Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Normandie

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Tuedel


12.3.04 15:01:18
Direktverweis
Warum landeten die AMIS, die Tommys und das bissl Franzosen damals in der Normandie obwohl man damals schon wusste das der Krieg gegen Deutschland gewonnen war.

Ich habe letztens gelesen das es um die Vorherrschaft in Europa ging!

Stimmt doch! oder?

Laola-Smileys

Hoover


12.3.04 15:17:08
Direktverweis
Öh, warum war der Krieg denn im Juni 1944 schon verloren?

Gut, die Deutschen hätten ihn nicht mehr gewinnen können, aber sooo entschieden war das nun nicht.

Um Frankreich und den Rest Europas zu befreien musste man halt mit Soldaten den Deutschen rauswerfen. Außerdem hatten die Russen immer gejammert, die Rote Armee wäre nahe am Zusammenbruch. Ok, war nicht so, aber den West-Alliierten blieben wenig Möglichkeiten. Also: Landung!

Axel43


12.3.04 16:15:18
Direktverweis
Der Krieg war zwar schon entschieden, was die offensive Kriegsführung der Deutschen betraf, aber die deutsche Vorherrschaft in Europa bestand weiterhin und konnte nur durch einen direkten Angriff gebrochen werden. Dessen waren sich alle Kriegführenden bewußt. Die Frage war nur "wann" und "wo". Und, wie schon gesagt wurde, die Sowjets drängten darauf, daß ihre Fronten durch eine Front im Westen entlastet werde.

chriss


12.3.04 17:00:47
Direktverweis
Ich denke da es sich bei der Invasion vor allem auch um den Wunsch der Sovietunion um die Eröffnung einer zweiten Front handelte kann man nicht unbedingt von einer Vorherschaft in Europa reden,denn dann wäre dieser Wunsch sicher nicht gekommen.Der eigentlich Krieg fand bis dahin ausschließlich an der Ostfront statt.Wenn man bedenkt das die letztendlich enscheidende Schlacht am Kursker Bogen auch am seidenen Faden hing und der Sovietische "Sieg" mit viel Glück zusammen hing meine ich, das auch noch nicht schon alles entschieden war.Natürlich war die Alliierte Übermacht gewaltig, aber wo sollte man sie hin stellen?

waldi44


12.3.04 18:40:17
Direktverweis
Was blieb ihnen anderes übrig? Die Russen drängten auf die "richtige" zweite Front! Die Italienfront zählte für sie nicht und irgendwie kamen die Amis da ja auch nicht so richtig voran.
Andererseits, zeichnete sich ein Sieg der Russen immer deutlicher ab, auch ohne zweite Front. Wer garantierte aber, dass sich Stalin an irgendwelche vorherigen Verträge halten würde, wenn seine Soldaten erst mal den Atlantik erreicht hätten?
Es sieht irgendwie danach aus, dass man Angst hatte, zu spät zu kommen....

Ronny22


12.3.04 18:42:44
Direktverweis
Gepostet von Hoover
Öh, warum war der Krieg denn im Juni 1944 schon verloren?

Gut, die Deutschen hätten ihn nicht mehr gewinnen können, aber sooo entschieden war das nun nicht.

Um Frankreich und den Rest Europas zu befreien musste man halt mit Soldaten den Deutschen rauswerfen. Außerdem hatten die Russen immer gejammert, die Rote Armee wäre nahe am Zusammenbruch. Ok, war nicht so, aber den West-Alliierten blieben wenig Möglichkeiten. Also: Landung!


Die Russen waren zwar nich kurz vorm Zusammenbruch aber der Krieg wäre sicher noch viel weiter in die Länge gezogen worden. Wenn man aus Frankreich und Italien (angenommen die Allierten wären da nicht gelandet!) Divisionen an die Ostfront verlegt hätte, dann hätten die Russen sicher weniger ihre durchschlagenden Offensiven führen können.

Wenn z.B. folgende Einheiten nicht in Frankreich sondern im Osten, als sogenannte "Korsettstangen" in der Front gestanden hätten.

