Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Kriegsbeginn - Meinungen

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AutorBeitrag

Balsi


19.11.04 12:23:10
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Hallo mal zwei Zitate von doch bekannten Männern... will erst mal hören was ihr dazu sagt:


Zitat 1:
"Das erste vitale Interesse lag auf wirtschaftlichem gebiet. Deutschland hatte ab 1920 Reparationen in nicht einlösbaren Dimensionen zu bezahlen. Die Schuldverschreibungen zur Bezahlung der letzten Zinsen für die Reparationen aus dem Ersten Weltkrieg muss die Bundesrepublik bis 2010 einlösen (BMF - VB2 - O 1266 B-16/96 vom 27.11.1996).
Das besiegte Deutschland hatte seine handels-Hochseeflotte und einen großen Anteil seines Eisenbahn- und Lkw-Fuhrparks an die Sieger abzugeben. Es verlor drei seiner vier Kohlereviere an zwei Nachbarstaaten, dazu 75% der Eisenerzvorkommen, große Landwirtschaftsgebiete, die privaten Auslandsvermögen und die Auslandsniederlassungen der deutschen Wirtschaft. Deutschland musste 26% des Wertes seiner zukünftigen Exporte als Strafe an die Sieger zahlen und sich die Masse seiner Reparationszahlungen als Kredite im Ausland borgen. So waren die Lage der deutschen Wirtschaft, des Ausßenhandels und der Devisen nach 10 Jahren katastrophal. Die Sieger gaben Deutschland keine Chance zur Erholung. Die deutsche Bevölkerung brauchte bedingt durch die Gebietsverluste mehr Lebensmittel- und Rohstoffimporte als vor 1914. Die Devisen hierfür mussten im Ausland verdient werden. Gleichzeitig weigerte sich das Ausland, Importe aus Deutschland aufzunehmen. Die Zölle auf deutsche Waren wurden ständig erhöht, deutsche Importe im Ausland kontingentiert und zu alledem deutsche Exporterlöse im Ausland beschlagnahmt, um damit aussenstehden Reparationsforderungen zu bedienen. Dies alles führte neben der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre zu einem Wirtschaftskollaps im besiegten Deutschland. Die Folgen waren Massenarbeitslosigkeit und die Verlendung breiter Schichten der Bevölkerung.

Zitat 2:
Jedenfalls hat das OKH bis zum Frühjahr 1939 niemals einen Angriffsaufmarschplan gegen Polen in seinem Schreibtisch gehabt. Alle militärischen Vorbereitungen im Osten hatten bis dahin rein defensiven Charakter getragen

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Meinungen?

The Real Blaze


19.11.04 12:34:11
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Zu 1.Verailles ist klar der größte Grund.Aber das wir noch für den 1.WK zahlen ist mir neu.Das hatte doch Hitler schon beendet,oder? Oder hat man das uns nach dem verlorenen Krieg erneut aufgebrummt?

zu2. Der defensive Charakter schlägt sich besonders in den Bau von gewaltigen Bunkeranlagen an der Ostgrenze nieder, wo noch niemand vom Westwall sprach.

The Real Blaze

Balsi


19.11.04 12:42:15
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zu 1.: Komisch oder.. aber als Quelle wird das Bundesministerium für Finanzen genannt. Werde mich mal bemühen das Schriftstück zu bekommen.

Petronelli


19.11.04 14:06:49
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Hi Balsi,
habe auch davon gehört, aber es scheint zu stimmen, allerdings trauen sich vor allem nur die etwas rechts angelehnten Zeitungen mal sowas zu schreiben!
Habe das vor Jahren mal in einem Monats-Pamphlet des Nation&Europa-Verlages gelesen!
Gruß
Peter

Dracula


19.11.04 14:52:33
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Man hat ja gesehen wie der Publizist des ersten Artikels "gelobt" wurde vom Staat! Paßt nicht in der poltisch-korrekten Meinungsbildung.

Hier eine positive Kritik zu seinem Buch "1939, Der Krieg, der viele Väter hatte".

http://www.inkultura-online.de/rhonhof.htm

waldi44


19.11.04 15:53:07
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Zu 1. Kann ich so aus dem Stehgreif nichts sagen, habe aber auch mal soetwas ähnliches irgendwo gelesen. Naja, wir zahlen ja auch heute noch die Sektsteuer für Kaisers Flotte ;)!

