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Stalins verbrannte Erde Herbst 1941

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AutorBeitrag

indy


12.8.03 16:54:30
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Hat da einer grad was hieb und stichfestes zu?
bitte schnellSmiley mit Danke-Schild

RedEye


14.8.05 22:36:21
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Sowjetischer Wirtschaftskrieg im Zweiten Weltkrieg
Wilhelm Niederreiter

Die von der Sowjetunion von 1940 bis 1943 durchgeführten Maßnahmen, um die eigenen Kriegsanstrengungen zu fördern und den deutschen Gegner, auch unter Inkaufnahme verheerender Auswirkungen auf die eigene Zivilbevölkerung, in jeder Hinsicht zu schädigen, gehören zu den am wenigsten bekannten Aspekten des letzten Weltkriegs. Die sowjetische Strategie der »verbrannten Erde« schloß die Verschleppung von vielen Millionen Männern, Frauen und Kindern, die Umsiedlung und Verlagerung von Tausenden von Betrieben rüstungs und konsumwirtschaftlicher Art, die Mitnahme fast des gesamten rollenden Materials der sowjetischen Eisenbahn, den beinahe totalen Abbau aller Rohstofflager, den Abtransport des größten Teils der landwirtschaftlichen Maschinen, des Viehs und der Getreidevorräte, die systematische Zerstörung, Inbrandsetzung und Sprengung der nicht transportfähigen Infrastruktur, Vorräte aller Art, Fabrikhallen, Bergbauschächte, Wohnungen, öffentlichen Gebäude und sogar Kulturdenkmäler sowie ein absichtliches Aushungern der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung ein.


In bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der von den Sowjets evakuierten Zivilbevölkerung stellte im Jahre 1946 der im Auftrag des Völkerbundes schreibende amerikanische Professor Dr. Frank Lorimer von der Princeton Universität fest:

»Als die Deutschen die Grenze überschritten, wurden die Pläne für einen schnellen Abtransport von Menschen und Maschinen sofort in die Tat umgesetzt. In der Tat scheint die Massenevakuierung der Zivilbevölkerung in den annektierten Gebieten, die an die deutsche Machtzone grenzten [also Ostpolen, Baltikum, Bukowina, Bessarabien] mindestens etliche Tage vor dem 22. Juni 1941 in Gang gesetzt worden zu sein. Meistens wurde die Evakuierung mittels Eisenbahn vorgenommen. Ganze Fabriken wurden demontiert und im Innern wieder aufgebaut; ein großer Teil der landwirtschaftlichen Maschinen und viel Vieh wurde fortgeschafft.«[1]

Nach Aussagen des sowjetischen Hofhistorikers, Prof. Boris Semjonowitsch Telpuchowski vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der KPdSU in Moskau, wurde der Eisenbahnverkehr sofort auf einen für den Kriegsfall ausgearbeiteten Plan der Zugbewegung umgestellt. In den ersten Kriegsmonaten sollen etwa eine Million Waggons mit Industrieeinrichtungen, Materialvorräten und Menschen aus den gefährdeten frontnahen Gebieten abgefahren sein[2]. Deutscherseits wurde der Bestand der sowjetischen Personen- und Güterwagen auf jeweils 36.000 bzw. 850.000 bei Kriegsausbruch geschätzt. Ende 1941 waren schon über 40% der Gesamtlänge der sowjetischen Eisenbahnstrecken in deutscher Hand, aber das rollende Material konnte von den Sowjets größtenteils entfernt werden: Ende 1941 hatten die deutschen Truppen nur 1.100 Personenwagen und 43.300 Güterwagen (inkl. Kessel-, Kühl- und Packwagen) erbeutet[3] - beinahe die Hälfte davon schon in den ersten vier Wochen.

Die Zahl der evakuierten Zivilbevölkerung dürfte insgesamt etwa 15 Millionen betragen haben. Der Großteil wurde schon im Jahre 1941 nach Osten befördert. Wenn man davon ausgeht, daß 80% dieser 15 Millionen Menschen schon in den ersten Kriegsmonaten evakuiert wurden und man nur 30 Personen pro Waggon rechnet - bei der Deportation der geflüchteten jüdischen Bevölkerung aus Ostpolen nach Sibirien im Frühjahr 1940 pferchten die Sowjets 70 bis 80 Personen in einen Waggon[4] - , wären nur 40% der von Telpuchowski zitierten einen Million Wagen für die Evakuierung der Zivilbevölkerung notwendig gewesen; die restlichen etwa 600.000 Wagen sind also für Maschinen- und Materialvorräte-Abtransport verfügbar gewesen! Außerdem spricht Telpuchowski nur von den »ersten« Kriegsmonaten; würde man alle sechs Monate von Juni bis Ende 1941 zugrunde legen, müssen also weit mehr als eine Million Wagen im ersten Halbjahr abgefahren sein.

Telpuchowski beschreibt die sowjetischen Maßnahmen wie folgt:

»Die Evakuierung der Industriebetriebe erfolgte nach einem einheitlichen volkswirtschaftlichen Mobilisierungsplan. Der Plan bestimmte die Standorte, wohin die Betriebe verlagert werden sollten, und die Reihenfolge des Abtransports der Einrichtungen. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen den einzelnen Fabriken und Werken und deren Abhängigkeit voneinander mitberücksichtigt. ... Hunderte von Industrieunternehmen wurden in die Ostgebiete der UdSSR verlegt. So wurden in den zum Arsenal der Sowjetarmee verwandelten Ural 455 Betriebe evakuiert. Allein während dreier Monate des Jahres 1941 wurden mehr als 1.360 Großbetriebe verlegt. Das bewegliche Gut von Tausenden von Kolchosen und Sowchosen wurde in das Landesinnere geschafft. ... Durch die erfolgreiche Verlagerung und Wiederingangsetzung der Betriebe blieb der Grundstock der materiellen Ausstattung in großem Ausmaß erhalten. ... die rückläufige Tendenz der Produktion [war] bereits im Dezember 1941 zum Stehen gebracht worden.[5]

Auch aus den zugänglichen Uberresten der Geheimakten des früheren deutschen Wirtschaftsstabes Ost geht klar hervor, daß es den Sowjets in der Tat gelang, im Zuge eines detaillierten Evakuierungsplanes einen großen Teil der Produktionsmittel zu evakuieren oder zumindest für die Deutschen unbrauchbar zu machen. In dem 3. Vierzehntagesbericht des Wirtschaftsstabes Ost vom 30. August 1941 lesen wir folgendes in dieser Beziehung:

»Die russische und jüdische Oberschicht ist mit der Roten Armee abgezogen. Die führenden Ukrainer sind teils verschleppt, teils, soweit sie leitende Stellungen in Verwaltung und Wirtschaft innehatten, gezwungen worden, sich ostwärts des Dnjepr zu begeben. Das gleiche Schicksal traf auf dem Lande zahlreiche Traktorführer und andere Spezialisten. Im Juni sind zahlreiche Männer einberufen und in Garnisonen ins Landesinnere der UdSSR verschickt worden...«

»Infolge dieser Entwicklung fehlt es in Verwaltung, Industrie und Landwirtschaft der Ukraine durchweg an zur Leitung geeigneten Persönlichkeiten...«

»Größere wirtschaftliche Schäden entstehen durch die vor dem Abzug der Roten Armee durchgeführten planmäßigen Räumungs- und Vernichtungsaktionen. Diese haben nach den bisherigen Feststellungen von Westen nach Osten zugenommen. Sie erstrecken sich in der Stadt auf die Warenhäuser und Geschäfte sowie teilweise auch auf die Wohnhäuser und deren Einrichtungen, auf dem Lande auf den Maschinenbestand, die Getreidevorräte und auf die in den Naftabasen bei den Sowchosen und Kolchosen vorhandenen Treibstoffvorräte...«

»Die Räumungsaktion setzt gewöhnlich etwa 8-10 Tage vor dem Abzug der Roten Armee ein. Die für den Betrieb wichtigen Maschinen, hauptsächlich Elektromotoren, werden ausgebaut und in guter Verpackung nach dem Osten der UdSSR verladen. An Versandaufschriften wurden in der Ukraine bisher durchweg Orte festgestellt, die im Ural-Industriegebiet liegen, und zwar im Raum Swerdlowsk - Molotow (Perm) - Ufa Tschkalow (Orenburg) - Magnitogorsk. Es hat den Anschein, als ob dort bereits Vorkehrungen für die Wiederverwendung der in der Ukraine ausgebauten Maschinen getroffen seien...«

»Die Vernichtungsaktion setzt gewöhnlich 24 Stunden vor dem Abzug der Sowjet-Truppen ein. Sie ist von langer Hand vorbereitet und erstreckt sich auf die Inbrandsetzung der gewerblichen Betriebe, auf die Sprengung wichtiger Maschinenanlagen sowie anscheinend auch auf die Preisgabe von Vorräten (Inhalt der Läden in der Stadt, Getreidevorräte auf dem Land) zur Plünderung durch die Bevölkerung. An verschiedenen Stellen (z. B. Großkraftwerk Dnjepro-Ges und dem Aluminium-Kombinat in Saporoshje sowie der Eisenhütten-Industrie in Dnjepropetrowsk) hat der dort geleistete militärische Widerstand offensichtlich den Zweck, die Zerstörungen noch intakt gebliebener, wichtiger gewerblicher Anlagen zu ermöglichen.«[6]