- 03.Fallschirmjäger-Division
- 05.Fallschirmjäger-Division
- 91.Fallschirmjäger-Division
- 01.SS-Panzer-Division "Leibstandarte"
- 02.SS-Panzer-Division "Das Reich"
- 17.SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen"
- Panzer-Lehr-Division
- 02.Panzer-Division
- 09.Panzer-Division
- 11.Panzer-Division
- 21.Panzer-Division
- 116.Panzer-Division

Dazu noch eine Menge Infanterie-Divisionen, viele davon kampferfahren und nicht aussschließlich Ostverbände und neuaugestellte Verbände.

Generalfeldmarschall von Rundstedt hatte 59 Divisionen unter seinem Kommando. Und wenn im Westen keine Landung gedroht hätte wo hätten die wohl gestanden? Also ein Großteil von denen? ;)

Gefechtsordnung der Heeresgruppe West am D-Day

Alles nur hypothetisch, die Niederlage Deutschlands hätten sie auch nicht verhindert aber verzögert sicher.

waldi44


12.3.04 19:23:23
Direktverweis
Dennoch geht die Rechnung mit den Truppen auch nicht auf! Man konnte ja nicht davon ausgehen, dass eine Landung NICHT stattfinden würde, sondern man musste eben damit rechnen, dass sie doch noch kam.
Das war so ähnlich wie mit der TirpitzSmiley mit verdrehten Augen....
Dazu kam noch ein recht heftiger Widerstand, die Resistance und der "Absprung" Italiens. Da musste man schon genügend Truppen stationiert lassen- allein 20.000 auf den Kanalinseln!

Popski


12.3.04 22:46:01
Direktverweis
Tuedel schrieb (in aller Ernsthaftigkeit):

"Warum landeten die AMIS, die Tommys und das bissl Franzosen ..."

Nur so nebenbei ... wenn man schon "das bissl Franzosen" erwähnt, dann bitte nicht z.B. die Kanadier vergessen (wird fast immer übersehen, gerade in Deutschland). Immerhin waren von denen mehr wie "eine Handvoll" am D-Day im Einsatz, fast der komplette Strandabschnitt "Juno" wurde von ihnen erkämpft (3. Kanadische Infanterie Division). Zahlen insgesamt (Landstreitkräfte & Luftlandetruppen): Amis (Utah/Omaha) = 57500; Briten/Kandier (Gold, Juno, Sword) = 75215, Luftlandetruppen: Amis = 15500; Briten/Kanadier = 7990. "Freie" Franzosen insgesamt = lediglich zwei "Troops" (ca. 60 Mann?) von Capt. Kiefer (Mitglieder der 10. Inter-Allied Commando, angeschlossen an 4. Commando. 10. I-A Commando war ein Gemisch aus Niederländern, Franzosen, Belgiern, Norwegern, Polen u.a.)

Weiter:

" ... damals in der Normandie obwohl man damals schon wusste das der Krieg gegen Deutschland gewonnen war."

Tja, wenn das so offensichtlich war ... dann hat wohl irgendjemand vergessen es den Deutschen zu sagen. :totlach:

Grüße

Popski


12.3.04 22:50:52
Direktverweis
Chriss schrieb u.a.:

"Der eigentlich Krieg fand bis dahin ausschließlich an der Ostfront statt."

Och ja ... der "eigentliche" Krieg. Wer redet schon von dem bißchen Krieg in z.B. Afrika und dann Italien.

"Wenn man bedenkt das die letztendlich enscheidende Schlacht am Kursker Bogen auch am seidenen Faden hing und der Sovietische "Sieg" mit viel Glück zusammen hing meine ich, das auch noch nicht schon alles entschieden war."

Och ja ... die "Sowjets" hatten immer nur "Glück" und wurden von ihren Kommissaren angetrieben.

"Natürlich war die Alliierte Übermacht gewaltig, aber wo sollte man sie hin stellen?"

Am besten überhaupt nicht ... :totlach:

Grüße

waldi44


13.3.04 00:04:08
Direktverweis
Popski, manchmal werde ich aus deinen Beiträgen nicht ganz schlauSmiley mit Hammer auf dem Kopf, so wie diese beiden jetztSmiley mit Erleuchtung!
Dem Smilie geht zwar ein Licht auf, mir aber nichtSmiley mit Hammer auf dem Kopf...