Nun, aus den Verteidigungslinien, wie dem "Ostwall" auf Deutschlands Friedfertigkeit zu schliessen ist ja wohl etwas blauäugig!
Deutschland verlor mit den Ostgebieten auch einen Grossteil seiner Festungen und Befestigungen im, bzw. gegen Osten und die Reichshauptstadt lag wohl nur gut 100 Km von der polnischen Grenze entfernt und Polen rasselte damals gewaltig mit dem Säbel.
Was lag da näher, als für die durch Versailles geschwächte Reichswehr feste Bunker zu errichten, die ab 1927 wieder erlaubt waren, um die Reichshauptstadt vor einem eventuellen Angriff aus dem Osten zu schützen?
Die Pläne für den Ostwall gab es schon in den 20er Jahren, wenn sie auch erst anfang/mitte der 30er konkrete Formen annahmen und sie entsprachen dem Trend der Zeit- Magniotline, Beneslinie, Stalinlinie, Metaxaslinie und zuletzt die Mannerheimlinie!

Westwall


19.11.04 16:31:56
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Zu 1: Natürlich hatte der Vertrag von Versailles mit all seinen Folgen Schuld an der zweiten großen Katastrophe in Europa, er war schließlich der Wegbereiter von Adolf Hitler gewesen.
Auch eine noch so entgegenkommende oder geschickte Diplomatie von Stalin hätte dieses Schicksal nicht abwenden können, es war seit langem beschlossene Sache des deutschen Diktators.

Zu 2: Soweit ich weiss wurde schon ab 1938 die Heeresspitze mit einem möglichen Ostfeldzug konfrontiert, aber egal wann jetzt der Generalstab in Kenntnis gesetzt wurde, so war doch die totale Aufrüstung der deutschen Wehrmacht ab 1935 nur für dieses Ziel gedacht und deshalb kann man auch hier nicht von einem defensiven Charakter sprechen.

PERBANDT


19.11.04 17:14:14
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Gepostet von Westwall
Zu 2: Soweit ich weiss wurde schon ab 1938 die Heeresspitze mit einem möglichen Ostfeldzug konfrontiert, aber egal wann jetzt der Generalstab in Kenntnis gesetzt wurde, so war doch die totale Aufrüstung der deutschen Wehrmacht ab 1935 nur für dieses Ziel gedacht und deshalb kann man auch hier nicht von einem defensiven Charakter sprechen.


Die Rüstung Deutschlands war lediglich ein Versuch des Angleichs an die Truppenstärke der Nachbarländer.
So hatten z.B. 1933 die USA 3100 Kampfflugzeuge, Frankreich 3000, England 1800, Italien 1700, Rußland 1700, Polen 700, Tschechoslowkei 670, Belgien 350 und Deutschland 70! Am 1. 9. 1939 hatte dann die UDSSR 5000 Flugzeuge, Deutschland 4033, England 3600, Frakreich 2550, Polen 800. Deutlich wird, daß Deutschland stark aufgerüstet hatte aber lange nicht soviele Flugzeuge wie seine späteren Kriegsgegner besaß!
Bei der Marine standen 33 deutsche Großkampfschiffe 85 französischen, 270 amerikanischen und 270 englischen gegenüber (1.9.1939).
Bei Kriegsbeginn stehen beim Heer 100 deutsche aktive und Reservedivisionen 100 französischen Divisionen, 47 polnischen sowie 20 englischen gegenüber.
Zur gleichen Zeit besitzt Rußland aber schon 220 Divisionen.
Es ist somit höchst fragwürdig, davon zu sprechen, die deutsche Rüstung würde auf einen geplanten Angriffskrieg deuten!
CP

Westwall


19.11.04 17:33:07
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Hallo PERBANDT, so ist es aber!
Denn für nur einen Ausgleich der Streitkräfte zu den benachbarten Staaten verursacht niemand mit einem gigantischen Rüstungsprogramm auf Pump einen völligen Staatsbankrott.
1939 war Deutschland praktisch Pleite und Hitlers Sanierungsprojekt hieß Krieg.

