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Westfeldzug 1940

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AutorBeitrag

Olim Kalimba


10.10.04 20:01:36
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Grüß Gott miteinander,

mich würde mal Eure Meinung interessieren!

War der Beginn des Westfeldzuges mit dem Sichelschnitt ein genialer Schachzug von Manstein oder waren die Allierten, sprich die Franzosen und Engländer, nur zu inkompetent ihre materielle Überlegenheit zu nutzen ?!

Gruß
\Olaf (Olim Kalimba)

ZensiertWeilZuBloed


10.10.04 20:46:49
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sowohl als auch. :)

Markus Becker


10.10.04 21:12:57
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Strategische Genialität glänzte bei der ganzen Veranstaltung m.A. durch ihre völlige Abwesenheit.

Der ursprüngliche dt. Angriffsplan war eine aufgewärmte Version des Schlieffen-Plans- das Ding, daß schon im letzten Krieg in die Hose gegangen war. M.A. nicht sonderlich klug, dass noch mal zu versuchen.

Die Franzosen und Engländer hatten aber genau das erwartet? War das französische Genialität , oder das französische Dummheit, die durch deutsche Dummheit fast zum Erfolg geführt hätte?

Jedenfalls hat deutsche Dummheit die Wehrmacht davor bewahrt, ins offen Messer zu laufen. Ein dt. Major ist von Münster nach Bonn geflogen und hat in Belgien eine Bruchlandung gemacht. Im Gepäck den Angriffsplan, der einen Überfall aufs neutrale Belgien vorsah. Was hatte er nicht dabei? Streichhölzer oder eine Feuerzeug! Bevor er sich die bei örtlichen Bauern ausleihen konnte, hatte ihn der belgische Grenzschutz auch schon geschnappt – inklusive Angriffsplan, der sofort den Alliierten zugestellt wurde, die sonderbarerweise nicht damit rechneten, dass die Deutschen den kompromittierten Plan ändern.

Die aber kramten Mansteins Plan aus de Schublade, der aber auch nur funktionierte, weil die Franzosen sich eine beeindruckende Serie von Fehlern leisteten.

Wie ihre dt. Gegenspieler waren auch die franz. Generäle überzeugt, dass die Ardennen für mot. Einheiten unpassierbar sind und hatten den entspr. Frontabschnitt drittklassig gesichert.

Zu wenig Divisionen, die jeweils zu wenig Soldaten mit zu wenig Waffen und eine zu schlechte Ausbildung hatten. Unpassierbar hin oder her – einem franz. General, der die Front inspizierte, war das zuviel des Schlechten und er riet dringend den Abschn. Mit ein paar vernünftigen Einheiten zu verstärken. Obwohl nördlich und südlich jeden Menge gute Divisionen standen, gabs null Verstärkung.

Als der franz. Geheimdienst verdächtige Aktivitäten auf der dt. Seite meldete, tat der franz. Generalstab nichts. Als Aufklärungsflugzeuge die dt. Panzerdivisionen auf ihrem Vormarsch entdeckten , tat der franz. Generalstab nichts. Als der franz. Oberst, der in Generalstab für Panzer zuständig war in eine Flugzeug steig und die Sichtung bestätigte, tat der franz. Generalstab nichts, außer den Mann zu fragen, ob er wisse, wie ein Panzer aussieht.

Obwohl die dt. Panzer und mot. Divisionen beim Vormarsch durch die Ardennen zeitweise einen Stau von 250 km Länge produzierten –was noch heute Europarekord ist- wurden keine Verstärkungen in den bedrohten Abschnitt verlegt und trotz des guten Flugwetters gabs auch keine Luftangriffe.

Da es nicht klug ist, die eigene Strategie auf der Annahme aufzubauen, daß der Gegner wirklich alles falsch macht –was überraschenderweise aber der Fall war, haben hier die zweitgrößten Deppen gewonnen!


Nachzulesen bei Janusz Piekalkiewicz und einem Werk des Forschungsinstituts der Bundeswehr aus den späten 90´ern, dessen –Titel mir nicht einfallen will.




Gruß Markus


PS: Was hätte auf dt. Seite getan werden sollen? Auch darüber sollen sich Militärhistoriker wie Piekalkiewicz ihre Köpfe zerbrechen und uns ihre Ernkenntnisse mitteilen.