The Real Blaze


13.3.04 10:47:37
Direktverweis
Zitat von Waldi: "Dazu kam noch ein recht heftiger Widerstand, die Resistance..."

Waldi das sehe ich mittlerweile ganz anders.Die Resistance war bei weiten nicht stark, wie sie heute verklärt dargestellt wird.Sie wurde von deutscher Seite geschickt unterwandert und insgesamt hatte man die ganze Sache unter Kontrolle. Unser General Hans Speidel hat als Befehlshaber für Nordfrankreich in seinem Buch auch die Wahrheit darüber geschrieben. Das passte de Gaulle damals überhaupt nicht und protestierte in Bonn dagegen, bis man Speidel entließ. Die Wahrheit über die bescheidene Rolle der Resistance wurde also schon frühzeitig bekämpft.Man muß sich heute eben darüber nicht wundern, daß man hier eine völlig übertriebene Vorstellung davon hat.

mfg The Real Blaze

Popski


13.3.04 12:12:41
Direktverweis
Waldi schrieb:

"Popski, manchmal werde ich aus deinen Beiträgen nicht ganz schlau, so wie diese beiden jetzt!"

Hallo Waldi, welchen Teil verstehst Du nicht? :Schulter:

Grüße

waldi44


13.3.04 14:10:01
Direktverweis
Popski, egal, muss ja nicht alles verstehen:totlach::totlach:!
Tja Real, DAS ist auch so ein Punkt: Wie stark war der französische Widerstand wirklich? Da kommt es sicher wieder auf die Quellen an, die man benutzt und welchen man Glauben schenkt und welchen eher nicht!
Schlussendlich gab es da ja auch zwei Lager, das bürgerliche und das kommunistische...

Axel43


13.3.04 20:28:05
Direktverweis
Die Resistance war eine Form des Bürgerkrieges und gleichzeitig eine Front gegen die Deutschen, mit sehr mäßigen Erfolgen bis zur Invasion. Heute gibt es dazu genug kritische franz. Literatur.
Daß der Krieg nicht militärisch gewonnen werden konnte war den Deutschen spätestens bei Stalingrad bewußt.
Zwei weitere Faktoren zur Invasion: 1. Die Kriegstheorie besagte, daß ein effektiver Sieg die physische Kontrolle des Territoriums des Feindes bedeutet. 2. Die Erfahrungen 1918.

Tobias


13.3.04 21:27:39
Direktverweis
Ich glaube, daß die allierten gar nicht anders konnten. Die russen hätten deutschland wohl auch alleine niedergerrungen, ich glaube aber, daß russland nicht bei berlin stehen geblieben wäre, wenn die amis und die briten nicht von westen gekommen wären. Die russen hätten einfach noch weitere teile deutschlands übernommen und die amerikaner hätten viel weniger einfluss in zentraleuropa gehabt.

Tuedel


14.3.04 14:29:21
Direktverweis
Ist es denn nicht eher so das die Landung in der Normandie angeblich so lange geplant wurde gar nicht wahr ist, sondern das sie notwendig war weil man sich im Afrika Feldzug verplant hatte und die Invasion von Italien und Griechenland her nicht so schnell vorranging das eine Entlastung der OST-Front nicht gegeben war Smiley mit Erleuchtung

The Real Blaze


14.3.04 15:06:30
Direktverweis
Zitat:" die Invasion von Italien und Griechenland her nicht so schnell vorranging "

Welche Invasion in Griechenland?In Italien konnten an Hand der geografischen Verhältnise geschickt immer wieder Fronten aufgebaut werden, wo sehr viel Zeit verloren ging.Italien selbst wurde keine hohe Priorität eingeräumt und man (Alliierte)war generell von den eigenen Erfolgen überrascht.
Es war zu dieser Zeit schon längst klar, daß nur eine Invasion über dem Ärmelkanal den Krieg bei Erfolg schneller beenden würde.Das wußte man auch auf unserer Seite und baute die Anlagen des Atlantikwalls.

mfg The Real Blaze

Hoover


14.3.04 15:32:47
Direktverweis
Moinsen!

