Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Glorifziert oder gehaßt

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AutorBeitrag

Max Hansen


13.10.04 16:04:30
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Geht es um die Waffen SS neigt man dazu entweder sie zu glorifizieren oder zu verdammen, entsprechend legt man sich Literatur zu, sozusagen je nach Neigung. Entweder Lothar Greil oder Guido Knopp. Für die einen eine Elite-Truppe vom Feinsten, für die anderen eine rücksichtslose Mörderbande, die aus dem Weg räumt, was und wer immer auf diesen geht. Auf der einen Seite sind die bekanntesten "Verbrechen" der Waffen SS wie Oradour und Malmedy wie auch hier zu lesen äußerst umstritten, auf der anderen Seite haßte man die Waffen SS egal ob in Belgien, Tschechien, Frankreich oder Russland. Woher kommt das, ist es ein Ergebnis feindlicher Propaganda wie etwa aus Resultaten wie in den Zeitungen der Sowjetunion, wo Fotomontagen mit Männern der Leibstandarte mit auf Bajonetten aufespießten Kindern abgebildet worden um sie zu verteufeln, haßte man sie weil man sich die Zähne an ihnen ausbiß oder waren sie etwa doch eine brandschatzende, mordende rücksichtslose Truppe, die ihre Gefangenen erschoß´und plündernd und vergewaltigend durch russische Dörfer zog? Oder ist es das Ergebnis dessen, daß sie mit der im Hinterland und den KZ wütenden SS in einen Topf geworfen werden, vielleicht auch, weil z.B. die Totenkopf Division eben mit Leuten aus den Lagern "aufgefüllt" wurden? Nach Kriegsende ging eine ungeheure Hatz auf Angehörige der Waffen SS los, Angehörige der Totenkopf Division wurden gar an die Rote Armee ausgeliefert von allen Allierten, warscheinlich sind davon nicht viele aus den Todeslagern zurückgekehrt, viele wurden einfach erschossen, viele kamen in den Lagern um. Andere aus anderen Divisionen wurden zum Tode verurteilt, vom Mop auf der Strasse erschlagen und und und. Wenn sie nur eine klasse Elitetruppe waren, wieso anerkennt man dann dies nicht wie etwa die Garde Napoleons, die immer einen guten Ruf besaß auch beim Feind? Gibt es überhaupt eine Literatur oder Darstellung, die der Sache wirklich gerecht wird?

Hoover


13.10.04 17:50:04
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Ersteinmal würde ich die Waffen-SS differenziert betrachten.

Man darf dabei weder die Verbechen vergessen oder schönreden, noch die Taten herunterspielen (wie Villers Bocage, Höhe 112 oder Charkow).

Warum kann man nicht die Verbrechen verdammen und die militärischen Taten während der Kämpfe ehren?

Der Ansatz: Die Waffen-SS´ler waren alle Verbecher! ist in meinen Augen schon falsch.

Max Hansen


13.10.04 17:52:27
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Du sprichst von Charkow, ich kenne da die Kämpfe, was für Verbrechen sprichst du an, hast Du Quellen?

ZensiertWeilZuBloed


13.10.04 17:54:19
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Hoover meint mit Charkow wohl die Rückeroberung im März 1943, also eine gute Militärische Leistung - kein Verbrechen. :)

waldi44


13.10.04 18:07:21
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DAS Problem bei der "Waffen SS" ist das "SS" und vielleicht noch der Umstand, dass es ettliche Freiwillige aus den besetzten Ländern gab, die man dort eher als Verräter, denn als Kämpfer gegen den Bolschewismus ansah/ansieht!
Schlussendlich haben aber auch die "Kameraden" der Handschar und anderer "Eliteverbände" einschliesslich der eines Herrn Dirlewanger, sowie der Räuberhaufen eines Kaminky, genannt "Brigade Kaminski", nicht gerade dazu beigetragen, den Ruf der Waffen SS überall zu heben!

Hoth


13.10.04 19:56:26
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Man kann zu diesem Thema natürlich eine ganze Menge schreiben. Insgesamt jedoch ist es einfach eine Frage der Sicht. Hätte Deutschland den Krieg gewonnen wäre die Waffen-SS aufgrund ihrer unbestreitbaren Leistungen, Opfer und milit. Qualitäten hochgerühmt und geehrt gewesen. Da der Krieg verloren wurde und die Sieger die Geschichte schreiben sieht die Sache eben ganz anders aus.

Hätte die Siegerjustiz in Nürnberg den Tatsachen enstprechend diffenrenzierter geurteilt, wäre die Waffen-SS als eine milit. Teilstreitkraft Deutschlands nicht ganz pauschal und falsch mit der Allg.SS in einen Topf geworden und verurteilt worden. Alles hätte, wäre,...usw. Damals war aber eine Differenzierung durch die Sieger natürlich nicht gewollt und undenkbar.

