Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Unifom der Trawniki-Einheiten

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AutorBeitrag

Wilddieb


1.6.05 14:39:59
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Wie sah die Uniform der Trawniki-Einheiten aus?

Wurden von diesen Einheiten ähnliche oder vielleicht auch die gleichen Uniformen verwendet, welche die SS-Totenkopf-Wachsturmbanne trugen?

[ Editiert von Wilddieb am 01.06.05 15:04 ]

waldi44


1.6.05 14:50:46
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Trawniki Einheitam Kopf kratzender Smiley?
Schau mal hier:
Trawniki Bahn

Trawniki/Warschau

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Letzte Spuren : Ghetto Warschau - SS-Arbeitslager Trawniki - Aktion Erntefest
Letzte Spuren

Die Trawniki- Männer waren so genannte „fremdvölkische“ Einheiten des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin, Odilo Globocnik, die im SS Ausbildungslager Trawniki bei Lublin unter der Leitung von Hermann Höfle- übrigens, wie Globocnik, ein Österreicher- für die Ermordung der Juden eingeschult wurden.
Irma Haller

Eine 90 bis 120 Mann starke Kompanie von meist ukrainischen Trawniki-Männern diente als Lagerwachmannschaft. Sie verhinderten Flucht- und Widerstandsversuche. Die Trawniki-Männer waren auch für den Betrieb der Gaskammern zuständig. Es waren meist sowjetische Kriegsgefangene, die sich zum Dienst bei den Deutschen gemeldet hatten. Einige der sowjetischen Kriegsgefangenen waren Volksdeutsche; sie wurden meist zu Zug- oder Gruppenführern ernannt.
Shoa...

Wusste gar nicht, dass es eine Truppe gab, die man so bezeichneteSmiley mit Erleuchtung. Offizieller Namen wird's ja wohl nicht gewesen sein, eher halboffiziell und wenn es sich um Ukrainer handelte, nehme(!) ich eher an sie galten als "Hiwi's" und trugen Wehrmachtsuniformen.
Da sie aber aus einem SS Ausbildungslager kamenSmiley mit verdrehten Augen....
Man scheint sich aber auch nicht ganz einig darüber zu sein, ob es nun Ukrainer oder Volksdeutsche waren:
Die Wachttürme waren bemannt mit Trawnikimännern (Volksdeutsche vom SS-Ausbildungslager Trawniki), die mit Gewehren bewaffnet waren. Auf dem Turm im Mittelpunkt des Lagers befand sich ein Maschinengewehr und ein Suchscheinwerfer.

Vermutlich waren die einfachen Trawnikimänner Ukrainer und die Führer Volksdeutsche:
Die "Trawnikimänner" wurden von Gottfried Schwarz kommandiert. In der ersten Phase waren es 60 - 70 Männer, später 120 in zwei Kompanien. Sie waren in vier Einheiten eingeteilt, jeweils drei im Dienst, eine im Urlaub (am Ort). Ausbilder dieser Männer waren Franz, Dubois, Feix und Jirmann.
Die Einheiten wurden geführt von Volksdeutschen, oft ehemalige Soldaten der Sowjetarmee. Dienstbezeichnung: Hauptzugwachmann und Zugwachmann.
Die Ukrainer nahmen vorwiegend Wachaufgaben ein: Am Lagertor, auf den Wachttürmen, auf Patrouille. Einige von ihnen halfen beim Betrieb der Gaskammern.
Vor der Ankunft eines Transportes postierten sich die Ukrainer an der Rampe, an den Entkleidungsbaracken und entlang des "Schlauches". Während der experimentellen Vergasungen und der ersten Transporte mussten sie auch die Vergasten aus den Gaskammern entfernen und begraben.

Belzec

Wilddieb


2.6.05 08:50:08
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Jörg Friedrich beschreibt in seinem Buch Der Brand den Einsatz von Trawniki-Einheiten, nach dem angloamerikanischen Terrorangriff auf Dresden im Februar 1945. Die Trawniki-Einheiten waren durch ihre Aufgaben im Rahmen der Einsatzgruppen und als Bewacher der Vernichtungslager „Spezialisten“ in der Beseitigung von Leichen durch Verbrennen.

