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Rommel -gescheitert wie Hannibal ?

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AutorBeitrag

schaefchen1971


11.7.03 10:12:42
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Irgendwie drängt sich mir bei Rommel der Vergleich mit Hannibal auf.
Ein moderner, draufgängerischer Heerführer, der auf dem
Schlachtfeld große Siege erringt, diese aber schlußendlich nicht ausnutzen kann.
Mangelnde Unterstützung der eigenen Führung,miserable Nachschubversorgung und einige Neider, die beide erfolgreiche Feldherrn schliesslich ausbremsen.
Und beide werden schliesslich von der eigenen Führung
im Stich gelassen.
Wie seht Ihr das ?

indy


11.7.03 15:18:22
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Naja, ich denke nicht das Rommel das "Opfer" war, wie ständig dargestellt wird...vonwegen böser Führer, böses OKW...selbst schuld als seine Panzer ´41 bei Tobruk keinen Treibstoff hatten - hatte doch keiner von ihm verlangt dahin vorzurücken, oder?

Quintus


12.7.03 06:16:42
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Naja, irgendwie habt ihr beide recht:
Von seinen Soldaten verehrt, vom Gegner mit Hochachtung bedacht, als "Wüstenfuchs" zur Legende geworden - 1944 zum Selbstmord gezwungen!
Rommel war zunächst des Führers Lieblingsgeneral, der sogar schon als Nachfolger gehandelt wurde. Um so entäuschter war Hitler, als Rommel sich als der einzige oberste Feldherr entpuppte, der Hitler ganz offen die Stirn bot und dessen Rücktritt forderte:
In Anbetracht seiner Ernennung zum OB am Atlantikwall, den er schnell als grosse Illusion erkannte, und in Anbetracht der unzureichenden Abwehrkräfte gegen die Invasion der Alliierten, forderte Rommen völlig unverblühmt Hitler auf, "die politischen Folgerungen aus dieser Lage unverzüglich zu ziehen. Ich fühle mich verpflichtet, als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, dies klar auszusprechen".*
Das hat ihm Hitler nicht verzeihen können, zumal Rommel die Auffassung General von Stülpnagel's teilte, man solle Hitler verhaften und vor Gericht stellen!
So forderte Hitler nach dem 20. Juli 1944 den Tod Rommels, obwohl er sich von einem Attentat distanzierte.
* Quelle: Heuer, Dr. Gerd F., "Die deutschen generalfeldmarschälle und Großadmirale 1933-1945", Verlagsunion Pabel Moewig KG, Seite 135.

Nordland


29.9.03 16:52:35
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Guten Tag,
nun, ich sehe in Rommel keinen Draufgänger auch nicht der seine Mannen „verheizt“ hat. Sein großer Vorteil war es das er immer in erster Reihe dabei war, und so seine Soldaten befehligen und das Zeitnah immer der Situation angepasst.
Bei den Tommys sah das anders aus die lagen hundert Kilometer hinter der Front bis da die Befehle durch waren konnte die Situation schon wieder eine andere sein.
Das dass Afrikakorps später unterging lag in meinen Augen einzig und allein am Nachschub. Der Nachschub wurde aber immer wieder von ´Rastenburg und Rom zugesagt was letztendlich losgeschickt wurde, wurde von den Engländern versenkt oder aus der Luft zerstört. In Rom gab es viele undichte Stellen die die Lieferungen an die Engländer meldeten. Also Verrat !!
Wenn Rommel das bekommen hätte was er brauchte wäre er bis Südafrika durchmarschiert….
Wie nannten die Soldaten des Afrikakorps den Krieg ? – Der Krieg des armen Mannes Respekt-Smiley

Westwall


29.9.03 17:24:14
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Wenn Rommel das bekommen hätte was er brauchte wäre er bis Südafrika durchmarschiert….
Wohl kaum.....

Nordland


29.9.03 18:42:47
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Wohl kaum.....
Nun damit kann niemand etwas anfangen, wie ist das gemeint wohl kaum ??:Schulter:

Axel43


29.9.03 19:42:12
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Rommel war geschickt und auch ein sehr guter PR Mann. Er hätte den Alliierten weiterhin große Probleme in Nordafrika bereiten können. Aber erstens war der Einsatz in NA ja nicht ursprünglich geplant sondern eher eine Nothilfe, zweitens war die Sache mit dem Nachschub total katastrophal, auch ohne Verrat. Die Ju52 war einfach eine lame Ente, wenn auch eine nette, deutsche Luftüberlegenheit war nicht gegeben, Marineversorgung angesichts der Überlegenheit bzw dem Schneid der R Navy einfach nicht zu machen.

