Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 24.10.2005 bis zum 19.04.2010. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

USA-Logik: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns...

zurück zur Forenübersicht
AutorBeitrag

Ronny22


6.5.2006 19:04:52
Direktverweis
Die US-Regierung schlägt immer merkwürdigere Töne an.

Wer dafür ist das völkerrechtswidrige Internierungs-Lager in Guantánamo soll eben auch die Entlassenden aufnehmen....tolle Logik:


www.N-TV.de schrieb:
Samstag, 6. Mai 2006

Von Guantánamo nach Europa

Albanien nimmt fünf Uiguren auf

Albanien hat sich bereit erklärt, fünf von 15 bisher von den USA im Lager Guantánamo Bay (Kuba) festgehaltene Uiguren aufzunehmen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit.
 
Die USA waren bereits vor geraumer Zeit zu dem Schluss gekommen, dass die Uiguren, Angehörige einer islamischen Volksgruppe in West-China, keine Bedrohung für die Sicherheit darstellten. Dennoch befinden sich die Männer weiterhin im Gefangenenlager. Aus Sorge um Sicherheit und Leben der Uiguren weigern sich die USA, die Männer an China zu überstellen. Die Uiguren sind in China eine unterdrückte Minderheit.
 
Druck auf Deutschland
 
Die 15 Uiguren waren in Afghanistan als mutmaßliche Terroristen festgenommen und werden seit 2002 in Guantánamo Bay gefangen gehalten. Medienberichten zufolge haben die USA erheblichen Druck auf Deutschland ausgeübt, die Uiguren aufzunehmen. Die USA sähen jene Staaten in der Pflicht, Gefangene aufzunehmen, die sich wie Deutschland für eine Auflösung von Guantánamo stark machen. Deutschland gelte in Washington als geeignet, weil in Bayern bereits eine Gruppe Exil-Uiguren lebt.
 
Die Bundesregierung sperre sich gegen den Wunsch aus Sorge um die Beziehungen zu China, schrieb die "Welt" Mitte April. Das Thema dürfte auch beim jüngsten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident George W. Bush zur Sprache gekommen sein.
 
Bedrohte Minderheit
 
Die überwiegend sunnitischen Uiguren sind ein Turkvolk. Laut einer Volkszählung von 1990 leben mehr als sieben Millionen Uiguren in der Volksrepublik. Amnesty Internation schätzt die Menschenrechtssituation in der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang als "besonders dramatisch" ein. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 bezeichne die chinesische Regierung uigurische Dissidenten verstärkt als "Terroristen".
 
Die Gesellschaft für bedrohte Völker führt die Uiguren auf ihrer Liste bedrohter Völker. Die Organisation wirft der Regierung in Peking vor, "die traditionelle Kultur der Uiguren in der Provinz im Nordwesten des Landes systematisch zu zerstören". Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker wurden die 15 Uiguren im Lager Guantánamo im Jahr 2002 mit Einverständnis der US-Behörden von chinesischen Sicherheitskräften verhört und misshandelt.
zurück zur Forenübersicht