Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Jochen Peiper

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AutorBeitrag

Micha77


13.11.02 17:29:22
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Hallo zusammen!Mich interessiert mal was Ihr von der Person Jochen Peiper haltet.Ich hab mir vor 2 Jahren seine (nicht ganz billige) Biographie zugelegt.Das Buch liest sich wirklich gut und die zahlreichen Fotos haben auf mich einen positiven Eindruck über den Kommandeur des Panzerregiments der Leibstandarte hinterlassen.Nun bin ich mir allerdings nicht ganz sicher ob der Autor(Patrick Agte)beim Thema Kriegsverbrechen etwas zu sehr durch die rosa Brille eines Waffen-SS Sympathiesanten geschaut hat.Denn zur Jahreswende
1943/44 in Boves/Italien sowie bei der Ardennenoffensive 1944 bei Malmedy/Belgien waren Teile von Peipers Regiment an
Aktionen beteiligt die dem Ruf der Waffen-SS nicht gerade genützt haben.Diese Vergeltungsmassnahmen habe ich bis jetzt
immer mit dem Völkerrecht gerechtfertigt(Partisanen,Freischärler bzw.nicht reguläre Truppen sind zu erschiessen).Allerdings ist ein Otto Weidinger(dessen Buch ich auch gelesen habe)mit seiner Rechtfertigung zum Thema Oradour nicht unbedingt glaubwürdig rübergekommen.
Micha

indy


14.11.02 15:45:51
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Wie kommste denn jetzt auf Oradour?
Dat war doch die 2.SS 'Das Reich'.

Gruß indy

Micha77


14.11.02 18:24:13
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Ja,das weiss ich auch.Mir gehts ja nur darum das in vielen Büchern über die Waffen-SS(u.a.auch in dem von O.Weidinger) Kriegsverbrechen ''schöngeredet'' bzw.verharmlost werden. Speziell der Fall Malmedy wird in der Biographie von Jochen Peiper als ein Zusammentreffen von unglücklichen Umständen rehabilitiert(wobei 72 bereits entwaffnete Gl's erschossen wurden).Deshalb interessiert mich wie andere(die vielleicht sogar die Biographie gelesen haben)zur Person Jochen Peiper stehen und wie deren Meinung über die leider nun mal passierten Vergeltungsaktionen ist.
MfG
Micha

Axel43


18.1.03 03:16:20
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Das erste Opfer des Krieges ist bekanntlich die Wahrheit, und darunter müssen wir alle leiden, wie gut und ehrlich wir es auch meinen. Im Rückblick wird es daher immer graue Zonen geben, dort wo man ein persönliches Uteil oder Vorurteil wagen muß. Peiper, scheint es mir, war ein ausgezeichneter Soldat, der wie wohl viele im Laufe des Krieges immer weitere menschliche Hemmungen verloren hat. Er wird kaum etwas direkt mit dem Massaker zu tun gehabt haben, wird aber andererseits zumindest teilweise für die Haltung und Stimmung innerhalb seiner Einheit verantwortlich gewesen sein. Direkt oder indirekt wird er seinen Leuten angedeutet haben, was möglich ist und was nicht. Auch Schweigen ist ja manchmal sehr instruktiv ! Das Problem, das wir hier wie auch anderswo haben ist, daß mit zweierlei Maß gemessen wird. Eines für die Deutschen, ein anderes für die Alliierten. Die Entrüstung über Malmedy wirkt daher ein wenig fadenscheinig.

Indy


18.1.03 13:48:03
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...vorallem weil in jedem noch so jleinen Bericht über die Ardennen Offensive auf die 83 toten Amis verwiesen wird...

Gruß Phillip

Panzermeyer


18.1.03 15:18:50
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J.Peiper war einer der bekanntesten Führer der WSS.Auf militärischem Gebiet ein Draufgänger aber auch überlegter Taktiker, was seine Erfolge beweisen. Er war aber auch sehr gut über die dunkle Seite des Reiches informiert siehe seine Zeit als Adj. beim RFSS. Die Vorgänge in Malmedy lassen sich heute nicht mehr rekonstruieren, nützt auch niemandem mehr. P. war ein Kind seiner Zeit, im Geist des NS
groß geworden. Mehr zu Malmedy gibt es in dem Video"Mythos Malmedy" einem Film von ehem. Angehörigen der Leibstandarte,allerdings auch recht einseitig.

Quintus


19.1.03 09:01:23
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Einen Link zu Malmedy kann ich der Diskussion beisteuern:
http://www.idgr.de/texte-1/legenden/folter/folter.html
...und einen zu SS Obersturmbannführer Jochen Peiper auch (Peiper im Bild):
http://www.poteaux-militaria-seite.com/veteranen.htm
Das wars, mehr ist nicht zu finden im Netz der Netze...

Ronny22


23.1.03 17:39:21
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Peiper war ein ausgezeichneter Soldat, aber die Vorgänge in Malmedy sind sehr merkwürdig...
Man kann nicht mit Sicherheit sagen was passiert ist, für die Amerikaner war es Mord für die Deutschen ein Unglück!
Für beide Seiten gibt es nur ihre eigene Variante.
Leider kamen solche "Unglücke" bei Waffen-SS-Einheiten öfter mal vor und ich denke ihrem Ruf entsprechend argumentiert man hier deshalb gegen sie.
Ich selbst bin immer etwas skeptisch bei solchen "Massakern", die Allierten propagieren sie oft und die ehm. SS-Männern werden sich kaum hinstellen und sagen, ich bin ein Mörder und Kriegsverbrecher, oder???