Nordland


29.9.03 20:00:52
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Hallo Axel,
das meinte ich damit. Hätte der Nachschub an Brennstoff und Munition funktioniert hätte man Rommel nicht so schnell aus Afrika rausbekommen.
Aber das Thema Nachschub war ja an allen Fronten das Problem.
Die wohl größte Tragödie "Stalingrad"

The Real Blaze


29.9.03 20:47:11
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Nicht alles negieren.Im Luftraum über Malta hatten wir im Frühjahr 41' und Frühjahr 42' eine deutliche Luftherrschaft(Kesselring)!Gefehlt hatte da nur die Ausführung von OP Herkules!
mfg The Real Blaze

Leutnant


29.9.03 20:56:39
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Woher kommt eigentlich das Gerücht, dass das DAK Rommel bewunderte und verehrte? Ich bereits mit einigen Veteranen gesprochen, wobei sich folgendes Bild ergab: die einfachen Soldaten, die wenig von Taktik verstanden, mochten Rommel als "Führer vor Ort", aber die Unteroffiziere und Offiziere sahen das ganz anders. Sie fürchteten die Anwesenheit Rommels, da er sämtliche Pläne (für Angriff bzw. Verteidigung oder Versorgung) über den Haufen warf und den eigentlichen Führer, die ihre Einheiten sicher besser kannten, eine untypische Befehlstaktik aufzwang.
PS: Solche Generale gibt es heute noch, nach dem Motto: Vielen Dank für ihre intensive Vorbereitung, aber wir machen das auf meine Art!

waldi44


30.9.03 00:15:19
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Das Problem war nicht Rommel, sondern Hitler mit seiner Vorstellung vom Afrikakrieg, vom Mittelmeerraum, von den Italienern und den Prioritäten die er setzte.
Man hätte gekonnt, wenn Hitler gewollt hätte und als er wollte, war es zu spät.
250.000 Mann wurden den Alliierten in den Rachen geworfen, just nachdem auch Stalingrad in einer Katastrophe geendet hatte. Die hätte man sich nach all den halbherzigen "Bemühungen" auch "sparen" können....

Westwall


30.9.03 15:04:11
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Hallo Nordland, wollte nur mit „wohl kaum“ zum Ausdruck bringen das es Rommel unter absolut keinen Umständen bis Südafrika geschafft hätte.
Zum Thema Afrikafeldzug kann ich immer nur auf die Fehler der deutschen Führung bei Dünkirchen 1940 hinweisen, dort wurde doch dieser Feldzug geboren.
Grüße....Westwall.

The Real Blaze


30.9.03 17:10:39
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@Leutnant Rommel hat wohl eindrucksvolle Siege eingefahren,aber auch tragisch falsch entschieden!Der unaufgeklärte erste Tobrukangriff und die falsche Entscheidung bei El Alamein,trotz Unterzahl und ohne großes Überraschungsmoment weiter anzugreifen sind ihm anzulasten.Deshalb auch die sinnlosen Verluste dabei!Auch seine falsche Einschätzung zur Lage und möglicher Kampfführung am Atlantikwall ist ihm anzulasten.Er war ein unorthodox operierender Taktiker,der solange Erfolg hatte,bis der Feind ihn kopierte und durchschaute.Er rangierte deshalb auch deutlich hinter Guderians Geschick.Rommel war trotzdem überdurchschnittlich gut und führte mutig vorn,machte aber seine Fehler. Für mich deshalb der zweitbeste Panzergeneral hinter Guderian.
mfg The Real Blaze

OGLongbeach


30.9.03 19:10:09
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@The Real Blaze
Du mußt mir deine Auffassung von "wir" mal näher erläutern. Ich kann da nicht so ganz folgen. Wir hatten..., wir waren..., wir konnten !!!
Ja warst Du denn dabei ?!
Finde ich genau so "affig" als wenn man bei dem Bundesligaclub seiner Wahl nach dem Spiel immer sagt: "Waren wir heute wieder schlecht."
Geschichtsbezogen find ich die Sache sogar etwas daneben.
Ist allerdings meine persönliche Meinung.
Bitte um Aufklärung.
MfG OG Longbeach