Der Halbmonatsbericht vom 8. Dezember 1941 lautete ganz ähnlich:

»Nach Aussagen der Einwohnerschaft begann die systematische Räumung der wichtigsten Industriewerke bereits im August und wurde in großem Umfange durchgeführt. Die Facharbeiter und ihre Familien wurden gezwungen, sich ebenfalls evakuieren zu lassen. Die Charkower Industrie ist anscheinend überwiegend im Gebiet von Tscheljabinsk (Westsibirien) behelfsmäßig wiederaufgebaut worden. Nach Einwohneraussagen sind von dort Briefe gekommen, die dabei von trostlosen Zuständen, Wohnungslosigkeit und Hunger berichten. Auch durch Beobachtungen an anderen Stellen verstärkt sich der Eindruck, daß dem Abmontieren und Fortschaffen der Maschinen ein ausgearbeiteter Räumungsplan zu Grunde lag, mit dem Ziel, wichtige Engpaßmaschinen in weniger gefährdete Gebiete zu bergen, um in vorher bestimmten Ausweichbetrieben die Rüstungsproduktion wieder anlaufen zu lassen. So sind von den Sowjets nicht nur Maschinen ausgebaut und abtransportiert, sondern es sind auch Lehren, Vorrichtungen und Werkzeuge mitgeführt worden.«[7]

Ergänzend dazu sei nochmals Telpuchowski zitiert, der, auf »die Evakuierung von Millionen der Bevölkerung« eingehend, schreibt:

»Ein ernstes Problem bildete die Unterbringung der Millionenmassen, die aus den vom Feind besetzten und aus den frontnahen Gebieten evakuiert worden waren, in den Gebieten des Hinterlandes,« wo »die elementarsten Wohnbedingungen fehlten, man lebte in Zelten und Erdhütten. Die Ernährung war dürftig.«[8]

Wie man sieht, bestehen zwischen Telpuchowskis Darstellung der sowjetischen Maßnahmen und der in den Geheimberichten des Wirtschaftsstabes Ost in bezug auf Evakuierung von Menschen und Material und den trostlosen Zuständen in den sowjetischen Ausweichgebieten keine großen Unterschiede - mit der Ausnahme, daß Telpuchowski die rabiate sowjetische Taktik der »verbrannten Erde« auch gegenüber den zum Überleben der zurückgelassenen Zivilbevölkerung notwendigen Einrichtungen und Vorräten nicht der Erwähnung wert findet.

Das Bild, das sich der einrückenden deutschen Truppe bot, war in der Tat trostlos. Vom Eisenbahnsystem existierte nur noch das Schienennetz, das rollende Material war jedoch fast ganz verschwunden. Wasser- und Kraftwerke waren zum größten Teil zerstört. Von der ursprünglich installierten Energieleistung von 2.570.000 KW in den »besetzten Ostgebieten« wurden nicht einmal 12% (300.000 KW) betriebsfähig vorgefunden. So gründlich waren die sowjetischen Evakuierungs- und Zerstörungsarbeiten, daß bis Ende März 1943 lediglich eine Leistung von 630.000 KW verfügbar war. Dabei zeigten sich durchaus regionale Unterschiede. Während von der ursprünglichen Leistung im Gebiet des RK Ostland von 270.00 KW noch die Hälfte betriebsfähig vorgefunden wurde und bis Ende März 1943 wieder zu 90 % instandgesetzt werden konnte, waren die Sowjets im Gebiet des RK Ukraine, wo von den achtmal größeren Elektrizitätsanlagen von 2.200.000 KW nicht einmal 7% (145.000 KW) betriebsklar waren, weitaus erfolgreicher. Für die Gründlichkeit der Bolschewisten spricht die Tatsache, daß bis Ende März 1943 nur 350.000 KW wieder zur Verfügung standen[9].

Berücksichtigt man, daß die genannten Zahlen nur verfügbare Kapazitäten darstellen, die auf Grund wachsender Partisanentätigkeit und fast totalen Kohlemangels selten voll genutzt werden konnten und nicht unbeträchtliche Teile der zusammengeschrumpften Stromerzeugung vom deutschen Militär beansprucht oder der Zivilbevölkerung zur Verfügung gestellt werden mußte, wurde der Industrieproduktion offensichtlich ein vernichtender Schlag versetzt. Die Stromerzeugung betrug vor dem Krieg in den »besetzten Ostgebieten« rd. 10 Mrd. KWh jährlich. Vom Zeitpunkt der Besetzung bis Ende 1942 konnte der Wi Ost nur eine Erzeugung von 0,75 Mrd. KWh registrieren, und die für das Jahr 1943 vorgesehene Erhöhung auf 1,4 Mrd. KWh konnte nur zu knapp 70%, d.h. 1 Mrd. KWh, erreicht werden[10]. Die Grundlagen der Industrie - Kohle, Eisenerz, Rohstahl, Strom, Zement - waren so gründlich von den Sowjets vernichtet worden, daß nicht einmal die Minimumbedürfnisse der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung gewährleistet waren. Im Vergleich zur Vorkriegsproduktion erreichte die Steinkohleförderung unter deutscher Verwaltung nur 2,4%, bei Eisenerzen 0,1%, bei Rohstahl fast nichts, bei Strom 8,8 % und bei Zement nur 11,8%[11]!

Den Zusammenbruch der Wirtschaft veranschaulichen weiterhin die Zahlen über die in den »besetzten Ostgebieten« Ende 1942 in der gewerblichen Wirtschaft (ohne Nahrungsmittelindustrie) Beschäftigten, die auf 750.000 veranschlagt wurden. In den reinen Industriebetrieben betrug die Zahl der Beschäftigten Ende 1942 ca. 600.000.

Auffallend ist, daß die baltischen Länder, die vor Kriegsausbruch nur etwa 8% der Gesamtbevölkerung der nachmaligen »besetzten Ostgebiete« zählten, unter deutscher Verwaltung trotzdem fast ein Viertel der in der gewerblichen Wirtschaft Beschäftigten stellten. Die relativ kurze Zeit der Besetzung der baltischen Länder durch die Sowjets vor Kriegsanfang (22. Juni 1941) hatte es Moskau offensichtlich nicht erlaubt, einen gründlichen Evakuierungsplan für diese Länder fertigzustellen.

So radikal waren die bolschewistischen Verschleppungsmaßnahmen, daß sogar für diese absolut und relativ geringe Anzahl der Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft nicht genügend Führungskräfte aus den »besetzten Ostgebieten« rekrutiert werden konnten und 10.000 reichsdeutsche Kräfte zusätzlich eingesetzt werden mußten. Mit anderen Worten, in einem Gebiet, das vor dem Krieg über 70 Millionen Einwohner hatte - von denen wiederum nicht sehr viel mehr als die Hälfte in der Landwirtschaft tätig waren - und das nach der Besetzung nur noch 50 Millionen beherbergte, gelang es der deutschen Besatzungsmacht nicht, trotz eines erheblichen Einsatzes deutscher ziviler Kräfte und eines beträchtlichen reichsdeutschen Sachkapitals mehr als eine dreiviertel Million Menschen in der gewerblichen Wirtschaft (ohne Nahrungsmittelindustrie) zu beschäftigen.

Nach Telpuchowski wurden in den von den Deutschen bis zum November 1941 besetzten sowjetischen Gebieten 63 % der Kohle gefördert und 68 % des Roheisens, 58 % des Stahls und 60 % des Aluminiums erzeugt, 38 % des Getreides und 84 % des Zuckers produziert[13]. Die Akten des Wi Ost geben im wesentlichen identische Ziffern an. Wie es sich aber herausstellte, haben es die Sowjets verstanden, in den geräumten Gebieten durch skrupellose Demontage, Sprengungen, Feuer und Sabotage fast die gesamte gewerbliche Wirtschaft vor ihrem Abzug für die deutsche Besatzungsmacht unbrauchbar zu machen.

Anmerkungen

# Lorimer, Frank, The Population of the Soviet Union: History and Prospects, League of Nations, Genf 1946, S. 195/197
# Telpuchowski, Boris Semjonowitsch, Die sowjetische Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges 1941 - 1945, Frankfurt am Main 1961, S. 81, 84
# Reichswirtschaftsministerium, Die UdSSR Anfang 1942, (Datum unbekannt), Bundesarchiv Koblenz, Bestand R 24/817
# Treatment of Jews by the Soviets, 17th Interim Renort of Hearings before the Select Committee on Communist Aggression, House of Representatives, 83rd Congress, New York 1954, S.40-61
# Telpuchowski, Die sowjetische Geschichte, S. 81-83, 86
# Wirtschaftsstab Ost, Vierzehntagesbericht Wi Stab Ost (3. 8.-16. 8. 1941) vom 30. 8. 1941, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/11
# -, Halbmonatsbericht Wi Stab Ost (1.-15. 11. 1941) vom 8. 12. 1941, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/68
# Telpuchowski, Die sowjetische Geschichte, S. 82, 88
# Wirtschaftsstab Ost, Chefgruppe W, Wirtschaftsgrößenordnungen für die besetzten Ostgebiete, 9. 3. 1943, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, 20. 11. 1944, S. 7, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete vom 20. 11. 44 von KVR Krüger im Wirtschaftsstab Ost, Berlin, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260 - Wirtschaftsgrößenordnungen für die besetzten Ostgebiete vom 9. 3. 1943, Chefgruppe W im Wirtschaftsstab 0st, Berlin, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, 20. 11. 1944, S. 4, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Telpuchowski, Boris Semjonowitsch. Die sowjetische Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945, Frankfurt am Main 1961, S. 78

Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 29(1) (1981), S. 18-21

Merlin61


15.8.05 02:40:24
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@RedEye

Ein hochinteressanter Bericht, vor allem die Zahlenangaben die darin vorkommen - danke für die Infos.


