Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Nahkampf

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AutorBeitrag

Tobias


1.3.04 22:25:58
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Ab wann wurde der kampf zum nahkampf erklärt? Welche richtlinien gab es dabei? Wurden gefangene gemacht oder ist das in dieser art von kampf nicht möglich? Galt es schon als nahkampf wenn man handgranaten dem gegener in den graben geworfen hat, oder erst wenn man wirklich 1 gegen 1 gekämpft hat. Wobei ich immer gedacht habe, daß dieser kampf mit spaten, bajonett und händen handelt. Wurde aber hier auch eines besseren belehrt.
Die Kriegserfahrungen haben gezeigt, daß der Nahkampf in den meisten Fällen nicht mit dem Bajonett, sondern in erster Linie durch den schnellen Schuß und die Nahkampfmittel (Handgranaten) entschieden wird. ... Der Soldat ist so zu erziehen, daß er mit der Handgranate und vor allem mit seiner Schußwaffe den Gegner niederkämpft.


Kann mir bitte jemand mal einen auszug aus einem nahkampfbericht geben.

[76]Chavez


1.3.04 23:33:46
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Aaaaaalso:
Im "Merkblatt für die Nahkampfausbildung" aus dem Jahre 1943 ist keine Definition enthalten, doch läßt sich aus dem Inhalt herleiten was Nahkampf ist.
Die ZDVs der Bw geben auch keine Definition.
Deshalb ziehe ich hier mal die Definition des Bundesheeres heran nach der Nahkampf der Kampf unter 30m mit Handfeuerwaffe und Handgranate oder Mann gegen Mann mit Nahkampfmitteln ist. Diese fasst im Prinzip das zusammen, was in den o.g. nicht definiert aber durch Inhalt zum Ausdruck gebracht wurde.
30m deshalb weil durchschn. Handgrantenwurfweite (HG => ausdrückl. Nahkampfmittel).
Nahkampf wurde früher und auch heute primär mit HG und Handfeuerwaffe geführt und erst nach dem Ausfall oder ähnlichem dieser primären Waffen wird / wurde Seitgewehr / Spaten etc eingesetzt.

Zum Nahkampf gehört also zB auch Nahkampfschiessen und nicht nur die Elemente die die meisten für Nahkampf halten (Seitgewehr / Spaten).

Gefangene können selbstverständlich auch hier gemacht werden, ist wohl aber eher selten, da man hier bei plötzlich auftretendem Feind schnell reagieren muß und beide Seiten das schnelle Ausschalten des Feindes anstreben.
Sollten allerdings feindl. neutralisierte Soldaten sich nach dem eigenen Sieg im Nahkampf als noch lebend herausstellen wäre dies zB ein typischer Fall für Gefangene im NK.

Horrido
Chavez

Ronny22


1.3.04 23:50:43
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Also bei der Bundeswehr hiess es bei uns ab 50m "Sturmabwehrschiessen" und "Spaten frei" d.h. die Waffe wird umgestellt auf Feuerstoss und man gibt Feuerstösse statt gezielte Einzelstösse ab.

Der Spaten wird aus der Spatentasche genommen und ausgeklappt und arretiert.
Man sagte uns das der Gegner damit beim eindringen in den Graben angegriffen werden sollte. Schlag mit der scharfen Kante aufs Schlüsselbein/Hals.

Aber erst wenn Munition verschossen ist...als letztes Mittel sozusagen. Zur Erklärung, sind meines Wissen nach bei der Bundeswehr nur explizite "Infanterieeinheiten" (Jäger,Gebirgsjäger,Fallschirmjäger und Pz-Grenis) mit Bajonetten ausgerüstet. Ich hatte weder bei den Fernmeldern noch später bei den Pionieren ein Bajonett ausgehändigt bekommen.

Tobias


2.3.04 00:13:11
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Danke für die informationen. Ist die bundeswehr jemals in nahkämpfe verwickelt worden?

Silv


2.3.04 11:47:53
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"Operation Libelle"

Als im März 1997 Albanien in einem Bürgerkrieg unterzugehen droht und mit der Evakuierung von Ausländern begonnen wird, ist zum ersten Mal auch die Bundeswehr an einer Rettungsaktion unter Kriegsbedingungen beteiligt.

