Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

"Festung Breslau" - 1945

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Erich


28.5.03 10:34:46
Direktverweis
1945 - Um die Festung Breslau zu verstärken sind 3 Fallschirmjäger-Bataillione abgesprungen/luftgelandet + irgendein Jagdverband vom Skorzeny. Hat da jemand mehr Infos ? Wer, wie, was, wo....?

Balsi


28.5.03 10:53:36
Direktverweis
also das war einmal das III. /FJR 26, wurde später in FJBtl. 68 umbenannt (gehörte zur 9. FJD)
dann II./FJR 25 wurde dann FJBtl. 67

Indy


28.5.03 15:07:34
Direktverweis
Woher hast Du die Info mit Skorzeny...wäre mir neu.

Erich


28.5.03 17:48:44
Direktverweis
@Balsi
Meine Infos sind etwas anders (aus "Deutsche Spezialdivisionen" S.124) :
1. Bataillon / FJR 25 - FJB 67 - wurde Ende Februar abgesetzt
2. u. 3. Bataillon / FJR 26 - folgten
Was ist jetzt richtig ?
"So kämpfte Breslau" - steht da was über die Fallschirmjäger ?
@Indy
Das ist wieder so ein Problem. Ich hab's irgendwo gelesen, aber wo...??? Ich glaube das war im Buch "Meine Kommandounternehmen /Skorzeny". Ich kann mich aber nur an das hier erinnern: "..... sprangen noch über Braslau ab und gingen zusammen mit den Verteidigern der Festung unter" - so oder so ähnlich. Entweder waren das Leute vom Skorzeny oder ein Trupp der Brandenburger. Ich glaube aber das stand beim Skorzeny. (Das waren aber nicht die 3 FJB der Luftwaffe!)

Indy


28.5.03 17:56:52
Direktverweis
Brandenburger kann net sein...also Skorzeny.

Gast


11.12.03 12:14:40
Direktverweis
Mein Info ist, das dort Flak-Geschütze abgeworfen worden sind, aber keine passende Munition. Meine Homepage berichtet etwas von der "Festung Breslau":
http://www.zobten.de

Axel43


11.12.03 16:37:02
Direktverweis
Die Fallschirmjaeger wurden wohl per Flugzeug gelandet, knapp 4000 Mann.

Indy


11.12.03 22:01:31
Direktverweis
Auf "Führerbefehl" sollten 4 sIG 33 nach Breslau eingeflogen werden...gab etliche diskusionen über das Thema zwischen AH, LW Führungs-Stab usw..