Hoth


10.10.04 23:37:22
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Werter MB, mit Verlaub, Du scheinst von militärischen, strategischen und operativ-taktischen Problemem keine Ahnung zu haben. Der Sichelschnitt hatte geklappt nicht weil er schlecht war oder nur aus glücklichen Zufällen bestand, sondern weil er vom Gegner nicht vorhergesehen wurde und damit überraschend war. Damit hat er seinen Zweck erfüllt, obwohl JEDE milit. Planung und Bewegung einer Vielzahl von kalkulierbaren und unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt ist, so wie auch dieser Plan.

Auch wenn Du offensichtlich kein Freund der dt. Militärführung bist ist dennoch unbestreitbar, daß die deutscherseits gewünschten Aspekte wie Überraschung und Massierung, verbunden mit modernster Kriegführung zu Lande und aus der Luft und höchsten pers. Einsatz aller Soldaten, den veralteten und nicht zeitgemäßen franz. Aufmarschplan in kürzester Zeit zunichte gemacht haben.

Nichts anderes war Sinn und Ziel des dt. Planes, der vollkommen und genial aufgegangen ist und der die bewußt eingegangenen Risiken gerechtfertigt hat.





[ Editiert von Hoth am: 11.10.2004 11:47 ]

The Real Blaze


11.10.04 00:06:32
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Also ich habe die Vorfeldgeschichten zu Sichelschnitt alle gelesen. Da war soviel Zufall daran, daß es auch wirklich dazu kam, daß auf der anderen Seite aber nicht richtig ist zu behaupten , daß ohne diesen Plan , der erste gescheitert wäre.
Ich bin schon lange soweit zu sagen,daß egal welcher Plan auch immer genommen worden wäre, schlußendlich Frankreich besiegt hätte.Auch wenn es die Franzosen gewußt/geahnt hätten, hätte die Wehrmacht doch gesiegt.Und zwar ausschließlich auf ihrer damals unnachahmlichen taktischen Ebene, mit der Entscheidnungsfreiheit des Offizierskorps.Es hätte schon wegen der eingespielten Mobilität keinen Stellungskrieg gegeben.

Falls man halt irgendwo nicht vorangekommen wäre, hätte man es eben woanders geschafft.

The Real Blaze

Martin 222


11.10.04 08:07:42
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Hallo und guten Morgen,


..der Plan des Sichelschnitts darf durchaus nicht nur als der von Mansteins angesehen werden.
Als Hitler die Weisung gab für die Operationen im Westen hatte Keitel einen alten Schliffen Plan hervorgekramt und sonst etwas gedacht als er ihn letztendlich vortrug.
Hitler war enttäuscht,da sämtliche modernen Truppen gar nicht erwähnt waren,wie Panzer,Stuka,Fallschirmjäger.Daraufhin arbeitete er selbst einen Plan aus.
Als er ihn vorlegte waren seine Generäle skeptisch,und ihre Meinung negativ.Es stellte sich heraus das parallel dazu Manstein einen ähnlichen Plan entworfen hatte,ohne das beide dies voneinander wussten.Hitler war nun bestärkt und ließ diesen seinen Plan so durchführen.Also von Zufall zu reden wäre törricht.Auch die junge Panzerwaffe ect.
Das mit dem Offizier glaube ich nicht ganz,es gab einen Überläufer,diesem schenkte man jedoch keine Beachtung,da man annahm ein deutscher Offizier würde sein Vaterland nie so schändlich verraten.
Denn wenn ich irgendwo notlande,kann ich die Pläne auch verbuddeln statt zu nem Bauern zu rennen um nach Streichhölzern zu fragen.Woher ist das Guigo Knopp?*lach*

Balsi


11.10.04 09:16:19
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diesen Major gab es in der Tat.. hab auch irgendwo seinen Namen.. der Geschwaderchef wurde dafür sogar zur "Bestrafung" herangezogen..
Weiterhin verriet Hans Oster von der Abwehr den Angriffstag und die Pläne an die Westeuropäer..ich glaube an einen Belgier...