Sechs CH-53 Hubschrauber der Heeresflieger, stationiert für die "SFOR" in Rajlovac bei Sarajevo, wurden nach einem Beschluß des Bundeskabinetts über Montenegro in Marsch gesetzt. Unter Beschuß durch albanische Aufständische wurden 120 Deutsche und Angehörige anderer Staaten aus der Hauptstadt Tirana ausgeflogen. Die Maschinen sollten auf einem Landeplatz vor der amerikanischen Botschaft landen und die 120 Flüchtlinge aufnehmen. Da amerikanische Hubschrauber, die den Landeplatz sichern sollten, mit Flugabwehrraketen beschossen wurden, brachen die Amerikaner die Operation ab. Daraufhin wurden die Flüchtlinge in die Nähe der deutschen Botschaft gebracht. Fünf deutsche Hubschrauber landeten dort. Sie wurden von 25 Panzergrenadieren, die mit an Bord waren, gegen anstürmende Albaner gesichert, die versuchten, sich mit Waffengewalt Zugang zu den Hubschraubern zu verschaffen. Dabei kam es zu Schußwechseln, bei denen zumindest ein Albaner verletzt wurde. Der sechste Hubschrauber - als Rettungshubschrauber ausgestattet und mit Ärzten besetzt - kreiste währendessen in unmittelbarer Nähe des Geschehens. Unterstützt wurde das Unternehmen durch eine in großer Höhe als Funkrelaisstation über Tirana fliegenden Transall der Luftwaffe sowie die Fregatte "Niedersachsen" vor der Küste von Albanien, die die Luftraumüberwachung über dem Einsatzgebiet sicherstellte.

Gefunden auf www.mikesierra.de

Leutnant


2.3.04 12:46:03
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Ach ja meine stolze Truppengattung mit ihrer ersten "Waffentat". klatschender Smiley:)

[76]Chavez


2.3.04 13:11:13
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Ach, noch eins:
Die Entscheidung ob ein Kampftag ein "Nahkampftag" (wichtig zB für die NK-Spange) wurde vom verantwortlichen Offizier gefällt. Obs da strikte Bedingungen gab und welche weiß ich allerdings nicht.
Horrido
Chavez

Hoover


2.3.04 14:27:05
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@Leutnant:

Jaa, Respekt für die Leistung. Dafür hat man das KSK nicht gebraucht. Und dei Fotos, die ich von dem Einsatz gesehen habe (wurden in Hammelburg gerne gezeigt:D) zeigen die toll gelöste Situation.

Jaja, da kann man endlich mal Stolz sein!
(Meine ich ernst!)

~Rainer


3.3.04 01:53:26
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Hallo,
na so doll war das auch nicht. Wenn ich an die TV-Bilder zurückdenke und mir den MG-Schützen ansehe, so muss ich mich doch fragen, wo ist er denn eigentlich zum MG-Schützen ausgebildet worden? Wenn ich mich recht entsinne Vorderunterstützung und dann nicht nach vorne drücken? Seltsames MG-Schiessen, wo wird denn das in der BW unterrichtet und gelehrt?
Gruss
Rainer

~Rainer


3.3.04 01:59:21
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Hallo,
hier ist ein Auszug aus den Bestimmungen:
"4. Als Nahkampftage sind anzurechnen:
a) Alle Kampftage, an denen die auszuzeichnenden Kämpfer Gelegenheit fanden, "das Weiße im Auge des Feindes" zu sehen, d.h. mit Nahkampfwaffen mit dem Gegner Mann gegen Mann im Kampf bis zur letzten Entscheidung gestanden zu haben.
b) Dieses kann also im Großangriff, beim Spähtruppgangunternehmen usw. gegeben sein.
c) Der Ort - bei den Gefechtsvorposten, im Vorfeld, in der H.K.L., in der Artillerie-Feuerstellung, im rückwärtigen Heeresgebiet (z.B. Partisanenkampf) oder beim Überfall auf einen Lazarettzug oder eine Versorgungskolonne - spielt dabei keine Rolle.
5. Jeder Soldat, der ungeschützt und zu Fuß in eine unter Ziff. 4 geschilderten Lage kommt, und sich hier bewährt, hat die Anwartschaft auf die Spange.
6. a) Auf Vorschlag der Kp. Führer, der unverzüglich - möglichst noch am gleichen Tage mit der Tagesmeldung - abzugeben ist, legen die Kommandeure der Regimenter, selbst-ständigen Batl. usw. im Tagesbefehl den anzurechnenden Nahkampftag für die beteiligten Einheiten fest.
b)...
7. ...
8. a) Die Nahkampftage sind ab 1.12.1942 anzurechnen.
b) Um den vielfach bewährten alten Frontkämpfer hier hervorzuheben, können jedoch bei ununterbrochenem Einsatz im Osten nach dem 22.6.1941
von 15 Monaten bis zu 15 Nahkampftagen
von 12 Monaten bis zu 10 Nahkampftagen
von 8 Monaten bis zu 5 Nahkampftagen
nach durch gewissenhaften Prüfung des Einheitsführers geführtem Nachweis angerechnet werden.
c) Der Divisions-Kommandeur kann an Soldaten, für die durch schwere Verwundung in Zukunft keine Gelegenheit zum Nahkampf mehr gegeben ist, die Nahkampfspange verleihen. Hierzu muss der zu Beleihende für den Erwerb der 1. Stufe mindestens 10 Nahkampftage, der 2. Stufe mindestens 20 Nahkampftage, der 3. Stufe mindestens 40 Nahkampftage.
Gruss
Rainer