Erstmal zu den Partisanen: Sie waren sicherlich nicht so erfolgreich, wie von den Franzen gerne dargestellt. Aber trotzdem haben sie einen hohen Beitrag zur Invasion geleistet: Tausende von wertvollen Truppen waren über Frankreich verstreut, um die Einrichtungen zu schützen. Außerdem haben einige wenige Resistance-Gruppen tatsächlich wichtige Kommunikationsverbindungen lahmgelegt. Dies konnte zwar bald überbrückt werden, aber einige Stunden gab es doch ein Durcheinander. UNd man darf nicht vergessen das durch den Zwang, drahtlos zu arbeiten, den Alliierten viele Gelegnheiten gegeben wurden, die Funkstellen anzupeilen und auszuschalten.

Zu Italien: Meisterhafte Abwehrleistung der Deutschen, oder!

Welche Invasion in Griechenland?


Zu Griechenland: Oh, da wird aber was vergessen!! Außer einigen alliierten Sondereinheiten kämpften keine Truppen in Greichenland, richtig. Aber die Alliierten lieferten den Yugs zwei komplette Panzerdivisionen und die Ausrüstung von 3 Infanteriedivisionen! ich denke, die Bilder der jug. Panzerdivisionen, die Bihac und Pula im April 1945 einnahmen sind bekannt. Zu Kriegsende waren die jug. Truppen insgesamt satte 600.000 Man stark, die gegen 17 deutsche Divisionen kämpften (darunter die 7.SS, 14. ruthenische SS, zwei Kosackendivisionen usw).
Ich würde es schon eine Offensive nennen, die (eigentlich auf einem Nebenkriegsschauplatz Balkan) schon die Südfront recht instabil machte.

Die Planungen für die Invasion in der Normandie begann übrigens offiziell im Herbst 1942, als man begann, die Erfahrungen von Dieppe zu untersuchen und Rückschlüsse für eine richtige Landung zu ziehen.

FritzR


14.3.04 15:49:46
Direktverweis
Vielleicht noch mal zu den Partisanen. Es kommt dabei sicher auf den Blickwinkel an, den der Betreffende dabei hatte.

Mein Vater war z.B. gar nicht gut auf sie zu sprechen. Als Nachschubfahrer in der Normandie mußte er zeitweise bis zu sieben! Mal in der Nacht (und gefahren wurde fast ausschließlich Nachts) Reifen montieren. Alles Auswirkungen von ausgestreuten Nägeln oder selbstgebastelten Kleinminen (aus Schuhcremeschachteln).

Und wenn man jetzt bedenkt, dass der Sprit z.B. von (fast ) Paris herangekarrt werden mußte, der Nachschub an Reifen und Schläuchen z.T. schon von den Nachschubfahrern aufgebraucht wurde, die Reifenmontierzeiten letzlich den Nachschublieferungen zur Last fielen ....

Axel43


14.3.04 22:07:44
Direktverweis
Zu Italien: man betrachte man gedankenvoll auf dem Atlas die Alpen. Abgesehen vom Rhein ist sonst die deutsche Tiefebene wie ein Präsentierteller, ganz besonders für motorisierte Truppen.
Zur Resistance: ja, gewiss, n a c h der Invasion wurde sie zum Problem.