The Real Blaze


30.9.03 21:02:43
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Longbeach, ich weiß nicht wir dir es geht,aber wenn ich als Deutscher Geschichte recherchiere,dann identifiziere ich mich mit dieser Geschichte,als DEUTSCHER.Ohne wenn und aber!Wenn du das affig findest ist das deine Sache!Du kannst Geschichte als Außenstehender aufarbeiten,oder dich eben damit identifizieren.Das ist jeden selbst freigestellt,welche Nähe oder welchen Abstand er zu dieser Geschichte hat.Ich könnte ja noch nach diesen "Wir",was dich so "affig" aufstößt noch dazu schreiben "als Deutsche".Es gibt schließlich noch jene"Historiker",die sich nur mit ausgewählten Sachen identifizieren und andere Sachen dagegen ausgrenzen.Und genau das finde ich "affig".
Dein Beispiel mit den Bundesligaclubs sagt eigentlich alles aus,daß du das eben nicht verstehst,wenn Fans mit Lokalpatriotismus ihren Club anfeuern,der für ihre Region das fußballerische Aushängeschild ist.Diese Fans identifizieren sich eben mit diesen Club,weil er ihre Heimatstadt oder Heimatregion präsentiert.Oder findest du das deswegen "affig"?Wo wären die Emotionen,wenn die Zuschauer artig alles beklatschen,also auch das was die Gastmannschaft macht?Konkurrenzdenken hat im Sport noch nie geschadet!Nüchterne Gleichmacherei oder wie in deutscher Geschichte das emotionslose herunterleiern von Daten als geschichtlich "Losgelöstes Subjekt,was seine Wurzeln verleugnet,weil eben nicht alles schön war" ist eben NICHT meine Sache.

mfg The Real Blaze

waldi44


30.9.03 23:16:32
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@Real, ich denke zu wissen was Du meinst und weil dem so ist, habe ich mir auch die Frage nach dem "Wir" bisher verkniffen:wink:, aber sag mal, würdest Du auch schreiben: Wir haben die Juden vergast....:kopfkratz:
Wenn man sich mit dem 3. Reich identifiziert(als Historiker-geht das überhaupt?), kann man das nicht auf Wehrmacht und Waffen SS reduzieren, für Rommel und Guderian schwärmen und Hitler und Himmler als wenig schmückendes Beiwerk abtun!
Das "Wir" schliesst die beiden auch ein und mit denen will ich mich jedenfalls nicht identifizieren!
Klar sind wir Deutsche und klar bezieht sich Dein "Wir" auf die Deutschen, also unsere Vorfahren, aber dennoch finde ich eine solche Identifizierung auch bedenklich, da dadurch eine Schwelle überschritten werden kann, die Du vielleicht nicht überschreiten willst.
Dennoch, bleib ruhig bei deinem "Wir" und schreib weiter deine interessanten Beiträge, aber vielleicht doch mit einem Leerzeichen hinter den Satzzeichendenkender Smiley!

Nordland


30.9.03 23:56:20
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@ Waldi,
es stimmt schon was Du sagst. Aber nimmt man das Wort "Wir" nicht immer automatisch in den Mund wenn man über Deutschland spricht. "Wir" sind Weltmeister " "Wir haben den Krieg begonnen und nicht zu vergessen das berühmte "Wir" - Wir sind das Volk ! Aber, es sieht halt jeder anders ist vieleicht auch gut so.
Ps. Gefällt mir hier auf der Plattform !!
Gruß
Nordlandklatschender Smileyklatschender Smileyklatschender Smileyklatschender Smiley

Indy


1.10.03 00:21:00
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@Nordland
Könnte ich dich von explorate.de kennen?