Gast


3.3.04 07:14:24
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Tobias fragte:

"Ist die bundeswehr jemals in nahkämpfe verwickelt worden?"

Ganz klares Nein.

Grüße

Blanker Hans


3.3.04 12:37:16
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Moin,

ich muß Rainer hinsichtlich seiner Bemerkung zu dem MG-Schützen in Albanien zustimmen (kann ich mir nicht verkneifen, bin am MG ausgebildet...):

Das sah absolut lächerlich aus, wie der Typ hinter der Waffe lag!
Kann mich an die Bilder noch gut erinnern. Die haben alles andere als Stolz in mir geweckt... Aber ich will ja niemanden vor den Kopf stoßen ;)

Gast


3.3.04 15:44:33
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~Rainer schrieb:

„ ... na so doll war das auch nicht. Wenn ich an die TV-Bilder zurückdenke und mir den MG-Schützen ansehe, so muss ich mich doch fragen, wo ist er denn eigentlich zum MG-Schützen ausgebildet worden?“

Offensichtlich bei der Bundeswehr.

„Wenn ich mich recht entsinne Vorderunterstützung und dann nicht nach vorne drücken? Seltsames MG-Schiessen, wo wird denn das in der BW unterrichtet und gelehrt?“

Und Blanker Hans:

„ich muß Rainer hinsichtlich seiner Bemerkung zu dem MG-Schützen in Albanien zustimmen (kann ich mir nicht verkneifen, bin am MG ausgebildet...): Das sah absolut lächerlich aus, wie der Typ hinter der Waffe lag! ...

Da Photos und auch bewegte Bilder immer nur Abbilder der Realität sind (auch nur sein können), der Betrachter also nie alle Hintergründe, Umstände etc. kennt, finde ich es immer müßig mir ein Urteil darüber zu erlauben, was lächerlich, vorschriftsmäßig und „ausgebildet“ aussieht. Ich denke, betrachtet man die bekannten (!) Umstände, insb. die Zeit die zur Reaktion bzw. zur Vorbereitung zur Verfügung stand, so haben die deutschen Panzergrenadiere (vermutlich) bei diesem seit dem 2. WK ersten „militärischer Evakuierungseinsatz unter feindlichen Bedingungen" einen hervorragenden Job abgeliefert. Und dies war keine Übung, sondern die Jungs lagen unter Feindbeschuss von Fanatikern inkl. zwei leichte, gepanzerten Fahrzeugen. Und wenn die Kugeln fliegen kämpft man nicht mehr für Gott, König und Vaterland, sondern nur noch ums eigene Leben, für die Kameraden und den Auftrag. Nicht mehr, nicht weniger. Außer man ist Fanatiker oder Gehirngeschädigt ...

Mein :Respekt-Smiley

Grüße

waldi44


3.3.04 16:31:04
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Mit den Bildern als solche ist es wie mit den Statistiken, von denen schon old Churchill (treffend wie ich finde),
sagte, dass er keiner traue, die er nicht selber gefälscht habe:totlach:! Warum wohlSmiley mit Hammer auf dem Kopf?
Ich kann mich auch noch an so manche komische Situation während meiner Armeezeit erinnern und bin froh, dass das nicht Fotografiert wurde:totlach::totlach:!!

Gast


3.3.04 16:39:18
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Waldi schrieb:

"Mit den Bildern als solche ist es wie mit den Statistiken, von denen schon old Churchill (treffend wie ich finde),
sagte, dass er keiner traue, die er nicht selber gefälscht habe!"