waldi44


11.10.04 15:01:21
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Ich lese gerade "Der Zusammenbruch Frankreichs" Teil2 von W.L.Shirer. Also, ich komme aus dem Lachen und Staunen nicht mehr raus. Soviel geballte Dummheit und Inkompetenz auf einen Haufen, wie man ihn im französischen Oberkommando fand, ist fast unvorstellbar und wenn jemand das als Roman gebracht hätte, wäre er wegen unglaubwürdigkeit durchgefallen!
Es gab ettlich Situationen in denen der Deutsche Vormarsch hätte gestoppt werden können und man einfach nur Glück hatte.
Die Franzosen verwechseltemn vielerorts die Begriffe Angriff und Rückzug und schon das blosse Gerücht von deutschen Panzern veranlasste sie zur Flucht!
Vor allem aber war ihnen der Begriff "Schnelligkeit" völlig fremd und fast alle ihre Bewegungen vollzogen sich in schier unglaublicher langsamkeit!
Die französische Armee war incl. ihrer Führung in einem unglaublich desolaten Zustand und völlig konzeptlos und was man an Konzepten hatte, funktionierte nicht- zB die Zusammenarbeit mit den Belgiern!
Markus Becker hat mit seinem Beitrag nicht so unrecht! Auch was die französische Luftwaffe anbelangt, deren Stärke gegen Feldzugsende grösser war als zu seinem Beginn! DAS nennt man "Kräfte schonen" ;)!
Selbst als man den Marsch durch die Ardennen erkannte(angeblich hell erleuchtete unendliche Fahrzeugkollonnen) gab es nur den Befehl zum Sperren der wenigen schmalen Strassen, aber nicht zum Verteidigen der Sperren. Lediglich Einheiten die den Befehl zum Rückzug nicht rechtzeitig erhielten taten das und zwar recht erfolgreich!

Martin 222


11.10.04 15:34:31
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Hallo,

..also nachdem Rommel irgendwo doch als unfähig hingestellt worden ist,hiesse das nun,das die Erfolge der Wehrmacht Zufall waren?Oder wie ist das zu sehen?
Darauf beruht doch ein Feldzug,auf den Fehlern des Gegners.Soweit ich weiß waren die Panzer der Franzosen den Deutschen Zahlenmässig überlegen,wurden nur falsch eingesetzt.
Und was sagt man zum Mut der völlig neuen Waffen?Ich denke da an die Erstürmung Eben Emaels.Erfordert so etwas nicht Mut und Kühnheit,solch ein Unterfangen überhaupt durchzuführen?Und was ist mit den englischen Truppen,die ja durchaus nicht schlecht waren.Waren die auch zufällig dämlich?

Gruß Martin

ZensiertWeilZuBloed


11.10.04 15:38:37
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DIe Franzosen haben sich einfach zu sehr auf die Maginot Linie verlassen.

Warum in Belgien Trupppen stationieren? Die Ardennen sind doch unpassierbar!

waldi44


11.10.04 16:30:21
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Also, ganz so wie es den Anschein hat war es nun doch nicht ;)! Kühnheit und militärisches Geschick auf deutscher Seite waren natürlich vorhanden und Glück gehört auch im Krieg dazu, nur darf man sich nicht allein darauf verlassen:P!
Bei den Franzosen kam aber noch die geistige verkalkung des französischen Oberkommandos hinzu. Gamelin,Weygand, Huntzinger waren Generale des 1.WK und so führten sie ihre Truppen.
Die Panzer, zum Teil wesentlich stärker als die deutschen Panzer und Zahlenmässig überlegen waren, wurde auseinandergezogen zur Infanterieunterstützung eingesetzt und, wie schon gesagt, die Luftwaffe so sparsam, dass selbst Halder verwundert schrieb: "Dei französische Luftwaffe ist auffallend zurückhaltend"!
In den Ardennen stauten sich die Fahrzeuge dutzende Kilometerweit ohne ernstlich angegriffen zu werden, obwohl sie erkannt wurden und die nötigen Mittel durchaus vorhanden waren!
Guderian preschte mit offener Südflanke nach Westen. Lediglich ein Infanterieregiment "Grossdeutschland" stand einer frz. Panzerdivision und einer motorisierten Division gegenüber, ohne dass diese angriffen usw usw....
Anstatt die Schlacht zu leiten, hatten die Oberbefehlshaber keine anderen Sorgen als ihre Hauptquartiere nach hinten zu verlegen - weit nach hinten

Martin 222


11.10.04 17:03:53
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Hallo,

..tja,Führen von vorne war eben nicht jedermans Sache,so wie es viele Deutsche Generäle taten.Aber angeblich taten sie es ja nicht wie schon einmal in einem Thema aufgeworfen wurde.Sie opferten ja nur...