BendlerBlock


19.11.04 17:48:39
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Gepostet von Balsi
Hallo mal zwei Zitate von doch bekannten Männern... will erst mal hören was ihr dazu sagt:


Mich würde interessieren, wer diese beiden doch bekannten Männer waren. Ganz besonders beim 2.Zitat stört mich die Behauptung, dass bis Frühjahr '39 keine Aufmarschpläne für evtl. Kriegsfälle beim OKH existiert haben sollen.

Smiley mit dagegen-Schild

waldi44


19.11.04 17:54:00
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Wie sonst wollte Hitler seine Pläne von der Neuordnung der Welt realisieren? Wie und womit Lebensraum im Osten gewinnen, wenn nicht durch Eroberung?

In seiner Schrift "Mein Kampf" (1924, Erster Band) knüpfte Adolf Hitler an die Thesen Haushofers und anderer Geopolitiker an, unterschlug dabei allerdings die bei Haushofer vorhandene "friedliche" Komponente einer gewaltlosen und maßvollen Ausdehnung des Deutschen Reiches nach Osteuropa und Übersee. An ihre Stelle trat ein rassistisch begründetes Feindbild, das die Überlegenheit der germanischen Rasse und die bedingungslose Unterwerfung der slawischen Völker postulierte. 1926 erschien der Roman "Volk ohne Raum" von Hans Grimm, in dem der Autor für eine klassische Kolonialpolitik eintrat. Die Nationalsozialisten nutzten den Titel schon bald als propagandistisches Schlagwort für den "gerechten" Kampf des deutschen Volks um Raum und Boden. Die rassenbiologisch begründete Vorstellung vom Lebensraum wurde zum Zentralbegriff der nationalsozialistischen Expansionsideologie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sprach Hitler in seiner neuen Funktion als Reichskanzler am 3. Februar 1933 vor Offizieren der Reichswehr erstmals über die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" und dessen Germanisierung. In der Außenpolitik des NS-Regimes nahm das Lebensraum-Konzept eine zentrale ideologische Stellung ein. Gestützt auf die völkisch-sozialdarwinistische Überzeugung von der Überlegenheit des deutschen Herrenvolks sollte die Ausdehnung deutscher Siedlungsgebiete und der Aufbau einer autarken Wirtschaft einher gehen mit der rücksichtslosen Ausbeutung und Dezimierung der slawischen "Untermenschen".

Lebensraum

Niwre


19.11.04 18:13:58
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Gepostet von BendlerBlock
Ganz besonders beim 2.Zitat stört mich die Behauptung, dass bis Frühjahr '39 keine Aufmarschpläne für evtl. Kriegsfälle beim OKH existiert haben sollen.


Kannst Du zB. in Mansteins "Verlorene Siege" nachlesen (S.12):

So erfuhr ich erst im Sommer 1939 von der "Aufmarschanweisung Weiß", der erstmaligen, auf Befehl Hitlers erfolgten Bearbeitung eines Angriff-Aufmarschs gegen Polen. Bis zum Frühjahr 1939 hatte es einen solchen nicht gegeben. Vielmehr waren alle militärischen Vorbereitungen an unserer Ostgrenze auf die Verteidigung bzw. Sicherung im Fall eines Konflikts mit anderen Mächten abgestellt gewesen.


Anmerkung: Allerdings muss man beachten, dass Manstein Hitlers Expansionsplaenen zustimmte (zB. Liegnitzer Rede) und sein Werk einige Male etwas "beschoenigt" hat. Man kann also davon ausgehen, dass er schon frueher davon wusste.

Balsi


19.11.04 18:37:51
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ich bin erstaunt.. alle Autoren wurden als diese entlarvt.. 1. Gerd Schultze-Rhonhof
2. Erich Manstein

The Real Blaze


20.11.04 10:09:01
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Für den 1.Weltkrieg zahlen wir also noch bis 2010(geh mal davon aus,nach den Hinweisen).Nur wie verhält sich das?Hitler hat soweit ich weis die Reperationen zu Friedenszeiten eingestellt!Und der Westen nahm es hin!Wie konnte man also nach dem Ende des 2.Weltkrieges,da entgangene Gelder die bis zum Sankt Nimmerleinstag gezahlt werden, erneut einfordern? Von einem österreich-serbischen Krieg, der nur durch Bündnisverpflichtungen weltweit ausgeweitet wurde? Null Selbstbewußtsein haben wir,wenn wir das noch immer zahlen!!Das wäre gleich das erste was man abschaffen muß!