Alle Welt (insb. die Deutschen)reden immer wieder von dieser angeblichen Aussage von Churchill. Es gibt keinen historischen Beleg dafür, dass Churchill diese Aussage getätigt, noch irgendwo geschrieben hat.

Weiter:

"Ich kann mich auch noch an so manche komische Situation während meiner Armeezeit erinnern und bin froh, dass das nicht Fotografiert wurde."

Ein wahres Wort! Da kann so mancher froh darüber sein. Komme ich auch ins Schmunzeln.

Grüße

Ronny22


4.3.04 14:37:58
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Dann fällt mir nur noch dieser Zwischenfall im Kosovo ein, der auch im TV lief...

An einer Strassensperre der Bundeswehr eröffnen 2 serbische Männer aus einem Auto heraus das Feuer auf eine Gruppe albanischer Zivilisten.

Die deutschen Panzergrenadiere gehen hinter einer Hausecke und einem Leopard 2 in Deckung und eröffnen ihrerseits das Feuer auf die Angreifer und töten beide.
Der Panzerkommandant des Leopard lag auf dem Heck des Panzers hinter dem Turm und feuerte mit seiner Pistole auf die Männer in dem Auto.

Kann sich daran noch jemand erinnern???

Gast


4.3.04 15:52:26
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Kann mich sehr lebhaft daran erinnern. Fakt war: Es war in Prizren. Zwei Serben schossen unvermittelt aus einem gelben Lada auf eine deutsche Militärpatrouille. Die Soldaten gingen sofort in Deckung (einer kniened, einer hinter der Häuserecke). Einer der Angreifer wurde so schwer verletzt, dass er seinen Verletzungen an Ort und Stelle erlag. Der zweite überlebte trotz seiner Verletzungen den selbst inszenierten Anschlag.

Grüße

Gast


4.3.04 15:53:43
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toll wa ?

war ein Lada mit zwei besoffenen serben, Entfernung 50 m
220 Schuss G 36/ P 8 / MG / 1 toter / 1 schwerverletzter

das ist nicht professionell, sind ja schlimmer als die Amerikaner, die ballern auch fünfmal mehr aufs ziel als nötig

Gast


4.3.04 15:56:01
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Nun denn ... was hättest Du denn viiiiiiiiiiiel profesioneller gemacht? Huh? In Bruchteilen einer Sekunde?

Gast


4.3.04 15:58:17
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Nichtsdestotrotz gibt es die knallharten Fakten zu bedenken und sich stets in Erinnerung zu rufen:

Stutgarter Zeitung vom 6.3.2003:

Hintergrund:
Getötete Bundeswehr-Soldaten

So weit bekannt starben bisher 27 Deutsche bei Auslandseinsätzen

Hamburg - Bei Auslands-Einsätzen der Bundeswehr sind bereits mehrere Soldaten ums Leben gekommen. Die meisten wurden bei Unfällen getötet. Einige verübten Selbstmord oder starben an Krankheiten. Tote bei Kampfeinsätzen hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. Eine Übersicht der in Ausübung ihres Dienstes getöteten Soldaten (so weit bekannt):

14. Oktober 1993: In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh wird ein 26-jähriger Sanitätsfeldwebel auf offener Straße von einem Kambodschaner erschossen. Die Einheit der Bundeswehrsoldaten war zur medizinischen Versorgung von UN-Personal in Kambodscha.

20. Dezember 1995: Beim Aussetzen eines Beibootes gerät in der Adria ein 25 Jahre alter Maat der Fregatte "Karlsruhe" zwischen die Bordwände und wird zerquetscht. Der Unfall ereignete sich während der Überwachung des Embargos gegen Jugoslawien.

15. Mai 1997: In der Bundeswehr-Unterkunft in Rajlovac (Bosnien) bei Sarajevo stirbt ein 45 Jahre alter Hauptmann der SFOR-Truppe an Herzversagen.

23. Mai 1997: Auf dem deutschen Stützpunkt in Rajlovac lösen sich aus der Bordkanone eines "Luchs"-Spähpanzers durch die Fahrlässigkeit des Panzer-Kommandanten sechs Schüsse. Zwei Soldaten der deutschen SFOR-Truppen werden tödlich getroffen.

09. September 1997: Bei einem Verkehrsunfall in Bosnien wird ein 27-jähriger Stabsunteroffizier südlich von Sarajevo getötet.

