Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Kriegsende inTschechien-Druchbruch zu Amerikanern?

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AutorBeitrag

FritzR


28.10.03 12:32:41
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Hallo!
mein Vater war Nachschubfahrer in der 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg" und befand sich am 8. Mai bei der Gruppe der Division, die im tschechischen Teil des Erzgebirges stand. Nach seinen Erzählungen sammelten sich dort in den Wäldern noch einige andere Reste von Einheiten. (Heeres- u. SS-Einheiten, er hat dort z.B. LAH-Angehörige gesehen). Am 10. Mai kam dann der Befehl: Wir brechen durch zu den Amerikanern!
Die Einheiten dort hatten noch einige Panzerfahrzeuge, die die Spitze fahren sollten. Alles andere wurde auf die LKW's verladen, die folgen sollten.
In einiger Entfernung konnte man Russenpanzer stehen sehen. Aber niemand schoss. An der nächsten größeren Steigung blieben die LKW' stecken, die Panzerfahrzeuge fuhren weiter.
Als die Panzer ausser Sichtweite waren, kamen die Russen angefahren und sagten nur: Mama, damoi. Also ab zu Muttern.
Mein Vater und sein Beifahrer marschierten dann auch Richtung Dresden. Bald kamen die ersten Soldaten zurück und sagten, dass dort überall Russen die Soldaten gefangen nahmen.
So hat er wie viele andere seine Uniform gegen Zivilklamotten getauscht (siehe auch das Thema Schwarzenberg), und ist von Dorf zu Dorf in 14 Tagen bis nach Mecklenburg gewandert. Immer von den Bewohnern versteckt oder "getarnt" (Hier, nimm die Hacke mit, du gehst jetzt Rübenhacken), die Elbe auf der Fähre Hitzacker hat er unter den Kartoffeln auf einem Pferdewagen überquert.
Nun meine Frage:
Kennt einer von euch jemanden, der über das Schicksal der Panzerfahrzeuge berichten kann? Sind sie durchgekommen oder irgendwann auch zu Fuß weitermarschiert, oder von den Amerikanern "zurückgeschickt" worden?
mfg
FritzR

Nordland


29.10.03 16:45:17
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Hallo Fritz,
vieleicht helfen Dir folgende Links ein wenig weiter :
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/PanzerdivisionenSS/10SSPD.htm
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/HarmelH-R.htm
Gruß
Nordland[ Editiert von Nordland am: 29.10.2003 16:45 ]

The Real Blaze


29.10.03 17:42:24
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Also dieser Heinz Harmel war ja ein ganz besonderer Haudegen und hat wohl äußerst intelligent seine Division geführt.Der besondere Abschnitt : Entgegen des Haltebefehles brach Harmel mit seiner Division nach Westen aus. Für diese Eigenmächtigkeit wurde er seines Kommandos enthoben und zum Kommandeur der SS-Junkerschule Klagenfurt ernannt. Dort bildete er auf eigene Faust eine motorisierte Kampfgruppe und rückte mit dieser an die Front ab.
Das sagt wohl alles aus daß er alles gab um die Katastrophe zu verhindern.Und wieder einmal wurde intelligente Truppenführung durch Kommandoenthebung bestraft.Ein Haltebefehl für eine Panzerdivision ist ja schon in sich schwachsinnig!
mfg The Real Blaze

Indy


29.10.03 22:47:19
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Erzähl mehr von Harmel!Smiley mit dafür-Schild

FritzR


30.10.03 08:41:39
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@Nordland
Danke für die Links. Helfen aber auch nicht weiter
Das Problem ist wahrscheinlich, dass es sich nicht mehr nur um Einheiten der Frundsberg gehandelt hat.
Eine gute Quelle für die Geschichte der Frundsberg (und Hohenstaufen) ist übrigens das Buch "Im Feuersturm letzter Kriegsjahre" von W.Tieke. Mein Vater konnte nur bestätigen, dass die Passagen, die er persönlich miterlebt hat, auch so wiedergegeben wurden.
Über das Ende der Frundsberg in Tschechin schreibt er allerding auch nur, dass sie sich in viele kleine Gruppen auflöste (10. bis 12. Mai), die versuchten sich nach Hause durchzuschlagen.
Wirklich interessant zu Harmel finde ich auch, dass ihm 1984 von den Franzosen:
im "Zeichen der deutschfranzösischen Versöhnung" die Gedenkmedaille des Küstenortes Bayeux verliehen wurde.
Lest mal hier:
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/Waffen-SS/Harmel-Heinz.htm
mfg
Fritz