Ich bin aber sicher, daß z. B. ein wirklich neutraler Ausschuß o.ä. heutzutage zu ganz anderen Schlüssen kommen und die Waffen-SS anders beurteilt würde. So wie sie inzwischen auch von den meisten der ehemaligen Gegner gesehen und beurteilt wird, als hervorragende, tapfere, leistungsfähige und stets opferbereite Soldaten.

[ Editiert von Hoth am: 13.10.2004 20:05 ]

Petronelli


14.10.04 06:55:49
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Es stimmen irgendwo beide Ansichten, je nachdem wie man zu einer solchen Kampfeinheit steht!
Das ist mal wieder die Frage des eigenen Standpunktes und der unobjektiven Pauschalisierungen!
Ich für meinen Teil, wäre ich Soldat, könnte mir gut vorstellen die militärischen Leistungen der Waffen-SS, oder Wehrmacht, oder des Kaiserheers oder was auch immer, als Vorbilder zu nehmen! Ich könnte mich nicht mit einer ausländischen Truppe identifizieren, sorry, geht einfach nicht! Und die Truppe im Zweiten Weltkrieg hat einen Krieg geführt, der eher den heutigen Anforderung und der Technik entspricht, als Blüchers Truppen!
Es gab mehr als genug Soldaten in ihren Reihen die anständig kämpften und die man sich guten Gewissens als Idole hernehmen kann!
Gleiches gilt für alle Armeen der Geschichte in der Welt!
Wer eine solche Massenorganisation von vorneherein als verbrecherisch brandmarkt, der kann gleich die ganze Menschheit anklagen! Immer gab es Krieg, Greuel und Untaten!
Da könnte dann auch ein OberKnopp kommen und sagen ja, die Menschen sind zwar bemerkenswert, aber tz tz tz...doch alles nur Mörder, Betrüger, Lügner, Makler, Autohändler....ui ui ui.....
Die Frage ist doch was nimmt von uns jeder persönlich wahr von der Waffen-SS! Ich sehe ehrlich gesagt die sog. Massaker auch, aber ich mach sie in keinster Weise zum Aufhänger für ein Pauschalurteil! Mörder und Unholde gibt es in jeder Stadt!
Die Hatztiraden und die übergebühr übertriebene dämonisierung ehem. Angehörige der Waffen-SS liegt wohl auch daran, dass die Alliierten aus einer irgendgearteten irrationalen Angst vermeiden wollte, dass diese Soldaten und ihre Leistungen der Keim für ein Wiederauftreten des Nationalsozialismus und des Widerstands werden könnten! Man stempelte sie einfach zu Verbrechern und machte sie damit "vogelfrei"!
Seltsamerweise gab es in Deutschland nie eine Art Widerstandskämpfer oder Partisanen (Kampfmittel existierten doch zu Hauf), nachdem das Land besetzt war...scheint nicht ins Charackterbild des Volkes zu passen!
Gruß
Peter

[ Editiert von Petronelli am: 14.10.2004 7:03 ]

[ Editiert von Petronelli am: 14.10.2004 7:03 ]

Martin 222


14.10.04 07:31:14
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Hallo,

..also ich vermute eher das es wie im ersten Weltkrieg mit Propaganda begann,Kinderhände die abgehakt wurden usw.Nur am Ende des Krieges hatte man das damals als Propaganda Trick richtiggestellt.
Heutzutage neigen viele Historiker und Schriftsteller dazu voneinander abzuschreiben,und nicht eigene Recherchen anzustreben.Daher ist in vielen Büchern identisches zu lesen,das später als wahr befunden wird.
Wenn ich sehe wieviele Freiwillige in den Reihen der Truppe kämpften und sich bewährten.Ich denke da an Letten,Dänen,Holländer.
Die meisten Letten,später bewährte Führer hatten alle eine gute schulische Ausbbildung,teils Studium.Man kann also nicht von Dummköpfen oder Abenteurern reden.

Viele Grüße

Petronelli


14.10.04 09:50:38
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Das mit den abgehackten Kinderhänden usw. ist mit Nichten gänzlich aus der Welt geschafft!
Man darf auch nicht vergessen, wer nach dem Krieg die offziellen Historikerschreibseln genehmigt hat, welche Historiker "groß" herauskamen und welche mit vielen Schwierigkeiten versuchen mussten ihre Versionen und Forschungen publik zu machen! Es stehen doch auch viele Dinge in den Schulbüchern die längst widerlegt oder relativiert sind!
Ich kenne den Vater eines ehem Schulkameraden, der Historiker ist und mir selber sagte, dass man nicht an alle Akten, die es gibt rangelassen wird, jedenfalls nicht jeder Historiker!
(und nicht nur zur Geschichte des WK2) also was soll man da noch reden!? Ich will hier niemandem unterstellen, dass was verheimlicht wird, aber der Schluss zwingt sich auf...
Gruß
Peter
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