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SS-Mann in "Der Untergang"

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AutorBeitrag

Balsi


8.9.05 23:49:39
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Habe mir mal wieder den Film angeschaut.. dabei ist mir ein RK-Träger aufgefallen, der erst gegen Ende in den Film kommt. Er war Waffen-SS Mann (Dienstgrad muss ich nochmal schauen). Er ist einer von denen die sich am Ende des Films bei Mohnke erschiessen nachdem die Kapitulation bekannt gegeben wurde. Der Mann trägt das RK und ein Krimschild. Wer könnte dies sein und.. kann er als SS-Mann das Schild tragen? Zumindest ist mir keine SS-Einheit auf der Krim bekannt....

Mastercloser


8.9.05 23:53:29
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Gepostet von Balsi
Wer könnte dies sein und.. kann er als SS-Mann das Schild tragen? Zumindest ist mir keine SS-Einheit auf der Krim bekannt....


Na, ich würde den Film auch nicht zwingend als Doku sehen, eher als Spielfilm mit der nötigen künstlerischen Freihet.

mfg

Mc

Balsi


9.9.05 00:28:40
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is schon klar.. aber die müssen sich ja irgendwas dabei gedacht haben.. erst RK-Träger und dann noch ein krimschild.. hätten das ja auch einfach weglassen können..

Mastercloser


9.9.05 00:45:41
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Gepostet von Balsi
..aber die müssen sich ja irgendwas dabei gedacht haben..

Ein guter Freund von mir hatte bei einigen Filmen (Stalingrad, Duell) die Leitung des Bildhauer-Departments.
Daher kann ich dir sagen, oft wird nicht gedacht, sondern auf Wirkung geachtet. Mit der Realität hat das dann nix zu tun.

[ Editiert von Mastercloser am 09.09.05 8:51 ]

Felix S


9.9.05 00:58:38
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Balsi:
kann er als SS-Mann das Schild tragen?


Sepp Dietrich hatte auch eins.

Ich finde daß man für den Film wirklich vernünftig recherchiert hat nach Einzelheiten. Es gab schon schlechtere Filme.

[ Editiert von Felix S am 09.09.05 1:13 ]

AnDie


13.9.05 17:20:11
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Hallo Balsi,

ich nehme an, dass Du den jugendlichen von Fabian Busch gespielten angeblichen Ritterkreuzträger und SS-Obersturmbannführer Stehr meinst. Die Realität sah allerdings etwas anders aus. So hat sich Gert Stehr zwar am 02.05.1945 in Berlin erschossen, allerdings hat er nie das Ritterkreuz besessen und sein letzter Dienstgrad war meines Wissens nach der eines SS-Obersturmführers.
Wie gesagt, der Film hat so seine Fehler im Detail (z.B. auch, dass SS-Gruf. Fegelein die ganze Zeit mit den Kragenspiegeln eines Brigadeführers rumläuft), aber insgesamt, denke ich, hebt er sich doch positiv von anderen Filmes des Genres ab. Wenn ich da so an die Stauffenberg-Filme des letzten Jahres denke.

AnDie

Hauptmann Fuchs


13.9.05 17:32:57
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Gepostet von AnDie
... aber insgesamt, denke ich, hebt er sich doch positiv von anderen Filmes des Genres ab. ...
AnDie

Worin denn?
Hitler wird als Schwachkopf dargestellt,
die Soldaten standen fast nur dumm rum, so dass der Zuschauer nicht den Eindruck hatte, dass hier wenige Tausend gegen eine Million kämpften. Die Offiziere sind entweder besoffen oder schiessen sich eine Kugel in den Kopf, bevor der feind auftaucht.
Warscheinlich haben sich die hundertausénd Bolschewisten, die in Treptow .... liegen totgelacht!
Dass soviele europäische Freiwillige in Berlin bis zum Letzten kämpften wurde nicht deutlich ...
Von den tausenden abgeschossenen Russenpanzern sieht man nicht mal eine Handvoll ...
Dass Grenadiere und Hitlerjungen in Stellung lagen und das Geschrei der vergewaltigten Frauen anhören mussten, ohne helfen zu können, kam genausowenig zur Geltung wie Raub, Plünderung und Mord an Verwundeten.
Oder hast Du einen Rotarmisten gesehen, der sich eine Uhr geraubt hat? Gerufen hat: Frau komm!
Was aber der absolute Hammer war:
Die Chefsekretärin des Führers, die seine privatesten Dinge niederschrieb, seine größten Geheimnisse wusste, gesteht am Ende des Filmes, von Vernichtungslagern und Vergasung von Juden NICHTS gewusst zu haben. Und ich denke, diese Frau ist glaubwürdig!

