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Kuriosum Dänemarkbesetzung

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AutorBeitrag

Martin 222


4.10.04 15:43:07
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Hallo,

..habe neulich was interessantes gelesen.
Als am 09.April 1940 Deutsche Truppen sich dem Ort Haderslev näherten,wurden sie von drei leichten Geschützen beschossen.Diesen fielen drei deutsche Spähwagen zum Opfer.
Auf dänischer Seite fiel ein Geschützführer.
Heute gedenkt Dänemark an jedem 09.April diesen Geschützen,der gefallene Geschützführer erhielt sogar einen Gedenkstein.
Was ist jetzt das komische?Die anderen Geschützführer,ebenfalls dänische Offiziere meldeten sich später freiwillig zur Waffen SS,und brachten es bis zum Hauptsturmführer.Einer erhielt sogar das Ritterkreuz.
Ja,nur diese sind beim Gedenken an die drei dänischen Geschütze nicht erwähnt...

denkender Smiley

The Real Blaze


4.10.04 16:46:02
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Hehe lustig. Dänemark leidet unter Kommerzhelden. Ich wette dieser tote Geschützführer wäre auch zur Waffen SS gegangen,genauso wie seine Kumpels.

The Real Blaze

ZensiertWeilZuBloed


4.10.04 17:36:38
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Natürlich wird ihnen nicht gedacht, es waren schließlich Vaterlandsverräter.

waldi44


4.10.04 17:53:32
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Unser "Fliegender Holländer" hat es kurz und prägnant auf den Punkt gebracht!
Wpbei man über den "Vaterlandverräter" eventuell noch diskutieren könnte, da sie zwar die Uniform wechselten, aber nicht direkt gegen Dänemark kämpften, zumindest indirekt aber wohl!

bani


4.10.04 20:01:50
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Nun ja, über den Begriff Vaterlandsverräter sollte es in diesem Fall eigentlich keine Diskussion geben.

Die Männer des "Freikorps Danmark" gingen mit Billigung ihrer Regierung und vom Kriegsministerium wurde bekannt gegeben, daß auch aktive Soldaten, die sich zum Freikorps melden, nach Ableistung dieses Dienstes wieder ihren Dienst im dänischen Heer / Marine aufnehmen könnten.

waldi44


4.10.04 20:12:04
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Die dänische Regierung war aber im Exil und die dänische Flotte fuhr für die Alliierten, oder?

~Rainer


4.10.04 20:47:34
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Hallo,
die dänische Regierung bestand nach der deutschen Besetzung fort, dies wurde aber nur durch umfangreiche Lieferungen(vor allem Lebensmittel) erreicht.
1941 wurde in London der "Dänische Rat", so eine Art Exilregierung, gegründet.
Gruss
Rainer

Hoth


5.10.04 07:37:29
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Meines Wissens hat sich nur das dänische Königshaus abgesetzt, die Regierung nicht. Diese wurde nach der Besetzung teilweise deutschfreundlich umbesetzt, blieb aber die gesamte Zeit im Amt. Das war´s dann auch schon. Insgesamt wohl einer der einwohnerfreundlichsten aber zugleich auch deutschfreundlichsten Besatzungsgebiete, auch wenn das einige Dänen verständlicherweise bis heute noch nicht wahrhaben wollen.

[ Editiert von Hoth am: 05.10.2004 7:39 ]

~Rainer


5.10.04 14:58:52
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Hallo,
der damalige König ist im land geblieben und hat quasi den passiven Widerstand angeführt. Als die dänischen Juden, von denen nur 200 von den Deutschen verhaftet wurden, den Judenstern tragen mussten, legte der König ihn auch an und ging so durch Kopenhagen. Ich glaube 1944 wurde auch er verhaftet und irgendwo verwahrt.
Gruss
Rainer

The Real Blaze


5.10.04 16:28:35
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Insgesamt war der dänische Widerstand nur ein kleine Randnotiz. Es war sogut wie nicht existent, deshalb wurde auch dieser Geschützführer zum Helden aufgebaut, weil sonst niemand da war. Das ist alles Krampf bis zur Lächerlichkeit.