zu den Bunkeranlagen im Osten: Verdeitigungsanlagen sind erstmal grundsätzlich deffensiv.Das ist das was die Russen 1941 östlich des Bug nicht hatten,obwohl sie seit Ende 1939 Zeit dazu hatten.
Und wie schon mehrmals erwähnt: man kann Hitlers "mein Kampf" nicht als Kriegsprogramm hernehmen! Ansonsten hätte es überhaupt keine Diplomatie gegeben, mit all ihren Möglichkeiten. Hätte Polen keine Westgaranien bekommen, wäre dort auch alles friedlich gelöst worden, weil sie keine andere Wahl gehabt hätten. Der krieg hätte sich vorerst abwenden lassen. Ob dann später wie und wann,weiß man nicht.Einen Krieg wollte Hitler ja führen,hat er mehrfach in seinen Reden betont.Nur : Was hätte Stalin inzwischen getan, oder Churchill, der größte Deutschenhasser aller zeiten? Da war auch genauso ein Stellvertreterkrieg drin,um einen gewollten Krieg gegen Deutschland vom Zaun zu reißen. Der heuchlerischer Kriegseintritt des Westens ist je Beleg dafür.

The Real Blaze

Westwall


20.11.04 12:48:39
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Bei deinem letzten Satz gebe ich dir recht, Real.
Der Westen war Heuchlerisch, Adolf Hitler hat es aber ihnen sehr leicht gemacht heute in der Geschichte bestens dar zustehen.
Vielleicht war auch Churchill 1939 der größte Deutschenhasser gewesen, aber spätestens ab Mitte 1944 wurde er dabei von Hitler auf Platz zwei verdrängt.
Ich glaube nicht dass noch irgendein Staatsmann sein Volk in einem längst verlorenen Krieg so ausbluten gelassen hätte als ein Adolf Hitler.
Er man in kauf das ein Volk mit einer 2000 jährigen Kultur und Geschichte als Sühne für seine gescheitertes Vorhaben vernichtet werden soll, wer konnte diesen Hass auf das deutsche Volk noch übertreffen?

Hoover


20.11.04 13:08:55
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@Westwall: leider hast Du recht...

The Real Blaze


20.11.04 15:34:05
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Nein kann man nicht vergleichen. Hitler hatte nicht diesen Hass auf sein Volk, wie Churchill ihn hatte. Er hatte den Wahnsinn entweder Sieg oder Untergang zum Schluß.War aber am Anfang noch nicht so,es entwickelte sich alles in einer Spirale des Irrsinns.
Churchill wollte dagegen immer nur eins: die Deutschen ausrotten und falls das nicht ganz geling den Rest "fett und impotent" machen.

The Real Blaze

Hoover


20.11.04 15:54:14
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Er hatte den Wahnsinn entweder Sieg oder Untergang zum Schluß.


Naja, als es klar war, dass der Krieg verloren war drehte er aber erst richtig auf. Churchill hatte eine andere Motivation.

The Real Blaze


20.11.04 16:01:23
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So ich hab mich etwas schlau gemacht über die Reperationen.
Ab 1931 wurden keine Reperationen mehr gezahlt, wegen de Hoover Memorandum, wo die deutschen Reperationen für ein jahr gestundet wurden.Die 1932 beschlossene Schlußzahlung von 3 Mrd Reichsmark wurde auch nicht mehr gezahlt.Das Thema war dann ab 1933 endgültig erledigt.

Also wieso zahlen wir diesen Mist noch? Alles zu Friedenszeiten abgehakt und gar von den USA eingeleitet!

The Real Blaze

Hoover


20.11.04 16:06:58
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Ich bin mir sicher, dass es sich so verhält: wir müssten Reparationen weiterzahlen, die aber von den Alliierten nicht eingefordert werden.

Ich werde mal meine ganzen Bücher durchforsten müssen :dito:

Meines Wissens anch zahlen wir gar nichts an Reparationen, nur "freiwillige Aufbauhilfen" an diverse Länder, wie Israel usw.