Wobei die hier erwähnten Fakten (mit den angeführten Quellen) in dieser Ausstellung
=> Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 - 1944
ebenfalls dem daran interessierten Publikum zu zeigen, wohl auch kein Fehler sein kann.

So ges(ch)ehen, wäre zumindest die andere Seite der Medaille auch
mit ihrem Einfluss auf die Gesamt-Ereignisse einmal erwähnt worden.



* Ein sicher nicht unwichtiger Nachtrag zur Ausstellung und dem vorherigen Beitrag *
Fragen und kritische Anmerkungen zur Ausstellung: "Verbrechen der Wehrmacht (...)"

[ Editiert von Merlin61 am 15.08.05 3:27 ]

waldi44


15.8.05 11:15:24
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Ja, interessant, wenn auch nicht neu, zumindest für einige. Zahlen, gerade diese beindrucken immer.
Ein es aber stört mich an dem Artikel. Bei der Bevölkerung wird, im Gegensatz zu den Betrieben, nicht von Umsiedlung oder Evakuirung, sondern Verschleppung gesprochen.
Warum?
Verschleppt oder vertrieben wurden zu dieser Zeit zB. die Wolgadeutschen. Die Menschen in den von der Besetzung durch die Deutschen bedrohten Gebiete, wurden meiner Meinung nach Evakuiert, wenn sicher mitunter auch mit Gewalt!

Mitunter sind es solche kleinen Formulierungen, die den Kern einer ganzen Aussage bestimmen und ihr eine bestimmte Richtung geben - geben wollen!
Die Taktik der "Verbrannten Erde" wandte schon der alte Kotusow erfolgreich an und ich persönlich finde schon, dass ein Unterschied darin besteht, ob jemand sein Eigentum vernichtet, damit es ein potentieller Dieb nicht bekommt und gegen einen selber richtet, oder ob ein Dieb seine Diebesbeute zerstört, damit der rechtmässige Eigentümer sie nicht zurück erhält und wo immer es ihnen möglich war, zerstörten auch die Deutschen auf Reichsgebiet ettliches von dem, was bis dahin noch stehen geblieben war.
Ein simpler Vergleich mit simplen Worten:D!

Übrigens steckte da aber auch eine gewaltige logistische Leitung dahinter. Eine Leistung, die wohl kaum jemand den Sowjets zugetraut hätte!

The Real Blaze


15.8.05 19:00:33
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Verschleppt oder vertrieben wurden zu dieser Zeit zB. die Wolgadeutschen. Die Menschen in den von der Besetzung durch die Deutschen bedrohten Gebiete, wurden meiner Meinung nach Evakuiert, wenn sicher mitunter auch mit Gewalt!

In einer Dikatur, wie bei den Sowjets wurde nicht erst großartig herumgefragt, wer keine Lust mehr auf Bolschewismus hatte.Wer da bleiben wollte, weil es seine Heimat war, mußte trotzdem weg. Es sei man war alt und gebrechlich, also unnütz für Stalins Kriegsmaschinerie.
Gegen den Willen und das war nun mal der Großteil der Bevölkerung, war keine Evakuierung sondern Verschleppung.Evakuiert hat man deshalb nur Betriebe und verschleppt die Bevölkerung.Es sei man war ein bekannter Towarisch, da mußte man natürlich verschwinden, weil mit der Wehrmacht der Bolschewismus beseitigt wurde.


The Real Blaze
Post Scriptum Forum

Hauptmann Fuchs


15.8.05 21:50:10
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In diesem Fall sicher auch interessant der

"Fackelmänner-befehl"

Befehl Nr. 0428 der STAWKA des obersten Befehlshabers (Stalin) vom 17. November 1941

In deutsche Uniformen gekleidete Jagdkommandos (je Division 20-30 Mann) sollten Siedlungspunkte hinter der deutschen Front angreifen, Massaker verüben, "Volkseigentum" zerstören - aber immer Überlebende lassen - um den Hass auf die deutschen Eroberer zu schüren!

Merlin61


15.8.05 23:32:26
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@Waldi

U.a. zu deinem "Dieb-und-Diebesgut"-Vergleich möchte ich ein paar Auszüge aus
dem (letzten) Link zur Wehrmachtsausstellung bzw. dessen Katalog hier zitieren:
Katalog S. 386 „Verbrannte Erde“ Deportationen

Zitat:
Mit dem Rückzug der deutschen Wehrmacht, insbesondere seit Anfang 1943,
wurde die von Hitler befohlene Politik der „Verbrannten Erde“ umgesetzt.

Zitat Ende.

Nach Rechtsprechung des amerikanischen Militärgerichtshofs im Fall 7 ist „Verbrannte Erde“
zulässiges Kriegsmittel
, sofern Kriegsnotwendigkeit besteht. S.a. Katalog S. 188, 210, 287.

Quelle: Fall 7, Urteil gegen Lothar Rendulic.

Katalog S. 287-306 Ernährungskrieg

Zitat:

Um die Versorgung der Wehrmacht und der „Volksgemeinschaft“ in Deutschland während des Krieges sicherzustellen, sollten die besetzten Gebiete der Sowjetunion radikal geplündert werden. Daß damit Millionen von Menschen dem Hungertod ausgesetzt sein würden, war den Verantwortlichen durchaus bewußt.

.... Die Wehrmacht nutzte ihre Befugnisse wiederholt dazu, ohne Rücksicht auf die zivile Bevölkerung und den Erhalt der regionalen Wirtschaft zu requirieren. ... Drei Beispiele ... dokumentieren die Beteiligung der Wehrmacht an der deutschen Hungerpolitik.

Zitat Ende.

Die einseitig ausgewählten Dokumente stehen im Gegensatz zu Bemühungen, die Fronttruppe und die Zivilbevölkerung einigermaßen zu versorgen, auch durch Lebensmitteltransporte aus dem Reich. Die Aussteller verschweigen, daß die vorgesehenen Rationen vielfach wegen Vernichtung der Lebensmittelvorräte und Zerstörung des Transportsystems durch die sowjetische Strategie der „Verbrannten Erde“ beim Rückzug nicht ausgegeben werden konnten. Die Getreideernte in den besetzten Gebieten betrug 1941/42 nur noch 53,5 Prozent der Vorkriegsernte. Davon requirierte die Wehrmacht 15,4 Prozent für deutsche Zwecke bzw. die Ernährung der besetzten sowjetischen Großstädte.

Die vom amerikanischen Historiker Dallin bereits 1956 dokumentierte deutsche Wiederaufbaupolitik mit deutscher Wirtschaftshilfe für die besetzten Ostgebiete wird verschwiegen. S.a. Kat. S. 386

Quelle: Dallin, Deutsche Herrschaft, S. 378 ff.; Post, Verleumdete Armee, S. 163 ff.; Post, DMZ, S. 18 f.; Schmick, Alter Wein, S. 89-95; Scheil, Legenden, S. 73-82; Chiari, Alltag.

Katalog S. 328-346 Charkow Ernährungskrieg

Zitat:
Die 6. Armee praktizierte in Charkow die systematische Ausplünderung der 430.000 Einwohner zählenden ukrainischen Stadt. ... zeigten der Oberbefehlshaber ... sowie der erste Stadtkommandant ... kein Interesse am Schicksal der Zivilisten.
Zitat Ende.

Die Hungersnot in Charkow im Winter 1941/42 und teilweise später war von der Wehrmacht weder geplant, willkürlich ausgelöst oder gar begrüßt worden. Im Gegenteil, eine Hungersnot erschwerte die Situation der deutschen Heereseinheiten erheblich und konnte daher nicht in ihrem Interesse liegen. Die Truppe versuchte alles, was in ihrer Macht stand, das Schicksal der Bevölkerung zu mildern.

Quellen: Hammel, Rückwärtige Gebiete, in: Poeppel, S. 206-208; Scheil, Legenden, S. 104-106. S. a. Katalog S. 179-185; S. 287-306



Und zur Behandlung sowjetischer Kriegsgefangenen:
Katalog S. 188 Massensterben Sowjetische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft

Zitat:
Die Folge der völkerrechtswidrigen Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam war ein insbesondere von Sommer 1941 bis Frühjahr 1942 andauerndes Massensterben. Nach bisherigen Schätzungen gerieten insgesamt 5,7 Millionen Soldaten der Roten Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft. Von ihnen starben bis Kriegsende etwa 3,3 Millionen, also fast 58 Prozent.
Zitat Ende.


