Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

" Alpenfestung "

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AutorBeitrag

Franz - Walter Model


10.6.04 03:39:50
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Guten Abend !

Ich bin auch bisher nur passiv auf dieser Seite gewesen.
Erstmal begrüße ich den Rest, der schon länger aktiv in disem Forum agiert.
Erst am 09.06.2004 kam eine Dokumenation zur Alpenfestung, die demnach, mehr Realität als Mythos zu sein scheint.
Es ist sogar so, dass die SS ihren eigenen Weg gegen Kriegsende gehen wollte und Hitler als Verlierer abstempelte. Mit die " SS " meine ich jetzt diejenigen, die am Vorhaben Alpenfestung integriert gewesen sind und den dieser Gedanke zusagte( Oft Personen höherer Positionen ).
In diesem in den Alpen angelegten riesigen unterirdischen Festungssystem, was nie fertig gestellt wurde, wollte man den Amerikanern einen blutigen Endkampf aufzwingen, außer diese würde zusammen mit dem Deutschen Reich gegen die Bolschewisten kämpfen. Es war also eine Erpressung.
Das ausgerechnet ein SS'ler hohen Ranges, nämlich kein geringerer als SS-Obergruppenführer und Höchster SS- und Polizeiführer von Italien Karl Wolff, der ehemalige Adjutant des Reichsführers SS, diesem Vorhaben anscheinend und einen großen Strich durch die Rechnung machte, ist wohl die Ironie des Schicksals. Eben dieser trat mit dem amerikanischen Geheimdienstler Allen Welsh Dulles in Kontakt, der sich in der Schweiz aufhilet, welches meines Wissens ab März 1945 geschah um den sinnlosen Kampf an der Oberitalien-/Norditalienfront ein Ende zu bereiten. Man hatte mit der 10. Armee und der 14.Armee, die die Heeresgruppe C, zu dem Zeitpunkt unter Generaloberst Heinrich von Vietingshoff-Scheel, bildete und immerhin noch über 800.000 Mann verfügte, rein nominell gesehen einen schlagkräftigen Verband, will man doch meinen. Angesichts der mehr als schlechten Ausrüstungslage und Nachschublage zu dem Zeitpunkt dort, bleibt es bei äußerlich erscheinender Stärke, jedoch war die Lage katastrophal. Nach umständlichen Unterredungen und Hin under Hers wurde schließlich am 29.04.1945 in Caserta kapituliert und diese Kapitulation legte fest, ab dem 02.05.1945 den ungleichen Kampf zu beenden. Nun war für die Amerikaner die Südflanke offen und das soll ein kardinaler Grund gewesen sein, weshalb man mit der Alpenfestung nie fertig wurde und die Versorgungslage dafür nicht beendete. Ernst Kaltenbrunner war übrigens der härteste Verfechter dieser Möglichkeit der Alpenfestung. Nach dem der Weg zum Brenner für die Westalliierten frei war, schwengte Herr Himmler, vorher überzeugter Alpenfestler, lol, cooles Wort und nun gab er sogar Befehl, nicht auf amerikanische Soldaten zu schießen. Der Wind hat sich halt gedreht. Übrigens zog man die neuesten Waffentechnologien im Raum Oberösterreich, Tirol zusammen, die einen Endkampf negativ für den Gegner ermöglicht hätten. Die Wissenschaftler mussten unter Androhung der Tötung auch mitziehen. Berühmte Juden wurden als Geiseln genommen usw. Ich will auch nicht ewig schreiben...
Jedenfalls meinen manche, die Amis haben ihre Operation Sunrise, die vielen deutschen Soldaten, die sich im süddeutschen Raum gen Alpen zurückzogen, den Weg abgeschnitten werden, des Weiteren umfasste die Operation den Kampf gegen die angenommene Alpenfestung an sich, man hätte es also auf einen Kampf ankommen lassen. Karl Wolff erleichterte die Amis, die zwar in diesem Raum kämpfen mussten, aber so in wesentlich geringerem Umfang.
Eins machte mich aber bei dem Bericht z.B. stutzig: Manche soldatische Fanatiker kämpften trotz des Einbruchs von Süden her, nach der Kapitulation dort, weiter. So weit ist das für mich verständlich, nur die Erwähnung, dass sie dies bis in den ersten Maiwochen taten.
Maiwochen... Hätte er gesagt, bis in die erste Maiwoche, bis zum 08.05.1945, ja, dann wäre die Logik vorhanden, nur Kämpfe darüber hinaus in Österreich gegen Westalliierte Verbände kenne ich nicht, würden mich aber brennend interessieren, bzw. keine Kämpfe, waren dann doch eher Gefechte, teils Scharmützel. Ich kenne in Österreich nur den Kampf bei St. Pölten, der über die Gesamtkapitulation hinausging und den Russen als Kontrahenten betraf. Nun gut.
Schreibt mal schön eure Ansichten und bitte nicht anmeckern oder so, wie das hier bei manchen Diskussionen geschieht, sachlich bleiben.

Ihr Franz...

Ronny22


10.6.04 11:25:57
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Ok, ich kann jetzt keine konkreten Ereignisse liefern aber wenn man die chaotischen Zustände in den letzten Kriegswochen berücksichtigt...

Halte ich es durchaus für plausibel das kleinere versprengte Einheiten oder auch Gruppen von Soldaten Widerstand leisteten, weil sie...

1.) Nicht über die Gesamtlage bescheid wußten...(ihre höheren Stäbe vielleicht schon gefangen/abgehauen waren...)

2.) Sie ungewiss waren was nach einer Gefangennahme mit ihnen geschieht...man streute ja wohl das Gerücht die Amis liefern an die Russen aus...(passierte ja auch leider...)

3.) Es sicher auch noch ein paar überzeugte Fanatiker gab die um jeden Preis weiterkämpfen wollten.

Also meiner Ansicht nach halte ich solche kleineren Gefechte/Scharmützel für durchaus glaubwürdig.
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