Niwre


20.11.04 16:11:14
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Quelle
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Londoner Schuldenabkommen die Rückzahlung der privaten deutschen Auslandsverschuldung geregelt. Dazu gehörte auch ein Teil der Reparationen, die 1930 auf Anleihenbasis vorfinanziert und damit in Privatschulden umgewandelt worden war. Ihre Höhe wurde halbiert. Bis etwa 1983 zahlte die Bundesrepublik 14 Mrd. DM Schulden zurück. Allerdings wurden Zinsen in Höhe von 251 Millionen Mark aus den Jahren 1945 bis 1952 bis zur Wiedervereinigung Deutschlands ausgesetzt und schließlich im Jahre 1990 fällig. Die Bundesregierung gab darauf Fundierungsanleihen aus, die bis 2010 aus dem Bundeshaushalt getilgt werden. Tilgung und Zinsen betragen pro Jahr etwa 4 Millionen Euro.

Markus Becker


20.11.04 16:38:56
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Nachtrag zu dem, was Niwre geschrieben hat.

Um die Bundesrepublik wieder kreditwürdig zu machen hat sich Adenauer in der Mitte der 50´er Jahre entschieden, Zahlungen für die sog. Young- und Dawesanleihen aus den 20´er Jahren wieder aufzunehmen.



Gruß Markus

waldi44


20.11.04 16:48:00
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Nun, DAS bringt doch etwas Licht in das Dunkel! Komisch nur, dass das offensichtlich von manchen Leuten übersehen wurde, die sich doch angeblich so sehr damit beschäftigt haben!
DAS wäre mal was "neues, sensationelles" gewesen, weil das so auch kaum jemand weiss/wusste und es währe ehrlich, statt in Krokodielstränen über die Ungerechtigkeit dieser Welt gegenüber Deutschland auszubrechen!
Bemerkenswert ist es aber allemale, dass man für Ereignisse die so lange zurück liegen, noch zahlen muss, wo sich die Welt und Weltlage schon xmal wieder geändert hat- naja, wenn das alles vertraglich festgelegt wurde, gibt's ja wohl auch keine Verjährung und der Sanktnimmerleinstag der deutschen Wiedervereinigung kam eben allen Unkenrufen zum Trotz doch!
Gut für die Menschen, schlecht für den Staatssäckel:dito:!

Hoover


20.11.04 16:52:25
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Ist natürlich schön, daraus eine "sensationelle" Ungerechtigkeit zu formen und die derzeitige politische Gesellschaft anzugreifen.

The Real Blaze


20.11.04 17:51:03
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Einfach lächerlich das ganze! Solange Hitler an der macht war,wollte niemand mehr was von uns!Kaum ist der Krieg verloren, wärmt man dieses Thema auf, um erneut Kasse zu machen!Generationengeiselung ist das!

Hätte nur Moltke auf Ludendorff gehört und diese Ausplünderung Deutschlands wäre uns erspart blieben!

The Real Blaze

waldi44


20.11.04 18:02:33
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Gepostet von The Real Blaze
Hätte nur Moltke auf Ludendorff gehört und diese Ausplünderung Deutschlands wäre uns erspart blieben!

The Real Blaze


Tja, wo soll man da anfangen? Erst beim 1.Wk oder schon bei Arminus oder Otto I. oder Heinrich IV. oder.....;)?

The Real Blaze


20.11.04 18:10:48
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Der Bezug ist hier zu Reperationen aus dem 1.WK. Ein simples Einlenken Moltkes auf Ludendorffs Ablehnung des angebotenen AK und der rechte Flügel wäre so stark geblieben ,um den Sieg zu sichern.Ich glaub nicht,daß die Franzosen bis zum Jahre 2010 Reperationen gezahlt hätten,egal in welcher Form!

The Real Blaze

Markus Becker


20.11.04 19:44:14
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Gepostet von waldi44
DAS wäre mal was "neues, sensationelles" gewesen, weil das so auch kaum jemand weiss/wusste und es währe ehrlich, statt in Krokodielstränen über die Ungerechtigkeit dieser Welt gegenüber Deutschland auszubrechen!
Gut für die Menschen, schlecht für den Staatssäckel:dito:!


