Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Anstatt Stalingrad Moskau !?

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AutorBeitrag

OGLongbeach


22.1.04 18:14:46
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Jetzt will ich hier auch mal eine spekulative Frage stellen: Wie wäre es weiter gegangen, wenn die Deutsche Wehrmacht im Jahr 1942 nicht Richtung Stalingrad-Kaukasus marschiert wäre sondern mit der HG Mitte auf Moskau angegriffen hätte ??
Als Zeitpunkt möchte ich das Frühjahr ansetzen, vor der russischen Frühjahroffensive im Süden ! Hätte die russische Frühjahresoffensive abgeschlagen werden können ? Wäre Moskau im Jahre 42 gefallen ??
Mal Eure Thesen dazu !

MfG OG Longbeach

Westwall


22.1.04 18:38:34
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Moskau anstatt Stalingrad wäre jedenfalls schwieriger gewesen weil Stalin im Frühjahr 1942 sowieso damit gerechnet hatte, jedoch bei einer defensiven Haltung der deutschen Kräfte im Süden durchaus erfolgversprechend.
Das Kriegsjahr 1942 hätte dann einen anderen Verlauf genommen, hätte aber auch nichts an einer späteren deutschen Niederlage verändert.

The Real Blaze


22.1.04 22:59:01
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Die Ausgangslage für so eine Operation war an sich erfolgsversprechend.Wahrscheinlich hätte aber auch nur ein zentraler massiver Stoß die Hauptstadt erobert.Nur die Auswirkungen wären ungleich schwieriger,weil die massive westliche Hilfe schon präsent war.Stalin hätte mit dieser Hilfe wohl keinesfalls einseitig den Kampf aufgegeben.
Strategisch hätte aber der Fall Moskaus 1942 doch gewaltige Probleme den Russen aufgebürtet,weil plötzlich allen direkten Transportwegen der Knotenpunkt fehlte.Eine schwerwiegende Behinderung für eigene Operationen.Der Krieg hätte sich dadurch im Osten um etliches verlängert und das Jahr 1943 wäre dadurch sicher wesentlich erfolgreicher gewesen.
Ich hab aber irgendwo gelesen,daß schon sehr frühzeitig ein Neuauflage für eine 42' Moskau Operation aufgegeben wurden.
mfg The Real Blaze

Hoover


23.1.04 15:55:02
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Die (West-)Alliierte Militärhilfe lief im Frühjahr 1942 erst richtig an und in den ersten Lieferungen wurden hauptsächlich Flugzeuge (Hurricanes und P40) sowie Panzer vom britischen Typ Valantine und Matilda geliefert. Ich denke, bis zum Herbst 1942, als wirklich die Konvois durchkamen, war die Hilfe noch nicht so entscheidend. Und mit diesen gelieferten Typen kamen die Deutschen sicherlich zurecht.
Aber wie war es mit den Deutschen stärkemäßig bestellt. Und hätte Leningrad nicht ausgeschaltet wedren müssen, um die Truppen frei zu bekommen und die Flanke frei zu halten?

The Real Blaze


23.1.04 16:13:23
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Leningrad wollte Hitler 42' mit der 11.Armee erobern.Wie das fehlen dieser Armee im Süden später sich in der Stalingrad Niederlage auswirkte ist bekannt.Zudem wurde Mansteins Plan für Leningrad auch noch verraten und die Russen starteten eine entsprechende Offensive,wo sie die Einheiten der 11.Armee verschließen.Leningrad hätte eben im September 41' recht verlustarm erobert werden können,dort lagen nur noch ein paar schwer angschlagene Schützendivisionen.Aber da kam ja das jeden unverständlich Angriffs-"Stop" aus Berlin.Man verzichtete hier auf einen relativ leichten Sieg,der sich strategisch gewaltig ausgewirkt hätte.
mfg The Real Blaze

Hoover


23.1.04 16:20:03
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Diesen schwachsinnigen Halte-Befehl kann man nur mit dem Riesenfehler von Dünkirchen vergleichen.
Aber die bis zu 6 Divisionen, die Leningrad belagerten, hätten anderswo vielleicht eine Entscheidung bewirkt.

Quintus


24.1.04 07:24:26
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Gepostet von Hoover
Die (West-)Alliierte Militärhilfe lief im Frühjahr 1942 erst richtig an und in den ersten Lieferungen wurden hauptsächlich Flugzeuge (Hurricanes und P40) sowie Panzer vom britischen Typ Valantine und Matilda geliefert. Ich denke, bis zum Herbst 1942, als wirklich die Konvois durchkamen, war die Hilfe noch nicht so entscheidend.

Vorsichtig! Bitte nicht zu unterschätzen, welchen Wert die Lieferungen der Westalliierten im Frühjahr und Sommer 1942 für die Reformen der Roten Armee hatten, denn ohne solche Lieferungen wären die Reformen nicht kriegsentscheidend Erfolgreich gewesen!
Diese Reformen bestanden darin, die Kommunikation zu verbessern, die Führung der Panzer und Flieger - nach deutschem Vorbild - zu koordinieren. Panzer und Flugzeuge erhielten Funksprechgeräte. Neu errichtete Kommunikationszentralen erlaubten es erstmals, die Operationen mehrerer Divisionen oder Luftstaffeln zu koordinierten und somit einen Kriegsschauplatz mit Millionen Soldaten und vielen tausend Panzern und Flugzeugen unter Kontrolle zu halten. Bei der "Operation Uranus", mit der die deutsche Südfront im November 1942 aufgebrochen und Stalingrad schließlich befreit wurde, bewies die Rote Armee erstmals, dass sie zu großräumigen Offensivoperationen im Stande war - dank dieser Reformen, die Dank der Hilfe aus dem Westen erst möglich wurden!
Denn all diese Funksprechgeräte und Kommunikationszentralen, inklusive 1,5 Millionen Kilometer Telefonkabel, 380.000 Feldtelefonen und 35.000 Funkstationen, mit denen der Grundstein für die Modernisierung der Funk- und Fernmeldekommunikation der Roten Armee gelegt werden konnte, lieferten die Amerikaner, und zwar im Frühjahr und Sommer 1942!

Hoover


24.1.04 10:19:22
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Ja, die Kommunikationsgeräte habe ich glatt übergangen.
Und die waren sicher wichtiger als (veraltete) Panzer und Flugzeuge.
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