Gast


20.3.03 20:16:56
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Zu den Vorgängen von Oradour empfehle ich das kriminaltechn.
genau geschriebene Buch von Vincent Renauird,es beweist die
Aussagen der Bücher " Wo ist Kain.....", ihr solltet auch
die Berichte lesen wie die Geständnisse von den Amis erpreßt
worden,wie hätten alliierte Soldaten gehandelt wenn ihr
Battaillonschef bei lebendigen Leibe in einen Backofen ver-
branntworden wäre, wie es mit Kaempfe geschehen ist,versucht
mit Veteranen die dabei waren ins Gespräch zu kommen es gibt noch einige. Lest euch durch oder befragt Peipers Kame-
raden wie brutal er von seinen Mördern mißhandelt wurde, und
hinterfragt warum.

Balsi


20.3.03 20:34:21
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das Buch haben wir hier ja schon mal besprochen von Reynouard... Quintus scheint mir dazu der richtige Ansprechpartner zu sein...

Quintus


21.3.03 04:50:35
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GENAU !!! Und die Diskussion um Oradour hatten wir hier ziemlich ausführlich.
Schau mal hier: Oradour-sur-Glane, da steht auch was zu dem Buch, dessen Autor 'ne absolut rechte Socke ist und sich dadurch selbst diskreditiert!

Balsi


21.3.03 08:57:33
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mal ne Frage zum Autor... muss man denn gleich lügen nur wenn man sich politisch positioniert?
Meine das jetzt nicht im Bezug auf das Buch sondern eher im Allgemeinen. Finckelstein gilt ja auch als sagen wir mal Spinner.
und zu peiper noch ne Frage warum wurde er 1976 von französischen Menschen ermordet?

Gast


21.3.03 14:48:46
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Der Autor ist von den Medien in die rechte An - Pranger-
ecke gestellt worden, ich kenne ihn persönlich und habe eine
hohe Meinung von ihm. Man sollte generell Menschen nicht in
irgendeine politische Ecke stellen, sondern sie nur nach ihren Charachter und ihren Leistungen beurteilen . Zu den
Vorgängen im Ort weiß ich von beteiligten Personen Deutsche
und Franzosen, daß die Männer der SS Kompanie dort Frauen
und Kinder gerettet haben, und wer für die Explosion in der Kirche verantwortlich war. Jochen Peiper wurde nicht von
Franzosen umgebracht, die Spur führt in eine andere Richtung.

Micha77


21.3.03 18:04:49
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@ Balsi
Jochen Peiper lebte ab 1964 in einem selbst gebauten Haus in einem Waldstück bei Traves (in der Nähe von Vesoul/Ostfrankreich).Da ihm augrund seines militärischen Ranges bei der Waffen-SS ein normales Leben im Nachkriegsdeutschland verwehrt wurde (die bis heute nicht geklärten Vorgänge in Malmedy haben wohl auch dazu beigetragen) sah er sich zu diesem Schritt gezwungen.Bis zum Sommer 1976 lebte er dort unbehelligt ohne das auch nur einer der Anwohner von Traves wusste wer er war(vom Bürgermeister,den Peiper öfters besuchte,und seinem Nachbarn der auch ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS war mal abgesehen).Dann erschien aber ein Artikel in der in Paris erscheinenden kommunistischen Zeitung "L'Humanite" in dem stand das ein hoher SS-Führer aus Himmlers Stab unbehelligt in Frankreich lebt.Um es kurz zu machen;man kam
dann dahinter das Peiper in den Fall Malmedy verstrickt war,von da an wurde er und sein Grundstück ständig von Journalisten und Fernsehteams behelligt.Als die Situation völlig aus dem Ruder gelaufen ist werfen am Abend des 14.Juli 1976 französische Kommunisten mehrere Brandsätze auf Peipers Haus.Der widerum versucht diverse Sachen aus seinem Haus zu retten,unter anderem angefangene Manuskripte seines Buches über die Leibstandarte.Nach kurzer Zeit bricht das Haus komplett in sich zusammen,Peiper verbrennt darin bis zur Unkenntlichkeit.Erst drei Jahre nach seinem Tod,1979,wird er auf dem Münchner Waldfriedhof im Familiengrab der Peipers beigesetzt.Weil sich französische und deutsche Gerichtsmediziner so lange mit der Leiche auseinandersetzten war an eine Beerdigung zu einem früheren Zeitpunkt nicht zu denken...

Quintus


22.3.03 06:39:23
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Orginal von Unbekannter Gast
Man sollte generell Menschen nicht in
irgendeine politische Ecke stellen, sondern sie nur nach ihren Charachter und ihren Leistungen beurteilen

Also wer so die tatsächlichen Geschehnisse in einem Buch verdreht, wie im Buch besagten Autors, der muß sich Fragen nach seinem Gedankengut gefallen lassen - und natürlich wird so einer dann nach dem Inhalt seines Buches beurteilt.
Aber Du hast recht, man sollte ihn nach seiner Leistung beurteilen: Hut ab! Vor der meisterhaften Umdichtung tatsächlicher Geschehnisse!

Panzermeyer


27.3.03 20:05:37
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Ich empfehle eine Fahrt ins belg. La Gleize unweit der deutschen Grenze. Dort erfährt man sehr viel über die Ardennenoff. und über die Person Peiper im Musee Decembre 1944 . Übrigends nicht durch die Rosarote Brille sondern sehr aufschlußreich.
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