Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Sepp Dietrich

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AutorBeitrag

Duke60


26.6.05 22:15:49
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Hallo!

Mich würde Eure Meinung über Sepp Dietrich interessieren. War er nun eher der Typ Landsknecht-Depp, der von höheren militärischen Führungsaufgaben nichts verstand. (Wie in manchen TV-Dokus und Büchern gern bechrieben) Oder war Dietrich doch das militärische Genie und sowas wie die Mutter der LAH, wie in manchen Büchern auch zu lesen ist.
Eure Meinung?

Gruß, Duke60

Duke60


29.6.05 22:05:30
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Ähh...nix, gar nix zum Thema Sepp Dietrichweinender Smiley? Bin ich in´s Sommerloch geraten oder ist es doch nicht so einfach die militärischen Fähigkeiten Dietrich´s einzuordnen, vielleicht interessiert´s auch keinen.am Kopf kratzender Smiley
Schade, hätte gern andere Meinungen gehört/gelesen.
Gruß, Duke

Balsi


29.6.05 22:14:42
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naja.. nachgewisenerweise hatte er keine Generalstabsausbildung.. also ein fachmann auf dem gebiet der Taktik und Schlachtführung war er sicher nicht.. doch die LAH hatte ihre Erfolge also kann er so schlecht nciht gewesen sein...

waldi44


29.6.05 22:50:12
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Erfolg haben ist das eine, was er gekostet hat, das andere!
Da aber mussten wohl alle SS Offiziere lernen. Manche lernten es nie, wie ihr Chef Himmler zB. oder ein Dirlewanger!

Ps: Übrigens, wir sind im Sommerloch......

[ Editiert von Administrator waldi44 am 29.06.05 22:51 ]

Hoth


30.6.05 00:12:49
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Ein Div.Kdr. muß nicht unbedingt ein strategisches Genie seiin, wenn er einen guten Stabschef hat. Dann kann er sich auf das "Muttersein" der Div. kümmern. Das war S.Dietrich wohl unumstritten.

waldi44


30.6.05 09:35:53
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Dietl zB. war beides!

Hoth


30.6.05 09:45:44
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Gepostet von waldi44
Dietl zB. war beides!


Nun ja Waldi, so eine Liste wäre nun wirklich lang genug!

Ich denke, was Dietrich und die LAH betrifft, war er schließlich Kdr. und damit auch verantwortlich. Wenn man sich die Enstehung, den Werdegang und die Leistungen der LAH bis 1943 ansieht, hat hier Dietrich wohl einen sehr guten Job gemacht, ober er nun der geniale Stratege war oder nicht.

Leutnant


30.6.05 11:05:03
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Sepp Dietrich war vor allem eine Symbolfigur für seine Division. Sicherlich ein charismatischer Führer, aber so weit mir bekannt strategisch eher schwach. Man muss ihm wohl zu gute halten, dass er diesen Fehler wahrscheinlich selbst erkannt hat und dementsprechend seine Generalstäbler arbeiten lassen hat. Die Frage ist, ob ein Divisionskommandeur tatsächlich nur Ausstrahlung haben muss, um seine Männer in der vordersten Reihe mitzureißen...ich glaube eher nicht, denn dafür hat er seine Btl.- oder Rgt-Kommandeure. Ein Divisionskommandeur muss vor allem eins: Entscheidungen treffen und dabei alle möglichen Risiken abwägen. Dazu gehört in meinen Augen ein breites strategisches Wissen und nicht nur Ausstrahlung.
Die abschließende Frage lautet also, was wäre die LAH ohne Sepp Dietrich gewesen, hätte sie die gleichen Erfolge erzielt???

Rheingold


30.6.05 17:15:02
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Einer der Grundgedanken der Waffen-SS war es ja, die Aufnahme zum Offiziersbewerber im Gegensatz zur Wehrmacht nicht von der gesellschaftlichen Herkunft oder vom Abitur abhängig zu machen. Dienstgradunterschiede sollten grundsätzlich hinter das Leistungsprinzip zurückgestellt werden. Ähnlich hat ja schon Napoleon verfahren, als er beim Aufbau seiner Grande Armee auch Bauernsöhne zu Marschällen machte.

Ergo ist der Bauernsohn Dietrich also ein typisches Bsp. für einen hohen Offizier der Waffen-SS. Damit die soldatische Ausbildung nicht zu kurz kam, hat man sich aber schon militärische Spezialisten aus der Wehrmacht, wie z.B. Paul Hausser oder Felix Steiner mit ins Boot geholt.