The Real Blaze


1.10.03 00:40:03
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Identifizieren mit der deutschen Geschichte heißt doch noch lange nicht,daß man die NS Verbrechen nur als Fakt abhakt. Ich verstehe unter Identifizieren,daß man sich der Geschichte als ganzes stellt und wirklich alles aufarbeitet. Zu dem ist es richtig, daß wie sich einer der deutschen Geschichte stellt, es selbst definieren muß. Deutsche die nur deutsche Wurzeln haben, denen fällt es eben leichter sich mit der ganzen deutschen Geschichte zu identifizieren und zu stellen,als Zugezogene,denen diese Wurzeln fehlen.
Und ja,wenn man mit "wir" arbeitet, heißt das auch Identifikation mit der NS Geschichte, was aber nun keinesfalls heißt,daß man da irgendetwas auch nur ansatzweise toleriert was Verbrechen waren!
Das Ausland sieht uns schließlich aus als das deutsche Volk, wenn es über Gott und die Welt debattiert. Da spielen subjektive Einzelansichten im großen Maßstab überhaupt keine Rolle. Wie heißt doch der schöne bayrische Spruch: "Wir san wir!" :)
mfg The Real Blaze

Nordland


1.10.03 18:40:36
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@ Indy,
hallo, diese Plattform kenne ich leider nicht. Jedoch wird der Name "Nordland" in vielen Foren benutzt.Aber jetzt haben wir uns ja hier kennengelernt küssende Smileys
Gruß
Nordland

Leutnant


1.10.03 21:21:49
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Mein Geschichts Prof. (Wegner) hat dazu heute ein passendes Wort gesagt: "Als erstes muss man sich in die Materie hineinversetzen, um sie verstehen zu können und danach das Ganze von Außen betrachten, um es objektiv analysieren zu können."
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen!Smiley mit dafür-Schild

OGLongbeach


2.10.03 21:11:14
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Affig war vielleicht zu scharf formuliert, kann schon sein. Dafür will ich mich hier dann auch entschuldigen. Allerdings ist dem post von Waldi meinerseits nichts mehr anzufügen. Patriotismus hin oder her, wenn man die Geschichte intensiver unter die Lupe nimmt, insbesondere die Deutsche, muß man aufpassen das mit dem Patriotismus nicht zu viele Emotionen in die sachliche Diskussion einfließen.

MfG OG Longbeach

ralph


9.10.03 22:42:58
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ich weiß ja nicht wie das mit südafrika gemeint war, ob als scherz oder im ernst, jedenfalls sollten wir klarstellen, daß nicht südafrika sondern der suez-kanal und der anschließende zusammenschluß der heeresgruppen am kaspischen meer das ziel waren.
ich bin auch absolut davon überzeugt, daß es am mangelnden nachschub lag.
leider hatte der führer nicht den nötigen weitblick und vor allem nicht das nötige interesse an afrika, für ihn war es wie in jugoslawien ebenfalls ein notwendiger eingriff um den unfähigen achsenpartner italien mal wieder aus der klemme zu holen.
bedenkt man, daß mit der überschreitung der grenze in ägypten ein aufstand stattgefunden hätte, der durch lange vorbereitungen der deutschen abwehr vorbereitet wurde, und das die meisten arabischen länder durch die englische besatzungsmacht durchaus deutschfreundlich gestimmt waren, so hätte dies einen gewaltigen ruck in richtung achse gemacht. england wären die lebensnotwendigen irakischen ölfelder abhanden gekommen und mit der kontrolle über den suez-kanal wäre ein wichtiger nachschubweg abgeschnitten gewesen...

waldi44


9.10.03 23:47:26
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Es gab drei Punkte, von denen es genügt hätte einen zu nehmen und man hätte wenigstens das eine oder andere Kapitel des Krieges neu schreiben können: Gibraltar, Malta oder Suez.
Eines war mit Sicherheit erreichbar, eines vielleicht und eines wohl kaum, wollte man nicht einen Krieg mit einem "Neutralen- Verbündeten";)!
Aber was wäre mit Tangar?