Siebi


30.10.03 17:24:41
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Teile der Frundsberg die den Durchbruch zu den Amis schafften gingen geschlossen mit Fahrzeugen in amerikan.
Gefangenschaft im Raum Pilsen, die amerik. Division lag
der Frundsberg schon in der Normandie gegenüber,daher gab
es nicht viele Übergriffe seitens der Amis, sie verhielten
sich größtenteils korrekt,was sich erst später in Gefangenschaft änderte. Heiz Harmel war seit dem Ausbruch
aus dem Kessel von Spremberg nicht mehr bei der Division,
die Führung hatten Ostubaf. Franz Roestel und Stubaf. Stolley ( Harmel wurde um den 26. April per Flugzeug von der
Ausbruchsgruppe abgeholt ) Ein großer Teil der Gefangenen
war in den Lagern Ingolstadt und Nürnberg noch in Bewaffnung
bis zum mysterriosen Unfalltod von General Patton. Fritz R
vielleicht für Dich von Interesse, ein großer Teil der alten
Frundsberg trifft sich noch jedes Jahr in Spremberg, dort
kann man sehr viel erfahren Laola-Smileys

The Real Blaze


30.10.03 17:24:50
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Nun da kann einer sagen was er will; für mich war Harmel ein Held! Und zwar im Sinne als hervoragender mutiger Führer!
mfg The Real Blaze

FritzR


30.10.03 19:34:24
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Danke Siebi!
War klar, hätte Dich auch direkt fragen können.Smiley mit Danke-Schild
In Spremberg ist mein Vater in ein Schaufenster gefahren, um einem russischen Tieffliegerangriff zu entkommen.
Der Unterschied zu anglo-amerikanischen Tieffliegern war seiner Meinung nach, dass die Russen in der Regel nur einmal anflogen während die Amis und Engländer immer und immer wieder kamen, bis sich nichts mehr regte.
Geladen hatte er übrigens "Scharfschützen", also eigentlich auch nur arme Jungs, die mit einem Karabiner in der Hand die russischen Panzer aufhalten sollten.
Noch beim Absitzen kamen die ersten schon verwundet zurück!
Dicht neben ihnen stand eine achtacht, die auf Panzer schoss, die über eine Schneise fuhren, um den Kessel dichtzumachen. Mein Vater erzählte, man konnte auch sehen, wie sie traf und das Geschoss steil in die Höhe stieg, ohne den Panzer ausser Gefecht zu setzen.
Die LKW's haben dann die Verwundeten aufgeladen und sind beim Wegfahren noch von den russischen Panzern beschossen worden. Mein Vater kam so noch aus dem Kessel, sein Schulkamerad, der auch bei der Frundsberg war (Ari), blieb im Kessel um von dort nach der Gefangennahme 5 Jahre im russischen Bergbau Wiedergutmachung zu leisten.
mfg
FritzR

Siebi


30.10.03 19:55:58
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Vom Artillerieregiment treffen sich öfters noch Kameraden im Raum Magdeburg - Wolfsburg. Falls Interesse besteht ,
könnt ihr über mich Kontakt knüpfen. Zum Endkampf der
Frundsberg vielleicht noch folgende Quellen DMZ Heft 1/ 98
" Endkämpfe in der Niederlausitz " Der Freiwillige Heft
Mai - November " Soldatenschicksale in der Niederlausitz
2000, Der Freiwillige Heft Juni 2003 " dem Vergessen ent -
rissen " Falls Du Interesse am Divisionstreffen 2004 hast
Kontakt über Telefon
Laola-Smileys
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