Nach neuen russischen Statistiken gelten 1,783 Millionen Soldaten der Roten Armee als vermißt bzw. als in deutscher Gefangenschaft verstorben. Die von Streit publizierte und häufig wiederholte Zahl von 3,3 Millionen ist auf das Doppelte überhöht. Sie wurde durch J. Hoffmann längst widerlegt.

Quellen: Krivosheev, Soviet Casualties, S. 85f.; Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg, S. 720 -731; Hammel, Rückwärtige Gebiete, in: Poeppel, S. 206-208; Post, Verleumdete Armee, S. 162-163; Post, DMZ, S. 18 f.


S.a. Katalog S. 187-286, Sowjetische Kriegsgefangene.

Katalog S. 210-212 Befehl des Oberkommandos des Heeres zur Verpflegung sowjetischer Kriegsgefangener

Zitat:
Am 21.10.1941 verfügte das OKH wöchentliche Verpflegungssätze für sowjetische Kriegsgefangene, die zum Überleben nicht reichten, zumal die vorgesehenen Rationen nur selten in vollem Umfang ausgegeben wurden.
Zitat Ende.

Rechnet man die im OKH-Befehl angegebenen Wochenrationen um, dann sollte jeder nichtarbeitende sowjetische Kriegsgefangene täglich etwa 1400 Kalorien erhalten, was zum Überleben durchaus ausreicht. Es war außerdem beispielsweise doppelt so viel, wie die Alliierten später im besetzten Nachkriegsdeutschland an Kalorien ausgaben.

Die Aussteller geben keinen Hinweis, warum die vorgesehenen Rationen vielfach nicht ausgegeben wurden: wegen der Vernichtung der Lebensmittelvorräte und wegen des Zusammenbruchs des Transportsystems im Lande durch die sowjetische Strategie der „Verbrannten Erde“. Kat. S. 386.

Quelle: Post, Verleumdete Armee, S. 158 ff.; Scheil, Legenden, S. 90f.




Mein persönliches Fazit, nachdem ich u.a. das oben zitierte über das Thema gelesen habe ist: Es bleibt nur ein geringer Prozentsatz einer vorsätzlichen Ausplünderung / Zerstörung der eroberten / besetzten Gebiete in der früheren Sowjetunion durch das Deutschen Reich übrig, welcher - wenn überhaupt - geplant und dann vor-Ort auch durchgeführt wurde.
Zumindest beim Studium ALLER in Frage kommender Quellen, scheint mir dies "im großen Stil" keinesfalls beleg- / beweisbar und deshalb kann mMn der Vorwurf einer systematischen Ausplünderung / Zerstörung der Sowjetunion durch deutsche Truppen, zumindest in dieser Form, auch nicht länger aufrecht erhalten werden - ganz im Gegenteil.

Dazu (vielleicht?) passend der Bildhafter Vergleich mit einer oder mehreren (Milch-)Kühe:
Ob im III. Reich größtenteils der Grundsatz: "Schlachte nie eine Kuh die dir noch Milch geben kann" nur deshalb in der Sowjetunion angewandt wurde ist eigentlich Sekundär, wenn die "restlichen" Kühe ZUVOR nur knapp dem (Not-?)schlachten entkommen sind, oder diese auch nur als völlig wertlos dem Feind überlassen wurde(n).

D.h. Was schon zerstört war wenn man in ein erobertes Land kommt, kann man entweder so belassen oder zumindest versuchen, dies wenigstens teilweise wieder wiederherzustellen. Deutsche Truppen(-teile) haben es "nachweislich" zumindest versucht die Gesamtsituation zum Positiven zu ändern - auch wenn dies sicher NICHT ihre eigentliche Aufgabe (dort) war und Kampfhandlungen es oft sogar unmöglich machten.
Ob einzig für sich allein, und oder AUCH für die ansässige Bevölkerung, muss wohl noch sehr lange ungeklärt im Raum stehen bleiben.
Zumindest so lange, bis auch letzten Archive dazu geöffnet wurden - wenn sich dann auch keine Zeitzeugen mehr dazu äussern können.


Und zum Thema "verbrannte Erde" der Deutschen...
Wenn deutsche Truppen(-teile) dies jedoch alles wieder bei ihrem Abzug zerstörten, oder zusätzlich AUCH "verbrannte Erde" hinterliesen, um den nachfolgenden Sowjets keine Vorteile in die Hand zu spielen, so ist dies in meinen Augen durchaus legitim, da es die Sowjets beim Einmarsch der Wehrmacht UND deren eigenen in die deutschen Ostgebiete, sich nicht großartig voneinander unterschieden haben.

waldi44


16.8.05 10:43:43
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@Real
Zitat:
"In einer Dikatur, wie bei den Sowjets wurde nicht erst großartig herumgefragt, wer keine Lust mehr auf Bolschewismus hatte.Wer da bleiben wollte, weil es seine Heimat war, mußte trotzdem weg. Es sei man war alt und gebrechlich, also unnütz für Stalins Kriegsmaschinerie."

Abgewandelt:
"In einer Dikatur, wie bei den Nazis wurde nicht erst großartig herumgefragt, wer keine Lust mehr auf Bolschewismus hatte.Wer da bleiben wollte, weil es seine Heimat war, mußte trotzdem weg. Es sei man war alt und gebrechlich, also unnütz für Hitlers Kriegsmaschinerie."

Womit also bewiesen wäre, dass die Bewohner Ostdeutschlands von den Nazis vertrieben wurden!

@Merlin

Natürlich fanden in den eroberten Gebieten gewisse Aufbauarbeiten statt und da wo es keine einheimischen Kräfte mehr gab, mussten eben deutsche her.
Schliesslich brauchte man die Ressourcen des Landes zur Kriegsführung und da alle Fördermittel (Fabriken, Schienen, Strassen, Brücken, Bergwerke usw.) zerstört waren, blieb den Deutschen überhaupt nichts anderes übrig.
Daran ist nichts besonders erwähnends- bzw. bemerkenswertes.
Sicher hatte auch die Wehrmacht auch ihrem Rückzug das Recht(?), alle für die Rote Armee nützlichen Einrichtungen zu zerstören. Der Haken war eben; es geschah auf vordem eroberten russischem Gebiet!

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16.8.05 11:46:41
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In allen Statistken über den II WK geben die Russen den Deutschen die "Schuld" !
Mit der einfachen Begründung:
wenn es nicht zum Kriege gekommen wäre,hätte man ja auch keine Verluste zu tragen gehabt!
Somit sind wir auch schuld an die Deportationen der Krimtataren, Kalmücken,den Balkanvölkern, den Kaukasusvölkern und last but not least natürlich auch an ihrer "verbrannte Erde" !
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Hauptmann Fuchs


16.8.05 15:57:16
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In allen Statistken über den II WK geben die Russen den Deutschen die "Schuld" !
Mit der einfachen Begründung:
wenn es nicht zum Kriege gekommen wäre,hätte man ja auch keine Verluste zu tragen gehabt! ...


Klar, wenn die geplante Operation "Gewitter" angelaufen wäre, dann hätte der Russe ja auch keine Verluste im eigenen Land gehabt.

Erst nach dem Stalin gemerkt hat, dass die Deutschen ihn durchschauten und ihm mit ihrem Angriff zuvorkam, wollte er ihnen natürlich nichts von dem ach so "reichen" Russland überlassen!

Hauptmann Fuchs


16.8.05 15:57:49
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In allen Statistken über den II WK geben die Russen den Deutschen die "Schuld" !
Mit der einfachen Begründung:
wenn es nicht zum Kriege gekommen wäre,hätte man ja auch keine Verluste zu tragen gehabt! ...


Klar, wenn die geplante Operation "Gewitter" angelaufen wäre, dann hätte der Russe ja auch keine Verluste im eigenen Land gehabt.

Erst nach dem Stalin gemerkt hat, dass die Deutschen ihn durchschauten und ihm mit ihrem Angriff zuvorkam, wollte er ihnen natürlich nichts von dem ach so "reichen" Russland überlassen!

Nachgefragt


16.8.05 16:47:40
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Gepostet von Merlin61
@Waldi

U.a. zu deinem "Dieb-und-Diebesgut"-Vergleich möchte ich ein paar Auszüge aus
dem (letzten) Link zur Wehrmachtsausstellung bzw. dessen Katalog hier zitieren:
Katalog S. 386 „Verbrannte Erde“ Deportationen

Zitat:
Mit dem Rückzug der deutschen Wehrmacht, insbesondere seit Anfang 1943,
wurde die von Hitler befohlene Politik der „Verbrannten Erde“ umgesetzt.

Zitat Ende.

Nach Rechtsprechung des amerikanischen Militärgerichtshofs im Fall 7 ist „Verbrannte Erde“
zulässiges Kriegsmittel
, sofern Kriegsnotwendigkeit besteht. S.a. Katalog S. 188, 210, 287.

Quelle: Fall 7, Urteil gegen Lothar Rendulic.

