sie sehr sehr sehr viele "alte Kameraden" aus der Waffen SS und den französischen Milizen wieder trafen!

Ronny22


12.2.04 02:30:43
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Eigentlich ist die Geschichte andersrum...die Franzosen kamen nach Berlin und wurden dann in die 11.SS-Panzergrenadierdivision "Nordland" eingegliedert.
Brigadeführer Krukenberg (Charlemange) übernahm den Oberbefehl über die Nordland von Brigadeführer Ziegler.

Das Foto mit dem gefallenen SS-Mann neben dem ein FJ-Sturmgewehr liegt zeigt einen Hauptsturmführer des Regiments Danmark der Nordland in der Friedrichstraße.
Ein anderes berühmtes Foto zeigt den SPW (Nr. 39) der Aufklärungsabteilung Nordland, abgeschossen in der Chaussee-Straße.
Dazu habe ich noch ein interessantes Foto vom Heck dieses SPW, aus dem die Leiche einer Frau hängt.

Gast


2.3.04 12:48:00
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Gefragt ist, ob "französische SS Soldaten (200-300) der Grenadier-Division Charlemagne ... bis zuletzt den Reichstag in Berlin gegen die Sowjets verteidigten oder ist das nur ein Gerücht???"

Nicht, ob diese die "Reichskanzlei" verteidigt haben. Sind zwei paar Schuh. Wobei die Frage erlaubt wäre, wer die Reichskanzlei "verteidigt" hat, verteigte im gewissen Sinne auch den Reichstag. Lagen sie eh nur 3 Straßenzuüge voneinander entfernt. Die Franzosen waren im Kampfabschnitt Berlin-Neukölln eingesetzt. Bei ihren Rückzugsgefechten zogen sie sich über den Hermann-Platz, Belle-Alliance-Platz bis hin zur Reichskanzlei (Wilhelmstr.) zurück.

Es wäre mir neu, dass der Reichtag von den Franzosen verteidigt worden wäre. Zumindest ist mir keine Quelle bekannt. Auch Mabire schreibt in seinem "Berlin im Todeskampf 1945" darüber nichts.

waldi44


2.3.04 13:17:18
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Nunja, "Am 30. April hißten Rotarmisten auf der Spitze des zuvor von Freiwilligen der französischen Waffen-SS Einheit "Charlemagne" verteidigten Reichstags die rote Fahne ..."
Steht zumindest mal hier:Schlacht um den Reichstag

Vielleicht findet man ja hier näheres:Schlacht um Berlin Das ist sowieso ein "Heisser Tipp" für Berliner ;)!

Gast


2.3.04 14:07:15
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Waldi schrieb:

" ... "Am 30. April hißten Rotarmisten auf der Spitze des zuvor von Freiwilligen der französischen Waffen-SS Einheit "Charlemagne" verteidigten Reichstags die rote Fahne ..." Steht zumindest mal hier:Schlacht um den Reichstag".

Das ist ja genau der Punkt. 1) Keine Quellenangabe 2) Im Kontext heißt es: "Am 30. April hißten Rotarmisten auf der Spitze des zuvor von Freiwilligen der französischen Waffen-SS Einheit "Charlemagne" verteidigten Reichstags die rote Fahne mit Hammer und Sichel. Wenige hundert Meter entfernt hatte sich Hitler Stunden zuvor in seinem Bunker das Leben genommen ..." Wie von mir ja beschrieben, "verteidigten" die Franzosen nicht den Reichstag selbst, sondern waren südlich davon "beschäftigt." Soo heißen, der obige Text ist ungenau. 3) Andere Einheiten "verteidigten" über die Tage (innerhalb (!) des Reichstags) hinweg den Reichstag, selbst als Hammer und Sichel bereits über dem Reichstag wehte. 4) Heißt ja nicht, dass evtl. andere (!) Franzosen innerhalb des Reichstags in Kämpfe verwickelt waren, wobei ich noch immer auf der Suche nach Quellen bin, was für Einheiten den Reichstag tatsächlich verteidigt haben.

Weiter:

"Vielleicht findet man ja hier näheres:Schlacht um Berlin Das ist sowieso ein "Heisser Tipp" für Berliner"

Da hast Du unbedingt recht! Will bei meinem nächsten Berlintrip unbedingt die Berliner (Bunker)Unterwelten und dem wirklich interessanten Programm besuchen. Dank für die Erinnerung!

Grüße

FritzR


2.3.04 15:25:31
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Also laut Tieke "Das Ende zwischen Oder und Elbe" kämpften die Franzosen der "Charlemagne" unter Weber und Fenet am 30. April in der Saarland- und Puttkammerstr.

Er beruft sich in diesem Buch hauptsächlich auf eigene Recherchen und Aussagen von Zeitzeugen.

Gast


2.3.04 17:57:00
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FritzR schrieb:

"Also laut Tieke "Das Ende zwischen Oder und Elbe" kämpften die Franzosen der "Charlemagne" unter Weber und Fenet am 30. April in der Saarland- und Puttkammerstr. Er beruft sich in diesem Buch hauptsächlich auf eigene Recherchen und Aussagen von Zeitzeugen."

Das ist ja bekannt. Das ist ja genau in der Rückzugslinie wie oben von mir bereits erwähnt: "Die Franzosen waren im Kampfabschnitt Berlin-Neukölln eingesetzt. Bei ihren Rückzugsgefechten zogen sie sich über den Hermann-Platz, Belle-Alliance-Platz bis hin zur Reichskanzlei (Wilhelmstr.) zurück."

Beschreibt Mabire detailliert (inkl. auch der Kämpfe in der Puttkamerstr.).

Grüße
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