Dennoch würde ich es nicht so herunterspielen,Frankreich galt als sehr starker Gegner.Interessant ist ja auch das Zusammenspiel zwischen den Briten und Franzosen.Diese waren sich eigendlich garnicht so positiv gesonnen.Auch beschossen sich englische und französische Schiffe,hat mal jemand davon gehört?

ZensiertWeilZuBloed


11.10.04 17:21:23
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Sie beschossen sich aber nicht gegenseitig. Die Brittische Flotte versenkte die Französische gegen ende des Westfeldzuges damit sie nicht den Deutschen in die Hände fällt.

Dabei starben tausende Französische Matrosen.
Und auch 1944 waren die Deutschen den Franzosen lieber als die Briten.

Jedenfalls in Paris, durch ihre unpräzisen Bombenabwürfe unter denen die Zivilbevölkerung litt.

Martin 222


11.10.04 18:27:29
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Hallo,

..ich las es mal so sie hätten sich Gefechte geliefert.Aber schon gut wenn man solche Waffenbrüder hat,die einen die Matrosen vom Schiff ballern damit sie nicht den deutschen in die Hände fallen.Hut ab.
Auch ist es richtig wie du es erwähnst,das die Franzosen garnicht so Amerika und Britenfreundlich gesonnen waren als sie ganze französische Städte platt machten,die den krieg bisher unbeschadet überstanden hatten.Habe Fotos wie sie den gefangenen Amis in den Hintern treten.Naja,ein halbes Jahr später tarten sie wiederrum den deutschen Landser.Vielleicht ein Sport da drüben*lach*...

waldi44


11.10.04 20:07:38
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Naja, das Problem mit den Bomben hatte andere auch! Schliesslich produzierte Deutschland überall Waffen bzw bezog von überall Rohstoffe her. Hätten die Alliierten darauf Rücksicht genommen, häötte man nur noch im besetzten Ausland produziert.
Das Misstrauen der Franzosen gegenüber den Briten resultierte daraus, das die Franzosen meinten, die Briten kämpften nicht mit vollem Einsatz. Stimmte auch zT, denn die Engländer hatte so ihre Bedenken über die Wehrwilligkeit und Wehrfähigkeit der Franzosen und nur der Ärmelkanal als Schutz ihrer Insel, erschien ihnen dann wohl doch zu wenig!
Die Operation "Catapult" ist aus britischer Sicht absolut legitim. Der französische Befehlshaber, Admiral Gensoul, lehnt das brit. Ultimatum mit allen zu erwartenden Konsequenzen ab.
In deutscher Hand wäre diese Flotte für die Briten eine ernste Bedrohung geworden:
Schlachtschiffe Dunkerque, Strasbourg, Provence, Bretagne, die Zerstörerflottille mit den Großzerstörern Mogador, Volta, Tigre, Lynx, Kersaint und Le Terrible sowie das Flugzeugmutterschiff Commandant Teste.
Gleichzeitig wurden aber auch alle anderen in britischer Reichweite befindlichen französischen Kriegsschiffe besetzt!

Martin 222


11.10.04 22:50:31
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Hallo,

..na Marine hatte ja seit jeher einen eigenen Kodex,und hatten die Franzosen nicht Teile ihrer Flotte versenkt als die Deutschen Rest Frankreich besetzten?Hätten sie sicher mit dem anderen teil auch gemacht.Da kann ich es nicht ganz nachvollziehen wenn Waffengefährten plötzlich das Feuer auf einen eröffnen.Was sollen die Angehörigen dieser gefallenen Franzosen sagen wenn man ihnen mitteilt sie sind durch Briten-Feuer gefallen?

waldi44


11.10.04 23:01:20
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Haaaaaalllloooooo! Das eine, Oran, war 1940, das andere 1942, als sich die Franzosen der Operation "Lila" durch selbstversenkung in Toulouse auf Befehl des Flottenchefs Admiral de Laborde entzogen!
Die Franzosen und Briten waren nach der franz. Kapitulation keine "Waffengefährten" mehr, zumindest nicht mit den Truppen des offiziellen Petainfrankreichs!
Die Franzosen in Oran hatten die Wahl in zweitägigen Verhandlungen, sich entweder den Briten anzuschliessen oder mit beschränkten Besatzungen in neutralen Häfen sich abrüsten und internieren zu lassen!
Man lehnte die britischen Vorschläge ab und wählte den Untergang (ehrenvollen Untergang??)!