The Real Blaze

waldi44


5.10.04 19:58:23
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Wieso "Krampf"? Wenn man nichts anderes hat, muss man nehmen was man kriegt...Respekt-Smiley

~Rainer


5.10.04 20:11:56
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Hallo,
hier noch etwas zu Dänemark in WK II:
http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=1975&Seite=4
Gruss
Rainer

Martin 222


6.10.04 07:34:11
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Guten Morgen,

..tja,das der Begriff Vaterlandsverräter fallen würde ist wieder klar.Ich verrate mein Vaterland wenn ich in einer anderen Uniform kämpfe?Die Franzosen kämpften auch in amerikanischen Uniformen bei der Landung in der Normandie,am Rande bemerkt..
Ich finde es sehr lustig,kommt die Wehrmacht mit der Besetzung Norwegens und Dänemarks den Engländern zuvor,ist es ein Raubkrieg ect.Wären die Engländer gelandet,wäre es rechtens.Die Auslegungen sind immer sehr schön anzusehen.
Es kämpften bereits ein Haufen Dänen im Russisch-Finischen Krieg an der Seite der Finnen.
König Christian der X hat ein Dekret erlassen,wonach es Dänen erlaubt sei,sich am Kampfe gegen den Bolschewismus im Rahmen eines dänischen Freikorps zu beteiligen.Dies galt auch für Angehörige des Heeres,einschließlich Berufs- und Reserveoffiziere..
Nach dem Kriege war das natürlich vergessen.Die einzigen die keine Hetz gegen ihre Soldaten betrieben waren Schweden und Finnland.
Es ist seit jeher so,man heult immer mit den Wölfen,besonders die Presse..

Petronelli


6.10.04 07:41:19
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Hallo Martin,
hast Du die Mail bekommen? Konntest Du was damit anfangen?
Gruß
Peter

waldi44


6.10.04 10:36:58
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@Martin222: Ich meine, dass es da schon einen Unterschied gibt, ob man die Uniform der Befreier oder die der Eroberer anzieht und auch nicht die Tatsache, dass man in einer anderen Streitmacht dient, macht einen gleich zum Verräter!
Die Umstände und die persönlichen Gründe spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle und schlussendlich auch, ob man in der Uniform der Sieger oder Besiegten steckt, wenn der Tag der Abrechnung kommt!!
Letzteres aber ist doch nichts neues und war schon seit menschengedenken so und nicht erst seit dem letzten oder vorletztem Krieg, wie manche uns weissmachen wollen!

[ Editiert von Administrator waldi44 am 06.10.2004 10:38 ]

The Real Blaze


6.10.04 16:57:04
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Ich meine, dass es da schon einen Unterschied gibt, ob man die Uniform der Befreier oder die der Eroberer anzieht
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Aus heutiger Sicht kann man das wohl so sehen. Doch damals herrschte in Europa ein anderes Wertedenken.Der Kampf gegen den Bolschewismus fiel nun mal auf fruchtbaren Boden.
Waffen SS galt bei vielen eben als jene Armee, wo man meinte aktiv gegen den Bolschewismus zu kämpfen(und so war es ja auch). Da zählte überhaupt nicht, wer aus welchen Land kommt, sondern nur wieviele. Praktisch eine Art germanische UNO Truppe, um den Kommunismus fern von Europa zu halten.

Heute wird natürlich das ganze in einem anderen Licht gesehen, da werden aus ehemaligen Waffen SS Männern "Vaterlandsverräter". Was in meinen Augen völliger Quatsch ist. Man muß nur nach Lettland schauen, dort sieht man anständig mit Veteranen umgeht.