Belisar


13.9.05 17:47:27
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Ja, aber zum größten Teil war es doch so ....
man hört doch immer wieder das die höheren Offiziere im Bunker sich nur besoffen haben, weil die nix zu tun hatten. Außerdem haben sich Leute wie Bormann ja tatsächlich erschossen. Und so viele "Kriegszenen" gab es ja nun auch nicht ....klar hätte man die ausländischen Freiwilligen reinbringen können etc. aber darum ging es ja nicht vorrangig. Deshalb frage ich mich was Du erwartest ? Es ging um die Führung der Nazis und die sind halt nicht ständig mit Stielgranaten und Panzerfäusten auf russische Panzer losgegangen Smiley mit Hammer auf dem Kopf

[ Editiert von Belisar am 13.09.05 17:49 ]

Hauptmann Fuchs


13.9.05 17:59:11
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Schade eigentlich!
Dennoch zolle ich den Kämpfern in Berlin absoluten Respekt! Insbesondere den Balten, den Hiwis und den Russen, die mit der Waffe in der Hand gegen Russen kämpften, denn die wussten, was sie erwartet...
Es gibt ja nicht so viele deutsche Frontsoldaten, die den Endkampf um Berlin überlebt haben, aber mit enigen habe ich mich unterhalten. Alle Achtung!
Was die saufgelage betrifft, stelle ich die nicht in Abrede. Es waren ja auch viele Offiziere höherer Stäbe in der Stadt, die eher zu Kämpfen mit dem Essbesteck als der MP oder der Panzerfaust zu gebrauchen waren. Und die hätten dem tapferen Grenadier womöglich noch in der Schusslinie gestanden;)

Belisar


13.9.05 18:07:08
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Also einen Film mit deinen Ideen wäre es sicherlich Wert...

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13.9.05 18:08:22
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Also ich kann da schon mal HF folgen, denn wer Strassenkampfszenen zeigt, sollte auch alles zeigen!
Übrigens nach diesen tagelangen Saufarien, haben sie den Durchbruch an der Weidendammer Brücke gegen überraschte Russen sehr gut hinbekommen.
Bormann hat sich (wenn überhaupt) erst erschossen , als er nach dem Durchbruch sich vom Keil absonderte und nachher von Russen umstellt war.
Also hundertausende Russen liegen nicht im Treptower Park, sondern man schätzt heute zwischen 25.000-30.000 !
Die ehemalige Zahl von 5.000 war die gezählte die im Umkreis von Treptow eingesammelt wurden, danach wurden noch die Toten vom ganzen Süd/Südostraum von Berlin dort zusammengetragen und in Massengräbern bestattet!
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Belisar


13.9.05 18:10:21
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Naja an Bormanns tot gibt es ja keinen Zweifel.

Gardes du Corps


13.9.05 18:24:41
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Mit hundertausenden Toten in Treptow meinte er die russischen Toten in Berlin gesamt. Deshalb nach Treptow das ...

Aus dem Tod Bormanns und anderer Größen hat ja der Iwan ein Riesen Geheimnis gemacht. Man wollte auch die verbündeten im Glauben lassen, dass man über diese Menschen verfügte. Jahrelang hielt sich ja auch das Gerücht, dass Gestapo Müller beim Russen sei.