[ Editiert von Administrator waldi44 am 11.10.2004 23:15 ]

Quintus


12.10.04 04:55:13
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Gepostet von Balsi
diesen Major gab es in der Tat.. hab auch irgendwo seinen Namen...

Es handelte sich um Major Helmut Reinberger.

@ All:
Das Thema hatte meine Wenigkeit hier schon im Juni 2002 gepostet:

Warum musste Hitler den Frankreichfeldzug verschieben?


Saludos!

waldi44


12.10.04 10:56:27
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Stimmt schon Quintus :D, nur die Fragesrellung war hier eine andere! Nämlich die nach der Inkompetenz der Alliierten und inkompetent, weil eben geistig verkrustet und in einer längst überholten Welt mit längst überholten Militärdoktrien lebend war die alliierte Militärführung!
Ohne diesen "Vorteil" hätte der Westvorstoss auch in die "Hosen" gehen können!

Martin 222


12.10.04 10:59:28
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Hallo Waldi

..ich weiß schon das es zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfand.Mir ging es darum das die Franzosen 1940 ihre Schiffe auch selbst versenkt hatten und sie nicht auslieferten.Das hätten sie zu einem späteren Zeitpunkt sicher auch getan.Und Waffengefährten waren sie nach der Kapitulation nicht mehr,aber doch auch nicht Verbündete des Reiches,oder?

Petronelli


12.10.04 11:26:13
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Gab es bei dieser Selbstversenkung nicht sogar
Tote? Also durch britischen Beschuss getötete Franzosen?
Klärt mich auf!
Gruß
Peter

Dracula


12.10.04 11:46:43
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Hallo,

Zahl der getöteten französischen Matrosen war 1147. Einzelheiten zu Schiffen und Opfern sind zu finden auf:

http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/40-07.htm

3.7.1940 Mittelmeer.

waldi44


12.10.04 12:04:20
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Also noch einmal: Die Versenkung in Mers el Kebir (Oran)1940 war keine Selbstversenkung, sondern eine Versenkung durch britische Schlachtschiffe.
Die Versenkung in Toulouse 1942 war eine Selbstversenkung um dem Zugriff der Deutschen zu entgehen!

Martin 222


12.10.04 13:44:11
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...na wer solche Ex verbündete hat,der brauch keine Feinde.Wenn die deutschen Schiffe die Franzosen-Pötte versenkt hätten,mein Gott was wäre da wieder los gewesen nach dem Kriege mit Verurteilungen usw...Da haben wir ja nochmal Schwein gehabt...seilspringender Smiley

Markus Becker


12.10.04 17:28:11
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Gepostet von Hoth
Werter MB, mit Verlaub, Du scheinst von militärischen, strategischen und operativ-taktischen Problemem keine Ahnung zu haben. Der Sichelschnitt hatte geklappt nicht weil er schlecht war oder nur aus glücklichen Zufällen bestand, sondern weil er vom Gegner nicht vorhergesehen wurde und damit überraschend war. Damit hat er seinen Zweck erfüllt, obwohl JEDE milit. Planung und Bewegung einer Vielzahl von kalkulierbaren und unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt ist, so wie auch dieser Plan.



Wie ich schon geschrieben hatte, wurden die Franzosen nicht überrascht, sondern frühzeitig gewarnt. Wie Waldi44 -edit: Das Buch wird sofort bestellt- dargelegt hat, hat die Tatsache daß die Franzosen überraschenderweise auch die allerselbstverständlichsten Dinge falsch gemacht haben der Wehrmacht zumindest extrem geholfen. M.A. war die totale franz. Unfähigkeit entscheidend, nicht ev. dt Genialität. Kurz gesagt: Glück gehabt!