Auf dem Dresdener Neumarkt wurden große Stahlroste aus Schienen errichtet, auf denen die Bombenopfer meterhoch aufgeschichtet und verbrannt wurden, um die Gefahr von Seuchen zu bannen. Tagelang brannten diese Scheiterhaufen. Die Trawniki-Männer konnten im Verlauf dieser Aktion nur unter Alkohol zur Weiterarbeit gebracht werden.

waldi44


2.6.05 10:09:43
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Mal eine Frage zu deiner FrageSmiley mit verdrehten Augen: Gab es Überlebende dieser Einheit(Der Begriff "Einheit" ist für diese Bande von Schlächtern eigentlich zu schade!) und was wurde aus ihnen?
Die Frage der Bekleidung konnten wir also nicht klären, aber ich denke es gab nur zwei Möglichkeiten: Wehrmachtsuniform oder SS Uniform. Welche genau weiss ich nicht. Vielleicht kommt ja noch was!

Übrigens ist das Vohandensein so einer Truppe kein Indiz dafür, dass Grausamkeiten nur von fremdländischen Mitgliedern der SS begangen wurden. Sie standen unter deutschem Kommando und zumindest die Unteroffiziere waren Volksdeutsche!
Das Verbrennen von Leichen ist kein Verbrechen, aber wie und unter welchen Umständen Menschen dazu gemacht wurden!

Wilddieb


2.6.05 11:31:10
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Gepostet von waldi44
Gab es Überlebende dieser Einheit und was wurde aus ihnen?


Auch eine Frage deren Antwort mich sehr interessieren würde.

Hat vielleicht jemand Bilder von Trawniki-Männern? Alle Informationen bezüglich dieses Themas sind bei mir von Interesse.

TiKi111


2.6.05 12:11:06
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Ich kann mir nicht wirklich vorstellen,
dass nach dem Krieg sich jemand öffentlich zu so einer Zugehörig bekannt hätte....
Beim besten Willen nicht!

[ Editiert von TiKi111 am 02.06.05 12:11 ]

schwarzermai


3.6.05 22:22:45
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Buchtip zum Thema:

Gitta Sereny - Am Abgrund

dort steht alles drin.

Übrigens waren das deutsche Personal von der "Kanzlei des Führers" zur Durchführung der Aktion Reinhardt abgestellt worden. Die Männer stammten ausschließlich von der Aktion T4, die das Euthanasieprogramm durchgeführt hatte. (Polizei-Personal, welches dann in die SS "überführt" wurde)Sie unterstanden nicht der Waffen-SS oder dem OKW, sondern direkt einer NSDAP Dienststelle in Berlin und dem Höheren SS- und POlizeiführer Lublin Globocnik.

Die Trawnikis, Ukrainer und/oder Litauer, trugen einfache schwarze "Uniformen", natürlich ohne Runen und Reichsadler.
Sie waren Hilfspersonal, keine SS oder Wehrmacht.

Daß ihre direkten Vorgesetzten "Volksdeutsche" gewesen sein sollen - davon steht bei Sereny nichts drin, sie hätte es gewusst, denn "Am Abgrund" handelt von ihren Gesprächen mit Franz Stangl, Kommandant von Sobibor und später Treblinka.

Ich kann das Buch nur empfehlen.

schwarzermai


4.6.05 15:35:05
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Ein ukrainischer Wachmann vor der Mühle in Belzec
http://www.deathcamps.org/belzec/pic/bigp46.jpg

TRAWNIKIS AM LAGERTOR (2.Foto von oben)
http://www.deathcamps.org/belzec/photos_de.html

schwarzermai


4.6.05 15:41:19
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waldi44


4.6.05 16:05:25
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@Schwarzermai
Danke für die Tipp's und Links.
Schon interessant zu sehen, wessen man sich so alles bediente und was sich auch so alles andiente und ihren Herren willig zur Hand ging....
Waren das eigentlich Freiwillige oder kamen die zu dem "Job" wie Maria zum Kind:D?

schwarzermai


4.6.05 16:21:23
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Freiwillige, zumeist aus den "Selbstschutzverbänden" oder Hilfspolizei
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