AK-74-ZF


24.12.03 10:40:29
Direktverweis
Hallo Männer,
habe in einem anderem Forum, wo wir zum Thema Fj. im 2. WK diskutierten, einen kurzen Beitrag über den letzten Gefechtsabsprung von Fj. der Wehrmacht geschrieben.
Ich häng mal einen Ausschnitt aus meinem Beitrag an -> bitte nicht wundern es ging auch um Fragen Ideologie/Motivation der dt. Soldaten während der Endkämpfe an der Ostfront.
Otto Skorzeny war zu dieser Zeit (bis 28.Februar 1945) Kampfkommandant des Brückenkopfes Schwedt/Oder(Jagdkommando Nord/West aufgestockt durch alle möglichen Einheiten zur Kampfgruppe bzw."Division Schwedt"). Zumindest konnte er sich deshalb zumindest fundiert zur "Festung Breslau" äußern.
Hier der Ausschnitt zum Posting Thema "Festung Breslau" :
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
...... Ausschnitt ....
Übrigens gab es auch nach Kreta noch mehr Sprungeinsätze dt. Fj. als vielen bekannt sind.
Aber keine großen strategischen Luftlandungen mehr. Dafür fehlte ab Kreta der Wille und auch die Mittel.
Hitler hielt den Überraschungseffekt nach der Landung auf Kreta für abgenutzt und hatte für solch große Luftlandungen, nach den extremen Verlusten, kein Verständnis mehr.
Aber Einsätze im kleinen Rahmen gab es durchaus noch.
Einer der militärisch interessantesten ist die Einnahme der Ägäisinsel Leros. Kombinierte Luft- Seelandung von Fj der Luftwaffe und Brandenburger, Gebirsjägern sowie Küstenjägern der Brandenburger.
Für Militärs und historisch interessierte Fallschirmjäger ein Lehrbuchreifes Unternehmen.
Viele spätere Einsätze stehen ja im Schatten Kretas und sind dadurch wenig bekannt.
Sei es die Absprünge in Sizilien, in der Ardennenoffensive (ziemlich verunglücktes Unternehmen) oder aber an der Ostfront. Viele dieser Einsätze hatten nur noch taktische Bedeutung und sind deshalb fast unbekannt.
Der letzte Gefechtsabsprung von dt. Fj. fand in den letzten Tagen des Krieges statt , als die Sowjetarmee schon an der Oder stand und zum letzten Schlag ausholte.
Das Fallschirmjäger-Bataillon Skau (Rgt z.b.V. Schacht) sprang am 28. Februar 1945, von Jüterbog aus einfliegend, in die eingeschlossene Festung Breslau, um die dortigen Verteidiger zu verstärken.
Auch wenn heute viele Leute sagen, es wäre ein sinnloser Einsatz gewesen bzw. absolut nicht verstehen weshalb sich diese Männer kurz vor Toreschluß, bei Kriegsende, noch aus ihren Maschinen stürzten.
Aber gerade vor diesen Männern empfinde ich hohe Achtung.
Denn sie kämpften und starben eigentlich nur noch um die Kräfte der Roten Armee zu binden und vielen Flüchtlingen das Entkommen zu ermöglichen.
Sie wußten sowohl, daß sie in einen verlorenen aussichtslosen Kampf gehen, als auch daß sie in den fast sicheren eigenen Tod springen. Denn der Krieg war zu diesem Zeitpunkt schon lange verloren.
Die zur Festung erklärte Stadt Breslau, in deren Trümmer und Häuserzeilen sie sprangen, war schon wochenlang hinter der russisch-deutschen Front eingeschlossen und erbittert umkämpft.
Es gab, durch den Absprung in die zerstörte Stadt, viele Sprungverletzte. Aber auch diese krallten sich in den Trümmern fest und kämpften bis zum bitteren Ende.
Breslau, welches zur Festung erklärt war, kapitulierte erst am 06.05.1945 unter ehrenhaften Bedingungen.
Wie viele Flüchtlingstrecks, aber auch sich nach Westen zurüchziehende Wehrmachtseinheiten, sich durch den Kampf der Soldaten und Bürger der Stadt/Festung Breslau retten konnten, läßt sich Zahlenmäßig nicht beziffern. Immerhin waren Millionen von Ostdeutschen, aber auch Soldaten, damals auf der Flucht vor der Roten Armee.
Jeder der in dieser schlimmen Zeit sein Leben retten konnte war froh darüber.
Leider hielten sich die sowjetischen Truppen nicht an ihre Versprechen und die Bedingungen der Kapitulation und rächten sich grausam für den geleisteten Widerstand. Sowohl an den Breslauer Bürgern als auch an den gefangenen Soldaten. Ein durchaus trauriges Kapitel.
Dadurch gab es auch nur sehr wenige überlebende Soldaten der dort kämpfenden Einheiten.
Ich denke, daß diese Fallschirmjäger über Breslau nicht mehr für eine Weltanschauung, Ideale oder gar den "Führer" absprangen. Diese Illusionen und Ideale waren zu diesem Zeitpunkt bei fast allen Männern schon "tot" und blödes Gerede.
Diese Männer wollten einfach nur noch ihr Heimatland gegen die Russen verteidigen bzw. diese lange genug aufhalten, um anderen den Rückzug in Richtung Amerikaner zu ermöglichen.
An den Endsieg glaubte von den Männern sicher keiner mehr. Und daran, daß sie dort je wieder lebend rauskommen sicher auch kaum.
Dies hatte sicher auch nichts mit "Heldentum" oder ähnlichen heute dazu verklärten Motiven zu tun.
Was diese Männer beim besteigen ihrer Ju´s gedacht haben, können wir heute sicher nicht mehr nachvollziehen. Wird wohl eine Mischung aus Fatalismus, Pflichterfüllung bis zum Letzten, Galgenhumor, Wut, Verzweiflung, Angst aber auch Hoffnung gewesen sein.
Auf jedem Fall sollte man auch über sie mal ein paar Zeilen schreiben und sie nicht vergessen.
Denn dadurch daß sie ihre bittere gottverdammte Pflicht taten, retteten sie durchaus nicht wenigen Flüchtlingen das Leben. (Und ob einer oder mehrere von diesen Männer das Parteibuch besaßen, ist eigentlich Scheißegal, den eine Rolle spielte es bei ihrem letzten Gefecht sicher nicht.)
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
..... Ausschnitt Ende
Hoffe konnte zumindest zum letzten Gefechtsabsprung etwas helfen. Die Einheitsnummern der in Breslau kämpfenden Einheiten, darunter auch viele Fj.Btl., findet man im Internet.
Guß AK-74 ZF