06. Juli 1998: Bei der Rückfahrt von einem Einsatz kommt ein Transportpanzer "Fuchs" in Bosnien-Herzegowina von der Straße ab und überschlägt sich. Ein deutscher Offizier verliert sein Leben.

15. Januar 1999: In Rajlovac stirbt ein Soldat des deutschen SFOR-Kontingents durch einen Schuss aus seiner Dienstpistole.

30. Mai 1999: Ein im Rahmen der Kosovo Verification Force eingesetzter Arzt der Bundeswehr stirbt, als ein "Fuchs"-Panzer östlich der albanischen Hafenstadt Durres von einer Brücke stürzt.

17. Juni 1999: In Mazedonien tötet sich ein Soldat der deutschen Kosovo-Mission mit einem Schuss aus seiner Dienstpistole.

12. Oktober 1999: Zwei 26 und 32 Jahre alte Unteroffiziere der KFOR-Friedenstruppe sterben bei Kosare im Osten des Kosovo beim Zusammenstoß ihres VW-Busses mit einem zivilen Lastwagen.

30. Oktober 1999: Ein 31 Jahre alter Oberfeldwebel der KFOR-Truppe verunglückt tödlich, als ein Geländewagen vom Typ "Wolf" während einer Erkundungsfahrt nahe der Stadt Prizren vom Weg abkommt.

31. Januar 2000: Ein während des Einsatzes im Kosovo erkrankter 23 Jahre alter Obergefreiter des 3. KFOR-Kontingents stirbt im deutschen Feldlazarett Prizren eines natürlichen Todes.

20. April 2000: Durch einen Schuss aus seiner Dienstwaffe stirbt in Prizren ein 25 Jahre alter Hauptgefreiter einer Sanitäts-Einheit.

08. Juni 2000: Auf einer Versorgungsfahrt bei Skopje (Mazedonien) stürzen ein Haupt- und ein Obergefreiter der KFOR-Truppe mit ihrem Lastwagen in eine Schlucht. Beide Männer werden tot geborgen.

August 2000: Ein deutscher SFOR-Soldat wird beim Zusammenstoß seines VW-Busses mit einem Lastwagen in Bosnien getötet.

17. September 2000: Im Feldlager Rajlovac wird ein 29 Jahre alter Soldat des SFOR-Kontingents mit einer Schusswunde tot aufgefunden. Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

22. September 2000: Ein 52 Jahre alter Major des SFOR-Kontingents gerät im Feldlager Rajlovac zwischen Zugfahrzeug und Anhänger eines Gespanns. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

21. März 2001: Ein 19 Jahre alter Soldat des deutschen SFOR-Kontingents begeht in der Militärbasis in Filipovici im Osten von Bosnien-Herzegowina Selbstmord mit einem Schuss aus der Dienstwaffe.

23. Juni 2001: Von einer Passstraße im Kosovo stürzt ein Bundeswehr-Fahrzeug der KFOR 50 Meter in die Tiefe. Ein 20 Jahre alter Hauptgefreiter stirbt. Drei weitere Soldaten werden verletzt.

31. Juli 2001: Im Lager Prizren erschießt sich ein 24 Jahre alter Hauptgefreiter eines Heeresbataillons aus Mecklenburg-Vorpommern.

08. Oktober 2001: Beim Abschuss eines UN-Hubschraubers im Südosten der von Georgien abtrünnigen Republik Abchasien stirbt neben acht weiteren Passagieren ein deutscher Sanitätsoffizier. Der Oberstabsarzt tat Dienst für die medizinische Versorgung der UN- Beobachtermission in Georgien (UNOMIG). Für den Abschuss werden tschetschenische und georgische Freischärler verantwortlich gemacht.

15. Dezember 2001: Bei einem Schusswaffenunfall im Kosovo wird ein 21-jähriger KFOR-Soldat tödlich getroffen. Das Unglück ereignet sich im Militärlager des Flugplatzes Prizren und soll "mit der Waffe des Soldaten zusammenhängen". Nähere Einzelheiten sind zunächst unklar.

06. März 2002: Zwei deutsche und drei dänische Soldaten werden bei einer schweren Explosion auf einem Sprengplatz bei Kabul getötet. Mehrere weitere Soldaten der internationalen Schutztruppe (ISAF) werden verletzt.

dpa

Gast


4.3.04 16:12:24
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die serben ( die in die Luft schossen )
waren nach dem Warnschuss schon in der Rückwärtsbewegung (wo ist da der Bruchteil der Sekunde ? )
Lt.D. F. befahl trotzdem das feuer zu eröffnen und, der MG Schütze wollte eigentlich überhaupt nicht schießen, er wartete noch eine weile und eröffnete das feuer erst später, auf "ausdrücklichen Wunsch" des herrn
leutnant, der als erster schoss.