Auf jeden Fall war Dietrich seinem "Chef" treu ergeben, allerdings nicht bis zur totalen Selbstverleugnung wie manch anderer. Nach der Invasion wusste er sehr wohl was die Stunde geschlagen hatte. Als er von Rommel offen danach gefragt wurde, ob er auch dann noch seinen Befehlen folgen würde, wenn sie nicht im Einklang mit denen aus Berlin stünden, hat er gesagt: "Sie Feldmarschall, sind mein Oberbefehlshaber, ich gehorche nur Ihnen, was sie auch vorhaben werden."

Balsi


30.6.05 18:29:55
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naja aber Dietrich war doch im 3. Reich von Anfang an bis zum Kriegsbeginn eher politischer Soldat (Aufbau der Stabswache und der LAH) siehe auch Röhm-Putsch... militärische Kentnisse waren doch da eher nicht gefragt. Ok Dietrich war im 1. WK Soldat (Panzer) aber er war dabei eher Befehlsempfänger

Duke60


2.7.05 23:43:42
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Denke auch, dass Dietrich seinen Aufstieg nach 1933 vor allem seiner ständigen Nähe zu Hitler (Stabswache tec.) zu verdanken hat. Er gehörte ja auch schon in den 20ern zum engsten Kreis um Hitler. Der "Röhm-Putsch" 1934 ließ diese Verbundenheit vielleicht noch inniger werden.
Umso bemerkenswerter finde ich daher eigentlich, dass er sich gegen Ende des Krieges eigentlich gegen Hitler stellte.
Interessant auch die Frage von Leutnant: Was wäre die LAH ohne Dietrich gewesen, bzw. aus ihr geworden? Was wäre gewesen wenn z.B. ein "Reformer" wie Steiner die LAH ab 39 befehligt hätte?
Aber hätte dann auch diese Verbundenheit unter den Männern der LAH geherrscht? Dietrich sperrte sich ja selbst gegen eine Inspektion seiner LAH durch Himmler. Wegen Dietrich´s Verbindungen zu Hitler aus der "Kampfzeit", hatte Dietrich ja geradezu Narrenfreiheit. Vielleicht ist darin ja viel von der Verehrung seiner Männer für Dietrich begründet.
Aber das macht natürlich noch keinen guten Kdr. aus.
Wobei, was die Verluste betrifft: Waren die LAH-Verluste denn höher als etwa jene unter Steiner´s Wiking und anderen?
Laut Wegner´s "Hitlers politische Soldaten, Die Waffen SS" eher nicht. Selbst von manchen Einheiten der Wehrmacht nicht,

Für mich-trotz allem- bewegend war die Geschichte Dietrich´s nach dem Krieg. Während seiner Haft in Landsberg verließ ihn seine fast 20 Jahre jüngere Frau mit den 3 Söhnen. Sie nahm sogar einen anderen Namen an, wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Kurz nach der Entlassung aus Landsberg wurde er wieder inhaftiert-wegen der Röhm Sache.
Auf den Bildern von Kameradentreffen sieht man ihn nie lächeln, er wirkt wie ein kleiner Mann, dem der ganze Rummel um seine Person eher peinlich ist, wenn manche ihn nach Autogrammen fragen oder sich mit ihm fotografieren lassen wollen. Ob er zu Lebzeiten je wieder Kontakt zu seinen Söhnen hatte, weiß ich nicht. Alles in allem für mich eine merkwürdige Lebensgeschichte.

uwys


17.11.05 16:51:01
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Gardes du Corps


17.11.05 17:25:23
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Gepostet von Leutnant
Man muss ihm wohl zu gute halten, dass er diesen Fehler wahrscheinlich selbst erkannt hat und dementsprechend seine Generalstäbler arbeiten lassen hat. Die Frage ist, ob ein Divisionskommandeur tatsächlich nur Ausstrahlung haben muss, um seine Männer in der vordersten Reihe mitzureißen...

Ich werde mir keine Einschätzung zu seinen Fähigkeiten als Kommandeur hinreissen lassen. Seine Männer verehrten ihn.
Aber in der Geschichte zeigt sich, dass sich die erfolgreichsten Feldherren fast immer auf ihre Generalstäbler verlasen haben und von vorn geführt haben.
Was wäre Napoleon ohne Berthier, Blücher ohne Gneisenau, Wilhelm II. ohne Moltke gewesen? Nur das Genie des alten Fritzen kam auch ohne Ia aus.

Richtschuetze


24.11.05 11:26:27
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Seine Männer verehrten ihn.

Ich denke das mit dieser Aussage schon eine gewisse Beurteilung erfolgt ist!(den seine Männer/Soldaten sollten Ihn am besten kennen!)

Das Ihm gewisse Ausbildungen an Offiziersschulen gefehlt haben ist bekannt.Allerdings hat Er dieses durch praktische Erfahrungen bestimmt teilweise ausgleichen können!(schon im 1 Weltkrieg)

Gruss
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