Der große Börsenguru Andre Kostolany hat´s bereits vor allen anderen vermutet und die genannten Anleihen zu einem Spottpreis gekauft, die nach Adenauers Entscheidung natürlich deutlich im Kurs gestiegen sind.

Und gut für´s Staatssäckel war´s auch. Deutschland brauchte nach dem Krieg neues Geld und das bekommt man nur geleihen, wenn die Gläubiger Gewissheit haben, daß es auch zurück gezahlt wird.

Außerdem hätte die Nichtbezahlung auch negative politisch Folgen gehabt. Immerhin hat die BRD damals ja darauf gepocht nicht nur der Rechtsnachfolger des Dt. Reiches zu sein, sondern der einizg legitime. Eine Nichtbezahlung der Vorgkiegskredite wäre da nicht hilfreich gewesen.




Gruß Markus

waldi44


20.11.04 20:03:07
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Da es gerade erwähnt wurde:Die Rechtsnachfolge!
So ganz will mir der Vorteil nicht einleuchten, warum die BRD im Gegensatz zur DDR auf die Rechtsnachfolge des 3. Reiches bestand.
Damit nahm man ja gleichzeitig alle Uralten und neueren Verbindlichkeiten mit in Kauf. Einen Vorteil muss es aber gegeben haben oder hatte das vielleicht nur idiologische Gründe?

Niwre


20.11.04 20:49:19
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Man muss aber anmerken, dass die BRD _nicht_ der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ist, "sondern als Staat identisch mit dem Staat 'Deutsches Reich'". (BVG 1973)

Quelle (nicht allzu ernst nehmen)
Es wird daran festgehalten (vgl zB BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 5, 85 <126>), daß das Deutsche Reich den Zusammenbruch 1945 überdauert hat und weder mit der Kapitulation noch durch die Ausübung fremder Staatsgewalt in Deutschland durch die Alliierten noch später untergegangen ist; es besitzt nach wie vor Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat mangels Organisation nicht handlungsfähig. Die BRD ist nicht "Rechtsnachfolger" des Deutschen Reiches, sondern als Staat identisch mit dem Staat "Deutsches Reich", - in bezug auf seine räumliche Ausdehnung allerdings "teilidentisch".


Von mir immer gern zitiert :).

waldi44


20.11.04 20:57:05
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Ach so ist das:dito::dito::dito::dito::dito::dito:äh und was besagt das nun:dito::dito::dito::dito:"teilidentisch" ist klar, aber was ist mit dem Rest? Als Nachfolgestaat ist man doch automatisch AUCH Rechtsnachfolger! Warum wurde das "Erbe" nicht abgelehnt?

Niwre


20.11.04 21:23:30
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Gepostet von waldi44
aber was ist mit dem Rest?


Ich bin kein Jurist (Schwirrt hier nicht oefter einer im RK-Forum umher?), aber ich denke, dass die BRD kein Rechtsnachfolger ist (sein kann). Ich denke, wenn das deutsche Volk geeint ist und wir frei waehlen koennen, erblueht das Dt. Reich neu und wir koennen die Rechtsnachfolge (Nachfolge eigentlich weniger) antreten. Das GG hat daher ja auch keinen Gueltigkeitsbereich (ist also unnuetz).

Artikel 146GG
Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Merlin61


21.11.04 05:37:47
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Niwre hat geschreiben:

Ich bin kein Jurist (Schwirrt hier nicht oefter einer im RK-Forum umher?), aber ich denke, dass die BRD kein Rechtsnachfolger ist (sein kann). Ich denke, wenn das deutsche Volk geeint ist und wir frei waehlen koennen, erblueht das Dt. Reich neu und wir koennen die Rechtsnachfolge (Nachfolge eigentlich weniger) antreten. Das GG hat daher ja auch keinen Gueltigkeitsbereich (ist also unnuetz).

Zitat:

Artikel 146GG
Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Meinen Informationen nach, hat Deutschland "aktuell" gar keine gültige
Verfassung, sondern das GG stellt lediglich ein solcher Entwurf dazu dar.
Zumindest so lange, bis der Artikel 146GG und ein VE noch nicht ausgeführt wurden.