waldi44


24.12.03 12:11:40
Direktverweis
Interessant allemahle!
Tja, sie taten ihre gottverdammte Pflicht! DAS aber taten sie Alle- alle Soldaten aller Kriege.
Nur- die Russen verteidigten sich, die Engländer verteidigten sich, die Franzosen verteidgten sich, die Amis kamen ihnen bei der Verteidigung zu Hilfe- die hatten wirkliche Gründe zu kämpfen, aber welche Gründe hatte der deutsche Soldat bis 1941?
Danach, spätestens nach Stalingrad, hatte auch er seine Gründe, aber das waren andere als die seiner Gegner!

Erich


25.12.03 12:46:55
Direktverweis
Also, ich habe da keinen Überblick mehr :Schulter:
in „Deutsche Spezialdivisionen“ von Werner Haupt S.124 steht :
„...Das I./Fallsch.Jäg.R. 25 verließ nach kurzer Zeit die Division und wurde das selbständige Fallsch.Jäg.Btl. 67. Dieses Btl. wurde noch Ende Februar 1945 in »Ju-52« und Lastensegler verladen und rund um Breslau abgesetzt. Kurz darauf folgten noch II. und III./Fallsch.Jäg.R. 26 ebenfalls nach Breslau.
Diese drei Btle nahmen am Kampf der Besatzung der »Festung Breslau« bis zur Kapitulation teil. Damit war die 9. Fallsch.Jäg.D. kein Großverband mehr“.
Dh:
Aus 1.Bataillon / FJR 25 wurde das selbständige FJ-Bataillon 67. „rund um Breslau abgesetzt“ – was heißt das ? Fallschirmabsprung oder nur Transport per Flugzeug ?
2 u. 3. Bataillon / FJR 26 folgten. Wie, auch nur per Flugzeug ?
„Fallschirmjäger-Bataillon Skau“ – was ist das jetzt für eine Einheit ?
Und hier ist wieder alles ganz anders:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Fallschirmjagerregimenter/FJR25.htm
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Fallschirmjagerregimenter/FJR26.htm

waldi44


25.12.03 14:29:51
Direktverweis
Ist schon "blöd", wenn man es genauer wissen will. Mit "abgesetzt" und "eingeflogen" kann alle gemeint sein:D!

Indy


25.12.03 17:08:53
Direktverweis
Der letzte Fj-Absprung ereignete sich im April durch Angehörige der 3.FjD im Bereich Siegen/Südwestfalen um die Amerikaner an der Sieg aufzuhalten.