[ Editiert von Gardes du Corps am 13.09.05 18:25 ]

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15.9.05 10:21:50
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Nein Zweifel gibt es nur an der Todesursache !
Einige meinen er wurde neben einen Panzer herlaufend, von einem Splitter getroffen und eben die von mir aufgeführte Meinung! Das er in Berlin zu Tode kam und am Lehrter Bahnhof in einen Granattrichter bestattet wurde, daran besteht kein Zweifel!
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waldi44


15.9.05 16:51:53
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Es ging doch in den Film nicht um die Kämpfe in Berlin, sondern das Ende der Nazigrössen in der Reichskanzlei! Nun bring doch mal nichts durcheinander Hauptmann FuchsSmiley mit Hammer auf dem Kopf!
Nach dem was man anderswo gelesen hat, vom "Landser" mal abgesehen, war es so oder so ähnlich in den letzten Stunden/Tagen um Hitler herum und dass Hitler fern aller Realität agierte wissen wir nicht erst seit dem "Untergang"!
Ich habe den ganzen Film nicht gesehen, nur Ausschnitte und das Buch zum Film - gute Filmszenenbilder und kann mir schon vorstellen, dass "der Führer" so wie er dargestellt wurde, nicht so recht ins Weltbild mancher Leute passt!
Jedenfalls ging es in diesem Film nicht um den Widerstandskampf der Wehrmacht gegen die Russen und auch nicht um die Vergewaltigungen und ähnliches. Was hätte man denn noch alles in den Film reinpacken sollen?
Übrigens: so viele ausländische Waffen SS Männer waren es nun auch wieder nicht, aber immerhin schon bemerkenswert.
Wärend Grössteile der Wehrmacht bewusst die Kämpfe abbrachen bzw nur noch kämpften um sich in Richtung Westen abzusetzen, blieben sie und verteidigten die deutsche Hauptstadt.
Naja, eine andere Wahl hatten sie ja wohl auch kaum! Waren zB. Franzosen in der Reichskanzkei? Hätte man sie zwingend in Szene setzen müssen?

Ps: Zum "Führer" noch mal. Es gab sogar Stimmen, die ihn als zu menschlich dagestellt kritisierten. Soll heissen, man könnte eventuell Mitleid mit ihm bekommen. Mit ihm und nicht seinen millionen Opfern!
Aber auch Hannibal Lecter war eigentlich ein netter Mann:D!

The Real Blaze


15.9.05 17:16:14
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blieben sie und verteidigten die deutsche Hauptstadt

Tja der auch vom damaligen Papst bewußt schön geredete Kreuzzug gegen den Bolschewismus, hat massenweise Freiwillige gebracht, beseelt von der Idee eines bolschewistenfreien Europa. Die Erinnerungen an die kommunistischen Nachkriegswirren waren auch noch nicht vergessen, man wollte eine klare Ordnung.

Der Film "Der Untergang" gibt in wesentlichen jenes öffentlich gepriesene Zerrbild von damals wieder.Muß man sich kein zweites mal antun.

Post Scriptum Forum

[ Editiert von The Real Blaze am 15.09.05 17:16 ]

waldi44


15.9.05 17:35:56
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Für die einen ist es ein Zerrbild, für die anderen die Realität!
Übrigens, von welchen "Massen" redet ihr eigentlich immer, wenn es um die ausländischen Freiwilligen bei der Waffe SS geht?
Selbst im Verhältnis zur Waffen SS waren es nur wenige und im Verältnis zur Stärke der Wehrmacht eher noch weniger, statt "Masse" und wenn man sie dann in's Verhältbis zur Einwohnerzahl der besetzten Länder setzt, eine absolut verschwindet geringe Minderheit!
Also bleibt doch mal auf dem Teppich:D!