The Real Blaze


10.10.03 16:08:02
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Tja geht man ins Detail,weiß man auch wo es haperte.Zu allererst wurde der Afrikakrieg in Russland verloren!Danach erst in der Nichtausschöpfung vorhandener Möglichkeiten!Wir(!) hatten nun mal erkannterweise! einen schlaffen Verbündeten,der kriegsunwillig war! Man mußte eben mit dem auskommen was man hatte und das beste daraus machen.Ein Ziel was nur in Ansätzen erreicht wurde.
Wäre Guderian statt in die Ukraine nach Moskau gerollt -mit der gesamten HG Mitte,hätte das den Ostsieg bedeutet-->in irgendeiner Form vermutlich Patt oder Waffenstillstand an der Wolga. Das hätte erhebliche Kräfte für Afrika freigemacht,die Türkei mit in die Achse gebracht und den transkaukasischen Stoß ermöglicht Richtung Naher Osten.Nicht zu vergessen der antienglische Boden in Syrien,Irak, Iran und Ägypten! Was noch wichtig wäre: Nach einem Ostsieg hätte Spanien seine Türe aufgemacht und Gibraltar wäre tot gewesen!
Selbst ohne Ostsieg war die Lage im Mittelmeer erheblich zu verbessern gegeben,scheiterte aber meistens an Führungsfehlern. Wenn ich zur Luftoffensive gegen Malta A sage,hätte man auch B sagen müßen und die Insel die sturmreif war, auch erobern müßen! Alles scheiterte an Hitlers Absage den Italienern Öl für ihre Flotte zu liefern,die bei OP Herkules,daß von See her unterstützt hätte. Bei einem Fall Maltas wären danach auch sämtliche englische Agenten in den italienischen Häfen verstummt---> weil größtenteils arbeitslos!
Nach Churchills Angriff auf die französische Flotte,war die Situation besser als erwartet.Das Mittelmeer,als "Achsenteich" war eben bei mehr Konsequenz erreichbar! Das wäre wohl auch ein entscheidenter Grund gewesen,daß England den Krieg beendet hätte!Ein Krieg an der indisch/persischen Grenze oder irgendwo im Sudan hätte wohl kaum noch ein Engländer eingesehen!
mfg The Real Blaze

ralph


10.10.03 16:27:36
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hmm zum thema türkei : es ist nicht nachgewiesen, daß die türkei wirklich zur achse übergetrten wäre !
andererseits sind auch die italiener nicht unwillig gewesen, eher unfähig und das vor allem wegen der schlechten führung ! hätte rommel bereits zu beginn der afrikaoffensive das oberkommando gehabt, und das dak und die italienischen truppen, so wäre dies eine enorme truppe gewesen, und unter rommels kommando haben die italiener ja auch später bewiesen, daß sie durchaus kämpfen können.
genauso hätte mann es auf dem balkan handhaben müssen, aber dir italienische führung marschiert in jugoslawien ein und wird innerhalb von wenigen wochen vernichtend geschlagen ( 250.000 !!! Mann) und kurze zeit später schafft fast im alleingang die 9.PD in etwas mehr als einer woche die kapitulation jugoslawiens !
man bedenke die verschwendung....

Axel43


10.10.03 17:48:03
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Ich glaube, man unterschätzt die Engländer hier. Damals waren sie noch so mit ihrem Empire verbunden, daß sie auch im Sudan und an der indischen Grenze weitgekämpft hätten. Vgl was Churchill zu diesem Thema sagte.
Ich bin geneigt, das ganze deutsche Eingreifen in Jugoslawien, Griechenland und Nordafrika als eine höchst unwillkommene Notlösung, aufgezwungen durch italienisches Versagen, zu betrachten. Es hat den Deutschen Zeit und Material gekostet, daß für den Ostkrieg absolut notwendig gewesen wäre. Diese Diversion hat schließlich zum Stopp vor Moskau geführt, und damit war der Krieg militärisch nicht mehr zu gewinnen (lt OKW).

The Real Blaze


10.10.03 20:04:31
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italienische führung marschiert in jugoslawien ein und wird innerhalb von wenigen wochen vernichtend geschlagen ( 250.000 !!! Mann)
nana da verwechselste was;) das war Griechenland.
mfg The Real Blaze

ralph


11.10.03 14:06:27
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ups sorry, hast recht blaze, jugoslawien war nötig wegen des sturzes der achsenfreundlichen regierung...
axel stimme ich ausnahmnsweise mal voll zu, auf der anderen seite quält mich ständig die frage wie die engländer das damals alles gemacht haben ?! die waren doch wirklich überall, an jedem fleckchen erde hat dort ein expedition korps gekämpft, so viele engländer kanns doch gar net gegeben haben, klar gibts da noch die neuseeländer, australier, kanadier, inder etc. aber mich würde mal ein vergleich streitkräfte achse = empire interessieren ( reine soldatenstärke )

Gast-anonym1


13.10.03 20:59:42
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Geschrieben von waldi44:
Das Problem war nicht Rommel, sondern Hitler mit seiner Vorstellung vom Afrikakrieg, vom Mittelmeerraum, von den Italienern und den Prioritäten die er setzte.
Man hätte gekonnt, wenn Hitler gewollt hätte und als er wollte, war es zu spät.