AK-74 ZF


26.12.03 03:19:49
Direktverweis
Hallo Männer !
Was die Nummern bestimmter Einheiten, gerade an der Ostfront kurz vor Toreschluß, betrifft so ist dies sehr schwierig.
Aus zerschlagenen, versprengten und allen möglichen Einheiten (bis hin zu HJ und Volkssturm) wurden ständig neue Einheiten oder auch Kampfgruppen formiert.
Es gab auch viele Aus- und Umgliederungen bestehender Einheiten bzw. Wechsel der Unterstellungsverhältnisse.
Dort noch durchzusehen ist fast unmöglich.
Zumindest gibt es eine Auflistung fast aller aufgestellten Fj.-Btl. im Netz. Hab leider den Link im Moment nicht parat.
Ich schau mal nach ob ich die Nummern der Einheiten finde.
Die Benennung der Einheit nach dem Kommandeur und das Weglassen der Einheitsnummer bei Meldungen, ist eine alte preußische (Un)Sitte welche selbst noch die NVA befolgte.
Dies macht es leider manchmal sehr Schwer die Einheitsnummer zu benennen, wenn man nur den Einheitsnamen kennt.
Mein Regiment hieß Truppenteil Schn.. und wenige Monate später TT Reim....
Und mein Btl. wurde von Einheit Wenz.... über Nacht zur Einheit Kn....
Glücklicherweise änderte man aber nicht die Nummern.
"Na det hätte uns noch jefehlt !"
Die blieben gleich, wurden aber nur innerhalb der NVA im Dienstbetrieb verwendet -> bei allen Veröffentlichungen wurde aber der Name anstelle der Nummer verwendet.
Früher hab ich über diese "Geheimhaltung" gelacht, heute krieg ich bei Nachforschungen deshalb fast die Kriese !Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley
In der preußischen Armee hat man mal in einer "Armeereform" sämtliche Nummern geändert ! -> Chaos pur !!!:totlach::tzzzz:
@ Iny -> in fast allen Quellen wird der Absprung über Breslau als letzter Sprungeinsatz der dt. Fj. genannt.
Den von Dir genannten Sprungeinsatz kenn ich glaube gar nicht -> gab ja mehr Sprungeinsätze als viele wissen.
Wobei es auch einige Fj.-Einheiten bzw. Spezialeinheiten mit Sprungausbildung außerhalb der Luftwaffe gab.
Hast Du evt. nähere Infos oder Quellen zu diesem Einsatz oder den dabei gesprungenen dt. Einheiten ?
Wäre nett.
Gruß AK-74 ZF

waldi44


26.12.03 11:20:56
Direktverweis
Absprünge gabe wohl kaum noch, aber dafür jede Menge "Fallschirmjägerdivisionen", die diesen Namen nicht verdienten. Manche kamen nicht mal über Battallionsstärke hinaus, im Schnitt waren diese "Divisionen" ein bis zwei schwache Regimenter stark und einige kamen über das Ausbildungsstadium nicht hinaus.
Infolge dieses Threads bin ich auf was interessantes gestossen. Sicher für Euch nicht Neues, aber für mich.
Ich wusste garnicht, dass Göring Feldherrenambitionen hatte und deshalb eigene Feldtruppen aufstellen liess.
Eine Fallschirmpanzerdivision namens "Hermann Göring", eine Fallschirmpanzerkompanie "Hermann Göring" und eine Fallschirm Panzer Grenadier Division "Herman Göring".
Die Fallschirmpanzerdivision stand zum Jahreswechsel 44/45 im Rau Lodz und nahm auch an den Kämpfen um Breslau teil!

Indy


26.12.03 20:29:59
Direktverweis
Es gab übrigens auch ein Fsch PzK 'HG' :D
@Ak 74 ZF
Nehme an das das Teile der 3.FjDiv. waren - bei diesem Verband waren v.a. Ösis.

