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market garden genial oder Flop???

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AutorBeitrag

panzerjaeger


14.3.02 17:23:11
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Nun würde ich gern evon euch wissen wie Ihr das Unternehmen Market garden haltet...
Wars taktisch klug oder wäre es mit 2 Landarmeen besser gewessen???Welche fahrzeuge und Einheiten Ihr eingesetzt hätet???
Wie Ihr die Schlacht seht.Wieso damals mit Alarmeinheiten die brücke von Arnheim gehalten Wurde..
Wie die FJ versuchten das XXX korps aufzuhalten...
Und zuallerletzt war jemand in denn Museen in und um
arnheim???

waldi44


14.3.02 23:43:01
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In jedem Fall war es ein Flop! Vielleicht ein Mahnmahl, daß ein Gegner erst besiegt ist, wenn er tod am Boden lieg ;) bzw kapituliert hat!
Hätte man besser aufgeklärt, währe das nicht passiert!

jeannen


15.3.02 07:24:33
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Totaler Fehlschlag!
1944 waren die deutschen Einheiten an der Westfront bereits geübt darin, ihre Panzer so zu tarnen, dass sie aus der Luft nicht zu sehen sind.
Außerdem hatten die deutschen Einheiten, die in Arnheim lagen, doch eigentlich eine andere Aufgabe, oder? Die waren doch für irgendeinen Frontabschnitt als Reserve eingeteilt, allerdings war es ja eher ein Zufall, dass sie am Tag der Landung in Arnheim lagen.

OGLongbeach


15.3.02 19:53:23
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Kann mich den obigen Meinungen nur anschließen !!!
Dilletantisch durchgeführt !!!
Ich glaube hier waren die Allierten Planer schon vom langsam herraufziehenden Sieg benebelt !!

MfG OG Longbeach

Franz00030


15.3.02 23:23:21
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Meine Meinung: ein sehr kühner, risikobehafteter Plan, der an der Ungunst der Umstände gescheitert ist. Strategisch bedeutsame Luftlandeunternehmen sind nicht einfach und benötigen auch eine Portion Glück, daß die vorausgesetzen Annahmen auch stimmen.
Historische Beispiele:
Deutsche Luftlandung Kreta -> mit Glück unter großen Verlusten gelungen, aber nie wieder in ähnlichem Ausmaß versucht.
Russische Luftlandungen bei Moskau Winter 1941 -> nach anfänglichen Erfolgen gescheitert, danach nur noch selten versucht, am Kriegsende gar nicht mehr.
Gruß
Franz