Katalog S. 287-306 Ernährungskrieg

Zitat:

Um die Versorgung der Wehrmacht und der „Volksgemeinschaft“ in Deutschland während des Krieges sicherzustellen, sollten die besetzten Gebiete der Sowjetunion radikal geplündert werden. Daß damit Millionen von Menschen dem Hungertod ausgesetzt sein würden, war den Verantwortlichen durchaus bewußt.

.... Die Wehrmacht nutzte ihre Befugnisse wiederholt dazu, ohne Rücksicht auf die zivile Bevölkerung und den Erhalt der regionalen Wirtschaft zu requirieren. ... Drei Beispiele ... dokumentieren die Beteiligung der Wehrmacht an der deutschen Hungerpolitik.

Zitat Ende.

Die einseitig ausgewählten Dokumente stehen im Gegensatz zu Bemühungen, die Fronttruppe und die Zivilbevölkerung einigermaßen zu versorgen, auch durch Lebensmitteltransporte aus dem Reich. Die Aussteller verschweigen, daß die vorgesehenen Rationen vielfach wegen Vernichtung der Lebensmittelvorräte und Zerstörung des Transportsystems durch die sowjetische Strategie der „Verbrannten Erde“ beim Rückzug nicht ausgegeben werden konnten. Die Getreideernte in den besetzten Gebieten betrug 1941/42 nur noch 53,5 Prozent der Vorkriegsernte. Davon requirierte die Wehrmacht 15,4 Prozent für deutsche Zwecke bzw. die Ernährung der besetzten sowjetischen Großstädte.

Die vom amerikanischen Historiker Dallin bereits 1956 dokumentierte deutsche Wiederaufbaupolitik mit deutscher Wirtschaftshilfe für die besetzten Ostgebiete wird verschwiegen. S.a. Kat. S. 386

Quelle: Dallin, Deutsche Herrschaft, S. 378 ff.; Post, Verleumdete Armee, S. 163 ff.; Post, DMZ, S. 18 f.; Schmick, Alter Wein, S. 89-95; Scheil, Legenden, S. 73-82; Chiari, Alltag.

Katalog S. 328-346 Charkow Ernährungskrieg

Zitat:
Die 6. Armee praktizierte in Charkow die systematische Ausplünderung der 430.000 Einwohner zählenden ukrainischen Stadt. ... zeigten der Oberbefehlshaber ... sowie der erste Stadtkommandant ... kein Interesse am Schicksal der Zivilisten.
Zitat Ende.

Die Hungersnot in Charkow im Winter 1941/42 und teilweise später war von der Wehrmacht weder geplant, willkürlich ausgelöst oder gar begrüßt worden. Im Gegenteil, eine Hungersnot erschwerte die Situation der deutschen Heereseinheiten erheblich und konnte daher nicht in ihrem Interesse liegen. Die Truppe versuchte alles, was in ihrer Macht stand, das Schicksal der Bevölkerung zu mildern.

Quellen: Hammel, Rückwärtige Gebiete, in: Poeppel, S. 206-208; Scheil, Legenden, S. 104-106. S. a. Katalog S. 179-185; S. 287-306



Und zur Behandlung sowjetischer Kriegsgefangenen:
Katalog S. 188 Massensterben Sowjetische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft

Zitat:
Die Folge der völkerrechtswidrigen Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam war ein insbesondere von Sommer 1941 bis Frühjahr 1942 andauerndes Massensterben. Nach bisherigen Schätzungen gerieten insgesamt 5,7 Millionen Soldaten der Roten Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft. Von ihnen starben bis Kriegsende etwa 3,3 Millionen, also fast 58 Prozent.
Zitat Ende.


Nach neuen russischen Statistiken gelten 1,783 Millionen Soldaten der Roten Armee als vermißt bzw. als in deutscher Gefangenschaft verstorben. Die von Streit publizierte und häufig wiederholte Zahl von 3,3 Millionen ist auf das Doppelte überhöht. Sie wurde durch J. Hoffmann längst widerlegt.

Quellen: Krivosheev, Soviet Casualties, S. 85f.; Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg, S. 720 -731; Hammel, Rückwärtige Gebiete, in: Poeppel, S. 206-208; Post, Verleumdete Armee, S. 162-163; Post, DMZ, S. 18 f.


S.a. Katalog S. 187-286, Sowjetische Kriegsgefangene.

Katalog S. 210-212 Befehl des Oberkommandos des Heeres zur Verpflegung sowjetischer Kriegsgefangener

Zitat:
Am 21.10.1941 verfügte das OKH wöchentliche Verpflegungssätze für sowjetische Kriegsgefangene, die zum Überleben nicht reichten, zumal die vorgesehenen Rationen nur selten in vollem Umfang ausgegeben wurden.
Zitat Ende.

Rechnet man die im OKH-Befehl angegebenen Wochenrationen um, dann sollte jeder nichtarbeitende sowjetische Kriegsgefangene täglich etwa 1400 Kalorien erhalten, was zum Überleben durchaus ausreicht. Es war außerdem beispielsweise doppelt so viel, wie die Alliierten später im besetzten Nachkriegsdeutschland an Kalorien ausgaben.

Die Aussteller geben keinen Hinweis, warum die vorgesehenen Rationen vielfach nicht ausgegeben wurden: wegen der Vernichtung der Lebensmittelvorräte und wegen des Zusammenbruchs des Transportsystems im Lande durch die sowjetische Strategie der „Verbrannten Erde“. Kat. S. 386.

Quelle: Post, Verleumdete Armee, S. 158 ff.; Scheil, Legenden, S. 90f.




Mein persönliches Fazit, nachdem ich u.a. das oben zitierte über das Thema gelesen habe ist: Es bleibt nur ein geringer Prozentsatz einer vorsätzlichen Ausplünderung / Zerstörung der eroberten / besetzten Gebiete in der früheren Sowjetunion durch das Deutschen Reich übrig, welcher - wenn überhaupt - geplant und dann vor-Ort auch durchgeführt wurde.
Zumindest beim Studium ALLER in Frage kommender Quellen, scheint mir dies "im großen Stil" keinesfalls beleg- / beweisbar und deshalb kann mMn der Vorwurf einer systematischen Ausplünderung / Zerstörung der Sowjetunion durch deutsche Truppen, zumindest in dieser Form, auch nicht länger aufrecht erhalten werden - ganz im Gegenteil.

Dazu (vielleicht?) passend der Bildhafter Vergleich mit einer oder mehreren (Milch-)Kühe:
Ob im III. Reich größtenteils der Grundsatz: "Schlachte nie eine Kuh die dir noch Milch geben kann" nur deshalb in der Sowjetunion angewandt wurde ist eigentlich Sekundär, wenn die "restlichen" Kühe ZUVOR nur knapp dem (Not-?)schlachten entkommen sind, oder diese auch nur als völlig wertlos dem Feind überlassen wurde(n).

D.h. Was schon zerstört war wenn man in ein erobertes Land kommt, kann man entweder so belassen oder zumindest versuchen, dies wenigstens teilweise wieder wiederherzustellen. Deutsche Truppen(-teile) haben es "nachweislich" zumindest versucht die Gesamtsituation zum Positiven zu ändern - auch wenn dies sicher NICHT ihre eigentliche Aufgabe (dort) war und Kampfhandlungen es oft sogar unmöglich machten.
Ob einzig für sich allein, und oder AUCH für die ansässige Bevölkerung, muss wohl noch sehr lange ungeklärt im Raum stehen bleiben.
Zumindest so lange, bis auch letzten Archive dazu geöffnet wurden - wenn sich dann auch keine Zeitzeugen mehr dazu äussern können.


Und zum Thema "verbrannte Erde" der Deutschen...
Wenn deutsche Truppen(-teile) dies jedoch alles wieder bei ihrem Abzug zerstörten, oder zusätzlich AUCH "verbrannte Erde" hinterliesen, um den nachfolgenden Sowjets keine Vorteile in die Hand zu spielen, so ist dies in meinen Augen durchaus legitim, da es die Sowjets beim Einmarsch der Wehrmacht UND deren eigenen in die deutschen Ostgebiete, sich nicht großartig voneinander unterschieden haben.




@Merlin61

klatschender Smiley klatschender Smiley klatschender Smiley

Merlin61


16.8.05 17:42:13
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Waldi hat u.a. geschrieben:

@Merlin
Schliesslich brauchte man die Ressourcen des Landes zur Kriegsführung und da alle Fördermittel (Fabriken, Schienen, Strassen, Brücken, Bergwerke usw.) zerstört waren, blieb den Deutschen überhaupt nichts anderes übrig.
Daran ist nichts besonders erwähnends- bzw. bemerkenswertes.
Sicher hatte auch die Wehrmacht auch ihrem Rückzug das Recht(?), alle für die Rote Armee nützlichen Einrichtungen zu zerstören. Der Haken war eben; es geschah auf vordem eroberten russischem Gebiet!

Erwähnenswert ist das Thema "Wiederaufbau eroberter und zerstörter Gebiete" - zu welchem Zweck letztendlich auch immer - durchaus,
da dies die Ostblockstaaten allgemein nach dem Ende des WKII i.d.R. eben NICHT wie die Wehrmacht(-sführung) getan haben.
Ganz im Gegenteil, weil diese (zerstörten) Gebiete von den Sowjets u.a. zusätzlich sogar noch Wirtschaftlich regelrecht ausgeplündert wurden.
Als Gegenargument "könnte man" natürlich anführen, die Wehrmacht(-sführung) hat ja Nichts mehr vorgefunden was man als "Ausplünderung" bezeichnen könnte, und musste deshalb das Vorgefundene zumindest wieder instandsetzen - oder auch neu aufbauen bzw. erstellen.