waldi44


15.3.04 10:24:18
Direktverweis
Résistance, Sammelbez. für die frz. Widerstandsorganisationen während der dt. Besetzung (1940/1944). Die R. reichte von den kommunist. Franc-tireurs et Partisans bis zur Armée secrète und erhielt ihren ersten Impuls durch den Aufruf de Gaulles über BBC vom 18.6.1940 zur Weiterführung des Kampfes aus dem Untergrund. Mit Streiks, Sabotageaktionen, Anschlägen auf den dt. Nachschub, Fluchthilfeunternehmen, Flugblättern u.a. bekämpfte die R. die dt. Besatzer und die Vertreter der Kollaboration in Vichy und band starke Sicherheitskräfte. Trotz massiver Gegenmaßnahmen, die bis zu Massakern wie in Oradour-sur-Glane reichten, wuchs das Heer der R.-Kämpfer, die sich am 27.5.1943 in einem Nat. Widerstandsrat (Conseil National de la R., CNR) zusammenschlossen. Seine bewaffneten Verbände, ausgerüstet mit abgeworfenem alliiertem oder erbeutetem dt. Material, vereinigten sich am 1.2.1944 zu den Forces Françaises de l'Intérieur (FFI) und stellten bei der alliierten Invasion nach Einschätzung Eisenhowers einen Kampfwert von 15 Div. dar. Wichtig v.a. war ihre Nachrichtenbeschaffung im feindl. Hinterland, die die alliierten Operationen erleichterte; eigene militär. Aktionen wie im Vercors schlugen jedoch fehl. Die FFI gingen weitgehend in den mit den Angloamerikanern vorrückenden freifrz. Streitkräften (Forces Françaises Libres, FFL) auf, führende R.-Angehörige wurden Mitglieder der provisor. Reg. de Gaulles und prägten den demokrat. Neuanfang der IV. Republik. Die R. verlor bei ihrem Kampf gegen die Besatzer und ihre frz. Gefolgsleute schätzungsweise 30,000 Mann durch Exekutionen, an denen sich auch frz. Miliz beteiligte, 75,000 in nat.-soz. Konzentrationslager deportierte Widerstandskämpfer kehrten nicht zurück. Nach der Befreiung forderte umgekehrt die blutige Abrechnung der R. mit den Kollaborateuren noch einmal viele Tausend Menschenleben.
Im deutsch besetzten Frankreich bildeten sich rasch Widerstandsorganisationen, zusammenfassend R. genannt. Sie erhielt einen ersten Impuls durch den Aufruf de Gaulles über die BBC vom 18.6.1940 zur Weiterführung des Kampfes aus dem Untergrund. Der war anfangs kaum möglich, und erst 1941/1942 bildete sich eine regional organisierte, parteiübergreifende, von inneren Spannungen allerdings nicht freie Untergrundbewegung in der besetzten Nordzone Frankreichs, wo es zu Zwangsrekrutierungen für die deutsche Industrie, wirtschaftlicher Ausplünderung und Geiselerschießungen kam. Auch gegen die Kollaboration der französischen Regierung in Vichy mit den Deutschen regte sich Widerstand. Hemmend wirkte sich zunächst aus, daß die Kommunisten vom Hitler-Stalin-Pakt irritiert waren; erst nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22.6.1941 stießen auch sie zur Résistance und verliehen ihr mit ihren bewaffneten Einheiten ('Franc-Tireurs Partisans Français', FTPF) erheblich mehr Schlagkraft. Offener Kampf war zwar auch dann nicht möglich, doch nahmen die Attentate, Sabotageakte, Informationen für die Alliierten, bewaffnete Überfälle, Fluchtaktionen u.a. ständig zu, was in wachsenden Maß deutsche Kräfte band und 'Vergeltungsmaßnahmen' wie in Oradour-sur-Glane auslöste
Obwohl die Résistance ursprünglich von Intellektuellen, einstigen Politikern und Offizieren ausging, strömten mit der Zeit Menschen aller Bevölkerungsschichten in ihre Gruppen. Am 27.5.1943 gelang J. Moulin, dem Gesandten de Gaulles, der Zusammenschluß der diversen Widerstandsgruppierungen im 'Conseil National de la Résistance' (CNR). Die bewaffneten Einheiten verschmolzen am 1.2.1944 zu den 'Forces Françaises de l'Intérieur' (FFI), deren Kampfwert der amerikanische Oberkommandierende Eisenhower auf 15 Divisionen schätzte. Als mit den Alliierten am 6.6.1944 freifranzösische Truppen landeten, stellten die FFI-Einheiten eine wertvolle Verstärkung dar und unterstrichen den französischen Anspruch auf internationale Mitsprache bei der Nachkriegsordnung. De Gaulle nahm als Chef der provisorischen Regierung am 9.9.1944 mehrere Mitglieder der Résistance in sein Kabinett auf. Sie repräsentierten das 'geistige Gewissen der Nation' und gaben der politischen Erneuerung Frankreichs in der nun beginnenden IV. Republik entscheidende Impulse.