waldi44


16.3.02 13:16:29
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Am 17.9.44 sprangen rund 9.000 Mann britische und polnische Fallschirmjäger zwischen Eindhoven, Nimwegen und Arnheim ab, um die Übergänge über den Niederrhein zu sichern und dadurch einen schnellen Vorstoss nach Nordwestdeutschland und dem Ruhrgebiet zu gewinnen. Diese kühne und äusserst waghalsige Operation war von Montgomery gegen den Rat anderer Kommandeure angeordnet worden, um vor dem Winter 1944 den Krieg mit einem einzigen Schlag zu beenden.
Zu diesem Zeitpunkt wurde kein organisierter Widerstand der Deutschen mehr erwartet und die Alliierten rechneten mit dem Kriegsende im Dezember 1944. Die deutsche Armee sei keine zusammenhängende Streitmacht mehr, sondern bestünde nur noch aus versprengten, desorganisierten und sogar demoralisierten Truppen, denen es an Waffen und Gerät fehlt.
Ziel der alliierten Luftlandeoperation
Das wichtigste Ziel der Operation Market Garden bestand in der Errichtung eines Brückenkopfes auf dem jenseitigen Rheinufer, um dadurch die Ausgangsbasis für künftige, gegen das Ruhrgebiet gerichtete Operationen der Alliierten zu schaffen. Dadurch erwartete man drei wesentliche Vorteile:
Abriegelung der in Westholland verbliebenen Teile der 15. Armee von der Landseite her;
Umgehung der Westwall-Befestigungen;
Schaffung der Voraussetzungen für einen entscheidenden Grossangriff durch die norddeutsche Tiefebene in das Zentrum des Ruhrgebietes, um dadurch den Krieg zu verkürzen.
Luflandeoperation “Market”:
Absprung von 3 1/2 Luftlandedivisionen im Raum Grave, Nimwegen und Arnheim zur Einnahme der Brücken über mehrere Kanäle sowie über die Maas, den Waal und den Niederrhein;
Öffnung einer Schneise von mehr als 70km Länge von Eindhoven nach Norden;
Unterstützung einer luftverlastbaren Division.
Bodenoperation “Garden”:
Vorstoss von Teilen der 2. (brit.) Armee von der niederl.-belg. Grenze bis an die Zuidersee (Ijsselmeer): 145 km;
Ausbrechen des brit. XXX. Korps aus dem Neerpelt-Brückenkopf am Maas-Schelde-Kanal (südl. Eindhoven)
Flankierende Entlastungsangriffe durch das brit. VIII. und das brit. XII. Korps.
Die zur Unterstützung der Luftlandeeinheiten eingesetzten Spitzen der 2. brit. Armee konnten jedoch nicht rechtzeitig aufschliessen, die brit. Garde-Panzer-Division, die die Verbindung mit den Luftlandetruppen herstellen sollte, blieb im Raum Eindhoven stecken, und der Luftlandeangriff traf mitten in das II. SS Panzerkorps unter SS-Obergruppenführer Bittrich, das mit den Divisionen „Hohenstauffen“ und „Frundsberg“ in diesem Raum zur Auffrischung lag. So wurden die britischen Luftlandetruppen bei Arnheim abgeschnitten und unter schwerem Artillerie- und Werferfeuer auf engstem Raum zusammengedrängt. Auch die polnische Fallschirmbrigade, die am Südufer des Niederrheins zwischen Arnheim und Nimwegen abgesprungen war, hatte das gleiche Schicksal.
Die Waffen-SS schlug dabei die ritterlichste Schlacht in ihrer Geschichte. Ganz entgegen der Befürchtungen der Briten, erfuhren die 2.200 britischen Verwundeten auf Initiative des Divisionsarztes Dr. Skalka hervorragende medizinische Versorgung durch die Sanitäter der Divisionen “Hohenstauffen” und “Frundsberg”.
Am 25.9.44 befahlen Eisenhower und Montgomery, das Unternehmen abzubrechen; nur 2.500 Mann schlugen sich wieder zu den britischen Linien durch. Die Schlacht von Arnheim war der erste deutsche Sieg nach langer Zeit. Dieser Sieg wurde im wesentlichen ermöglicht durch die Fähigkeit auf deutscher Seite, in kürzester Zeit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den Widerstand zu organisieren und zu improvisieren. Hitler wurde durch diese Niederlage der Alliierten in seinem Selbstvertrauen gestärkt, dass er die Ardennenoffensive für das Jahr 1944 vorbereitete, die nach anfänglichen Erfolgen mit einem einem schweren Rückschlag enden sollte.
Verluste 17. - 26.9.44
Deutsche Gefallene und Verwundete:
Arnheim-Osterbeek: 2.500-3.000 (10-15%)
Luftlande-Korridor: 3.750 (25%)
Gesamt etwa 6.000
Alliierte:
1st Brit Airborne Div. 7.212
82nd US Airborne Div. 1.432
101st US Airborne Div. 2.110
Gesamt 11.850
Literaturempfehlung:
Kershaw, Robert J.
Arnheim’44 - Im September fällt kein Schnee
Die gescheiterte Luftlandung bei Arnheim 1944
Motorbuch Verlag 1990, ISBN 3 613 01942 6

Piekalkiewicz, Janusz
Arnheim 1944 - Die grösste Luftlandeoperation
Weltbild Verlag, 1998, ISBN 3 8289 0278 2
Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Militärhistorischer Arbeitskreis, RK Ratingen
...

Arnheim

panzerjaeger


16.3.02 18:27:55
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Nun warum wurde eine Einheit vom RAD eingesetzt???
ich dachte das waren Schaufelsoldaten..
Habt Ihr das auch gelesen:"....Standen überall und hatten mit allem geschossen was wir hatten...."
Vielleicht mit einem Schrottgewehr.
:D :D :D
Spass beiseite durch die polnischen Fallschirmjäger wurde die Schlacht gnadenloser...
Die kämpfe erbitterter, sogar holländische einheiten waren eingesetzt.
Die Museen sind sehr interessant und werden immer wieder aktualiesiert.
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