---

@Nachgefragt

für dies:

Zitat:
@Merlin61

klatschender Smileyklatschender Smileyklatschender Smiley
Zitat Ende.

...hättest du nicht unbedingt mein gesamtes Posting zu wiederholen brauchen.
Der Eingangs- (...) und Schlusssatz (davon) wäre sicher ausreichend gewesen ;)

Nachgefragt


16.8.05 17:46:06
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Gepostet von Merlin61
...hättest du nicht unbedingt mein gesamtes Posting zu wiederholen brauchen.
Der Eingangs- (...) und Schlusssatz (davon) wäre sicher ausreichend gewesen ;)



..... es war halt so nett ... :D Smiley mit dafür-Schild

The Real Blaze


16.8.05 19:02:33
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Deutsche Truppen(-teile) haben es "nachweislich" zumindest versucht die Gesamtsituation zum Positiven zu ändern - auch wenn dies sicher NICHT ihre eigentliche Aufgabe (dort) war und Kampfhandlungen es oft sogar unmöglich machten.

Der ganze im Verlaufe des Ostkriegs entstande Generalplan war auch deshalb kein Ausplünderungs- und Zerstörungsplan , sondern ein Aufbau und Kolonisationsplan.

Und zum Thema "verbrannte Erde" der Deutschen...
Wenn deutsche Truppen(-teile) dies jedoch alles wieder bei ihrem Abzug zerstörten, oder zusätzlich AUCH "verbrannte Erde" hinterliesen, um den nachfolgenden Sowjets keine Vorteile in die Hand zu spielen, so ist dies in meinen Augen durchaus legitim, da es die Sowjets beim Einmarsch der Wehrmacht UND deren eigenen in die deutschen Ostgebiete, sich nicht großartig voneinander unterschieden haben.

Jede Feindmacht dachte an verbrannte Erde. Churchill wollte zum Beispiel die englischen Strände mit Gasangriffen "aufweichen", falls eine deutsche Invasion geglückt wäre. Ganz dumm wäre das dann gelaufen wenn dabei der Wind nicht mit gespielt hätte und er sein eigenes Volk vergast hätte...

The Real Blaze
Post Scriptum Forum

[ Editiert von The Real Blaze am 16.08.05 19:02 ]

Hauptmann Fuchs


16.8.05 19:36:04
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Aus mehreren reisen mit Veteranen nach Russland weiss ich, dass die Oberste Führung bestrebt war, Ruhe im Rückwärtigen Raum zu haben. In den Dörfern wurde "Älteste" eingesetzt, die eng mit den Kommandanten zusammen arbeiteten.

- Ein Uscha/Pz.Kommandant berichtete mir, wie er drei Tage von Morgens bis Abends strafexerzieren musste, weil er den "Rock" einer ukrainischen Bäuerin zum Putzen der Kanone verwendete.
- Bei abendlichen Treffen mit den Dorfbewohnern berichteten diese wiederholt, dass die deutschen Truppen sich korrekt verhalten hätten
- bis heute wurde deutsche Grabstellen von einzelnen Leuten gepflegt, wenn auch die Masse durch die deutschen Pioniere beim Rückzug eingeebnet wurden.
- In Inguschien wurde unser Reisebuss von Dorfbewohnern gestürmt! Sie wollten Hammel schlachten und schleppten Melonen heran.
- Vielerorts eilten die Bürgermeister herbei, um uns zu begrüßen

Diese Ruhe war aber nicht im Sinne Stalins. Deshalb versuchte er dieses gute Verhältnis zwischen Bevölkerung (ganz besonders der dörflichen) zu stören.

waldi44


16.8.05 21:25:01
Direktverweis
Gepostet von Hauptmann Fuchs
Erst nach dem Stalin gemerkt hat, dass die Deutschen ihn durchschauten und ihm mit ihrem Angriff zuvorkam, wollte er ihnen natürlich nichts von dem ach so "reichen" Russland überlassen!


Hm? Welcher Deutsche hat wann was durchschaut? Suworow und Co. sind meist keine Deutschen und haben ihre Erkenntnisse erst lange NACH dem Krieg veröffentlicht!

Nachgefragt


16.8.05 21:32:36
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Gepostet von waldi44
Gepostet von Hauptmann Fuchs
Erst nach dem Stalin gemerkt hat, dass die Deutschen ihn durchschauten und ihm mit ihrem Angriff zuvorkam, wollte er ihnen natürlich nichts von dem ach so "reichen" Russland überlassen!


Hm? Welcher Deutsche hat wann was durchschaut? Suworow und Co. sind meist keine Deutschen und haben ihre Erkenntnisse erst lange NACH dem Krieg veröffentlicht!



Smiley mit Hammer auf dem Kopf

Merlin61


17.8.05 02:15:33
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Falls sich jemand näher für meine obigen Zitate, bezogen auf die (Wander-)Ausstellung:
„Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944“
interessiert, dem kann sogar mit einem Buch bei seinen Recherchen geholfen werden:

=> Die Wahrheit über die Wehrmacht : Reemtsmas Fälschungen widerlegt

So sieht der Einband / Titel des Buches aus, da dieser bei Amazon leider fehlt:





P.S. Wobei ich der Meinung bin, dass sich der Autor den Zusatz "...Reemtsmas Fälschungen widerlegt"
sich auch hätte sparen können, da dieser u.U. auf die gesamte Ausstellung bezogen werden könnte...

Andererseits ist mit den (Anti-)Wehrmachtsausstellungen ja auch nur eine einzige Kampagne verfolgt worden,
welche leider auch hunderttausende von (vor allem jugendlichen) Besuchern damit erfolgreich "getäuscht" hat.
Deshalb kann der Titel-Zusatz auch bleiben, da dem Motto der Ausstellung-en die Faktenlage genauso widerspricht.
In der Schule würde dies heißen: "Das (SELBST !) vorgegebene Thema wurde verfehlt => 0 Punkte = ungenügend" Smiley mit Hammer auf dem Kopf

[ Editiert von Merlin61 am 17.08.05 3:03 ]

waldi44


17.8.05 14:42:33
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Tja, wer hat nun die Wahrheit gepachtet: Reemtsma oder Klaus Sojka?

JanHendrik


17.8.05 14:44:43
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Reemstma sicher nicht , ansonsten wären wohl seine beiden Austellungen net so ein historischer Flop gewesen ...

Jan-Hendrik

Hauptmann Fuchs


17.8.05 14:58:58
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Gepostet von Nachgefragt
Gepostet von waldi44
Gepostet von Hauptmann Fuchs
Erst nach dem Stalin gemerkt hat, dass die Deutschen ihn durchschauten und ihm mit ihrem Angriff zuvorkam, wollte er ihnen natürlich nichts von dem ach so "reichen" Russland überlassen!


Hm? Welcher Deutsche hat wann was durchschaut? Suworow und Co. sind meist keine Deutschen und haben ihre Erkenntnisse erst lange NACH dem Krieg veröffentlicht!



Smiley mit Hammer auf dem Kopf


@waldi
Du glaubst wohl auch noch an die heimtückischer Überfall Variante?
Und dass Rudolf Hess (Todestg heute!)zur Sommerfrische nach Schottland wollte?

waldi44


17.8.05 15:10:48
Direktverweis
Es geht nicht darum, was wir heute glauben, sondern was wir heute wissen und was man damals wusste.
Es gibt keinerlei Beweise oder Quellen, dass Hitler etwas von möglichen Angriffsplänen Stalins wusste! Kein seriöser Historiker wird Hitlers "Barbarossa" als Präventivschlag bezeichnen, denn das würde voraussetzen, Hitler wusste um Stalins Pläne(so er tatsächlich solche hegte)!
Dass die Wehrmacht in einen augenscheinlichen Aufmarsch stiess ist eine von vielen Theorien, denen man ebensoviele entgegenstellen kann.
Der einzige historische Fakt ist, dass Deutschland angegriffen hat und nicht Russland! Hitler, nicht Stalin!

Es gibt auch keinerlei Beweise, dass Hitler Heß nach England geschickt hatte. Auch hier nur Vermutungen, Gerüchte, dubiose Quellen und dunkle Andeutungen ohne Beweiskraft!

Hauptmann Fuchs


17.8.05 15:26:48
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Viele Sachen werden wir auch nicht mehr erfahren, wir jedenfalls nicht, wenn wichtige Akten für hunderte von Jahren gesperrt sind.
Wir werden auch nicht mehr alles erfahren, was Hitler wusste, weil sein Archiv und viele andere Archive in Russland sind.
Aber wenn man etwas nicht genau weiss, kann man es auch schlüssig folgern.
Ich bin davon überzeugt!

The Real Blaze


17.8.05 19:28:29
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Es gibt keinerlei Beweise oder Quellen, dass Hitler etwas von möglichen Angriffsplänen Stalins wusste!

