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Ursprung des SS-Totenkopfabzeichens

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AutorBeitrag

Hagen von Tronje


12.2.04 16:08:12
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Da ich schon bei meiner letzten Frage soviele Antworten erhalten habe, hab ich auch keine Bedenken, dass ihr diese Frage nicht auch beantworten könnt.
Das Abzeichen, welches die SS-Totenkopfverbände auf ihren Mützen und Hemdkragen trugen, soll angeblich von einer Flammenwerfereinheit im 1.Weltkrieg getragen worden sein. Und da bei der SS sowieso von allem geklaut wurde, scheint mir das gar nicht abwegig. Habt ihr Infos über diese Einheit oder ide Übernahme des Abzeichens???
Gruß Hagen

waldi44


12.2.04 17:04:59
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Nein, den Totenkopf gab es schon wesentlich früher, so wurde er schon in den Befreiungskriegen 1814/15 als Zeichen an den Mützen, vornehmlich den der Husaren, getragen!

[ Editiert von Administrator waldi44 am 12.02.2004 17:12 ]

AK 74 ZF


12.2.04 19:14:03
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Hallo Hagen,
Waldi hat Recht. Abgesehen davon daß Totenköpfe bzw. Knochen und Skelette schon sehr lange in der Heraldik bzw. als Feldzeichen genutzt werden, hat sich die SS bei den ehemaligen Leibhusaren des Kaiisers bzw. der preußischen Könige bedient.
Die Husaren des 1. und 2. Leibregiments (ehemals Husarenregiment 5) trugen schwarze Uniformen und an ihrer Kopfbedeckung den Totenkopf. Dieser lag bei den preußischen Regimentern leicht schräg.
Es gab noch eine Traditionseinheit mit schwarzen Uniformen und Totenkopf -> die Braunschweiger Husaren -> die trugen einen Totenkopf in Frontalansicht.
Die Tradition der Braunschweiger Totenköpfe geht auf die Schwarzen Husaren des Herzogs von Braunschweig-Oels (im Freiheitskampf gegen Napoleon)zurück.
Die der preußischen Regimenter bis in die Zeit Friedrich des Großen.
Die Tradition der preußischen Totenkopfhusaren wurde in der Wehrmacht durch das Kavallerieregiment 5 weitergeführt (die trugen übrigens auch den Totenkopf auf den Schulterstücken), weiterhin fühlte sich auch die dt. Panzertruppe als "moderne Husaren" und verwendete die schwarze Uniform und den Totenkopf der Preußen.
Auch viele Braunschweiger Einheiten trugen Traditionsgemäß ihren Totenkopf an der Uniform.
Übrigens bis heute ! Wenn Du mal Soldaten aus Bundeswehreinheiten aus dem Raum Braunschweig triffst, so findest Du meist einen kleinen Braunschweiger Totenkopf als Metallsticker an ihrem Barett.
Die Tradition der Totenkopfhusaren führen einige Panzeraufklärungsbataillone der BuWe fort.
Vom Traditionsverband des Husarenregimentes 5 werden sehr gute Verbindungen zu den Beelitzer Panzeraufklärern der PzGrenBrigade "Brandenburg" gehalten.
Übrigens war der letzte große Husarengeneral des Kaiserlichen Heeres der Generalfeldmarschall von Mackensen in den 20er/30er Jahren ein regelrechter "Militärstar"(lt. Tucholsky)und allen deutschen Jugendlichen bekannt.
Bis vor wenigen Jahren gab es in Berlin eine GFM v. Mackensen-Straße. Da der alte Herr aber angeblich Antisemit und ein angebliches Zeichen des dt. Militarismus war, wurde die Straße auf Betreiben einiger Gutmenschen, gegen den Willen der Bewohner, umbenannt. Natürlich zur Strafe in einen Namen mit jüdicher Herkunft.
Tja, ziemlich seltsame Vergangenheitsbewältigung, leider seltsamerweise mit System.Hat mit Demokratie oder Geschichtsbewußtsein auch nicht viel zu tun.
Von Mackensen starb 1946 und wurde von den Engländern mit militärischen Ehren begraben.
Er hatte es auf jeden Fall verdient.
Gruß AK 74 ZF - dessen Urgroßvater schon vor dem 1.WK als Totenkopfhusar diente und im 1.Weltkrieg als Totenkopfhusar unter GFM v. Mackensen ritt-[ Editiert von AK 74 ZF am: 12.02.2004 19:17 ]

Balsi


12.2.04 19:19:02
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Gepostet von AK 74 ZF

Die Tradition der preußischen Totenkopfhusaren wurde in der Wehrmacht durch das Kavallerieregiment 5 weitergeführt (die trugen übrigens auch den Totenkopf auf den Schulterstücken), weiterhin fühlte sich auch die dt. Panzertruppe als "moderne Husaren" und verwendete die schwarze Uniform und den Totenkopf der Preußen.
[ Editiert von AK 74 ZF am: 12.02.2004 19:17 ]

dazu gibt es noch einen Traditionsverband.. Adresse kann ich Dir geben falls interessiert... (Kav.Rgt.5 "Mackensen")

AK 74 ZF


12.2.04 19:43:36
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Hallo Balsi,
ich war Anfang der 90er Jahre zum ersten Treffen des Traditionsvereins nach er dt. Einheit in Reckahn bei Brandenburg (dort wurden die preußischen Husarenregimenter Mitte des 18. Jhdts formiert).
Ich hatte mich noch ein paar mal mit dem letzten Regimentskdr. geschrieben. Als ich beim Umzug die Adresse verbummelt hab, und auch wenig Zeit hatte (da Selbständig), riß der Kontakt leider ab.
Bis vor kurzem existierte eine richtig tolle Homepage des Vereins, welche leider nicht mehr existent ist.
Die Adresse wäre aber nicht schlecht, da ich noch einige gute Farbfotos von diesem Treffen hab und sie dem Verein noch zukommen lassen will.
Gruß AK-74 ZF

waldi44


12.2.04 19:52:37
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Hei, hier habe ich solch einen "Braunschweiger" mit Totenkopf!


Die Husaren.
Die Husaren des Braunschweiger Feldkorps wurde wie auch schon die
Infanterie nach englischen Vorbild neu formiert.
Die Husaren wurden im Juli 1813 von England nach Spanien geschickt.
Hier hat man sie unter Sir John Murray mit britischen, spanischen,
portugisischen und italienischen Einheiten eingesetzt. Sie operierten oft
an der spanischen Ostküste.
Die Stärke betrug bei ihrer Landung 2 Schwadronen mit 18 Offizieren
und 258 Mannschaften.
Am 25 August 1813 sind die Husaren als Truppenteil der Brigade unter
Lord Betinck im Einsatz. Während des Gefechtes bei Villa Franca am
13 September 1813 hatten sie folgende Verluste. Getötet wurden 1 Offizier,
8 Mann. Verwundet wurden 2 Offiziere, 24 Mann.
18 Mann waren als Vermisst gemeldet.
Im Jahre 1814 waren sie dann an der Invasion von Sizilien beteiligt.
Von dort wurden die Husaren dann im Jahre 1816 aus dem Dienst entlassen.

Axel43


12.2.04 22:10:37
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...das Totenkopf-Abzeichen gibt es selbstverständlich auch bei englischen und amerikanischen Einheiten.
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