The Real Blaze

Martin 222


6.10.04 17:55:03
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Hallo

Ich wollte euch letztendlich zeigen wie die Presse ist,sie hängt ihre Fahne in jeden Wind.Daher dieses Kuriosum.
Ich selber habe einen Ausschnitt der Bild am Sonntag von 1978.Es ging damals in der Rubrik "Unsere Helden" ,ja man lese richtig-Unsere Helden-um die Eroberung und Überwindung des Panzergrabens von Charkow durch den SS Hauptsturmfüherer Heinz Macher und der darauf folgenden Ritterkreuzverleihung.Na,da kann man staunen was.Heute ist die Bild wieder dabei groß unsere Soldaten in den Schmutz zu zerren...
Daher sollte man nicht alles fressen was einem vorgeworfen wird..

Viele Grüße Martin

~Rainer


7.10.04 00:47:17
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Hallo,
Zitat:
"Die Franzosen kämpften auch in amerikanischen Uniformen bei der Landung in der Normandie,am Rande bemerkt.."
Am Rande bemerkt, die hatten halt nur amerikanisches und englisches Material, die Staaten waren Alliierte, von daher absolut kein Widerspruch.
Was hatte denn die 12. SS-Panzerdivision HJ in der Normandie für Tarnanzüge? Aus italienischem Tarnstoff, Italien war damals im Krieg mit Deutschland, also 12. SS-Division Vaterlandsverräter, nach Dir ja Martin 222? Oder nicht?

nächstes Zitat:
" Waffen SS galt bei vielen eben als jene Armee, wo man meinte aktiv gegen den Bolschewismus zu kämpfen(und so war es ja auch). Da zählte überhaupt nicht, wer aus welchen Land kommt, sondern nur wieviele. Praktisch eine Art germanische UNO Truppe, um den Kommunismus fern von Europa zu halten."

Aha, Waffen-SS hat in Südfrankreich, Tulle, Oradour, Normandie, Ardennen als germanische UNO-Truppe gegen den Bolschewismus/Kommunismus gekämpft? Die ab 1943 eingezogenen Wehrpflichtigen sahen das sicher auch so, oder täusche ich mich?
Gruss
Rainer

Martin 222


7.10.04 02:24:19
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Hallo,

..das mit den Vaterlandsverrätern kam nicht von mir,lies richtig.
Zum anderen,die Franzosen hatten also nichts,deshalb kämpften sie in amerikanischen Uniformen.Die Dänen kämpften auf Seiten der deutschen in deutschen Uniformen,sind aber Vaterlandsverräter,weil sie andere Uniformen trugen.Wie ist das zu erklären?Wo ist da der Unterschied?Hilf mal..
Des anderen finde ich es lustig das das eine Befreier sind,die anderen nicht.Die Befreier saßen dann Jahrzehnte im befreiten Land.So wie derzeit im Irak...nur viele Befreite verstehen das da nicht,und werden bei Antibefreiungsdemos erschossen.Befreiung geht manchmal seltsame Wege...
Und dieses Geschwafel der humanitären Gründe ist etwas weitausgeholt,denn wirtschaftlich haben einige durch diesen Krieg sehr verdient,auch Befreier.Und auch noch kurios,die Großväter dieser Befreier kassierten noch die Skalp-Prämien,als sie das Land wiederrum von den Indianern befreiten..Ich habe fertig.

Respekt-Smiley

The Real Blaze


7.10.04 16:47:29
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Aha, Waffen-SS hat in Südfrankreich, Tulle, Oradour, Normandie, Ardennen als germanische UNO-Truppe gegen den Bolschewismus/Kommunismus gekämpft
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Ach noch nichts von der starken Kommunisten Partei in Frankreich gehört?? Die bestimmten den Untergrundkampf mit ihrer Ideologie. Wäre die Invasion zusammengebrochen,hätte in Paris die rote Fahne geweht!

The Real Blaze
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