Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Unternehmen Elbrus

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Westwall


22.6.03 12:24:04
Direktverweis
Hallo, in der Divisionsgeschichte der 1.Gebirgsdivision von Roland Kaltenegger seht unter dem Kapitel „Das Unternehmen Elbrus“ auf Seite 277 ein Bericht das am 21.08.1942 trotz schlechtem Wetter der Aufstieg zum Gipfel des Elbrus begann, da es Hinweise gab, dass Angehörige der Waffen-SS den Gipfel von der Nordseite aus stürmen wollten.
Wer weiss was über dieses Vorhaben der Waffen-SS ????
Meiner Ansicht nach ist die Sache sehr unwahrscheinlich !
Obwohl der Ehrgeiz des Reichsführers H. Himmler ja keine Grenzen kannte.
Interessant ist aber doch, dass zu diesem Zeitpunkt die SS-Division „Nord“ ( Sommer 1942 )
auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken zur 6.SS-Gebirgsdivision „Nord“ neu aufgestellt wurde.
Sollte es also von Wildflecken aus dafür eine Einheit, oder nur ein Plan gegeben haben ????
Wer hat Infos darüber ????
Im voraus vielen Dank !!!!

Toni64


22.6.03 20:00:24
Direktverweis
belegbar ist, dass der Aufstieg zum Elbrus erfolgreich war, und die Fahne gehisst werden konnte (vielleicht ist das damit gemeint?). Ich lass mich gern berichtigen, aber eine direkte Operation "Elbrus" ist mir nicht bekannt.
Grüsse Toni [ Editiert am: 22-06-2003 20:02 ]

The Real Blaze


22.6.03 22:56:03
Direktverweis
Ich kann mir nicht vorstellen,daß in der angespannten Kaukasuslage Gerüchte über eine Waffen SS OP im Raum Elbrus den Ausschlag gegeben haben,daß die erste GD ihren berühmten Aufstieg durchführte.Der Aufstieg war selbst ein reines Propagandaunternehmen mit Filmtteam und riesiger Reichskriegsflagge die dann auf dem Gipfel gesteckt wurde.Interessant wäre es zu wissen,wie lange diese Fahne die reichsweit in den Wochenschauen zu sehen war,dort oben war.Also ob die Russen sofort nach dem Rückzug eine eigene Aufstiegs OP unternohmen hatten,um sie runterzuholen oder auszutauschen.
mfg The Real Blaze

waldi44


22.6.03 22:58:19
Direktverweis
Fakt ist auch, dass Hitler, als er davon erfuhr, ausser sich war. Nach dem Motto: Die sollen lieber kämpfen und nicht auf die Berge klettern;)!
Hätte es eine zweite Mannschaft gegeben, hätte man wohl was darüber gelesen!

Gast


9.8.03 14:34:12
Direktverweis
Habe von meinem Großvater Unmengen an Fotos aus dieser Zeit bzw. auch einige vom Elbrus (eingescannt und auf CD gebrannt). Bei Interesse bitte um kurze Antwort an dieses Forum.
Gruß Herwig

Gast


9.8.03 18:55:45
Direktverweis
Laut den Fotos meines Großvaters ist das, grob gesagt, ein Blödsinn. Es gab dort weder ein großartiges Filmteam noch eine riesige Fahne - eine kleine, dreieckige Flagge wurde am Elbrus "positioniert". Dies kann ich durch zahlreiche Fotos belegen. Die SS war dort absolut nicht vor Ort! Aber für Fakten stehe ich Ihnen gerne unter "reiterer.herwig@gmx.at" zur Verfügung.
mfg
H. Reiterer

The Real Blaze


17.11.03 18:42:27
Direktverweis
Also auf dem Elbrus wehte eine Reichskriegsfahne,was ich selbst mal auf ARTE in einer Wochenschau gesehen habe.Die PK Einheit hatte sich einfach mit angeschlossen,als es hoch zum Elbrus ging.Aber und das ganz ausdrücklich: es war keine PK Operation,sondern ein taktisch notwendiger Aufstieg,den eine PK Abteilung einfach als gute Gelegenheit mit ausnützte.
Der Grund: Oben auf dem Elbrus war das sogenannte "Elbrus Haus", ein Touristenhotel mit angeschlossener Wetterstation.Von dort hatte man hervorragende Einsicht auf drei weitere Pässe.
Es war eine vorbereitende Operation,für das sehnsüchtig-jawohl sehnsüchtig! erwartete italienische Alpinikorps---> was Hitler in die Stalingrader Steppe aber abdrehte.Im neuen Landser(Erstausgabe) über dem Kaukasuskrieg, schilderte der Zeitzeuge,wie Hitler die Gebirgsjäger versorgungstechnisch im Stich lies. Und das obwohl nur ein Tagesmarsch! bis Suchum fehlte.Den Angriffsversuch auf Suchum konnte man bei Carell(U.Barbarossa) nachlesen.
Wie idiotisch stümperhaft Hitler im OKW rummurkste war eine Katastrophe.Jeder mittelmäßige General sah auf den Lagekarten,was die Zeit gebot.
Gehen wir zur Ausgangslage für OP Blau zurück,weiß man auch,daß die 11.Armee nach Sevastopol im Süden belassen,die Entscheidung im Kaukasus erzwungen hätte-->Mit katastrophalen Folgen für die Russen.
1.Vernichtung der russischen Schwarzmeerflotte
2.Schwarzes Meer feindfrei!
3.Kriegseintritt der Türkei auf Seiten der Achse.
4.Tatsächliche Folgeoperation der 1.Panzerarmee auf Mossul und Basra.
5.Vertreiben der Alliierten aus Persien.
6.Verhinderung der Stalingrader Katastrophe
7.Durchschneidung der persischen Versorgungsstranges,des wichtigsten von allen drei Versorgungswegen.
8.Eroberung und Sicherung sämtlicher kaukasischer Ölquellen
9.Wirksame Hilfe des DAK,durch Nahost OP,die britische 8.Armee im Rücken bedrohte.
10.Es hätte durch notwendige Kräfteumgruppierungen,kein Kräfteübergewicht mehr für die Alliierten gegeben.
gut das reicht wohl erstmal,womöglich fallen mir noch weitere Auswirkungen ein:D