Ich weiß nicht wie man das sonst nennt wenn man auf Grund von Aufklärungsfotos sieht, wie die Rote Armee an der Grenze aufmarschiert war, wie jeder Flugplatz und Hilfsflugplatz zum bersten voll mit Kampfflugzeugen belegt war! Wie würde man so etwas deuten, wenn sich schon im Vorfeld auf diplomatischer und geheimdienstlicher Bühne herausgestellt hat, daß die Russen mit den Alliierten zusammenarbeiteten?

Wir hatten das schon hunderte male durchgekaut, aber egal.
Barbarossa wirkte sich präfentiv aus
Und der gefangene Sohn Stalins wußte genau zu berichten, wie sich die Russen auf einen Angriffskrieg vorbereiteten.

The Real Blaze
Post Scriptum Forum

[ Editiert von The Real Blaze am 17.08.05 19:29 ]

Hoth


17.8.05 20:11:57
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Gepostet von Hauptmann Fuchs
Viele Sachen werden wir auch nicht mehr erfahren, wir jedenfalls nicht, wenn wichtige Akten für hunderte von Jahren gesperrt sind.
Wir werden auch nicht mehr alles erfahren, was Hitler wusste, weil sein Archiv und viele andere Archive in Russland sind.
Aber wenn man etwas nicht genau weiss, kann man es auch schlüssig folgern.
Ich bin davon überzeugt!


Ich denke auch, daß in den britischen, aber vor allem den russ. Archiven noch sehr erstaunliche und interessante Dokumente liegen, die die Geschichtsschreibung verändern werden.

JanHendrik


17.8.05 20:27:07
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Würden ...

Du glaubst doch nicht , das die 1:1 veröffentlicht werden , werter Bernd ?

Jan-Hendrik

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18.8.05 10:40:15
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Gepostet von waldi44
Es geht nicht darum, was wir heute glauben, sondern was wir heute wissen und was man damals wusste.
Es gibt keinerlei Beweise oder Quellen, dass Hitler etwas von möglichen Angriffsplänen Stalins wusste! Kein seriöser Historiker wird Hitlers "Barbarossa" als Präventivschlag bezeichnen, denn das würde voraussetzen, Hitler wusste um Stalins Pläne(so er tatsächlich solche hegte)!
Dass die Wehrmacht in einen augenscheinlichen Aufmarsch stiess ist eine von vielen Theorien, denen man ebensoviele entgegenstellen kann.
Der einzige historische Fakt ist, dass Deutschland angegriffen hat und nicht Russland! Hitler, nicht Stalin!

Es gibt auch keinerlei Beweise, dass Hitler Heß nach England geschickt hatte. Auch hier nur Vermutungen, Gerüchte, dubiose Quellen und dunkle Andeutungen ohne Beweiskraft!


Das ist Original @waldi,

ohne zu hinterfragen, wird die Denk,-und Geschichtsschreibung der Aliierten Sieger übernommen!
Es werden mit zeitlichen Abstand die Beweise noch eintrudeln, dann bist Du wahrscheinlich (und ich auch;( )unter dem Rasen! Bis dann glaub mal ruhig weiter an die Mär von Hitler den Welteneroberer und an die Quellen und Beweise der Sieger!
Ich halte mich an Indizien, die hier auch schon mehrfach besprochen wurden als da z.B. wären Weltrevolution, Nachbarschaftsverhältnisse der UdSSr zwischen 1939-1941, Munitionsmangel im II.Treffen der RA, da Muntion leider überrollt wurde etc.,pp.!
Ich werde immer hinterfragen und nicht"seriösen" Wissenschaftler glauben, denn die hatten mir in der DDR als Jugendlichen auch erzählt, das die UdSSR nie mit einem geheimen Zusatzprotokoll paktierten ! Das waren Wissenschaftler mit NPT und auch "geschätzt" in Westen!
Heute weiß ich warum!
Aber für @waldi für den ein Vertriebenendenkmal schon eine Zumutung ist habe ich auch nichts anderes erwartet.
Für mich persönlich, habe ich schon immer festgestellt das der Ausbruch eines Krieges nie eine Schuldfrage ist sondern nur eine Machtfrage!
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Hauptmann Fuchs


18.8.05 10:49:54
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Im April war ich in Russland und habe die Stalingradgedenkstätte in Rossoschka besucht.
Dort hörte ich eine weitere Variante für die deutschen Anfangserfolge im Russlandfeldzug:
- alle Offiziere waren mit ihren Familien im Sommerurlaub.
Ich wusste nicht, ob ich mich wegfetzen sollte vor lachen oder wegen soviel Dummheit weinen.

Am Rande: die deutsche Gedenkstätte konnte nur entstehen, weil der Volksbund sich verpflichtet hatte, über der Strasse eine Kranzabladestelle auch für Russen zu errichten.

Hoth


18.8.05 12:03:02
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Gepostet von JanHendrik
Würden ...

Du glaubst doch nicht , das die 1:1 veröffentlicht werden , werter Bernd ?

Jan-Hendrik


Doch, das glaube ich, Jan-Hendrik. Wir werden das wohl nicht mehr erleben, aber 1-2 Generationen nach uns schon, denke ich. Das mag nicht ALLES sein, auch nicht alles 1:1, aber brisant genug.

Merlin61


19.8.05 01:43:46
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Apropos "verbrannte Erde" in Russland und "Blitzfeldzüge".

Diese beiden Vorgänge sind geschichtlich nicht einzig auf die Zeit des III. Reichs beschränkt,
sondern dies gab es bereits zu Zeiten Napoleons im sogenannten Vaterländischer Krieg

Beides war der Wendepunkt für eine(n) vorab "militärisch" sehr erfolgreiche(n) Nation(-enverbund),
da in den Weiten und der Kälte Russlands, solche Strategien eigentlich nicht funktionieren können.


"Blitzfeldzüge"
(...) Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg.
Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte.
An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht (...)

Gefunden in der Biographie: Napoléon Bonaparte


"Verbrannte Erde":
(...) Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben)
war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde",
anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben (...)

Gefunden in der Biographie: Napoléon Bonaparte


@Waldi: :D
Beim Thema "verbrannte Erde" war - wie könnte es auch anders sein - zumindest ein Halb-Deutscher beteiligt:
(...) Feldmarschall Kutusow löste nach xenophoben Reaktionen auf den Deutschbalten Barclay, dem mit
seiner Taktik der "verbrannten Erde" Widerstand entgegenschlug, diesen an der Spitze des Heeres ab.
Kutusow stellte sich Napoleon in der Schlacht von Borodino, in der 50.000 Mann auf beiden Seiten ihr Leben ließen.
Nach diesem militärischen Patt zogen sich die russischen Truppen zurück. (...)

Gefunden in: Vaterländischer Krieg



Beim (ursprünglichen!) Fall Fritz, ist auch die Rede vom "großen Vaterländischer Krieg", wie bei Kaiser Napoléon.
Bei jedem Einzelnen davon war ein "großer" beteiligt - einmal als Krieg, das andere mal wurde ein Kaiser so betitelt *g*

Evtl. hatte auch der Autor bei Wikipedia noch zu viel über das "Unternehmen Barbarossa" in seinem Hinterkopf
und benutzte einfach nur ein paar der dortigen Stichworte - einfach verblüffend fand ich die Ähnlichkeit trotzdem.

[ Editiert von Merlin61 am 19.08.05 1:55 ]

Hauptmann Fuchs


19.8.05 08:58:59
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Gepostet von Merlin61
(...) Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg.
Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte.


Napoleon begann nicht den Vaterländischen Krieg. Er begann seinen Feldzug nach Russland.
Kutusow rief den Krieg als "Vaterländischen" aus, um die Zerstörung von Dörfern, Vorräten und letztendlich von Moskau zu begründen.
- auch den völkerrechtswidrigen Partisanen-(Banden-)krieg rief Kutusow aus. Wie später Stalin ...


Natürlich waren daran die Deutschen beteiligt. Viele russische Genarale und Offiziere waren Deutsche, der halbe Zarenhof war Deutsch, die damals zu Russland gehörenden baltischen Gebiete und Teile Polens hatten deutsche Herrscher.
Katharina II und ihr Mann Peter III waren Deutsche, Alexander und Nikolaus hatten eine deutsche Mutter und eine deutsche Frau ...
Die Konvention von Tauroggen wurde zwischen zwei Preussen geschlossen:
- dem preussischen General Yorck und dem in russischen Diensten stehenden Diebitsch!

Die deutsche-russische Waffenbrüderschaft reicht weit zurück, wurde nur mehrfach vergiftet (1756-1763, 1914-18, 1936- )

[ Editiert von Hauptmann Fuchs am 19.08.05 9:31 ]

The Real Blaze


19.8.05 10:38:38
Direktverweis
Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler

Da sollte man auch den Grund herausstellen, warum Napoleon aus Moskau heraus mußte. Die Holzstadt wurde von eingeschleusten Armeeangehörigen Kutusows angesteckt und fackelt zu großen Teilen ab.

The Real Blaze
Post Scriptum Forum

[ Editiert von The Real Blaze am 19.08.05 10:38 ]

waldi44


19.8.05 11:11:36
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Partisanenkrieg ist nicht Völkerrechtswidrig. Es gibt genaue Verhaltensregeln, unter denen auch Zivilisten am Krieg teilnehmen dürfen - nur hielt man sich selten daran!