Dazu sehe ich aber das Thema "freie Entscheidung des deutschen
Volkes" mehr un- als möglich an, da selbst im GG - meines Wissens -
die Grundlage dazu fehlt.
Ein Eintrag zu möglichen "Volksentscheide", sucht man dort m.W. nach vergeblich.
Dieser ist wohl so, da dies von den Alliierten so gewollt / vorgeschrieben wurde.

Einen Friedensvertrag mit den Alliierten gibt es ebenfalls
"noch" keinen - zumindest ist mir kein solcher bekannt.

=> Kann dies Statements jemand im Forum bestätigen / dementieren,
oder auch Quellen nennen, wo es mehr Hintergrundinformationen dazu gibt?



Das Problem, die Rechtsnachfolge des Deutschen Reichs anzutreten,
würde sicher auch noch andere "kleinere" Problem aufwerfen, welche wohl
nicht nur die im Mai 1945 anerkannten Grenzen von 1937 betreffen würden.

Ganz abgesehen von den 2 + 4 Verträge, welche wohl ebenfalls nichtig wären,
wenn die BRD DOCH NICHT als Rechtsnachfolger des DR hätte agieren können ?
Zumindest dann nicht, wenn eine Verfassung mehr zählt als ein Entwurf dazu.

Vielleicht "zappelt" Deutschland aber auch deshalb, wie eine
mit Geld-um-sich-werfende Marionette, auf der politischen
Weltbühne herum - wer kanns wissen ?

Ohne Souverenität, einen festen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu beanspruchen,
finde ich nicht nur höchst merkwürdig, sondern sogar völlig überheblich - tztztz

Max Hansen


25.11.04 13:22:37
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Ich habe das hier im Netz gefunden dazu:

Am 7.9.1949, also einen Monat vor Gründung der DDR, wurde durch die konstituierenden Sitzungen des 1. Bundestages und des Bundesrates die &#8220;Bundesrepublik Deutschland&#8221; gegründet.

Dem ging die Ausarbeitung des sogenannten Grundgesetzes* voraus, in dem ein Rechtsstaats- und Sozialstaatsprinzip und der föderative Aufbau der Bundesrepublik verankert waren. Die Verfassung wurde bewußt lediglich als &#8220;Grundgesetz&#8221; tituliert, um ihren vorläufigen Charakter bis zur angestrebten Wiedervereinigung Deutschlands zu verdeutlichen. Am 8.5.1949 wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schließlich vom Parlamentarischen Rat angenommen.

Mit dem &#8220;Protokoll über die Beendigung des Besatzungsregimes&#8221; aus den Pariser Verträgen vom September 1954 gingen die Hoheitsrechte der Besatzungsmächte größtenteils auf die Bundesrepublik über. Im Gegenzug trat die BRD der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation (NATO) und der Westeuropäischen Union (WEU) bei und verzichtete auf Herstellung atomarer, biologischer und chemischer Waffen. Die Pariser Verträge wurden am 24.10.1954 in Paris unterzeichnet, am 27.2.1955 vom Bundestag ratifiziert und traten am 5.5.1955 in Kraft

Max Hansen


25.11.04 13:29:57
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Also "Hoheitsrechte größtenteils" ist hier wohl das Schlagwort, denn es blieben wohl Rechte bei den Alliierten, u.a. das Recht hier auf unbestimmte Zeit Besatzungstruppen zu stationieren. Die Zeit heilt Wunden alles verwischt und eigentlich müßte man seit 1989 darüber diskutieren, daß das Grundgesetz nach der Widervereinigung nun von seinem Status als provisorisches Gesetz abkommt. Vielleicht gibt es aber hierzu schon Entscheidungen, die nur nicht so publik wurden. Was mit den Schulden ist und ob tatsächlich noch aus Urzeiten irgendwelche Zahlungen geleistet werden müssen wäre noch interessant. Und vor allem- an wen wird was gezahlt. Fakt ist in jedem Fall, daß Juden hier im Zentralrat offensichtlich große Sicherheit haben, wie wäre es sonst zum sogenannten "Staatsvertrag" gekommen, den Schröder mit dem ZdJ ich glaub 2001 schloß. Demnach werden u.a. Millionen jährlich bis in alle Ewigkeit gezahlt, jedes Jahr. Und dies im 21. Jahrhundert...
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