Das sehe ich genauso, Rommels Kompetenzen als Militärischer Anführer schätze ich im übrigen weit höher ein als die seiner Kontrahenten der 8. Armee.

hmm zum thema türkei : es ist nicht nachgewiesen, daß die türkei wirklich zur achse übergetrten wäre !

Also selbst wenn, ich verstehe immernoch nicht, inwiefern die Türkei aus militärischer Sicht eine bedeutende Rolle hätte spielen können.. :Schulter:

[ Editiert von Gast-anonym1 am: 13.10.2003 21:00 ]

waldi44


13.10.03 22:20:04
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Die Türkei hätte immerhin einige millionen Mann Kanonenfutter liefern können, hätte über den Kaukasus vordringen gekonnt(Stalingrad) und im nahen Osten(Nord Afrike) Entlastung bringen können.
Tja, hätte... Italien hätte... Spanien hätte... Japan hätte...

The Real Blaze


13.10.03 22:49:43
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Hehe "die Hätte wenn show"... Ist doch ganz einfach: Jeder Nebenkriegsschauplatz war vom Erfolg im Osten abhängig,auch eine etwaige Erweiterung der Achse.War alles machbar gewesen und am machbarsten im August 41'.Mir ist es jetzt mal wurscht,was dann heute wäre.Aber subjektiv gedacht und das hätten wohl nach einem Sieg viele gemacht: Ich hätte meinen Großvater kennengelernt...Smiley mit verdrehten Augen
mfg The Real Blaze

waldi44


14.10.03 13:44:06
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Na, das mit dem Grossvater ist aber so eine Sache. Auch nach einem Sieg hätte es wohl überall noch auf Jahre und Jahrzehnte kämpfe gegeben!
Einige der Nebenkriegsschauplätze verhinderten eben diesen Ostsieg- kleine Ursache grosse Wirkung- Schussolinie war Schuld an der Niederlage vor Moskau- zumindest mitschuldig!
Aber wie schon weiter oben gesagt: Man hatte eben nichts anderes!
Übrigens habe ich mal irgendwo gelesen, dass sich die Grichen nur deshalb so tapfer verteidigten, weil sie eine natürliche Abneigung gegen die Italiener hatten. Als die Deutschen dann kamen, waren sie zwar enttäuscht darüber, aber ihnen ergaben sie sich lieber als den Italienern.
Ähnlich wie Polen und Russen!

The Real Blaze


14.10.03 18:20:31
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Das mit den Griechen ist doch insoweit erklärbar,daß nach der Unabhängikeit der Griechen von den Türken,doch ein Deutscher als Staatsoberhaupt eingesetzt wurde.Hat wohl nachhaltigen Eindruck hinterlassen...:D
Ja das stimmt schon,daß die hauprsächlich von Churchill angefachten Nebenkriegsschauplätze Zeit und Material kosteten.Aber ich stehe nachwievor zu dem Standpunkt,daß es trotzdem gereicht hätte,es wurde eben strategisch verschlampt.Ich hab das wirklich eingehend recherchiert,was der entscheidente strategische Fehler war.Und das war eben der "kriegswirtschaftliche" Kiewstoß.
Nach Herausreisen der Moskauer Verkehrspinne,wäre das Aufmarsch und Verschiebungspotential der Roten Armee drastisch gesunken!Ich glaube,da hätte es nicht mal eine Winterkrise gegeben,weil man nicht mehr direkt bis zur Front vorfahren konnte.Man weiß ja jetzt was Stalin machen wollte,wenn Moskau gefallen wäre.Praktisch alles was Hitler erobern wollte,wäre ihm danach in den Schoß gefallen. Tja und danach...das wäre im Verlaufe des Jahres 42' gewesen,hätte auch Rommel keinerlei Krise in Afrika erlebt,weil Hitler seinen Nah Ost Stoß angesetzt hätte. Die 8.englische Armee wäre somit im Rücken bedroht gewesen.
Malta hätte dann wirklich keine große Rolle mehr gespielt.Es wäre danach sowieso auch gefallen,weil die Mittel auch vorhanden gewesen wären.
mfg The Real Blaze
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