Ein weiterer Grund warum Napi Moskau verlassen musste war, dass seine Soldaten nichts mehr zu Beissen hatten. In Moskau war alles verbrannt und um Moskau verwüstet.
Der Nachschub musste tausende Kilometer auf unsicheren Strassen herangekarrt werden und das im Winter!

Um mal ein Beispiel zu nennen: Als Dietl eine Expertiese anfertigen liess, wieviel Truppen man in Karelien im Winter überhaupt über Land halbwegs sicher versorgen konnte, kam man auf höchstens 100.000 Mann und davon mussten 50.000 Mann zur Sicherung der Transportwege abgestellt werden! Das war 1941/42 und n icht 1812/13

Niwre


19.8.05 11:31:08
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Gepostet von waldi44
Partisanenkrieg ist nicht Völkerrechtswidrig. Es gibt genaue Verhaltensregeln, unter denen auch Zivilisten am Krieg teilnehmen dürfen - nur hielt man sich selten daran!

Darf ich fragen, auf welche "genaue[n] Verhaltensregeln" Du Dich beziehst, die es schon vor 1941 gab?

Hauptmann Fuchs


19.8.05 11:48:46
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Laut Haager Landkriegsordnung gibt es genaue Definitionen, wer Kombattant ist und wer nicht.
Der Partisan ist kein Kombattanter.
Nun gab es 1812 noch keine H.L.K.O und die UdSSR hat diese niemals unterzeichnet, wie auch die Genfer Konvention nicht.

Wer in Zivil mit der Waffe in der Hand angetroffen wird ist kein Kombattanter und kann auf der Stelle niedergemacht werden. So ist nun mal das Völkerrecht.

Nachsatz:
Wie die Feinde Deutschlands über das Thema Haager LKO und Genfer Konvention dachten und denken, kann man heute sehr gut sehen:
in Afghanistan und Tschetschenien
im Irak und auf Guantanamo

Das sind die Enkel derer, die Piloten am Fallschirm abschossen, die Panzerbesatzungen massakrierten nachdem diese aussteigen mussten, die Verwundete und Sanitätspersonal massakrierten - die sich an der Zivilbevölkerung vergingen, sei es durch Bomben oder Vergewaltigungen

[ Editiert von Hauptmann Fuchs am 19.08.05 12:13 ]

waldi44


19.8.05 12:54:35
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1812 natürlich nichtklatschender Smiley!
Gut, ist vielleicht eine Frage der Definitionam Kopf kratzender Smiley.
Ist ein bewaffneter Zivilist ein Partisan oder was macht ihn dazuam Kopf kratzender Smiley?

Hauptmann Fuchs


19.8.05 13:11:06
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Partisan ist die russische Bezeichnung für einen bewaffneten Zivilisten, Heckenschütze, Freischärler. (engl.: guerrilla, franz.: maquisard)

Will er den Status einen Kombattanten haben, hat er sich an die Kriegsregeln zu halten:
-Er hat ein weithin sichtbares Erkennungszeichen zu tragen
- er muss die Waffen offen führen
- er hat waffenstreckende Feinde gefangen zu nehmen und sie menschenwürdig zu behandeln
- er darf kein Gift, keine vergifteten Waffen, keine Dum-Dum-Geschosse verwenden
- er hat unter einem einheitlichen kommando zu stehen
- er darf sich nicht unter Nichkombattanten verstecken

Muss ich wirklich alles aufzählen, wogegen der Russe verstossen hat?

Niwre


19.8.05 13:20:54
Direktverweis
Als Einzelperson richtig, aber dazu gehoert mehr. Eine kleine Gruppe von Maennern im Dorf mit Uniform und sichtbarer Waffe ist noch nicht legitim.

Es muss eine Fuehrung vorhanden sein, ein Disziplinarsystem muss es geben, es muss sichergestellt werden, dass Gefangene etc. nach Kriegsrecht behandelt werden koennen (medizin. Versorgung, Verpflegung...) etc.

Ganz so einfach ist der Freiheitskampf dann doch nicht ;).

@Hauptmann Fuchs
Nein, Du musst nicht aufzaehlen, wogegen die Russen verstossen haben. Auch nicht, wogegen Briten, Amis, Deutsche etc. verstossen haben.

Hauptmann Fuchs


19.8.05 14:02:22
Direktverweis
Gepostet von Niwre@Hauptmann Fuchs
Nein, Du musst nicht aufzaehlen, wogegen die Russen verstossen haben. Auch nicht, wogegen Briten, Amis, Deutsche etc. verstossen haben.


Danke :)
Nur wurden Deutsche, die dagegen verstiessen in Nürnberg oder anderswo gehenkt - wenn sie nicht durch die eigene Kriegsgerichtsbarkeit gerichtet wurden.
Die anderen bekamen irgendwelche Victoria Crosses oder wurden "Held der Sowjetunion":(

Niwre


19.8.05 14:07:22
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Das erzaehl mal den Verbrechern, die bis heute gluecklich in der BRD leben und nie ausgeliefert wurden bzw. gegen die nie ein Verfahren eingeleitet wurde. Es wurden doch nur ein paar fuer die Medien rausgepickt...

Hauptmann Fuchs


19.8.05 14:15:18
Direktverweis
Ich glaube, dass sind nicht viele. Dafür haben schon Nürnberg und Wiesenthal gesorgt.
Ich gebe Dir gern recht, dass es auch Dinge gibt, die nie ans Licht kommen werden. Die Aufklärungsrate bei den deutschen Untaten dürfte aber unvergleichlich höher liegen.

In Russland hat mir auch einer gestanden, dass er strenggenommen ein Kriegsverbrecher sei.
Er sagte mir, dass er nach der Wiedereroberung eines Dorfes etwa 15 "Mongolen" mit dem MG umgelegt hat, die sich schon ergeben hatten.
Als Grund nannte er mir, dass in dem selben Dorf 5 masakrierte Deutsche, darunter einer seiner besten Freunde gewesen seien. Auf das Übelste zugerichtet, lebendig dem Feind in die Hände gefallen.

Krieg ist immer schlecht. Und wenn die Schamgrenze einmal überschritten ist ...

Fr.W.I liess in seine Kanonen giessen "Ultima ratio", als "Soldatenkönig" führte er nicht einen Krieg!

Niwre


19.8.05 14:21:59
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Gepostet von Hauptmann Fuchs
Ich glaube, dass sind nicht viele. Dafür haben schon Nürnberg und Wiesenthal gesorgt.

Nuernberg hat nur ein paar Anfuehrer gerichtet und Wiesenthal... naja...

Ich denke es sind schon einige. Selbst wenn man sich die bekannten und groesseren Massaker anguckt, wurde oftmals niemand zur Rechenschaft gezogen. Ist aber auch einfach, wenn man solche Dinge nicht erlebt und die Gewaltspirale nie kennengelernt hat, darueber zu urteilen...

Hauptmann Fuchs


19.8.05 15:13:14
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Gepostet von Niwre
Ich denke es sind schon einige. Selbst wenn man sich die bekannten und groesseren Massaker anguckt, wurde oftmals niemand zur Rechenschaft gezogen.

Nun haben sich aber gerade einige der "bekannten" Massaker als solche nicht von den "Deutschen" begangenen herausgestellt,
oder es handelte sich um Massnahmen, die durch das Völkerrecht gedeckt waren,
und es gibt sogar Massaker, die nur auf dem Papier und in einigen Anklagepapieren stecken, weil man keine Beweise gefunden hat.
Es ist vielleicht nicht jedermann bekannt, dass die Russen, nachdem Katyn bekannt wurde, ein Massaker bei Chatyn "erfunden" haben, um die Weltöffentlichkeit in die Irre zu führen.
Von den Massengräbern, die auf das Konto der "Einsatzgruppen" gingen, wurde meines Wissens nach, nie eines gefunden, geschweige denn, forensisch untersucht.

Gepostet von Niwre
Ist aber auch einfach, wenn man solche Dinge nicht erlebt und die Gewaltspirale nie kennengelernt hat, darueber zu urteilen...

Das sehe ich genau so.
Zum Glück war ich nie in der Situation, einen erschlagenen und massakrierten Freund vorzufinden. Und ich habe niemals auf einen Menschen geschossen, schiessen müssen ...

Ich will nicht gutheissen, was an wirklichen Verbrechen durch Deutsche begangen wurde. Aber ich bin für historische Gerechtigkeit und gegen einseitige Schuldzuweisungen.
Der dreissigjährige Krieg wurde in Münster mit einem "Tabula Rasa" beendet. Der letzte Krieg in Mitteleuropa mit Galgen...

Nachsatz:
In Bogdan Musial "Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschiessen" kann man aus polnischer Sicht nachlesen, wie Stalin und seine bolschewistischen Horden in Ost-Polen gehaust haben.
Auch wenn ich es nicht beweisen kann, aber dies kann ich mir gut vorstellen, war ein Grund für A.H., den "Kommisarsbefehl zu erlassen.

(ISBN 3549071264)

[ Editiert von Hauptmann Fuchs am 19.08.05 17:42 ]
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