The Real Blaze


15.3.04 17:08:57
Direktverweis
Schon paradox die Geschichte.Nach einem deutschen Sieg wurde gefordet,daß zu erst besetzte Nordfrankreich total vom Süden abzuspalten,schon damit sämtliche Marinebasen an der Biscaya dem Reich erhalten blieben.Dann hätte es statt eines geteilten Deutschland, ein geteiltes Frankreich gegeben,mittendrin evetuell einen SS Staat Burgund.Die Reichsgrenze sollte bis Reims und Verdun ausgedehnt werden.
Übrigens es gab auch eine deutsche Besatzungszeit in England: die Kanalinseln.

mfg The Real Blaze

waldi44


5.6.04 19:35:13
Direktverweis
Sagt mal, ist es nicht eigentlich ein "Witz" in der Militärgeschichte, dass 150.000 Mann mit 7.000 Schiffen über Wochen vor der Nase des Gegners(in diesem Fall Deutschlands) unentdeckt zusammengezogen wurden, in See stachen und erst bemerkt wurden, als sie am Horizont auftauchten?
Ist es nicht auch ein "Witz", nachdem die Ausmasse der Landung erkannt und nach Berlin gemeldet wurde, Hitler und manche Militärs noch immer an einen Bluff glaubten und auf die Landung am Kanal warteten?
England liegt vor der Haustür, da konnte man schon fast rüberspucken ;) und keiner hat's gemerkt!?
Ich meine so gemerkt, dass es auch was gebracht hätte!

Gast


5.6.04 20:07:05
Direktverweis
Ist es weiter gedacht nicht auch ein Witz, dass Stalin an der Grenze 1941 ein ca. 4,5 Mio. Mann starkes Heer nebst Rüstung konzentrieren konnte, ohne das es jemand merkte? Ist es ein Witz, dass Deutschland ebenso bis zum juni 41 ca. 3 - 3,5 Mio. Mann nebst Rüstung an der Grenze zu Russland aufstellen konnte ohne bemerkt worden zu sein? Wenn nicht der tödliche Ernst dahinter gestanden hätte, wäre es insgesamt eine "witzige" Angelegenheitseilspringender Smiley gewesen. Doch dafür gab es Geheimdienste und Spionage um eventuellen Argwohn durch Intrigen und Falschmeldungen aller Art etwas zu dämpfen.

Jürgen

Gast


5.6.04 20:14:45
Direktverweis
Nachtragend und bezugnehmend auf den gestrigen Film "Der längste Tag" möchte ich noch feststellen, dass es immer wieder seehr lustig istSmiley mit Hammer auf dem Kopf, wie der deutsche Soldat zum Idioten abgestempelt wird. So zum Beispiel der Offizier, der seine Stiefel verkehrt herum an hatte!
Außerdem sah ich, dass die Deutschen aus Rücksicht auf die Invasion so gut wie nie aus den Geschützen der Bunker geschossen haben. Auch keine Landungsboote wurden versenkt, sie kamen alle durch. Seeehr realistisch gedreht:harlekin:

Jürgen

waldi44


5.6.04 20:26:53
Direktverweis
Von dem russischen Aufmarsch wusste man, unterschätzte aber seine Grösse!
Von dem deutschen Aufmarsch wusste man auch, verkannte aber seine Bedeutung bzw wollte sie nicht wahrhaben!

Wenn aber mehr als 7.000 Kriegsschiffe auslaufen, sollte das nicht unbemerkt bleiben zumal es vorher genug Feindeinflüge und Fallschirmjäger gab- nicht nur die Gummipuppen!

Wie gesagt- England liegt vor der Haustür und JEDE militärische Bewegung hat nur EIN Ziel und im Prinzip auch nur eine Richtung- im ungünstigsten Fall zwei, aber auch die Truppen im Kanal wurden nicht informiert- wovon auch!?