Gepostet von Martin 222
Denn wenn ich irgendwo notlande,kann ich die Pläne auch verbuddeln statt zu nem Bauern zu rennen um nach Streichhölzern zu fragen.Woher ist das Guigo Knopp?*lach*



Für dich noch mal zum mitlesen:

"Nachzulesen bei Janusz Piekalkiewicz und einem Werk des Forschungsinstituts der Bundeswehr aus den späten 90´ern, dessen –Titel mir nicht einfallen will."



Gruß Markus



PS:

Das Tragische beim engl. Angriff auf Oran war, daß Hitler sich bereits entschieden hatte, dem Drängen der Marine nach Auslieferung der Flotte nicht(!!) nachzugeben. Um die Franzosen ruhig zu stellen -die die Schiffe weder den Deutschen noch den Engländern ausgeliefern wollten-, hat er die Flotte unter deren Kontrolle belassen.

[ Editiert von Markus Becker am: 12.10.2004 18:18 ]

Hoth


12.10.04 20:12:55
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Hi Markus!

Das Deutschland bei der Durchführung des Sichelschnitt auch Glück gehabt hat bestreitet doch niemand. Ein gewisses Kriegsglück ist ganz sicher ein oftmals sehr entscheidendes Moment. Das hier aber bei der Anlage und Planung dieses Feldzuges unter Beachtung der vorhergesehenen alliierten Bewegungen und unter bewußter Inkaufnahme gewisser Risiken eine schnelle kriegsentscheidende Operation angesetzt und diese im vollsten Vertrauen auf die Qualität und Motivation der eigenen Soldaten, der Organisation und des Zusammenwirkens aller neuartigen Komponente moderner Kriegsführung durchgezogen wird, ist das geniale und ja letzlich auch erfolgreich umgesetzte dieser Operation.

Und das sieht nicht nur das Militär auf der ganzen Welt sondern auch die kriegshistorische Forschung bis heute, die diese Operation als beispielhaft für moderne Kriegsführung ansieht.

[ Editiert von Hoth am: 12.10.2004 20:16 ]

Michael 60


12.10.04 20:51:30
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Hallo Markus,

meinst Du mit dem Buch des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes(der Titel der Dir nicht mehr einfiel) von Karl-Heinz Frieser

Ardennen Sedan/ Militärhistorischer Führer durch eine europäische Schicksalslandschaft?

Ein Buch was man zum Thema Sichelschnitt wärmstens empfehlen kann. Da werden z.B. die verzögerten Reaktionen der Franzosen, auf den Vormarsch der deutschen Truppen in den Ardennen minitiös beschrieben.
Ist das Buch von Shirer, das Balsi liest empfehlenswert?

Gruß Michael

Markus Becker


12.10.04 21:03:18
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Hi Hoth,

daß immer gewisse Risiken einkalkuliert werden müssen, bestreite ich garnicht. edit: Beispielhaft wäre der Westfeldzug gewesen, wenn sich die Franzosen "normal" zu Wehr gesetzt und besiegt worden wären. Stattdessen haben sie sich eine beispiellose Pannenserie geleistet.

Im Bezug auf die Eingangsfrage, ob der dt. Sieg durch einen "genialen Schachzug von Manstein" erzielt wurde "oder ob die Allierten, sprich die Franzosen und Engländer nur zu inkompetent waren, um ihre materielle Überlegenheit zu nutzen", halte ich die engl-franz. Inkompetenz für den weitaus wichtigeren Erfolgsgrund.





Michael60,

das Buch von Karl-Heinz Frieser war es definitiv nicht, aber das werde ich mir auch mal bestellen.




Gruß Markus

[ Editiert von Markus Becker am: 12.10.2004 21:11 ]

waldi44


19.10.04 14:33:07
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Abschließende Ergebnisse des Westfeldzug

46 Tage nach dem Beginn des Feldzugs mußten sich Frankreich und die Beneluxstaaten geschlagen geben. Die Gesamtverluste beliefen sich auf über 160.000 Soldaten. 121.000 Franzosen, 27.074 Deutsche, 7000 Belgier, 3500 Engländer und 3000 Niederländer mußten ihr Leben auf den Schlachtfeldern lassen. Dazu kamen etwa 200.000 französische und 111.034 deutsche Verwundete. Außerdem wurden 18.384 deutsche Soldaten vermißt. Etwa 1,9 Millionen französische Soldaten mußten in Kriegsgefangengeschaft gehen. Über den entstandenen zivilen Sachschaden gibt es bis heute keine genauen Angaben
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