Vielleicht hat OG Longbeach noch ein paar Infos dazu...

waldi44


26.12.03 20:41:39
Direktverweis
@Indy:Brille? FielmannSmiley mit verdrehten Augen!! Steht doch da, die Fallschirm Panzerkompanie "Hermann Göring":P!

Hoover


26.12.03 20:43:07
Direktverweis
Jaja, Hermann und seine "Hermänner".
Mein Nachbar war 1945 bei der Fallschim-Panzerdivision 1 "HG", Er war Flugschüler und wurde in Dänemark auf BF109 geschult. Dann (er war 17) wurde die Schule aufgelöst und er kam als Infanterist zur "HG". Nix Fallschirme, wenige Panzer, die Soldaten kamen von den Bodencrews der Fliegerhorste und von der Flak.
Trotzdem haben sie sich gut geschlagen, wenn man den Ausbildungsstand betrachtet.
Die Fallschirmjägerdivisionen und -Armeen sahen nicht anders aus.

waldi44


26.12.03 21:25:09
Direktverweis
@Hoover: Fallschirmjäger Armeen gab es wohl nicht, sowenig wie SS Armeen:)!

Hoover


27.12.03 00:03:48
Direktverweis
Stimmt, was die Zusammensetzung betrifft. Trotzdem war "jemand" in der höheren Führung anscheinend geil auf solche Bezeichnungen und erwartete demzufolge auch Höchstleistungen. Warum sollte man eine Armee, die aus VGD und einer nichspringenden und schlecht ausgebildeten "Fallschimjägerdivision" den Namen 1. FJ-Armee geben? Nur weil es gut auf einem Fähnchen aussah?
Oh mann, aber wer sollte es dem Führer sagen, dass er ein Traumtänzer war (Göring und Co auch).
Ich kann es heute schwer verstehen.

waldi44


27.12.03 00:08:30
Direktverweis
Ups, jetzt weiss ich nicht genau was Du meinstSmiley mit verdrehten Augen?

Hoover


27.12.03 19:11:56
Direktverweis
Gut, ich sollte genauer werden:
Damals wurden dritt- unf viertklassige Einheiten mit großspurigen Namen und Bezeichnungen versehen, die völlig unzutreffend waren. Problem:
Es gab einen Mann an der Spitze, der nahm anscheinend diese Bezeichnungen ernst und gab diesen Einheiten Aufträge, die diese völlig überforderten.
Siehe Schlacht um Berlin, Reichswald, Plattensee-Offensive.
Die Bezeichnungen machten sich sicher gut auf der Landkarte, aber sah denn niemand, was dahinter stand? Eine Fallsch.Armee, bestehend aus Volksgrenadieren älteren Jahrgangs konnte nicht gegen ein britisches Korps "anstinken", zudem dieses noch verstärkt war (siehe Rheinfront 1945).
Ich frage mich, ob niemand dem Führer die Wirklichkeit klargemachen konnte oder wollte? Das war ja im Osten wie im Westen der Fall.

Indy


27.12.03 22:29:49
Direktverweis
@Waldi
Denk mal nach und schreib mir dann bitte mal die gängige Abkürzung für Kompanie auf:P

Was die Kampfnamen angeht:
Großer Name verpflichtet zu großen Leistungen!
Wo würds du wohl eher deinen Arsch riskieren?
Im Infanterieregiment 1211/531 Inf.Div.
oder eher FüsilierBtl. Scharnhorst/Div. Scharnhorst.