@Gast: Bei Spielfilmen sollte man eines nicht vergessen: Es sind Spiel-/Kinofilme!

Hoover


5.6.04 22:51:16
Direktverweis
Jaja, so wird aus Film ein Geschichtsdokument.

Der Längste Tag wurde in den 60ern gedreht, als es noch unschicklich war, zu viele US-Verluste zu zeigen, schon gar nicht blutverschmierte.

Zu der Szene des dt. Offiziers mit den vertauschten Stiefeln: Da hat die Schere zugeschlagen. In der "Directors Cut Version" ist die Geschichte, die dahinter steckt, zu sehen. Der Offizier schleif bei seiner "Madame" im Haus, als im Garten dahinter der Falli runterkam. Also zog er sich nur schnell die Stiefel ohne Socken über und schnappte sich seine Pistole und rannte raus, genau ´vor die Mündung des Amis.

Axel43


6.6.04 03:16:02
Direktverweis
Das Problem ist, wie schon mehrmals gesagt, nicht an sich Mangel an Information sondern wie diese Information bewertet wird. Ich habe den Eindruck, dass man in dieser Hinsicht auf allen Seiten eher vorsichtig war, d h dass man nicht gewillt war, radikale Schluesse zu ziehen, die sofortige und umfassende Gegenmassnahmen haetten ausloesen muessen. Hitler & Co scheinen davon ueberzeugt gewesen zu sein, dass eine Landung in der Normandie technisch viel zu aufwendig und riskabel sein wuerde (= die uebliche deutsche Unterschaetzung des amerikanischen Potentiales), dass die Alliierten im Prinzip so denken wuerden wie die Deutschen (also Kanal), und dass mithin alles, das auf die Normandie hinweist, ein Scheinmanoever war. Dieser Schluss ist an sich nicht unlogisch; was wohl erstaunt ist, dass man nicht sowohl fuer die Normandie als auch fuer den Kanal auf hoechste Alarmstufe ging.
Wie gut war damals die deutsche Luftaufklaerung im Westen ?
Schliesslich und endlich muessen wir bedenken, dass wir es mit Menschen zu tun haben, d h dass vieles doch ganz irrationell geschieht.

Indy


6.6.04 23:15:53
Direktverweis
Welche Luftaufklärung?
M.W. wurden die ersten Aufklärungsfotos mitte 1944 von Ar234 eines LW Sonderkommandos (Hecht oder Sperling) im Juli heimgebracht.

Popski


7.6.04 13:03:02
Direktverweis
Gepostet von waldi44
Sagt mal, ist es nicht eigentlich ein "Witz" in der Militärgeschichte, dass 150.000 Mann mit 7.000 Schiffen über Wochen vor der Nase des Gegners(in diesem Fall Deutschlands) unentdeckt zusammengezogen wurden, in See stachen und erst bemerkt wurden, als sie am Horizont auftauchten?Ist es nicht auch ein "Witz", nachdem die Ausmasse der Landung erkannt und nach Berlin gemeldet wurde, Hitler und manche Militärs noch immer an einen Bluff glaubten

Nöö, eher Zeichen der Genialität aller Täuschungsmanöver durch insb. der britische Abwehr, Geheimdienst etc. Zugegeben, der Witz ist eher der deutsche Geheimdienst gewesen. Problem liegt zum Teil auch schlicht darin begraben, das Diktaturen nicht gerade dafür bekannt sind, dass sie in ihren Reihen (angefangen in der obersten Führungsriege, über den Geheimdienst, bis hin zum letzten Teil des Zahnrads), Kreativität, Phantasie und eigenständiges Denken bzw. Urteilen entwickeln lassen oder födern.

Grüße.

Popski


7.6.04 13:30:08
Direktverweis
Gepostet von waldi44
...Wenn aber mehr als 7.000 Kriegsschiffe auslaufen, sollte das nicht unbemerkt bleiben zumal es vorher genug Feindeinflüge und Fallschirmjäger gab- nicht nur die Gummipuppen!