mfg The Real Blaze

FritzR


17.11.03 19:18:48
Direktverweis
Hans Ertl schreibt in seinem Buch " als Kriegsberichter 1939 - 1945", dass am 21. August eine kombinierte Mannschaft der 1. und 4. Gebirgsdivision den Westgipfel (5633 m ; es ist auf einem Bild zu sehen, dass der Elbrus zwei Gipfel hat) unter Führung von Hauptmann Groth und Hauptmann Gämmerler bestiegen (von besagtem Hotel aus) und dort die Reichskriegsflagge hißten. Als Filmberichter war Wolfgang Gorter dabei. Da aber bei den Aufnahmen Schneesturm und Nebel herrschten, wurde die ganze Szene am 7. September wiederholt und von Hans Ertl in Farbe gefilmt.
Ertl schreibt nichts über SS-Gebirgstruppen und auch nichts über den Verbleib der Flagge (ob man sie dort überhaupt stehengelassen hat).
Aber die Tatsache, dass der Aufstieg immer vom Intourist - Hotel aus erfolgte, das bereits in 4200 m lag, läßt für mich die Sache unwahrscheinlich erscheinen, dass jemand von einem anderen Standort aus den Aufstieg versuchen sollte. Wozu?

waldi44


17.11.03 19:32:39
Direktverweis
"Der Grund: Oben auf dem Elbrus war das sogenannte "Elbrus Haus", ein Touristenhotel mit angeschlossener Wetterstation.Von dort hatte man hervorragende Einsicht auf drei weitere Pässe. "
DAS sah Hitler aber anders! Als er von der Besteigung erfuhr war er ausser sich und tobte!

Westwall


17.11.03 19:52:19
Direktverweis
Der Wutanfall von Hitler nach der Besteigung des Berges wurde in vieler Literatur der Gebirgsjäger immer wieder mit seinen Worten erwähnt, „Diese ehrgeizigen Offiziere sollen Kämpfen und keine Berge besteigen“.
Warum er wegen dieser Sache so negativ Reagierte verstehe ich aber nun auch nicht, schließlich wurde dieses Unternehmen ein psychologischer Erfolg der von der Propaganda ja recht gut ausgeschlachtet wurde.

FritzR


17.11.03 21:38:03
Direktverweis
Hitlers Äußerungen richteten sich meines Wissens nach gegen die eigentliche Besteigung des Elbrus.
Das Elbrus-Haus und die Wetterwarte wurden schon 14 Tage vorher kampflos von deutschen Gebirgsjägern besetzt. Danach soll es allerdings auch in diesen Höhen zu Kämpfen gekommen sein.

Siebi


18.11.03 18:12:08
Direktverweis
Über die Kämpfe im Elbrus Gebiet war ein ausführlicher
Bericht in der DMZ ,ich glaube voriges Jahr oder vor zwei Jahren
Laola-Smileys

Hoover


14.12.03 11:33:55
Direktverweis
Bitte, nemht doch nicht den Landser oder Carell als Quelle bzw. Beweis.
Carells Bücher sind unter Niveau, einseitig geschrieben und, was die strategischen Fragen betrifft, doch sehr oberflächlich.
Und die Landser? Hefte, die von Kollatz, Paus usw. verfasst wurden, könnten noch als Türstopper dienen.
Beispiel: Kollatz schrieb ein Heft über die Kämpfe zwischen Weser und Elbe. Division Clausewitz etc. Leider stimmte rein gar nichts. Der Verfasser hat einige Fakten genommen und eine nette Heldengeschichte drum herumgeschrieben.
Da sollte man aufpassen, oder?
Ahoi
Frank

Silv


19.12.03 00:45:56
Direktverweis
Die Elbrus-Besteigung war keinesfalls als Propaganda-Unternehmen geplant, sondern entstammt dem Selbstverständnis als GEBIRGSTRUPPE.
Die Erinnerung und Traditionspflege (z.B. der Grünten-Tag) hat sich, zum Glück, bis in die heutige Zeit bewahrt, auch wenn die Bundeswehr es nicht für nötig hält einen für das Gebirge spezialisierten Großverband beizubehalten. Die 1. Gebirgsdivision wurde leider aufgelöst und der 10. Panzrdivision in Sigmaringen unterstellt.
zurück zur Themenübersicht