Axel43


4.3.04 16:47:34
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Was Churchill (angeblich) gesagt haben soll ist, sinngemäß übersetzt: "Es gibt drei arten von Lügen, nämlich 1. Lügen, 2. ganz verdsammte Lügen, und 3. Statistik".
Die Anzahl der Selbstmorde, die hier zitiert wurden, sind auffallend hoch. Wie ist das im Vergleich zu anderen Einsätzen ?

The Real Blaze


4.3.04 16:53:44
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Frage: "Ab wann wurde der kampf zum nahkampf erklärt?"

Wieso erklärt? Wenn man als Sturminfanterist hinter der eigenen Feuerwalze hinterherrennt bis zum feindlichen Stellungssystem und dann dort auch einbrechen kann wird das immer im Nahkampf ablaufen.Das war den Soldaten doch sonnenklar,daß es da einer Erklärung nicht mehr bedurfte.:P

mfg The Real Blaze

Hoover


4.3.04 22:08:08
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Zu dem Vorfall in Prizren:
Die einmarschierenden Bw-Teile waren im Vorfeld schon auf Serben hingewiesen worden, die versuchen könnten, den Nato-Einsatz zu stören.
Abgesehen davon, dass der Leutnant auf seinem Leo auf etwa 150 Meter mit seiner P8 schoß (war wohl Nervosität), haben die Soldaten doch richtig gehandelt. Was, wenn eine Bombe oder ne Panzerfaust an Bord des Ladas gewesen wäre? Es war Selbstmord für die Serben, Pech gehabt! Oder haben die nicht damit gerechnet, dass die Deutschen zurückschießen?

Man muss auch bedenken, dass die Bw nicht die Kampferfahrung hat, um mit solchen Sitoationen sofort fertig zu werden.

Selbstmorde? Ja, leider...
In meiner Zeit beim Bund sind bei Auslandseinsätzen soviele Beziehungen auseinander gegangen, da kann schon mal ne Sicherung durchbrennen.

Ronny22


5.3.04 03:19:48
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Gepostet von Gast
die serben ( die in die Luft schossen )


Woher wiesst du das???
Hab bis jetzt nirgends mitbekommen das die nur in die Luft geschossen haben.

Es waren ja auch Handgranaten in dem Lada gefunden worden.

Und soweit mir bekannt ist, erlag der Fahrer noch vor Ort, während der Beifahrer geborgen wurde und im Lazarett seinen Verletzungen erlegen ist.

Gab darüber dann auch einen ausführlichen Fernsehbericht.

Gast


5.3.04 11:56:43
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"...wo ist da der Bruchteil der Sekunde ?"

Laaaaaaaaaaaangsam. Die Frage (und die ist noch nicht beantwortet!) was Du (sofern Du der Schreiber erster Mail bist) gemacht hättest. Der Bruchteil der Sekunde übrigens ist/wäre in "Deinem" Kopf. Wosonst. Dort muß eine Entscheidunfg getroffen werden. Und übrigens ... keine Entscheidung zu treffen ... unter solchen Umständen ... ist auche eine Entscheidung.

Alsoooooooooo ... wir warten. Nur der schießwütige Serbe nicht ...

Huh?

Gast


5.3.04 13:17:44
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Axel43 schrieb:

“Was Churchill (angeblich) gesagt haben soll ist, sinngemäß übersetzt: "Es gibt drei arten von Lügen, nämlich 1. Lügen, 2. ganz verdammte Lügen, und 3. Statistik".

Auch diese Aussage ist nie von Churchill geschrieben noch ausgesprochen worden. Es gibt keinen Beleg dafür. Mark Twain hingegen hat den Satz „There are lies, damn lies - and statistics,” in einem seiner Werke zitierend, bezugnehmend auf einen „wise statesman“ (der Brite sein sollte, ohne jedoch einen Namen zu nennen) erwähnt. Diese wurde auf den britischen Premierminister Benjamin Disraeli bezogen (lange vor Churchill), ohne das es jedoch auch hierfür einen Beleg gäbe, dass Disraeli die Aussage getätigt hätte.

Grüße
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