waldi44


28.12.03 19:28:56
Direktverweis
Am 15. Februar 1945 schloss die 6. sow. Armee den Ring um Breslau. In der sich schon seit Dezember auf die Rundumverteidigung einrichtenden Stadt befanden sich:46.000 Mann aus allen Waffengattungen einschliesslich RAD und Hitlerjungen.
200 Geschützer aller Kaliber, 7 Panzer und 8 Sturmgeschütze.
In der Stadt gab es noch rund 150.000 Zivilisten. Die Schlacht kostete 6.000 deutschen Soldaten das Leben. 23.000 wurden verwundet. Dazu kamen noch ca. 20.000 tote Zuvilisten überwiegend Frauen und Kinder.
Die Versorgung der eingeschlossenen Stadt war nur noch aus der Luft möglich. Dabei handelte es sich um das grösste aber auch verlustreichste Lufttrasportunternehmen der letzten Kriegsmonate.
Schon einen Tag nach der Einschliessung flogen die ersten Ju52 den Flugplatz Gandau an, brachten Artilleriemunition und flogen 255 Verwundete aus. Daneben wurde auch noch die Friesenwiese in der Nähe der Jahrhunderthalle als Landeplatz genutzt.
Die Transportmaschinen flogen am 21. Februar und in der ersten Märzwoche zwei Fallschirmjägerbataillione als Verstärkung in die Festung(II./Fs.Jäg.Rgt.25 und III./Fs.Jäg.Rgt.26).
Am 23. März brachten sechs Lastensegler vom Typ "Go- 242" und "DSF-230", von denen allerdings drei abgeschossen wurden, Infanteriegeschütze und 15 cm Granaten zu den Verteidigern.
Die letzte Landung von drei "Ju- 52" auf dem Flugplatz Gandau erfolgte in der Nacht zu 7. April. Auf dem Rückflug nahm man noch 25 Verwundete mit zurück.
Aufgrund der hohen Verluste wurden keine Landungen mehr durchgeführt, sondern der Nachschub abgeworfen, so am 15. April als 55 "Ju- 52" und zwei Lastensegler 67,3 Tonnen Munition abwarfen.
Am 1. Mai kamen noch einmal sieben "Ju- 52" und zwei "Fieseler Storch". Letztere Landeten und flogen noch Leute aus.
Die Verluste der Transportgruppen waren wie schon erwähnt enorm hoch: 165 Flugzeuge. Allerdings flogen sie auch 5.225 Verwundete und 512 Spezialisten aus!
Die Maschinen des hauptsächlich eingesetzten Transportgeschwader 3 (Ju52)starteten von Jüterbog und Dresden aus, die Maschinen des Transportgeschwaders 4 (He-111")aus Königgräz.
Am 25. März wurde der mit Schwerten zum Eichenlaub des Ritterkreuzes ausgezeichnete General der Infanterie Niehoff zum letzten Kommandanten der sogenannten "Festung" ernannt.
Trotz ausdrücklichem Verbots der Heeresgruppe Mitte, kapitulierte er am 6.Mai.

Indy


28.12.03 23:14:10
Direktverweis
In Breslau eingesetzt war auch die 3./StugBrig 311.
Lt. Hartmann konnte dabei in kurzer Zeit mit seinem PzIV/70A 10 IS152 abschießen und damit den Benderplatz halten...dafür gabs dann das RK.

Indy


31.12.03 13:49:16
Direktverweis
Gauleiter Hanke wurde übrigens mit einem 'Kolibri' Hubschrauber aus Breslau rausgeflogen!

Knut-Peter


13.1.04 12:49:04
Direktverweis
Hanke mit einem Hubschrauber ausgeflogen? Das habe ich ja noch nie gehört. Wo kommt die Info her?
FAMO/Festung Breslau etc: http://www.zobten.de

Buck


13.1.04 12:58:34
Direktverweis
Richtig ist,daß Gauleiter Hanke mit einer Fi156 aus dem eingeschlossenen Breslau ausgeflogen wurde.Diese Maschine stand,wie für alle Gauleiter auch,immer einsatzfähig für Ihn bereit-siehe Erich Koch in Ostpreußen-dort war neben einer Fi156 auch noch ein Hochseeschlepper zu seiner Verfügung,als sich dieser in Seinen Gefechtsbunker außerhalb von Königsberg absetzte.
Gruß,Buck