Nur mal als Hinweis. Die Briten und Kanadier haben tatsächlich über der Normandie ihre Gummipuppenkameraden "abspringen" lassen. Alle hießen Rupert (inoffiziell). Man muß wissen, dass bei den Mannschaften britische Offiziere als "Ruperts" bezeichnet wurden/werden. Was Besseres kann kaum geschehen ... dass alle "Ruperts" über deutschen Stellungen empfangen werden ... von dt. Flak und MG's.

Wobei es sich nicht um Gummipuppen, entgegen den Szenen aus z.B. "Der Längste Tag" handelt (oder daraus kopierten Photos, die dann gelegentlich in "Fachliteratur" auftauchen), sondern um eine Art Strohmann, sackähnlich, relativ klein, mit kleinen Ärmchen und Beinchen. Plus einen Strohkopf ... Es ist nur ein Gerücht, dass Winnie der Puhbär mit abgesprungen sein soll. Eine Handvoll SAS Spezialisten schon... Irgend jemand mußte ja nun für ein tatsächliches Tohuwabohu sorgen ... Tauchte, wer genau hinschaute, beim Pro7 D-Day "Spiel/Dokufilm" ganz kurz auf.

D-Day Rupert ... warum die Briten den D-Day gewannen …diese „Elitesoldaten“ waren ca. 1 Meter hoch:



Der falsche „Hollywood-Rupert“:




Grüße

Osti


7.6.04 20:05:26
Direktverweis
Eine Frage an die Spezialisten!
Ich war 1986 in Bray-Dunes liegt an der Belgisch-Französischen Grenze direkt am Meer in der Nähe von Dünkirchen.Zur damaligen Zeit konnte man in den Dünen gehen und die Bunkeranlagen zum Teil gesprengt durchforsten.Dort hatte ich aus dem Sand einen runden Beton Eingangsbogen gebuddelt.Auf dem hatte man damals beim betonieren per Hand Malente und eine Kompanie Bezeichnung geschrieben.Ich war später nochmals da,um näheres zu finden,aber da waren dann leider schon Hotels gebaut und alles weg.Hat einer von Euch eine Ahnung,wer damals dort gelegen haben könnte oder ob es ein Bautrupp war ? Und zu welchem Angriffsgebiet diese Gegend 1944 gehörte?
Gruss
Osti

Gast


15.6.04 01:12:24
Direktverweis
Die Amerikaner sind heute nicht umsonst die fast unangefochtende Weltmacht ,sie ,die Amerikaner,verfolgten im 2 Weltkrieg rein geopolitische Interessen ,Schlagwörter wie Demokratie und Freiheit sind doch nur Futter für die Dumme Masse und dienen als Legitimation...

Empfehle Tansill zu lesen.

Die Kriegsziele der Amis waren ungefähr folgende:

1.Deutschland als Machtfaktor und wirtschaftlichen Konkurrenten ein für allemal aus dem Weg zu räumen.

2.Die Nachfolge des Empire anstreben ,und sich in Europa festsetzen.

3.Interessen im Pazifik und Japans Vormachtstellung brechen.


Und die Mitte Europas ,Deutschland ,wird bis heute von einer US hörigen Vasallentruppe regiert ,die politischen Parteien unterscheiden sich nur auf dem Papier ,und der "Nationale Wiederstand" zumindest die Parteien sind von In und Ausländischen Geheimdiensten unterwandert .

Die Totale Hegemonie.

Axel43


15.6.04 04:38:28
Direktverweis
Zu 1.: die deutsche Wirtschaft war durch die forcierte Aufruestung so marode, dass eine finanzielle Katastrophe
sich nahte, und der Krieg frueher angefangen werden musste, als was die Aufruestungsplaene an sich vorgesehen hatten.
Ich schlage vor sie beschaftigen sich mal mit dem Schlitzohr, das wusste, worum es ging, naemlich Hjalmar Schacht.
Die USA waren an Deutschland finanziell nicht interessiert, anders als das sie das Reich gerne als Exportmarkt gesehen haetten - was wiederum eine starke Wirtschaft voraussetzt !
zurück zur Themenübersicht