Hauptmann Fuchs


15.9.05 18:01:28
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Gepostet von waldi44
Übrigens, von welchen "Massen" redet ihr eigentlich immer, wenn es um die ausländischen Freiwilligen bei der Waffe SS geht?
Selbst im Verhältnis zur Waffen SS waren es nur wenige ...

immerhin zwei Drittel
Gepostet von waldi44und im Verältnis zur Stärke der Wehrmacht eher noch weniger, statt "Masse"

Manchmal machts eben nicht die Masse, sondern die Klasse :D
Gepostet von waldi44... wenn man sie dann in's Verhältnis zur Einwohnerzahl der besetzten Länder setzt, eine absolut verschwindet geringe Minderheit

Na, immerhin waren es die Besten ihrer Völker, die sich dem russischen "Gewitter" entgegenstellten. Sie verpflichteten sich nicht zum Kampf für Deutschland oder für Hitler!
Sie verpflichteten sich zum Kampf gegen den Bolschewismus.
Und sie hatten den Segen ihrer Regierungen und den des Pabstes.

Balsi


15.9.05 18:44:05
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naja den Segen ihrer Regierungen.. hmm.. ehrlich gesagt waren die Regierungen Marionettenregierungen.. oder nicht? Belg. Freiwillige wurden nach den Krieg verurteilt wegen Landesverrat.. oder auch die Franzosen.Die Russen wurden allesamt hingerichtet.
Wer sagt uns denn das es die besten der jeweiligen Völker waren? Nehemn wir mal an die besten waren bspw. in Grossbritannien im Exil. Ich denke man kann nicht sagen auf welcher Seite die besseren waren.

Hauptmann Fuchs


15.9.05 19:02:56
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Gepostet von Balsi
naja den Segen ihrer Regierungen.. hmm.. ehrlich gesagt waren die Regierungen Marionettenregierungen.. oder nicht? ...

Aber der einzelne vertraut seiner Regierung. Die Politiker wollen doch auch stets, dass man ihnen und nur ihnen vertraut. Und wer ihre Gesetze nicht einhält, wird bestraft.

Es ist wie mit dem kleinen Grenzer, der an der Staatsgrenze schiesst.
Erst wird ihm gesagt, er muss das, weil der böse Klassenfeind sonst ... Dann wird ihm richtig der Arsch heiss gemacht, so dass er hinter jedem Busch den bösen Grenzverletzter sieht - Politische Schulung, Wachbelehrung, besondere Wachbelehrung, Zeitungsschau...
und dann?
Wenn er Pech hat, scheisst er sich in die Hose und schiesst - und oft, weil er Angst hat, dass er so um die Ecke gebracht wird, wie de armen Teufel, die der Weinhold auf dem Gewissen hat.
Springt das politische Barometer um, aber dann!
Die Politiker:
- so haben wir das nie gesagt, gemeint... was weiss ich alles
Die Generale:
- der Schussbefehl war kein muss ...
Und der Kleine hat die Arschkarte, während die Grossen mit der Herausgabe ihrer Bücher Millionen einstreichen oder Minister in einer neuen "besseren" Regierung werden, weil sie ja schon immer dagegen waren. Oder Schweigegeld kassieren, weil die neuen auch nicht besser sind.

Es waren junge Männer, die ihren Idealen folgten. Sie wussten nicht, was auf sie zukommt und sie taten es in gutem Glauben ...
Und fielen, starben an Verwundungen, wurden erschossen, gehenkt, gingen jahrelang in den Knast oder ins Bergwerk ...

Die Besten?
Ich denke, wer sein Leben für ein Ideal in die Waagschale wirft, gehört zu den Besten!
Lies mal Schiller!

Niwre


15.9.05 19:08:49
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Gepostet von Hauptmann Fuchs
Aber der einzelne vertraut seiner Regierung. Die Politiker wollen doch auch stets, dass man ihnen und nur ihnen vertraut. Und wer ihre Gesetze nicht einhält, wird bestraft.

Manche pfiffen aber auf ihre "desertierte" Exilregierung und auf die "neue deutsche Verwaltung".

Die Besten?
Ich denke, wer sein Leben für ein Ideal in die Waagschale wirft, gehört zu den Besten!

Trifft dann ja auch auf die Wiederstandskaempfer zu und auf Partisanen...

Hauptmann Fuchs


15.9.05 19:15:10
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Wenn der Widerstandskämpfer und der Partisan sauber waren und menschlich, ihr eigenes Leben einsetzten, warum denn nicht?

In welcher Gesellschaftsordnung hat der Einzelne den vollen Überblick?
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