Gast


13.1.04 13:54:07
Direktverweis
Hallo Buck, so auch meine Informationen. U.A. von einem Zeitzeugen, den ich auf meiner Homepage: http://www.zobten.de
zitiert habe.

waldi44


13.1.04 14:08:01
Direktverweis
@Hallo Gast: Habe mir mal Deine HP angesehen! Prima, vor allem sachlich und objektiv- Bromberger Blutsonntag!
Sooo stelle ich mir eine Betrachtung historisch umstrittener Themen vorklatschender Smiley!
Auch die Rolle des Herrn Gauleiter Hanke wurde treffend dargestellt- egal, ob von Dir oder "nur" zitiertklatschender Smiley!

Knut-Peter


13.1.04 14:37:56
Direktverweis
Danke Waldi, für die aufmunternden Worte :-)
Ich hätte da ein noch ganz anderes Thema: Die Annektion des Hultschiner Ländchens durch Polen 1938(?). In Anlehnung an das Ultimat des DR an Tschechien 1938 hat Polen ein sehr ähnliches (im Wortlaut gleiches) Ultimatun an Tschechien gestellt und wenige Tage darauf Tatsachen geschaffen. Wer weis etwas Näheres, bzw wo gibt es etwas im Internet? Gruß, Knut-Peter (vorhin Gast...),
Webmaster von http://www.zobten.de

Siebi


13.1.04 16:15:17
Direktverweis
Im März 1945 hindurch erfolgten Versorgungsflüge für die Festung Breslau aus auch von Finsterwalde, dort von dem Fliegerhorst und vom HJ Segelflugplatz sowie vom Platz Bronkow- Oberst Josef Herbert Jäckel ehem. Kommodore vom TG1
und später Chef derFrontfliegersammelgruppe Quedlinburg ist dort am 17. März bei einen Jabo Angriff auf den HJ Segelflu-
gplatz ums Leben gekommen
Laola-Smileys

Erich


13.1.04 17:49:50
Direktverweis
1938 wurde das umstrittene Teschener-Gebiet besetzt.
http://www.polishroots.org/genpoland/teschen.htm

Indy


13.1.04 23:15:40
Direktverweis
Hi, Info hab ich von G. Gellermann, "Geheime Kommandosache"...es ging da um die Transportmöglichkeiten von wichtigen Persönlichkeiten nach Frankreich bei Kriegsende...u.a. wurde dann ein schreiben von Baumbach (Kmdr KG 200) zitiert, der den ausflug von Hanke mittels Hubschrauber als Beispiel nannte...

waldi44


14.1.04 14:00:01
Direktverweis
Übrigens ist auch Breslau ein "schönes" Beispiel der verbrecherischen Politik der Nazis und ihrer Paladine!
Sieht man sich mal die ganze zivilie Fluchtbewegung aus den Ostgebieten an, so kommt man zu dem Schluss, dass sie extra lange hinausgezögert wurde, egal ob in Ostpreussen oder sonstwo und eben auch in Breslau.
Das war doch Absicht! Man wollte durch die Anwesenheit von vielen Zivilisten, den moralischen Druck auf die Verteidiger erhöhen. Bei rechtzeitiger Evakuirung(unter zurückhaltung der notwendigen Menschen zwecks Schanzarbeiten uä.) hätte man wohl zehntausende Menschenleben mehr retten können- wollte man das überhaupt?
Ausserdem wären sich weder die Flüchtlige, noch der an die Front tröpfelnde Nachschub in die Quäre gekommen!
"Mein Führer, ich kämpfe bis zum letzten Mann" tönten die braunen Hoheitsträger und setzten sich dann in's Flugzeug oder Schiff und verschwanden in Richtung Westen....
zurück zur Themenübersicht